Razzia Fahndern gelingt Schlag gegen die 'Ndrangheta

Auf drei Kontinenten haben die Ermittler mehr als 40 mutmaßliche Mafiosi festgenommen – sechs davon in Deutschland. Darunter war ein ranghohes Mitglied der 'Ndrangheta.

Die Operation Crimine 2 hat die Mafiaorganisation 'Ndrangheta schwer getroffen: Bei einer internationalen Großrazzia wurden in Deutschland sechs mutmaßliche Mitglieder der Organisation festgenommen. Weitere 35 mutmaßliche Mafiosi wurden in Italien, Kanada und Australien verhaftet.

In Frankfurt nahmen italienische Polizisten in Zusammenarbeit mit dem Bundeskriminalamt (BKA) ein ranghohes Mitglied der 'Ndrangheta  fest. Der 45-jährige Italiener soll die Aktivitäten in Deutschland koordiniert haben, teilte das BKA mit. In Baden-Württemberg griffen die Fahnder ebenfalls zu: Im Landkreis Konstanz nahmen sie nach Angaben des Landeskriminalamts fünf mutmaßliche Mafiosi fest. Außerdem stellten die Ermittler bei Wohnungsdurchsuchungen zahlreiche Schriftstücke, eine Schusswaffe und Munition sowie eine fünfstellige Bargeldsumme sicher.

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"Die haben ein unauffälliges Leben geführt", sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Konstanz über die festgenommenen Männer. Drei von ihnen hätten legal in Fabriken und auf Baustellen gearbeitet. Sie hätten Kontakte bis in die Führungsebene der 'Ndrangheta gehabt. "Die Mitgliedschaft ist durch umfangreiche, auch verdeckte Ermittlungen belegt", so der Sprecher. Das Oberlandesgericht Karlsruhe muss nun über die Auslieferung der Männer nach Italien entscheiden.

"Es handelt sich um einen weiteren, wichtigen Erfolg im Kampf gegen das organisierte Verbrechen", sagte der italienische Justizminister Angelino Alfano. Insgesamt waren 41 Haftbefehle ausgestellt worden.

"Wir haben die zentrale Struktur der 'Ndrangheta getroffen", sagte ein Polizeisprecher im süditalienischen Kalabrien. Den Mafiosi werde unter anderem Erpressung, Drogenhandel und Geldwäsche vorgeworfen, sagte der Sprecher.

Bereits im Juli 2010 waren in Kalabrien und der Lombardei bei einer Razzia insgesamt mehr als 300 Mitglieder der Mafia festgenommen worden. Die kalabrische Organisation erregte 2007 großes Aufsehen, als vor einer Duisburger Pizzeria bei einem Racheakt sechs Menschen erschossen wurden. Täter und Opfer wurden verfeindeten Familien der 'Ndrangheta zugerechnet.

Die 'Ndrangheta hat sich in den vergangenen Jahrzehnten zur stärksten Mafiaorganisation Italiens entwickelt – nicht zuletzt weil die Organisation den Kokainhandel in Europa kontrolliert. Es wird geschätzt, dass sie mit Drogen- und Waffenhandel, Prostitution und Erpressung jährlich mehrere Milliarden Euro Umsatz macht.

 
Leser-Kommentare
  1. Man hoert immer wieder von solchen Aktionen. Die Mafia aber bleibt. Man soll die Strukturen der Mafia empfindlich treffen. Personen zu verhaften, bringt nicht viel. Denn kaum ist der eine verhaftet, wird seine Position vom anderen besetzt. Denn auch in der organisierten Kriminalitaet gibt's kein Vakuum.
    Ich befuerchte, dass italienische Politiker hohen Ranges, wie der ehemalige Ministerpraesident Andreotti, Mitglieder der Mafia sind. Kolumbianische und mexikanische Politiker sind mit grosser Wahrscheinlichkeit, Mitglieder solcher Banden. Wie soll man da vorgehen? Kann man z.B. einen kolumbianischen oder mexikanischen Diplomaten (Politiker) in Deutschland verhaften?
    Was eine erfolgreiche Bekaempfung der Mafia angeht, so bin ich leider sehr skeptisch.

