Großbritannien Die Monarchie hält uns klein

Polly Toynbee ist eine der angesehensten britischen Journalistinnen. In ihrem Kommentar für ZEIT ONLINE bittet sie die Deutschen, die Monarchie kritischer zu betrachten.

Glauben Sie bitte nicht, ganz Großbritannien schwelge in königlicher Hochzeitsbegeisterung. Gewiss, man könnte diesem Glauben erliegen, wenn man in den vergangenen Tagen die vielen Ausstrahlungen früherer königlicher Hochzeiten in der BBC gesehen hat, und wenn man verdrängt, wie die meisten Ehen von Elizabeths Kindern bisher endeten. In der neuesten Meinungsumfrage im Auftrag der britischen Zeitung The Guardian haben 46 Prozent der Befragten angegeben, die Hochzeit sei ihnen "im Großen und Ganzen egal", weitere 32 Prozent sagten, die Hochzeit interessiere sie nicht im Geringsten.

Wenn Sie an diesem Freitag also Bilder von Menschen sehen, die in den Straßen Londons geschlafen haben, um noch einen der besten Stehplätze entlang des Hochzeitszuges zu ergattern, Menschen, die in ihrer Verzückung über den Charme des Prinzen und die Schönheit der Braut kein Halten mehr kennen, dann denken Sie bitte daran: Diese Menschen repräsentieren nicht die Mehrheit.

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Großbritanniens Einstellung gegenüber der Monarchie ist in diesen Tagen eher indifferent. Zwar steigt die Zahl derer, die für eine Abschaffung der Monarchie stimmen würden, trotzdem sind nur 26 Prozent der Bevölkerung für eine Republik. Auch wenn sie den Anblick von Monarchen für einen absurden Anachronismus halten, ist die Vorstellung noch abstoßender, einen zweitklassigen Parteipolitiker in das neu zu schaffende Amt eines Präsidenten zu wählen. Politiker genießen in Großbritannien sogar noch weniger Respekt als Journalisten.

Dass aber viele der unbeliebtesten gekrönten Häupter dieser Welt zur königlichen Hochzeit eingeladen wurden, könnte jetzt noch mehr britische Wähler daran erinnern, was für eine Schande die Monarchie ist. Der Kronprinz von Bahrain musste überredet werden, dieser Feier fernzubleiben, eingeladen war er. Gekrönte Häupter aus Saudi Arabien, Oman, Brunei, Katar, Swaziland, Lesotho, Bhutan und Kuwait werden ihre Einladungen wahrnehmen. Sie alle verkörpern extremen, unverdienten Reichtum und die Autokratie in Nationen, die unter sozialer Ungerechtigkeit leiden.

Eine königliche Hochzeit ist die Negation aller Hoffnungen auf den sozialen Aufstieg.

Polly Toynbee

Die königliche Hochzeit soll die britische Nation wieder beflügeln, und das in einer Zeit, die noch entbehrungsreicher und karger ist als alles, was Margaret Thatcher in den Jahren um Charles' und Dianas Hochzeit 1981 herum angerichtet hat. Was für eine seltsame Vorstellung: Die üppige Zurschaustellung sinnloser Geldverschwendung für einen goldenen Prinzen und seine Prinzessin soll ausgerechnet die Stimmung derer aufhellen, die gerade ihre Jobs verlieren, oder die Stimmung der großen Mehrheit der Bevölkerung, deren Einkommen schrumpft und deren Sozialleistungen zusammengestrichen werden.

Was wir hier erleben, ist die extremste Ausprägung des Starkults. Berühmtheit und enormer Reichtum werden als Selbstzweck glorifiziert und sind in keiner Weise mehr mit Verdiensten, mit Errungenschaften, mit Unternehmertum oder harter Arbeit verknüpft – all den Werten, die den Menschen etwas bedeuten. Seltsamerweise hat Großbritanniens konservative Koalition in jüngster Zeit noch mit besonderem Elan für mehr soziale Mobilität geworben. Talent und harte Arbeit sollten jedem den sozialen Aufstieg ermöglichen. Mit keinem Wort wurde jedoch erwähnt, dass der soziale Aufstieg talentierter, aber unterprivilegierter Kinder zwangsläufig auf Kosten weniger talentierter, aber dafür privilegierter Kinder ginge.

