Protest gegen Bahnhof S21-Gegner streiten Gewalt gegen Polizisten ab

Parkschützer haben Angriffe auf Polizisten dementiert. Bei einer Demonstration gegen die Wiederaufnahme der Bauarbeiten in Stuttgart war es zu Ausschreitungen gekommen.

Bei der Erstürmung der Stuttgart-21-Baustelle hat es nach Darstellung der Initiative "Parkschützer" keine Gewalt gegen Polizisten gegeben. "Die Polizei fantasiert, dramatisiert und kriminalisiert, um einen Keil in den Widerstand zu treiben", sagte der Sprecher der Aktivistengruppe, Matthias von Herrmann.

Laut Polizei haben mehrere hundert Gegner des Bahnhofsprojektes Stuttgart 21 eine Baustelle gestürmt und neun Polizisten verletzt. Eine Streife in Zivil sei nach ihrer Enttarnung schwer verwundet worden. Dies wies von Herrmann zurück. Der Beamte sei von Demonstranten aus der Menge geführt worden, und zwar unverletzt. Von einer feindseligen Stimmung gegen die Beamten könne keine Rede sein.

Nach der traditionellen Montagsdemonstration hatten Teilnehmer die Zäune zum geplanten Grundwassermanagement für den Bau des Tiefbahnhofs niedergerissen. Einige Aktivisten besetzten die Wassertanks, andere zündeten Knallbomben in der Nähe der Polizeikette. Die Demonstranten seien mit "brachialer Gewalt" vorgegangen, sagte ein Polizeisprecher.

Anzeige

Acht Beamte erlitten offiziellen Angaben zufolge ein Knalltrauma. Die Polizei sprach von einer schweren Aggression, feindseliger Stimmung und großer Emotionalität des Protests. Zunächst hatten der Polizei zufolge 3.000 Menschen friedlich gegen das etwa 4,1 Milliarden Euro teure Bahnvorhaben demonstriert.

Zuletzt waren Ende September 2010 mehr als 100 Demonstranten und auch etliche Polizisten vor den Baumfällarbeiten für Stuttgart 21 im Stuttgarter Schlossgarten verletzt worden.

"Das ist schlicht und einfach kriminell"

Projektsprecher Wolfgang Dietrich sagte: "Nach meinem ersten Eindruck handelt es sich hier nicht mehr um zivilen Ungehorsam oder Recht auf Demonstration. Das ist schlicht und einfach kriminell." Der Stuttgarter CDU-Fraktionschef Peter Hauk fügte hinzu: "Diese Art der gewaltvollen Protestaktionen muss aufhören." Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) müsse seine abwartende Haltung aufgeben und die Demonstranten zur Friedfertigkeit aufrufen.

Dagegen sprach eine Gruppe von Aktivisten von "gelöster Feierabendstimmung", in der rund 1.000 Protestierende ein "Stück ihrer Stadt wieder in Besitz" genommen hätten. Die Versammlung sei friedlich verlaufen, es sei nicht zu Ausschreitungen gekommen. Die "Parkschützer" verlangen von der Bahn einen Baustopp.

Die Bahn hatte vor kurzem die seit Ende März ausgesetzten Bauarbeiten wieder aufgenommen – ungeachtet der Forderungen, diese mindestens bis zur Veröffentlichung der Ergebnisse des Stresstests Mitte Juli ruhen zu lassen. Die Verlegung von 17 Kilometern Rohren für das Grundwassermanagement im Stuttgarter Zentrum steht unmittelbar bevor.

 
Leser-Kommentare
    • Deguo
    • 21.06.2011 um 7:52 Uhr

    Und zwar vor 16 Jahren, zu den Autoren des damaligen Papiers gehörte, oh Wunder, ein gewisser Winfried Hermann.

    http://www.rems-murr-gege...

    Die jetzigen Krawalle sind durch nichts zu rechtfertigen, Gewalt ist in jeder Form abzulehnen, wer versucht das Recht in die eigene Hand zu nehmen, wie die "Parkschützer", ist nichts anderes als ein Anarchist.

    24 Leser-Empfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    ...und falsche Versprechungen gemacht, auch vor zwanzig Jahren, was durch die Schlichtung nachgewiesen wurde, 13! teilweise schwere, nicht behebbare Mängel, die sofort weggelogen wurden und jetzt: Schwere Provokationen, wie schon am Schwarzen Donnerstag. Die Bahn ist der Brandstifter!