  2. Irgendwann hat Deutschland dann auch keine Regierung mehr! Stück für Stück wird man diese Machenschaften zerlegen und ich hoffe auf Lakes auch in Deutschland!
    Ich möchte die Papiere einsehen können, die zum wohle des Volkes unterschrieben werden!

  3. Leider befürchte ich, dass die vakanten Position schnell wieder nachbesetzt werden. Deshalb muss der Druck auf kriminelle Vereinigungen erhöht werden und für diese allgegenwärtig sein. Es ist eine immerwährende Anstrengung notwendig um nachhaltig kriminelle Organisationen in die schranken zu weisen.

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  4. Das gerade in der Deutschen "'Zentrale" de Ndrangheta keine Fahndung und keine Festnahmen gemeldet werden wunder doch etwas. Der Pizzabäcker unseres Europäischen Oettingers wurde ja freigesprochen. Da ist wohl nichts zu fahnden?
    Das Geldwäsche Gesetz, das ialleine In Baden Württemberg nicht 100%ig angewandt wurde- warum? Erst nach dem Weggang von Oettinger nach Brüssel wurde das Geldwäschegesetz verschärft. Warum?

    In Stuttgart ist noch einiges im Argen- was die dunklen geschäfte angeht und vielleicht sollte auch in Regierungsrichtung ermittelt werden.

    Wi kommt Stuttgart dazu Mafia Hochburg zu sein und nichts dringt nach aussen?

    Wieso ist Baden Württemberg das korrupteste Bundesland in Deutschland?

    Bitte vermeiden Sie Polemik und belegen Sie Ihre Aussagen mit Quellen. Danke. Die Redaktion/er

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    • TDU
    • 11.03.2011 um 16:08 Uhr

    Die schwäbische Tradition von Fleiss und Sparsamkeit hat den Wohlstand gebracht, wie im übrigen Deutschland auch. Ihre billigen Tiraden, wem wollen Sie sich anbiedern, sollten Sie dem meinetwegen linken Stammtisch überlassen.

    • TDU
    • 11.03.2011 um 16:08 Uhr

    Die schwäbische Tradition von Fleiss und Sparsamkeit hat den Wohlstand gebracht, wie im übrigen Deutschland auch. Ihre billigen Tiraden, wem wollen Sie sich anbiedern, sollten Sie dem meinetwegen linken Stammtisch überlassen.

    • TDU
    • 11.03.2011 um 16:08 Uhr

    Die schwäbische Tradition von Fleiss und Sparsamkeit hat den Wohlstand gebracht, wie im übrigen Deutschland auch. Ihre billigen Tiraden, wem wollen Sie sich anbiedern, sollten Sie dem meinetwegen linken Stammtisch überlassen.

    • TDU
    • 11.03.2011 um 16:18 Uhr

    Glückwunsch. Allein die Geheimhaltung dieser Aktion ist schon eine Leistung und zeigt, dass er es eine Menge nicht korrupter Menschen gibt udn ads diese immer ncoh in dre Mehrheit sind.

    Jetzt muss man dran bleiben. Zu gewinnen in der Form, dass man diese Organisationen besiegt, ist der Kampf sowieso nicht.

    Aber das organisierte Verbrechen kann zumindest dabei aufgehalten werden, sich weiter nach Art des Bandwurms in das Wirtschaftsleben einzukriechen und ein Teil dessen zu werden. Da ist schon ein "Unentschieden" zum Vorteil für den Bürger, das Gemeinwesen und die Politik.

  5. Man wundert sich nicht wenig, dass Politiker hierzulande ständig über islamistischen Terror reden, aber dabei unter den Teppich kehren, dass ein jahrhundertealtes, viel monströseres Krebsgeschwür zu bekämpfen wäre: die Mafia, eine Art Hydra - global organisiert, de facto terroristisch, hocheffizient, kapitalstark - , die viel zu lange im Schatten des kalten Krieges wachsen konnte, ohne dass die diversen Innenminister je darüber so viele Worte verloren hätten wie über den längst erledigten Linksterrorismus. Das ist/war schlicht skandalös, denn die Mafia-Kriminalität ist schon seit langem ein massiver, einflussreicher, unkontrollierbarer Finanzfaktor geworden.

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