Unter den großen Wirtschaftsnationen in der OECD steht Großbritannien im Ranking der Chancengleichheit an viertschlechtester Stelle. Ohne Chancengleichheit kann es aber kaum soziale Mobilität geben. Ist die soziale Leiter lang und steil, gelingt es nur noch wenigen, sie emporzuklettern. Eine königliche Hochzeit ist deshalb die Negation aller Hoffnungen auf den sozialen Aufstieg. Oder ist es denn wirklich das Maximum aller Aufstiegsmöglichkeiten, von einem Prinzen geküsst zu werden?

Leser-Kommentare
  1. ....sehr gut geschrieben, teilweise mit britischem "understatement".

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    • joG
    • 29.04.2011 um 11:50 Uhr

    ....erträglicher Artikel. Allerdings der Monarchie die verhältnismäßig geringe gesellschaftliche Mobilität vorzuwerfen scheint falsch informiert, sind doch mehrere der Länder mit Monarchien auch jene Industrieländer mit den besten Werten für diese Indizes.

    • joG
    • 29.04.2011 um 11:50 Uhr

    ....erträglicher Artikel. Allerdings der Monarchie die verhältnismäßig geringe gesellschaftliche Mobilität vorzuwerfen scheint falsch informiert, sind doch mehrere der Länder mit Monarchien auch jene Industrieländer mit den besten Werten für diese Indizes.

  2. ...diesen Kommentar!

    Ein sehr kluge Einschätzung der Bedeutung der Monarchie, die auch uns in Deutschland zu denken geben sollte, denn es gab auch hier mal einen Verteidigungsminister, der hochwohlgeboren durch seine Herkunft an einer Uni durchgewinkt wurde mit einem Abschiedskuss in summa cum laude. Frenetische Anhänger, die unkritisch an ihrem Idol festgehalten haben und eine Yellow-Press, die den Baron speichelleckend empogehoben hat.
    Es scheint in der Bevölkerung jedes europäischen Landes wohl zwei Lager zu geben; die einen, die es romantisch empfinden, das blaues Blut Entscheidungsmacht hat und dann die, die es kritisch sehen, wenn die Herkunft und das Geburtsrecht das non plus ultra sein sollte.

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    • 2b
    • 29.04.2011 um 14:49 Uhr

    welche OrganisationsForm sich eine Gemeinschaft gibt, ist dann wohl eher eine Frage des Zeitalters???

    Vorbilder werden die Menschen eher in denen erkennen, welche die Ressourcen zum Wohl und zur Verbesserung der Lebensbedingungen (auch) der Unterversorgten einsetzen - als Ausgleich und im Dank für die erfolgte Unterstützung???

    Und mit Einblicken in zukünftige Wege wird man wohl Menschen nachhaltiger (und beiderseits angenehmer) erreichen können, als durch Abhängigkeiten welche noch mehr Fesseln anlegen sollen???

    ... in guten wie in schlechen Zeiten ...
    (worauf sollte man sich stärker vorbereiten???)

    • 2b
    • 29.04.2011 um 14:49 Uhr

    welche OrganisationsForm sich eine Gemeinschaft gibt, ist dann wohl eher eine Frage des Zeitalters???

    Vorbilder werden die Menschen eher in denen erkennen, welche die Ressourcen zum Wohl und zur Verbesserung der Lebensbedingungen (auch) der Unterversorgten einsetzen - als Ausgleich und im Dank für die erfolgte Unterstützung???

    Und mit Einblicken in zukünftige Wege wird man wohl Menschen nachhaltiger (und beiderseits angenehmer) erreichen können, als durch Abhängigkeiten welche noch mehr Fesseln anlegen sollen???

    ... in guten wie in schlechen Zeiten ...
    (worauf sollte man sich stärker vorbereiten???)

