Pastor Terry Jones (hier auf einem Foto aus dem Jahr 2010) © Steve Johnson/EPA/dpa

Im vergangenen Herbst hatte Terry Jones weltweit für Entsetzen gesorgt: Am Jahrestag der Terroranschläge vom 11. September 2001 wollte der radikale Pastor einen Koran verbrennen. Dieses Fanal musste er nach teils gewaltsamen Protesten in der muslimischen Welt absagen. Nun hat ihm ein anderer Geistlicher nachgeeifert und eine Koran-Verbrennung in seiner Kirche inszeniert – in Anwesenheit von Jones.

Pastor Wayne Sapp versammelte am Sonntag in der Kirche von Gainesville seine Gemeinde um sich und inszenierte einen "Prozess" gegen die Heilige Schrift des Islam. Im Verlauf dieses Gottesdienstes befand eine "Jury" den Koran für "schuldig" und verurteilte ihn zur "Hinrichtung" durch Verbrennung. Daraufhin wurde ein mit Kerosin getränktes Exemplar im Zentrum der Kirche angezündet.

Die Aktion in der Gemeinde im US-Bundesstaat Florida verfolgten rund 30 Menschen. Einige Schaulustige machten Fotos. Die Bevölkerung des Städtchens ignorierte sie aber weitgehend. Zu Protesten wie damals gegen Jones kam es diesmal nicht.

Der Fundamentalist nahm am Wochenende noch einmal selbst Stellung zu seiner eigenen Koran-Verbrennung. Mit dem Verzicht darauf habe er der muslimischen Welt die Möglichkeit geben wollen, "ihr Buch zu verteidigen". Er habe darauf aber nie eine Antwort erhalten. Die Aktion seines Kollegen beurteilte er als "einmaliges Ereignis".