    • joG
    • 21.06.2011 um 9:20 Uhr

    ....recht zu geben würde, ist die Frage der Gewalt in anderem Zusammenhang hier thematisiert worden. Ist in Libyen die Gewalt der Oppositionellen gerechtfertigt? Wenn sie das ist, so erweitert sich die Frage auf: Unter welchen Umständen ist es der Bevölkerung erlaubt oder gar eine Pflicht Gewalt in die eigene Hand zu nehmen?

    Das ist gezielte Desinformation!

    Natürlich ist jeglich Form von Gewalt grundsätzlich abzulehnen.

    Ich verstehe nur nicht, was du in das Grünen Papier von 1995 hineinliest. Ich finde dort die gleichen Standpunkte (bereits damals von Kuhn, Hermann & Co), die immer noch gegen S21 vorgebracht werden...:

    "Wir sind überzeugt, daß mit acht unterirdischen Durchgangsgleisen – wie bei Stuttgart 21 vorgesehen – mit vielen Milliarden Mark ein zukünftiger unterirdischer Engpaß gebaut wird. Eine vergleichende Untersuchung der verschiedenen Varianten halten wir vor einer endgültigen Entscheidung für unverzichtbar."

    • dth
    • 21.06.2011 um 12:44 Uhr

    Wie kann man eigentlich so dreist lügen?
    Haben Sie das Papier eigentlich selbst nicht gelesen oder hoffen Sie nur, dass es niemand tut?

    In Abschnitt 2.1, Seite 9, wird deutlich kritisiert, dass Alternativen zu S21 ausgeblendet werden. Auch sonst findet sich sehr viel Kritik und unerfüllte Forderungen in dem Papier. Wo erkennen Sie da eine Unterstützung von S21?
    Mag sein, dass das Papier noch keine absolute Ablehnung von S21 darstellt, es enthält aber schon viele der Kritikpunkte, die letzten Endes zu der Ablehnung geführt haben.

    @Deguo #1
    " Die Grünen selbst wollten einen unterirdischen Bahnhof

    Und zwar vor 16 Jahren, zu den Autoren des damaligen Papiers gehörte, oh Wunder, ein gewisser Winfried Hermann."

    Habe mir mal das verlinkte Dokument von 1995 angeschaut:
    Darin wird logisch, klar und fundiert dargelegt, warum die Grünen einen 8gleisigen unterirdischen Bahnhof ablehnen.

    Ich verstehe nicht, wie auf Ihre obige Aussage kommen.

    "Die jetzigen Krawalle sind durch nichts zu rechtfertigen, Gewalt ist in jeder Form abzulehnen, wer versucht das Recht in die eigene Hand zu nehmen, wie die "Parkschützer", ist nichts anderes als ein Anarchist."

    Sie verkennen nur den Status Quo: Das "Recht" wurde bereits in "eigene Hände" genommen, und zwar von den Systemeliten und Funktionären. Beziehungsweise befand sich schon immer in den Händen der Herrschenden.
    Oder wer glauben sie, könnte sonst Gesetze beschließen?
    Die Baumschützer etwa?

    Wenn der Bundestag beschließt, ein Atommüllendlager an einem dafür nicht geeigneten Ort zu bauen mit zu erwartenden Folgeschäden, ist dies Recht.
    Wenn ein Demonstrant anschließend versucht, durch Blockaden den Bau aufzuhalten, ist dies ein Verbrechen.

    Ein Politiker darf Spenden annehmen, Geschenke empfangen, Nebeneinkünfte haben.
    Ein kleiner Zollbeamter darf nichtmal eine Packung Pralinen annehmen, ohne in Konflikt mit Anti-Korruptionsparagraphen zu kommen.

    Wenn ich einen Hund nicht artgerecht halte, sanktioniert das Tierschutzgesetz.
    Wenn ich 1000 Rinder, Hühner oder sonstwas gewerbsmäßig in kleinen Boxen, Käfigen halten, ist das rechtens.

    Hütchenspielereinen am Marktplatz sind verboten, Derivatehandel an der Börse erlaubt.

    Recht ist immer mit Partikluar-Interessen verbunden, die es schützen will.
    Mit Gerechtigkeit oder Sinn hat das nur peripher zu tun.
    Es sind die scheinbar objektiven Spielregeln die eine Minderheit aufstellt um über die Mehrheit herrschen zu können.