  3. Nett, dass Sie uns das alles so schön breit erklären. Allerdings keine neue Infos für Festlandeuropäer (zumindest für den Durchschnittszeitleser). Aufklärung tut eher bei ihren Mitbürgern Not. Und wenn Sie diese angehen mögen, dann bitte auch mal hinterfragen, ob man der Europäischen Gemeinschaft als ständiger und klebriger Bremsklotz gut tut...

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    • Buh
    • 29.04.2011 um 6:56 Uhr

    bei Illner, Lanz oder im Nachtstudio ect., könnte man meinen, dass die Deutschen nichts gegen eine Monarchie hätten. In den Öffentlich rechtlichen wird geradezu dafür geworben. Man läd Klatschblatt-Vertreter und Adelige ein, die dann erklären wie wichtig für das Herz des Volkes Adelige und ihre Werte sind.

    Von daher ist es vielleicht garnicht so irrelevant, dass eine Engländerin einer eventuell der Gefahr der Verklärung unterliegenden Monarchie in einem Artikel die Leviten liest.

    Vielleicht bin ich da seit meiner Jugend zu wenig der Obrigkeit zugeneigt, um diese Gefahr zu erkennen. Danke für den Hinweis. Sollte dem so sein: Erbärmliche Talkshows. Und wieder zeigt sich die fehlende Kontrolle der medialen Gewalt.

    Die Sache mit dem "Bremsklotz der Europäischen Union" hat die Autorin durchaus in ihrem Artikel angerissen, auch wenn sie nicht genauer darauf eingegangen ist, in diesem Artikel geht es schließlich um etwas anderes.

    Zitat aus dem Artikel:
    "Die Monarchie und ihre Rituale haben uns zu schlechten Europäern gemacht, übermäßig fixiert auf unsere Souveränität und verirrt in einem mystischen Glauben an unsere Ausnahmestellung als eine Nation, die nie erobert wurde."

    • Buh
    • 29.04.2011 um 6:56 Uhr

    bei Illner, Lanz oder im Nachtstudio ect., könnte man meinen, dass die Deutschen nichts gegen eine Monarchie hätten. In den Öffentlich rechtlichen wird geradezu dafür geworben. Man läd Klatschblatt-Vertreter und Adelige ein, die dann erklären wie wichtig für das Herz des Volkes Adelige und ihre Werte sind.

    Von daher ist es vielleicht garnicht so irrelevant, dass eine Engländerin einer eventuell der Gefahr der Verklärung unterliegenden Monarchie in einem Artikel die Leviten liest.

    Vielleicht bin ich da seit meiner Jugend zu wenig der Obrigkeit zugeneigt, um diese Gefahr zu erkennen. Danke für den Hinweis. Sollte dem so sein: Erbärmliche Talkshows. Und wieder zeigt sich die fehlende Kontrolle der medialen Gewalt.

    Die Sache mit dem "Bremsklotz der Europäischen Union" hat die Autorin durchaus in ihrem Artikel angerissen, auch wenn sie nicht genauer darauf eingegangen ist, in diesem Artikel geht es schließlich um etwas anderes.

    Zitat aus dem Artikel:
    "Die Monarchie und ihre Rituale haben uns zu schlechten Europäern gemacht, übermäßig fixiert auf unsere Souveränität und verirrt in einem mystischen Glauben an unsere Ausnahmestellung als eine Nation, die nie erobert wurde."

  4. Der Spruch "Realität ist eine Illusion, die durch den Mangel an Alkohol verursacht wird" wird mir immer erklärlicher. Was, zum Teufel, veranlasst ARD und ZDF parallel GEZ-Gebührengelder dafür zu verschwenden, nur um stundenlang diese völlig belanglose Hochzeit zu übertragen?

    Wen interessiert das überhaupt?

    Ich bin relativ fassungslos. Es passiert ja derzeit auf der Welt wirklich sonst nichts wichtigeres, als diese alberne Hochzeit.

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    • hermse
    • 29.04.2011 um 8:23 Uhr

    Mich interessiert diese Hochzeit auch wirklich in keinster Weise, aber ich denke in der Zielgruppe die sich zu dieser Tageszeit vor den Fernseher setzten kann, ist das eine logische Sache.

