Society: Fotograf Gunter Sachs ist tot
Der 78-jährige Kunstkenner hat sich in seinem Schweizer Chalet umgebracht. In seinem Abschiedsbrief schreibt er, dass er dem eigenen geistigen Zerfall zuvorkommen wollte.
© Patrik Stollarz/Getty Images

Gunter und Mirja Sachs anlässlich der Bambi-Verleihung im Jahr 2008 in Offenburg
Der Fotograf, Kunstsammler und legendäre Playboy Gunter Sachs hat sich das Leben genommen. Der schwerreiche Unternehmenserbe hatte sich als Fotograf und Kunstsammler einen Namen gemacht. Seine Familie bestätigte den Tod des 78-Jährigen in einer Erklärung am Abend. Sie veröffentlichte auch einen Abschiedsbrief Sachs', wie es "sein persönlicher Wunsch" gewesen sei.
"Er war eine einmalige Persönlichkeit, die stets gradlinig und mit Herz für seine Familie und Freunde da gewesen ist", heißt es in der Mitteilung, die im schweizerischen Gstaad verbreitet wurde, wo Sachs unter anderem ein Haus besaß.
Er habe erkannt, dass er "an der Krankheit A." litt, schrieb Sachs in dem Abschiedsbrief. "Der Verlust der geistigen Kontrolle über mein Leben wäre ein würdeloser Zustand, dem ich mich entschlossen habe, entschieden entgegenzutreten", heißt es in dem Brief, der von Gunter Sachs unterschrieben worden ist.
Zuvor hatten bereits Bunte und Focus Online den Tod von Sachs gemeldet, ebenso wie die französische Nachrichtenagentur AFP, die sich auf die Stiftung seiner Ex-Frau Brigitte Bardot berief.
Er stelle "heute noch in keiner Weise" ein Fehlen oder einen Rückgang seines logischen Denkens fest, schrieb Sachs in seinem Abschiedsbrief. Eine wachsende Vergesslichkeit, die rapide Verschlechterung seines Gedächtnisses und seines Wortschatzes würden aber schon jetzt zu "gelegentlichen Verzögerungen in Konversationen" führen. "Jene Bedrohung galt mir schon immer als einziges Kriterium, meinem Leben ein Ende zu setzen."
Am Ende des Briefes schrieb er: "Ich danke meiner lieben Ehefrau und meiner engsten Familie sowie meinen in tiefer Freundschaft verbundenen Weggefährten, mein Leben wundervoll bereichert zu haben."
Gunter Sachs wurde am 14. November 1932 auf Schloss Mainberg in Franken geboren und war der Erbe der Kugellager- und Motorenwerke Fichtel & Sachs. Er hinterlässt seine dritte Ehefrau, Mirja Larsson, ein ehemaliges schwedisches Fotomodell, und drei Söhne. Sachs' Vater Willy hatte sich 1958 in seinem Jagdhaus das Leben genommen. Nach Informationen von Focus Online soll Sachs am Freitag in seinem Wohnort Gstaad im engsten Familienkreis beigesetzt werden.
Sachs hat die Medien und damit die Öffentlichkeit vor allem in Deutschland immer wieder fasziniert. Er selbst wusste, dass er zu den "aussterbenden Playboys" gehört. Er sagte dazu einmal, er habe beim Werben um weibliche Sympathien bewusst auf Statussymbole verzichtet. "Mit Sportwagen und teuren Anzügen kann man zwar auf sich aufmerksam machen, nachhaltig beeindrucken kann man Frauen damit aber nicht." Männer sollten daher bewusst ihre Ausstrahlung einsetzen und Charakter zeigen, meinte Sachs.
Dabei wusste Sachs seinem extravaganten Lebensstil auch immer eine ernsthaftere Seite entgegenzusetzen. So war er bis Ende der 1970er Jahre Aufsichtsratsmitglied bei Fichtel & Sachs. Er war außerdem mehrfach ausgezeichneter Dokumentarfilmer und Fotograf. Ab Mitte der 1960er Jahre baute der Unternehmer recht erfolgreich zudem eine internationale Kette von Modeboutiquen auf.
Außerdem besaß Sachs als Kunstsammler eine der bedeutendsten Sammlungen zeitgenössischer Kunst in Europa. In Hamburg hatte er zeitweilig eine eigene Galerie. In München, Lausanne, London und New York unterhielt er Fotostudios und veröffentlichte Fotobände.





Ich würde dabei seine Photographie, seine Filme, seine Sammlung und seinen nicht unerheblichen Einfluss auf die Popkultur nennen.
Ich halte ihn für einen großen der Bundesrepublik und kann verstehen, dass man in dem Alter ein Ende selbst herbei führt, besonders nachdem ich mich an der Pflege meines nur wenig älteren Vaters beteiligte, der am Ende sehr elend vor sich hin siechte und das bei sehr guter und liebevoller Pflege. Das wünscht man keinem Tier und jeder, der im Alter die Dinge selbst in die Hand nimmt, hat mein volles Verständnis.
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Liebe, Glück, Gesundheit, Verlässlichkeit, (echte) Freunde -
all das, was man mit Geld bekanntlich n i c h t kaufen kann...
Übergeordnet gilt das Wort Schopenhauers:
"Glück ist die Abwesenheit von Unglück".
Amen.
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kannte ihn persönlich...wie kann man da gehässige Kommentare
abgeben.
Und zu der Tatsache, dass jemand reich geboren wird...es gab
gerade eine Dokumentation über Heini Thyssen-Bornemisza.
Er wurde quasi von einem Kindermädchen als Mutterersatz
großgezogen, mit seinem 18ten Lebensjahr wurde ihr gekündigt..
sie beging darauhin Selbstmord...sie konnte die Trennung von
ihrem Zögling nicht überwinden...Heini Thyssen hat das auch nie
überwunden...
Wer meint,Geld könnte über viele dieser seelischen Grausamkeiten,
die Kindern reicher, "abwesender" Eltern angetan werden, der irrt.
Ich habe Gunther Sachs und seine Frau gerade noch vor kurzem in
München gesehen, er wirkte weder hinfällig noch depressiv.
Es ist ein persönliches Schicksal, das auch so behandelt werden
sollte. Die reflexartigen Hinweise auf Vermögen etc. sind völlig
verfehlt !!!
Entfernt. Bitte verzichten Sie auf pietätlose Kommentare und diskutieren Sie themenbezogen. Danke. Die Redaktion/ew
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Nichts gegen Ausflüge ins Okkulte, Esoterische und Abstruse!
Aber hier sollten Sie sich zunächst mal einen klaren Kopf aufsetzen.
Was hat der Freitod von Herrn Sachs mit der Ermordung Bin Ladens zu tun? Beide sind tot?!
Ich kann Sie beruhigen. Zeitgleich dürften wohl etliche andere Mitbewohner dieses Planeten die Lebensfunktionen verlassen haben. Ob da nicht eine geheime Verschwörung gegen das Leben dahinter steckt?
Gunter Sachs war nicht nur ein "Lebemann" - vielleicht anfangs. Er war auch ein Liebhaber und Förderer der modernen Kunst. Zudem war er ein guter Fotograf.
Er hatte Zeit seines Lebens immer die Möglichkeit, selbst zu bestimmen, was er tun und lassen wolle. Und so hat Gunter Sachs seinen letzten Willen wohl auch selbst umgesetzt.
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