    Aber
    1. gilt DAS auch für die Polizei!
    2. ist es eine Provokation der Bahn, die Bauarbeiten VOR dem Vorliegen des sog. Stresstests wieder aufzunehmen!
    3. sollte MP Kretschmann der Polizei eindeutig klarmachen, dass ZIVILBEAMTE bei Bürgerprotesten NICHTS zu suchen haben!

    ...und falsche Versprechungen gemacht, auch vor zwanzig Jahren, was durch die Schlichtung nachgewiesen wurde, 13! teilweise schwere, nicht behebbare Mängel, die sofort weggelogen wurden und jetzt: Schwere Provokationen, wie schon am Schwarzen Donnerstag. Die Bahn ist der Brandstifter!

    • joG
    • 21.06.2011 um 9:20 Uhr

    ....recht zu geben würde, ist die Frage der Gewalt in anderem Zusammenhang hier thematisiert worden. Ist in Libyen die Gewalt der Oppositionellen gerechtfertigt? Wenn sie das ist, so erweitert sich die Frage auf: Unter welchen Umständen ist es der Bevölkerung erlaubt oder gar eine Pflicht Gewalt in die eigene Hand zu nehmen?

    Das ist gezielte Desinformation!

    Natürlich ist jeglich Form von Gewalt grundsätzlich abzulehnen.

    Ich verstehe nur nicht, was du in das Grünen Papier von 1995 hineinliest. Ich finde dort die gleichen Standpunkte (bereits damals von Kuhn, Hermann & Co), die immer noch gegen S21 vorgebracht werden...:

    "Wir sind überzeugt, daß mit acht unterirdischen Durchgangsgleisen – wie bei Stuttgart 21 vorgesehen – mit vielen Milliarden Mark ein zukünftiger unterirdischer Engpaß gebaut wird. Eine vergleichende Untersuchung der verschiedenen Varianten halten wir vor einer endgültigen Entscheidung für unverzichtbar."

    • dth
    • 21.06.2011 um 12:44 Uhr

    Wie kann man eigentlich so dreist lügen?
    Haben Sie das Papier eigentlich selbst nicht gelesen oder hoffen Sie nur, dass es niemand tut?

    In Abschnitt 2.1, Seite 9, wird deutlich kritisiert, dass Alternativen zu S21 ausgeblendet werden. Auch sonst findet sich sehr viel Kritik und unerfüllte Forderungen in dem Papier. Wo erkennen Sie da eine Unterstützung von S21?
    Mag sein, dass das Papier noch keine absolute Ablehnung von S21 darstellt, es enthält aber schon viele der Kritikpunkte, die letzten Endes zu der Ablehnung geführt haben.

    @Deguo #1
    " Die Grünen selbst wollten einen unterirdischen Bahnhof

    Und zwar vor 16 Jahren, zu den Autoren des damaligen Papiers gehörte, oh Wunder, ein gewisser Winfried Hermann."

    Habe mir mal das verlinkte Dokument von 1995 angeschaut:
    Darin wird logisch, klar und fundiert dargelegt, warum die Grünen einen 8gleisigen unterirdischen Bahnhof ablehnen.

    Ich verstehe nicht, wie auf Ihre obige Aussage kommen.

    "Die jetzigen Krawalle sind durch nichts zu rechtfertigen, Gewalt ist in jeder Form abzulehnen, wer versucht das Recht in die eigene Hand zu nehmen, wie die "Parkschützer", ist nichts anderes als ein Anarchist."

    Sie verkennen nur den Status Quo: Das "Recht" wurde bereits in "eigene Hände" genommen, und zwar von den Systemeliten und Funktionären. Beziehungsweise befand sich schon immer in den Händen der Herrschenden.
    Oder wer glauben sie, könnte sonst Gesetze beschließen?
    Die Baumschützer etwa?

    Wenn der Bundestag beschließt, ein Atommüllendlager an einem dafür nicht geeigneten Ort zu bauen mit zu erwartenden Folgeschäden, ist dies Recht.
    Wenn ein Demonstrant anschließend versucht, durch Blockaden den Bau aufzuhalten, ist dies ein Verbrechen.

    Ein Politiker darf Spenden annehmen, Geschenke empfangen, Nebeneinkünfte haben.
    Ein kleiner Zollbeamter darf nichtmal eine Packung Pralinen annehmen, ohne in Konflikt mit Anti-Korruptionsparagraphen zu kommen.