    Jeder "normale" Mensch arbeitet um diese Zeit und deswegen kann es ihm völlig egal sein was da in der Glotze kommt. Und bei den Rentnern gibt es ganz bestimmt eine Menge die das sehen wollen.

    Also von der Senderlogik aus ist das ok.

    Man muss auch gönnen können.

    Irgendwie wird der ständige Verweis auf GEZ Gebühren und dass auf der Welt wichtigers passiert langweilig. Erstens interessiert es mich relativ wenig, ob morgens nun "Rote Rosen", "Reich und schön" oder die Hochzeit von William und Kate gezeigt wird. Das ist für mich eine Sauce, nur dass das eine Fiktion ist und das andere Realität. Das Programm im Vormittagsbereich und frühen Nachmittagsbereich ist relativ flach, aber auch das ist aus meiner Sicht völlig in Ordnung. Es gibt Menschen, die finden die Hochzeit von William und Kate schön. Erst gestern hat auf D-Radiokultur einen Höhrerin gesagt, die sie es als angenehme Wohltat empfindet, dass mal nicht über Lybien, Fukuchima oder Alabama berichtet wird. Und ja, ich finde, der Mensch hat ein Recht darauf, auch mal für ein paar Stunden von Katastrophen verschont zu bleiben. Denn unsere mediale Dauerberieselung erweckt den Eindruck, es gäbe nur Kriege, Atomunfälle und Umweltkatastrophen. Die gibt es, sie sind berichtenswert, sollten uns aber nicht die Freude an Nebensächlichkeiten im Leben rauben. Ich werde die Hochzeit nicht schauen, weil sie mir egal ist. Mir ist das Leben von Promis in aller Regel total egal, mein Leben ist denen nämlich auch total egal. Aber ich gestehe es den Menschen zu, dass sie die Hochzeit schauen und sich für ein paar Stunden in eine Traumwelt verabschieden. Meinetwegen auch auf Kosten der Gebührenzahler. Wenn sie dadurch einen guten Tag hatten, soll mir das Recht sein.

    >>> Was, zum Teufel, veranlasst ARD und ZDF parallel GEZ-Gebührengelder dafür zu verschwenden, nur um stundenlang diese völlig belanglose Hochzeit zu übertragen?

    Die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten senden nicht nach Ihrem Gusto sondern nach Bedarf, der in Einschaltquotne gemessen wird. Lady Di, Kate & William und Fussball-WM haben die mit Abstand grössten Zuschauerzahlen. Wir sind schon viel näher am "spätdekandenten römischen Reich" als viele glauben wollen (Wer spielt die modernen Goten? Ackermann & Co oder doch der Maghreb vor Lampedusa)

    • hermse
    • 29.04.2011 um 8:23 Uhr

    Mich interessiert diese Hochzeit auch wirklich in keinster Weise, aber ich denke in der Zielgruppe die sich zu dieser Tageszeit vor den Fernseher setzten kann, ist das eine logische Sache.

    Jeder "normale" Mensch arbeitet um diese Zeit und deswegen kann es ihm völlig egal sein was da in der Glotze kommt. Und bei den Rentnern gibt es ganz bestimmt eine Menge die das sehen wollen.

    Also von der Senderlogik aus ist das ok.

    Man muss auch gönnen können.

