Entwicklungspsychologe Heinz Kindler "Missbrauch wird nur bekannt, wenn Kinder Vertrauen haben"
Der Stil in Schulen, Internaten und Heimen muss sich ändern. Hin zu mehr Vertrauen, Nähe – und gleichzeitig klaren Grenzen, sagt der Entwicklungspsychologe Heinz Kindler.
ZEIT ONLINE: Herr Kindler, Christine Bergmann hat heute ihre Empfehlungen in ihrem Abschlussbericht zu den Missbrauchsfällen veröffentlicht. Ist inzwischen ein neues Bewusstsein entstanden oder wird die Aufmerksamkeit verpuffen, wenn ihre Anlaufstelle und das Thema aus den Medien wieder verschwinden?
Heinz Kindler: Die Menschen sind sicher aufmerksamer geworden. Aber das alleine reicht nicht. Wir müssen flächendeckend qualifizierte Strukturen aufbauen. Das lässt sich nicht allein durch eine Anlaufstelle regeln, selbst wenn man sie fortführen würde.
ZEIT ONLINE: Welche Strukturen braucht man?
Kindler: Die meisten Verdachtsfälle werden nur bekannt, wenn ein Kind sich anvertraut. Wenn wir das wollen, müssen vertrauensvolle Beziehungen in Schulen, Internaten oder Kinderheimen möglich gemacht werden. Spezialisten als Ansprechpartner sind zwar im weiteren Verlauf wichtig. Aber ein erstes Gespräch muss jeder Erwachsene, der mit den Kindern zu tun hat, führen können. Denn das Kind fasst eher den Mut, einen Verwandten, Lehrer oder Erzieher anzusprechen, den es schon gut kennt und mag.
- Dr. Heinz Kindler
Dr. Heinz Kindler ist Entwicklungspsychologe und forscht am Deutschen Jugendinstitut mit dem Schwerpunkt Kindeswohlgefährdung. Das DJI hat die Hintergrundmaterialien für den Abschlussbericht zum Missbrauch für die Beauftragte zur Aufarbeitung des sexuellen Kindesmissbrauchs Christine Bergmann zusammengestellt. Die Wissenschaftler befragten Schulen, Internate und Heime über die Missbrauchsfälle, die dort bekannt wurden. Nationale und internationale repräsentative Studien wurden ausgewertet. Drei Expertisen geben Auskunft über sexuelle Gewalt gegen Kinder in Familien, in Institutionen und über die Wirksamkeit von Prävention und Intervention.
ZEIT ONLINE: Wie stellt man Vertrauen her?
Kindler: Vertrauen beruht auf vom Kind kontinuierlich erlebter Unterstützung und einem wahrgenommenen Interesse am Kind als Person. Dafür brauchen Fachkräfte Zeit. Wichtig ist auch die Situation, in der Kinder austesten, ob sie ein persönliches Problem ansprechen können. Signalisiert die Fachkraft dann: "Ich habe keine Zeit" oder: "Das wird mir zu viel", ziehen sich Kinder oft wieder zurück. Deshalb müssen Mitarbeiter selbst wissen, mit wem sie sprechen können, wenn sie einen Verdacht haben. So wichtig auch Regeln für den Umgang mit Kindern sind, um institutionellen Missbrauch zu verhindern, sie dürfen Nähe und Vertrauen auf keinen Fall verhindern.
ZEIT ONLINE: Das hört sich sehr schwierig an. Wie verhindert man dann Verhältnisse wie in der Odenwaldschule, in der die starke Nähe zur Falle wurde?
Kindler: Wir haben den Fall der Odenwaldschule nicht gezielt untersucht. Generell scheint mir jedoch nicht Nähe zur Falle geworden zu sein, sondern fehlende nicht-missbrauchende Vertrauenspersonen und eine fehlende Bereitschaft anderer Erwachsener zum Einschreiten.
ZEIT ONLINE: Welche Präventionsmaßnahmen helfen denn? Wie erklärt man Kindern Missbrauch, ohne ihnen unnötig Angst zu machen?