    Wenn ich einen Hund nicht artgerecht halte, sanktioniert das Tierschutzgesetz.
    Wenn ich 1000 Rinder, Hühner oder sonstwas gewerbsmäßig in kleinen Boxen, Käfigen halten, ist das rechtens.

    Hütchenspielereinen am Marktplatz sind verboten, Derivatehandel an der Börse erlaubt.

    Recht ist immer mit Partikluar-Interessen verbunden, die es schützen will.
    Mit Gerechtigkeit oder Sinn hat das nur peripher zu tun.
    Es sind die scheinbar objektiven Spielregeln die eine Minderheit aufstellt um über die Mehrheit herrschen zu können.

    Aber
    1. gilt DAS auch für die Polizei!
    2. ist es eine Provokation der Bahn, die Bauarbeiten VOR dem Vorliegen des sog. Stresstests wieder aufzunehmen!
    3. sollte MP Kretschmann der Polizei eindeutig klarmachen, dass ZIVILBEAMTE bei Bürgerprotesten NICHTS zu suchen haben!

  1. Den Grünen ist das mittlerweile völlig Wurst, ob der Bahnhof, bzw. wie der Bahnhof gebaut wird. Die sitzen nun auf dem Sessel.

    In 5 Jahren demonstiert eben die CDU gegen das Bauwerk.

    Projekt Volksverblödung. Dies erinnert an die Zuschauer eines Tennismatches, welche wie Wackeldackel dem Ball folgen, hin...her...hin...her und beizeiten wird dann applaudiert, oder geraunt.

    Leute, augenscheinlich braucht ihr es so, dann genießt die Show und beklagt euch nicht. Oder steht auf, sagt es reicht und geht, denn ohne Zuschauer wird es der Gauklertruppe recht langweilig, außerdem bleiben die Gagen aus.

  2. Wir können konstatieren: die Bahn und die ob des Landtagwahlergebnisses grollende und wütende CDU und CSU nahmen eine solche erneute Eskalation billigend in Kauf - und insgeheim freut man sich diebisch in der Union, es der verhassten Grün-Roten Regierungskoalition im Stuttgarter Landtag so richtig einmal zu zeigen. Normal nennt man soetwas Erpressung. Und wenn es nach dem CDU-Fraktionsvorsitzenden im Stuttgarter Landtag geht, handelt es sich ja bei den Kritikern von S-21 sowieso nur um gefährliche "Altlinke" und "Kommunisten".

    http://www.wissen.de/wde/...

    15 Leser-Empfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Ich kann in ihrem Kommentar keinerlei Sinn erkennen, sodass ich geneigt war, zu glauben, sie hätten den falschen Artikel kommentiert - aber mind. 11 Leute scheinen Sie doch zu verstehf den. Könnten Sie mir noch mal erklären, wie Sie jetzt auf die CDU und sogar CSU kommen?

    Ihr Kommentar ist nur aus der aufgesetzten Parteibrille
    erklärlich. Er ist bar jeder Realität, aber mit unglaublich
    viel Moral eo ipso gespickt.
    Das Wichtigste ist, dass man die eigene Moral und Sicht
    der Dinge für das eigene Wohlbefinden missbraucht.
    Das erspart gedankliche Differenzierung!

    Ich kann in ihrem Kommentar keinerlei Sinn erkennen, sodass ich geneigt war, zu glauben, sie hätten den falschen Artikel kommentiert - aber mind. 11 Leute scheinen Sie doch zu verstehf den. Könnten Sie mir noch mal erklären, wie Sie jetzt auf die CDU und sogar CSU kommen?

    Ihr Kommentar ist nur aus der aufgesetzten Parteibrille
    erklärlich. Er ist bar jeder Realität, aber mit unglaublich
    viel Moral eo ipso gespickt.
    Das Wichtigste ist, dass man die eigene Moral und Sicht
    der Dinge für das eigene Wohlbefinden missbraucht.
    Das erspart gedankliche Differenzierung!

  3. Welch ein abscheulicher Neologismus für eine Gruppe von Steuerzahlern, die durch diesen Ausdruck auf eine emotionale Hülle reduziert werden sollen. Mich würde es nicht wundern, wenn irgendein selbstherrlicher Politiker oder irgendeine schleimige Journaille diese Diffamierung verbreitet hat.