    Irgendwie wird der ständige Verweis auf GEZ Gebühren und dass auf der Welt wichtigers passiert langweilig. Erstens interessiert es mich relativ wenig, ob morgens nun "Rote Rosen", "Reich und schön" oder die Hochzeit von William und Kate gezeigt wird. Das ist für mich eine Sauce, nur dass das eine Fiktion ist und das andere Realität. Das Programm im Vormittagsbereich und frühen Nachmittagsbereich ist relativ flach, aber auch das ist aus meiner Sicht völlig in Ordnung. Es gibt Menschen, die finden die Hochzeit von William und Kate schön. Erst gestern hat auf D-Radiokultur einen Höhrerin gesagt, die sie es als angenehme Wohltat empfindet, dass mal nicht über Lybien, Fukuchima oder Alabama berichtet wird. Und ja, ich finde, der Mensch hat ein Recht darauf, auch mal für ein paar Stunden von Katastrophen verschont zu bleiben. Denn unsere mediale Dauerberieselung erweckt den Eindruck, es gäbe nur Kriege, Atomunfälle und Umweltkatastrophen. Die gibt es, sie sind berichtenswert, sollten uns aber nicht die Freude an Nebensächlichkeiten im Leben rauben. Ich werde die Hochzeit nicht schauen, weil sie mir egal ist. Mir ist das Leben von Promis in aller Regel total egal, mein Leben ist denen nämlich auch total egal. Aber ich gestehe es den Menschen zu, dass sie die Hochzeit schauen und sich für ein paar Stunden in eine Traumwelt verabschieden. Meinetwegen auch auf Kosten der Gebührenzahler. Wenn sie dadurch einen guten Tag hatten, soll mir das Recht sein.

    >>> Was, zum Teufel, veranlasst ARD und ZDF parallel GEZ-Gebührengelder dafür zu verschwenden, nur um stundenlang diese völlig belanglose Hochzeit zu übertragen?

    Die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten senden nicht nach Ihrem Gusto sondern nach Bedarf, der in Einschaltquotne gemessen wird. Lady Di, Kate & William und Fussball-WM haben die mit Abstand grössten Zuschauerzahlen. Wir sind schon viel näher am "spätdekandenten römischen Reich" als viele glauben wollen (Wer spielt die modernen Goten? Ackermann & Co oder doch der Maghreb vor Lampedusa)

    • Buh
    • 29.04.2011 um 6:52 Uhr

    diesen Artikel als Bereicherung. Einen Blick eines Ausländers auf ein Thema, dass hier Zuhause so verklärt wird. Den Blick kann ich als generell Monarchie-kritischer Mensch sehr gut nachvollziehen.

    Da ich auch bereits häufiger in England war, und zwar in Essex, weiß ich, dass die Bemerkung im Kommentar, das Einkommen der Menschen würde sinken, sehr bestätigen. Ich war geradezu erschrocken in welchen Verhältnissen meine Gastfamilie in Essex gelebt hat, obwohl beide Eltern studiert haben und ein Elternteil Lehrerin war. Es war ein kleines Backsteinhaus in einer tristen Siedlung. Die Zimmer winzig und das Haus verschachtelt. 4 Kinder mussten sich zwei kleine Zimmerchen teilen.

    Ich verglich das mit dem Haus meiner damaligen Lehrerin in Deutschland. Es war eine andere Welt auf der wir, meiner Meinung nach aufgrund konservativer Politik, auch zurasen.

    @ZeitOnline: Mich interessiert immer ungemein der Blick von im Ausland leben Ausländern auf Themen, die Deutschland beschäftigen. Solche Ansichten würde ich gerne öfter lesen!

    28 Leser-Empfehlungen
    • Buh
    • 29.04.2011 um 6:56 Uhr

    bei Illner, Lanz oder im Nachtstudio ect., könnte man meinen, dass die Deutschen nichts gegen eine Monarchie hätten. In den Öffentlich rechtlichen wird geradezu dafür geworben. Man läd Klatschblatt-Vertreter und Adelige ein, die dann erklären wie wichtig für das Herz des Volkes Adelige und ihre Werte sind.

    Von daher ist es vielleicht garnicht so irrelevant, dass eine Engländerin einer eventuell der Gefahr der Verklärung unterliegenden Monarchie in einem Artikel die Leviten liest.

    12 Leser-Empfehlungen
    Antwort auf "london calling"
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    """6. Nach den Fernsehdiskussionen bei Illner, Lanz oder im Nachtstudio ect., könnte man meinen, dass die Deutschen nichts gegen eine Monarchie hätten. In den Öffentlich rechtlichen wird geradezu dafür geworben. Man läd Klatschblatt-Vertreter und Adelige ein, die dann erklären wie wichtig für das Herz des Volkes Adelige und ihre Werte sind. """

    Das ist die unselige, die bedrohliche, die gefährliche ideologische Meinungsmanipulation durch die Medien.

