Japan hat um das havarierte Atomkraftwerk in Fukushima eine Sperrzone eingerichtet. Ministerpräsident Naoto Kan erklärte bei einem Besuch in der gleichnamigen Provinz Fukushima die Umgebung des AKW im Umkreis von 20 Kilometern zu einem Sperrgebiet, das niemand ohne staatliche Genehmigung betreten dürfe. Die Regierung hatte dieses Gebiet zwar bereits zuvor zu einer Evakuierungszone erklärt, es gab jedoch kein Verbot, es zu betreten und auch keine strengen Kontrollen. Die Sperrzonen-Regelung tritt um Mitternacht (Ortszeit) in Kraft.

Immer wieder waren ehemalige Bewohner trotz der akuten Gefahr durch radioaktive Strahlen auf eigene Faust in ihre Wohngebiete zurückgekehrt, um Habseligkeiten herauszuholen. Das wird jetzt nur noch mit ausdrücklicher Genehmigung und unter Auflagen möglich sein. So soll es nur einer Person pro Haushalt für höchstens zwei Stunden erlaubt werden, das Gebiet zu betreten. Die Menschen müssen dabei Schutzkleidung und ein Dosimeter tragen, erklärte Regierungssprecher Yukio Edano. Es werden dafür Busse bereitgestellt.

Welche Strafen bei Nichtbefolgen verhängt werden sollen, wurde zunächst nicht bekannt. Auch zur Dauer der Regelung wurden keine Angaben gemacht. Für Menschen, deren Wohnungen in einem Umkreis von drei Kilometern um das havarierte Kraftwerk liegen, gelten verschärfte Regeln. Sie dürfen dieses Gebiet überhaupt nicht mehr betreten.

Polizisten trafen bei einer Inspektion von mehreren Tausend Häusern 60 Familien an, die nach wie vor in dem Gebiet lebten. Regierungssprecher Yukio Edano sagte, die Bewohner seien aufgefordert worden, die Gegend zu verlassen, da ein erhebliches Risiko für ihre Gesundheit bestehe.

Premier Kan will sich bei seinem Besuch in der Region unter anderem mit Evakuierten in Notunterkünften treffen. Die Evakuierung des Gebietes betraf insgesamt 28.000 Menschen. Durch das verheerende Erdbeben und den darauf folgenden Tsunami am 11. März war die Atomanlage Fukushima schwer beschädigt worden; es tritt weiter Radioaktivität aus.