    39 Leser-Empfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    ... ich kann den Ausdruck Wutbürger in dem Artikel nicht finden.

    Ihre Qualifizierung des Ausdrucks und auch die vermutete Herkunft trifft es genau: es war der neoliberale Spiegel, der als erster den demokratischen Souverän mit diesem Ausdruck diffamiert hat, genauer der "oberum auf Mario-Basler-Niveau agierende (Titanic)" Dirk Kurbjuweit.

    • Afa81
    • 21.06.2011 um 10:28 Uhr

    ...Kapitalismus (ein Wort, welches mittlerweile ein Synonym für alles Schlechte dient), Lügenbaron, Faschismus, etc. geht, sind diese neologistischen Ausdrücke genehm. Wenn man es so sieht, ist jede sinngemäße Betitelung eine Diffamierung.

    • Harzer
    • 21.06.2011 um 12:45 Uhr

    ... versucht nicht immer wieder Euere Bürger für dumm zu verkaufen, dann werden sie auch nicht zu "Wut"-Bürger ... ... !!!

    ... ich kann den Ausdruck Wutbürger in dem Artikel nicht finden.

    Ihre Qualifizierung des Ausdrucks und auch die vermutete Herkunft trifft es genau: es war der neoliberale Spiegel, der als erster den demokratischen Souverän mit diesem Ausdruck diffamiert hat, genauer der "oberum auf Mario-Basler-Niveau agierende (Titanic)" Dirk Kurbjuweit.

    • Afa81
    • 21.06.2011 um 10:28 Uhr

    ...Kapitalismus (ein Wort, welches mittlerweile ein Synonym für alles Schlechte dient), Lügenbaron, Faschismus, etc. geht, sind diese neologistischen Ausdrücke genehm. Wenn man es so sieht, ist jede sinngemäße Betitelung eine Diffamierung.

    • Harzer
    • 21.06.2011 um 12:45 Uhr

    ... versucht nicht immer wieder Euere Bürger für dumm zu verkaufen, dann werden sie auch nicht zu "Wut"-Bürger ... ... !!!

  4. Es müsste eigentlich einfach sein zu differenzieren zwischen jenen, die durch ihre friedlichen Demonstrationen mithalfen, das projekt entweder zu verbessern, oder eine bessere Alternative aufzuzeigen, und jenen, die es überall gibt, die öffentliche Bewegungen für ihre eigenen Zwecke missbrauchen.
    So einfach wird es jedoch nicht werden. Zu tief sind die Gräben, und zu groß ist nun die Versuchung derer, die bei der Landtagswahl unterlagen, nun ihren Profit aus dem Dilemma zu ziehen. Gleichzeitig dürfte es für viele Demonstranten nicht einfach werden, zu erkennen, dass Teile der S21-Gegner zwar sehr nützlich waren, dass es mit ihnen jedoch schwer sein dürfte Kompromisse einzugehen, da jene eben nicht so sehr am Projekt interessiert sind, als an Randale. Auch hier müsste eine stärkere Ausgrenzung stattfinden, allerdings mit dem Risiko einer noch stärkeren Radikalisierung einer kleineren Gruppe. Was kann die Politik, was kann die Landesregierung tun. Die Landesregierung müsste Druck machen, damit endlich verlässliche Ergebnisse des Stresstests vorlieben, dann müsste ein Weg gefunden werden, die Bürger abstimmen zu lassen. Dann müsste die Mehrheitsentscheidung der Bürger umgesetzt werden. So einfach könnte es sein. Ist es aber nicht. Leider. Dank der Quorenregelung ist es unmöglich das Projekt zu kippen. Dies zu ändern läge an der CDU. Aber sie wird der Landesregierung diese Chance nicht geben. Schade.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    ...denn bei S-21 geht es um sehr viel Geld - v.a. aus den damit verbundenen Immobiliengeschäften... Zudem ist da noch der Zorn über die verlorene Landtagswahl. Man ist weit davon entfernt, einmal zu überlegen, inwiefern das eigene politische Verhalten an der Wahlniederlage im März beigetragen hat - im Gegenteil: man glaubt in der Union fest daran, im März von den undankbaren Bürgern in Ba-Wü betrogen worden zu sein.

    "Dank der Quorenregelung ist es unmöglich das Projekt zu kippen. Dies zu ändern läge an der CDU."

