In den USA ringen die Behörden mit der Gefahr eines Hochwassers. Im Bundesstaat Illinois sprengten Militärtechniker teilweise einen Damm am Mississippi. Weitere sollten folgen, um eine Überschwemmung der bereits evakuierten Stadt Cairo und anderer Ortschaften in Missouri, Illinois und Kentucky abzuwenden, berichtete die Zeitung Southeast Missourian.

Infolge der heftigen Regenfälle in den vergangenen Tagen waren die Wasserstände im Fluss Mississippi gefährlich angestiegen. Weite Gebiete sind von einer Flutkatastrophe bedroht. Der Mississippi ist mit knapp 3800 Kilometern einer der längsten Flüsse der Welt. Er entspringt im nördlichen US-Bundesstaat Minnesota, fließt durch den mittleren Teil der Vereinigten Staaten und mündet im Golf von Mexiko. Sein Einzugsgebiet erstreckt sich über knapp drei Millionen Quadratkilometer. Die Kleinstadt Cairo liegt im Süden von Illinois, wo der Mississippi und der Ohio River zusammenfließen.

Dem Southeast Missourian zufolge zeitigt die Dammsprengung erste Erfolge: Die Pegelstände in Cairo seien leicht zurückgegangen. Die Fluten strömten durch das mehr als drei Kilometer lange Loch im Deich und überschwemmten nun Tausende Hektar Farmland. Laut Wall Street Journal machten die Behörden zuvor erst einmal – im Jahr 1937 – von dieser Notmaßnahme Gebrauch.

In der vergangenen Woche waren infolge einer verheerenden Tornado-Serie in den USA nach Angaben der Washington Post mindestens 342 Menschen ums Leben gekommen. Damit war sie die schlimmste Katastrophe dieser Art seit 1936, als bei ebenfalls zweitägigen Wirbelstürmen 454 Menschen starben. Die Zeitung veröffentlichte zudem Radarmontagen, aus denen hervorgeht, dass die größte Zelle über acht Stunden und über eine Entfernung von wenigstens 600 Kilometer schwerstes Unheil anrichtete.

Die nach Schätzung des Nationalen Wetterdienstes insgesamt 226 Tornados am vergangenen Mittwoch und Donnerstag verwüsteten ganze Landstriche. Tausende Häuser wurden zerschmettert und zwangen die Menschen, in Notunterkünfte zu gehen.