Kindler: Soweit wir wissen, können Präventionsprogramme gegen sexuellen Missbrauch bewirken, dass sich Kinder besser informiert und geschützt fühlen. Die Projekte sind umso wirksamer, je mehr sich die Kinder beteiligen können – in Rollenspielen und indem sie mitreden. Oft werden die Eltern ermuntert, hinterher mit ihren Kindern das Thema aufzugreifen. Zum Beispiel gibt es Theaterstücke zum Thema, die die Kinder beeindrucken, aber keine größeren Ängste auslösen. Die Vor- und Nachgeschichte von einem sexuellen Missbrauch wird erzählt, der Missbrauch selbst aber nur angedeutet. Präventionsprogramme mit Kindern können aber nur ein Baustein sein. Auch wenn Kinder nach solchen Programmen eher Hilfe holen und in einigen Studien Gefahrensituationen besser vermeiden konnten, lässt sich damit nicht jeder Missbrauch verhindern. Da sind immer auch die Erwachsenen gefragt.
ZEIT ONLINE: Die meisten Missbrauchsfälle geschehen in der Familie oder im Bekanntenkreis. Wie gewinnt man in solchen Fällen das Vertrauen der Kinder oder Jugendlichen?
Kindler: Das ist besonders schwierig. Denn hier entstehen viele Ängste, die wir den Kindern nicht alle nehmen können. Viele wollen, dass der Missbrauch endet, haben aber zugleich Angst, dass die Familie auseinander fällt. Aber wir können natürlich nicht versprechen, dass wir das Kind nicht aus der Familie herausnehmen. Andere Kinder haben Angst, dass ihnen nicht geglaubt oder sogar die Schuld gegeben wird. Auch das können wir nicht in jedem Fall verhindern. Wir können nicht bestimmen, wie andere Familienmitglieder, der nicht missbrauchende Elternteil beispielsweise, zu reagieren haben. Wir können nur beraten und ein verantwortungsvolles, elterliches Verhalten dadurch fördern.
ZEIT ONLINE: Gibt es Kinder, die leichter zu Opfern sexuellen Missbrauchs werden als andere?
Kindler: In Studien hat sich herausgestellt, dass sich mehr als die Hälfte der Täter Opfer aussuchen, die emotional ausgehungert und wenig selbstbewusst sind. Das sind oft Kinder oder Jugendliche, die schon häufiger, die Erfahrungen machen mussten, dass ihre Grenzen nicht geachtet wurden. Kinder, die in Milieus leben, in denen sie nicht viel zählen oder in Heimen, wo auch andere Übergriffe stattfinden. Umgekehrt kann man nicht sagen, dass Kindern, die bestimmte Eigenschaften wie ein starkes Selbstbewusstsein aufweisen, garantiert nichts passiert. Nicht alle Täter lassen sich von Widerstand abschrecken.
ZEIT ONLINE: Wie bringt man Kindern aber Selbstbewusstsein bei?
Kindler: Kinder, die mitentscheiden und sich ausdrücken können, die ihre Talente entfalten dürfen, sind meist auch selbstbewusst. Besonders wichtig ist, dass es Menschen gibt, die das Kind mögen. Ein Dreitagekurs bewirkt da natürlich nicht viel. Um das Selbstbewusstsein zu stärken, muss ein pädagogischer Alltag dafür geschaffen werden. Einrichtungen müssen sich auf den Weg machen und Konzepte entwickeln. Lehrer sollten das schon in der Ausbildung lernen. Schließlich nutzt ein gutes Selbstwertgefühl ja nicht nur gegen Missbrauch.
ZEIT ONLINE: Gibt es auch typische Täterprofile, auf die man achten kann?
Kindler: Es gibt keinen Lackmustest: Wenn er das macht, missbraucht er Kinder. Wir wissen auch noch zu wenig über Täter in Institutionen in Deutschland. Wir können nur Aussagen treffen, über die, die sich in Therapie begeben oder die strafrechtlich belangt werden. Es gibt eine Gruppe von Männern mit fest verankerten sexuellen Interessen, die sich allein auf Kinder und Jugendliche richten aber durchaus auch Menschen, die unterschiedliche sexuelle Präferenzen haben. In einer Doktorarbeit, die Missbrauchsfälle untersucht hat, hat die Autorin einen verbreiteten Tätertyp beschrieben, der allmählich eine besondere Beziehung zu einem Kind aufbaut. Solche privaten heimlichen Treffen kann man unter Umständen beobachten und rechtzeitig eingreifen. Täter die überraschende Angriffe wählen, sind, wenn sie nicht schon vorher aufgefallen sind, schlecht zu identifizieren.