    Völlig falsch - die Quorenregelung macht es nach wie vor möglich... nur liegt der zu erreichende Prozentsatz anscheinend höher als dass in diesem Falle eben die Minderheit der S21-Gegner dadurch ihren Erfolg gegen die bisherige demokratische Mehrheit durchboxen könnte!
    Wenn denn angeblich die Mehrheit der Bürger S21 ablehnt, sollte eine Änderung der Landesverfassung und Senkung des Quorums gar nicht nötig sein. Aber besonders die Grünen in BW scheinen sich bewusst zu sein, auf diese Weise keinen Stich machen zu können und schieben natürlich der bösen, tyrannischen CDU den Schwarzen Peter zu.

    wird es bald wieder geben, weil die Bahn (und Ramsauer) sich offensichtlich an keine Vereinbarung aus der Schlichtung halten. Man versucht, neue Fakten zu schaffen, um den Ausstieg immer teuerer und schwieriger werden zu lassen.

    Natürlich ist die Situation für die Landesregierung jetzt sehr schwierig, weil sie keine Handhabe hat, die Bahn zum Einhalten der Vereinbarungen zu zwingen, was manche Projektgegner nicht verstehen oder nicht verstehen wollen. Gewaltsame Aktionen sind absolut kontraproduktiv und werden von der Masse der Projektgegner abgelehnt und sicher auch verhindert werden.

    ...denn bei S-21 geht es um sehr viel Geld - v.a. aus den damit verbundenen Immobiliengeschäften... Zudem ist da noch der Zorn über die verlorene Landtagswahl. Man ist weit davon entfernt, einmal zu überlegen, inwiefern das eigene politische Verhalten an der Wahlniederlage im März beigetragen hat - im Gegenteil: man glaubt in der Union fest daran, im März von den undankbaren Bürgern in Ba-Wü betrogen worden zu sein.

    "Dank der Quorenregelung ist es unmöglich das Projekt zu kippen. Dies zu ändern läge an der CDU."

    Völlig falsch - die Quorenregelung macht es nach wie vor möglich... nur liegt der zu erreichende Prozentsatz anscheinend höher als dass in diesem Falle eben die Minderheit der S21-Gegner dadurch ihren Erfolg gegen die bisherige demokratische Mehrheit durchboxen könnte!
    Wenn denn angeblich die Mehrheit der Bürger S21 ablehnt, sollte eine Änderung der Landesverfassung und Senkung des Quorums gar nicht nötig sein. Aber besonders die Grünen in BW scheinen sich bewusst zu sein, auf diese Weise keinen Stich machen zu können und schieben natürlich der bösen, tyrannischen CDU den Schwarzen Peter zu.

    wird es bald wieder geben, weil die Bahn (und Ramsauer) sich offensichtlich an keine Vereinbarung aus der Schlichtung halten. Man versucht, neue Fakten zu schaffen, um den Ausstieg immer teuerer und schwieriger werden zu lassen.

    Natürlich ist die Situation für die Landesregierung jetzt sehr schwierig, weil sie keine Handhabe hat, die Bahn zum Einhalten der Vereinbarungen zu zwingen, was manche Projektgegner nicht verstehen oder nicht verstehen wollen. Gewaltsame Aktionen sind absolut kontraproduktiv und werden von der Masse der Projektgegner abgelehnt und sicher auch verhindert werden.

  5. Gibt es da nicht diverse Paragraphen über Hausfriedensbruch, Nötigung, Körperverletzung im Strafgesetzbuch? Ich behaupte ja nicht, daß es so ist (sonst kommt wieder der kursiv schreibende Mitarbeiter der Zeit, und fordert mich auf sachlich zu argumentieren), ich stelle lediglich die Frage.

    11 Leser-Empfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Buh
    • 21.06.2011 um 10:57 Uhr

    die gibt es.

    Stellen Sie sich vor, Sie sind Polizist vor Ort. Sie stehen also als Exekutive zwischen den nunmehr 40 bis 60 Jahre alten Chaoten, die sich Bahnhofsgegner oder Wutbürger nennen, und den Chaoten der Grünen, die noch vor einigen Wochen selbst Bahnhofsgegner waren, und jetzt die Regierung, also Ihre obersten Vorgesetzten stellen.
    Sie werden also angegriffen und angepöbelt und können sich darauf verlassen, dass sobald Sie einen Schritt oder Handgriff tun Ihnen die Vorgesetzten mit Dienstaufsichtsverfahren in den Nacken fallen, weil sie weder Charakter noch Verantwortungsbewusstsein kennen, sondern nur das Streben nach neuen Posten.
    Dieses ist das Ergebnis des Rumexperimentierens an der Demokratie, die man nicht versteht. Eine Katastrophe!