    Wenn Sie von Lanz, Illner etc. sprechen, dann sprechen sie zusätzlich auch noch von den Medien der Zwangsgeebührenzahler, welchen die Bezahlung solcher Sendungen zwangsweise abgepreßt wird.

    Die Öffentlich Rechtlichen sind aber per Verfassung zu einem ausgewogenen Sendeinhalt verpflichtet. In keiner dieser Sendungen fand sich ein Kritiker der Monarchie. Nur solche, welche die Wünsche der Öffent Recht Sender mit Hosiannah begrüßen.

    Das ist aber den Öffent Rechtlichen Sendern nicht erlaubt. Sie müssten also zu solchen Diskussionsrunden nicht nur Befürworter, sondern auch Kritiker einladen, wenn sie dem Programmauftrag überhaupt gerecht werden wollen.

    Insofern wäre es schon seit Jahren angezeigt, dass die Öffent Rechtlichen alle ihre Sendungen codieren, dann Kunden werben, welche die ÖR sehen wollen und diesen einen Decoder geben.
    Nur das wäre eine faire Lösung.

    """6. Nach den Fernsehdiskussionen bei Illner, Lanz oder im Nachtstudio ect., könnte man meinen, dass die Deutschen nichts gegen eine Monarchie hätten. In den Öffentlich rechtlichen wird geradezu dafür geworben. Man läd Klatschblatt-Vertreter und Adelige ein, die dann erklären wie wichtig für das Herz des Volkes Adelige und ihre Werte sind. """

    Das ist die unselige, die bedrohliche, die gefährliche ideologische Meinungsmanipulation durch die Medien.

    Wenn Sie von Lanz, Illner etc. sprechen, dann sprechen sie zusätzlich auch noch von den Medien der Zwangsgeebührenzahler, welchen die Bezahlung solcher Sendungen zwangsweise abgepreßt wird.

    Die Öffentlich Rechtlichen sind aber per Verfassung zu einem ausgewogenen Sendeinhalt verpflichtet. In keiner dieser Sendungen fand sich ein Kritiker der Monarchie. Nur solche, welche die Wünsche der Öffent Recht Sender mit Hosiannah begrüßen.

    Das ist aber den Öffent Rechtlichen Sendern nicht erlaubt. Sie müssten also zu solchen Diskussionsrunden nicht nur Befürworter, sondern auch Kritiker einladen, wenn sie dem Programmauftrag überhaupt gerecht werden wollen.

    Insofern wäre es schon seit Jahren angezeigt, dass die Öffent Rechtlichen alle ihre Sendungen codieren, dann Kunden werben, welche die ÖR sehen wollen und diesen einen Decoder geben.
    Nur das wäre eine faire Lösung.

    • Chali
    • 29.04.2011 um 7:01 Uhr

    "Politiker genießen in Großbritannien sogar noch weniger Respekt als Journalisten."

    In Ihrem Falle abere zu Unrecht, liebe Frau Toynbee!

    Gewünscht hätte ich mir allerdings eine etwas kritischere Haltung zu "den europäischen Staaten"
    "Der Mensch, ein Untertan. Kein gleichberechtigter Bürger einer Republik. ... Nicht gewählte Gesetzgeber mit beachtlichem Einfluss."
    oder auch
    "Mit keinem Wort wurde jedoch erwähnt, dass der soziale Aufstieg talentierter, aber unterprivilegierter Kinder zwangsläufig auf Kosten weniger talentierter, aber dafür privilegierter Kinder ginge."
    Natürlich: Man muss doch nicht alles sagen, was wahr ist!

    " im Ranking der Chancengleichheit an viertschlechtester Stelle" Weiss wer, wo Deutschland in diesem Ranking steht?

  5. Vielleicht bin ich da seit meiner Jugend zu wenig der Obrigkeit zugeneigt, um diese Gefahr zu erkennen. Danke für den Hinweis. Sollte dem so sein: Erbärmliche Talkshows. Und wieder zeigt sich die fehlende Kontrolle der medialen Gewalt.

    Antwort auf "london calling"

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