- Datum 24.05.2011 - 13:04 Uhr
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vertreter, in großem Teil des Interviews. Wenn ich allerdings die Zahlen richtig verstehe, ist der größte Teil des Missbrauchs im familiären Umfeld zu suchen und damit ist es wesentlich schwieriger ein Kind zum Reden zu bringen, da die, denen es vertraut dieses Vertrauen missbrauchen.
Ein nahezu unlösbares Problem wie ich finde.
Zunächst:
1. ich will den "offensichtlichen " MIssbrauch (Sex, Prügel usw.) nicht verharmlosen.
2. Ich bin kein Fan von Anti-Pädagogik.
Kindern müssen Grenzen gezeigt werden, aber es gibt einen bedeutenden Aspekt darin, wo diese Grenzen liegen und wie weit man Grenzen zieht. Die Grenzen, die man Kinder zeigt, müssen dem Wohl des Zusammenlebens förderlich sein, und dem späteren Wohl zuträglich.
3. Ich bin in einem Land und Zeit aufgewachsen, in der ich in der Schule NICHTS für das spätere Leben lernte, sondern meine Traumen , die ich in der Familie mir zuzog, verstärkt wurden durch den Druck, durch Noten, durch das Stillsitzen und das Belohn-/Bestrafungssystem. Aber das ist nicht der Grund für meine Schulkritik. Es ist nur ein Beispiel.
Der Missbrauch durch Schule ist eine Tatsache.
Es geschieht im staatlichen Auftrag.
Es beginnt damit, dass man die Kinder einsperrt und sie zwingt, etwas anzunehmen, was sich später entweder als Illusion entpuppt, oder durch mentale Überzeugungsarbeit abgelehnt werden muss. Was man annimmt, ist, dass wir in einem Wirtschaftssystem glücklich werden, in dem wir faktisch unglücklich werden. Die Methode ist subtil: Man zeigt einfach, wie die Welt ist und dass sie so nun einmal ist, und untergräbt das natürliche Gewissen der Kinder, dass dies keine normale Welt ist.
Das Einsperren ist moderne Freiheitsbraubung. Es soll vorbereiten auf den Rythmus der Arbeitswelt.
Natürliche Lebensrythmen und eigene Zeitplanung werden "abgeschafft".
Natürlich lernt man in der Schule Schreiben, Rechnen.
Aber ich kann mir nicht vorstellen, warum man dafür 5 Tage in der Woche einen quasi Vollzeitarbeitstag hinlegen muss.
Es ist doch so, wir wissen mit den Kindern nichts anzufangen können, wenn sie einmal in ein bestimmtes Alter kommen und sind froh, dass wir sie irgendwo hinschicken können und wenn sie endlich erwachsen sind, dann sind sie endlich selbstständig. Das aber werden sie von Natur aus, und nicht weil die Schule hier irgendetwas leisten würde.
Was anders machen?
Erst mal Noten abschaffen, die Wirtschaftsinteressen (Auslese) haben hier nix zu suchen. Es ist eine Teilung und Spaltung der Gesellschaft und wer bilden will, der prüft nicht, sondern sorgt für Bildung. Der Lehrer muss erkennen können, wer mehr Hilfe braucht, und dafür braucht man keine Noten.
Folglich braucht der Lehrer mehr Freiraum. Dienstpläne abschaffen, Lehrplan abschaffen. Das einzige, was gerwährleistet sein muss, ist dass man schreiben und lesen kann.
Wir brauchen VERTRAUEN. Aber wie können wir Kindern Vertrauen nahebringen und erleben lassen, wenn der Staat schon den Lehrern nicht vertraut? Wenn man der Bildung nicht vertraut und alles prüfen muss?
Wir sind in einem Prüfungswahn, der die menschliche Seele nur noch auswendig lernen lässt , Ja oder Nein sagen, Glauben oder nicht glauben.
Es geht viel zu viel um Kontrolle.
Schaffen wir ein lebendiges Klima, heilen sich viele Wunden von selbst. Die Schule ist aber momentan ungesund.