    • Buh
    • 21.06.2011 um 10:57 Uhr

    die gibt es.

    Stellen Sie sich vor, Sie sind Polizist vor Ort. Sie stehen also als Exekutive zwischen den nunmehr 40 bis 60 Jahre alten Chaoten, die sich Bahnhofsgegner oder Wutbürger nennen, und den Chaoten der Grünen, die noch vor einigen Wochen selbst Bahnhofsgegner waren, und jetzt die Regierung, also Ihre obersten Vorgesetzten stellen.
    Sie werden also angegriffen und angepöbelt und können sich darauf verlassen, dass sobald Sie einen Schritt oder Handgriff tun Ihnen die Vorgesetzten mit Dienstaufsichtsverfahren in den Nacken fallen, weil sie weder Charakter noch Verantwortungsbewusstsein kennen, sondern nur das Streben nach neuen Posten.
    Dieses ist das Ergebnis des Rumexperimentierens an der Demokratie, die man nicht versteht. Eine Katastrophe!

  6. ... ich kann den Ausdruck Wutbürger in dem Artikel nicht finden.

    Eine Leser-Empfehlung
    Antwort auf "Wutbürger?!"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Der Begriff "Wutbürger" ist im Zusammenhang mit den Protesten über Stuttgart 21 erschaffen worden. Natürlich steht er nicht explizit im Text. Das sich aber eine Wut über politisches Handeln mit Hilfe von Bürgern entlädt, dürfte Ihnen aber aufgefallen sein. Außerdem geht es doch hierbei längst nicht mehr nur um ein Bahnprojekt.

    Der Begriff "Wutbürger" ist im Zusammenhang mit den Protesten über Stuttgart 21 erschaffen worden. Natürlich steht er nicht explizit im Text. Das sich aber eine Wut über politisches Handeln mit Hilfe von Bürgern entlädt, dürfte Ihnen aber aufgefallen sein. Außerdem geht es doch hierbei längst nicht mehr nur um ein Bahnprojekt.

    • gwies
    • 21.06.2011 um 8:26 Uhr

    Ein Mensch taucht neben einem Demonstranten auf und ist nicht als Beamter erkennbar. Die Dunkelziffer der "Zivilbeamten" ist weit höher. Sind es Beamte oder Provokateure? Diese Frage stellt sich. Angriffe auf Beamte lehne ich ab, doch müssen sie auch erkennbar sein.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Der vermeintliche Polizist war erst al solcher zu erkennen, als er Stolperte und seine Waffe sichtbar wurde. Bis dahin ist er extrem agressiv auf 4 Demonstranten zugegangen, die Ihn nur gefragt haben, warum er Gesichter und nicht das Geschehen fotographiert. Als man Ihn bat, die Bilder zu löschen, fing er an zu die Leute anzuschreien und wegzuschubsen. Ich stand in 3 Meter Abstand zu der Szene.

    Wenn das alles friedlich und so toll demokratisch ist, bei den Stuttgart21-Gegnern, dann sollte es nicht mal ein Problem sein, dass da ein Befürworter mit dem Schild "Runter, sofort" steht.

    Und ein Polizist in Zivil, der sollte nur eines haben, nämlich Langeweile!

    Der vermeintliche Polizist war erst al solcher zu erkennen, als er Stolperte und seine Waffe sichtbar wurde. Bis dahin ist er extrem agressiv auf 4 Demonstranten zugegangen, die Ihn nur gefragt haben, warum er Gesichter und nicht das Geschehen fotographiert. Als man Ihn bat, die Bilder zu löschen, fing er an zu die Leute anzuschreien und wegzuschubsen. Ich stand in 3 Meter Abstand zu der Szene.

    Wenn das alles friedlich und so toll demokratisch ist, bei den Stuttgart21-Gegnern, dann sollte es nicht mal ein Problem sein, dass da ein Befürworter mit dem Schild "Runter, sofort" steht.

    Und ein Polizist in Zivil, der sollte nur eines haben, nämlich Langeweile!

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service