Ich möchte mit dem Artikel 1 unseres Grundgesetzes beginnen: „Die Würde des Menschen ist unantastbar“. Überlebenden von sexualisierter Gewalt ist eines gemeinsam. Uns ist diese Würde genommen worden. Und um die Dimension zu verdeutlichen um wie viele Menschen es sich in unserem Land handelt, stelle ich hier zwei Links ein
http://www.aerzteblatt.de...
http://www.aerzteblatt.de...
Es handelt sich also nun offiziell um 10 mio Überlebende. Die Dunkelziffer wird noch weit darüber liegen, wenn man die Betroffenen mit hinzu rechnet, die entweder noch in der Amnesie stecken, oder Betroffene mit Behinderungen, die nicht in der Lage sind das an ihnen verübte Verbrechen überhaupt zu artikulieren oder einzuordnen. Und wie viele Betroffene es noch zusätzlich gab, die sich als Folge der sexuellen Gewalt das Leben genommen haben, wird wohl nie ans Tageslicht kommen.
Es handelt sich also unzweifelhaft um ein gesellschaftliches Problem. Und da sich die überwiegenden Fälle von sexualisierter Gewalt im familiären Nahfeld ereignen ist deren Aufdeckung ganz besonders schwierig. Ein Kind, dem in seiner eigenen Familie derartiges Leid zugefügt wird, dieses Kind verliert sein Urvertrauen und es erleidet lebenslange Schäden. Aber trotzdem hat dieses Kind keine Alternative. Zumindest kennt es diese nicht. Das steht das Jugendamt zu Wahl. DAS JUGENDAMT – was ist das? Wer ist das? Stünde eine vertraute Person an dieser Stelle, dann wäre der Weg auch für das Kind begehbar. Ein Kind ist von seinen Eltern abhängig. Auf Versorgung angewiesen. Misshandelten Kindern muss die Möglichkeit einer weiteren Versorgung ihrer elementaren Bedürfnisse deutlich garantiert werden. Die Existenz ist gesichert, eben auch ohne diese unsäglichen Eltern.
Des Weiteren ist natürlich die Vollständige Abschaffung der Verjährungsfrist im Strafrecht in Fällen von sexualisierter Gewalt unabdingbar. Denn in den meisten Fällen kommen bei uns Überlebenden die Erinnerungen erst nach über 30 Jahren.
JaneO.
Wie wäre es, wenn einmal über den Mißbrauch unter den Kindern und Jugentlichen in der Schule geredet wird?
Da gibt es von der verbalen sexuellen Belästigung bis zum bösen Ende alle Spielarten, und keiner regt sich auf.
Unverständlich.
Regen Sie sich endlich auf. Klären Sie auf. Das ist ein Anfang!
JaneO.
@Windwanderer: Ich weiß ja nicht, wie das bei anderen Schulen ist, aber in meiner Grundschule wurde das intensiv ausgesprochen.
Ich sehe hier auch die Eltern in der Verantwortung: Sie sollten ihren Kindern von solchen Tätern berichten - und ihren Kindern ein Gefühl geben, ernstgenommen zu werden. Kann es denn sein, dass sich all die missbrauchten Kinder in der Odenwaldschule nie ihren Eltern (oder anderen) anvertraut haben?
Auch generell sollte Kindern da mehr Glauben geschenkt werden:
Als Kind habe ich einmal alleine auf einem abgelegenen Teil eines Spielplatzes gespielt und wurde TATSÄCHLICH von einem fremden Mann angesprochen. Ich habe mich aber geweigert, und es ist nichts passiert.
Heute weiß ich nur noch, dass ich am selben Abend weinen im Bett gelegen habe und es dann meiner Mutter erzählt habe. Die hat sofort die Polizei gerufen und denen von meiner Erzählung berichtet. Anscheinend haben die sehr skeptisch ragiert (das hat mir meine Mutter damals aber nicht gesagt). Letztendlich haben sie gesagt, dass sie Untersuchungen einleiten würden - wie viel sie tatsächlich gemacht haben, ist unklar. Meine Mutter hat mit anderen Eltern gesprochen und festgestellt, dass mein Erlebnis keinesfalls eine Seltenheit war. Die Eltern haben aber keine Notwendigkeit für eine Anzeige gesehen und uns mehr als "Netzbeschmutzer" gesehen (es war übrigens ein Dorf).
Einige Jahre später ist in der Gegend ein kleines Mädchen verschwunden... und wurde später tot aufgefunden.
Regen Sie sich endlich auf. Klären Sie auf. Das ist ein Anfang!
JaneO.
@Windwanderer: Ich weiß ja nicht, wie das bei anderen Schulen ist, aber in meiner Grundschule wurde das intensiv ausgesprochen.
Ich sehe hier auch die Eltern in der Verantwortung: Sie sollten ihren Kindern von solchen Tätern berichten - und ihren Kindern ein Gefühl geben, ernstgenommen zu werden. Kann es denn sein, dass sich all die missbrauchten Kinder in der Odenwaldschule nie ihren Eltern (oder anderen) anvertraut haben?
Auch generell sollte Kindern da mehr Glauben geschenkt werden:
Als Kind habe ich einmal alleine auf einem abgelegenen Teil eines Spielplatzes gespielt und wurde TATSÄCHLICH von einem fremden Mann angesprochen. Ich habe mich aber geweigert, und es ist nichts passiert.
Heute weiß ich nur noch, dass ich am selben Abend weinen im Bett gelegen habe und es dann meiner Mutter erzählt habe. Die hat sofort die Polizei gerufen und denen von meiner Erzählung berichtet. Anscheinend haben die sehr skeptisch ragiert (das hat mir meine Mutter damals aber nicht gesagt). Letztendlich haben sie gesagt, dass sie Untersuchungen einleiten würden - wie viel sie tatsächlich gemacht haben, ist unklar. Meine Mutter hat mit anderen Eltern gesprochen und festgestellt, dass mein Erlebnis keinesfalls eine Seltenheit war. Die Eltern haben aber keine Notwendigkeit für eine Anzeige gesehen und uns mehr als "Netzbeschmutzer" gesehen (es war übrigens ein Dorf).
Einige Jahre später ist in der Gegend ein kleines Mädchen verschwunden... und wurde später tot aufgefunden.
Regen Sie sich endlich auf. Klären Sie auf. Das ist ein Anfang!
JaneO.
„Missbrauch“ ist eine angemessene Wortwahl, wenn es um Suchtkranke und/oder Korrupte geht. Psychoaktive Chemikalien wie Macht kann man gebrauchen im Sinne von benutzen. Ebenso Klopapier. Wenn Menschen Menschen Leid zufügen, kommt es einer weiteren Verhöhnung der Opfer gleich, sie als „missbraucht“, also falsch benutzt zu brandmarken. „Kindesmissbrauch“ erlaubt sprachlogisch betrachtet „Kindesgebrauch“.
Kinder, die Pädophilen zum Opfer fielen, wurden sexuell misshandelt.“ „Misshandlung“ ist eine menschenwürdige Wortwahl für das menschenunwürdige Verhalten.
In diesem Zusammenhang gilt es, auf eine besonders perfide Wortkonstruktion hinzuweisen: „Seelenmord“. Den Seelenmord führen selbstgefällige Gutmenschen im Munde, um ihrem gerechten Zorn auf Pädophile Luft zu machen und sich als besonders mitleidig zu zeigen. Als wenn die Opfer sexueller Gewalt nicht schon genug gestraft wären. Wie sollen die leichtfertig zu Zombies erklärten traumatisierten Menschen das auch noch stemmen? S-Wortsager stigmatisieren Vergewaltigungsopfer und gestehen gleichzeitig den Tätern unglaublich große Macht zu. Seelengemordete können ihres Lebens nicht mehr froh werden, Vergewaltigte schon. Wenn man sie lässt.
Sie vergessen ein Wort: "Pädophil". Übersetzt heißt es "Kinderliebend" ist also eine verbale Verharmlosung sexueller Gewalt an Kindern. Korrekter wäre es den Begriff "Pädosexuell" zu benutzen.
Sie vergessen ein Wort: "Pädophil". Übersetzt heißt es "Kinderliebend" ist also eine verbale Verharmlosung sexueller Gewalt an Kindern. Korrekter wäre es den Begriff "Pädosexuell" zu benutzen.
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