Schleswig-HolsteinFall Barschel soll neu untersucht werden

Offiziell hat er sich umgebracht. Doch immer wieder wurde spekuliert, Ex-Ministerpräsident Barschel sei ermordet worden. Für Aufklärung soll nun eine DNA-Analyse sorgen. von AFP

Der frühere schleswig-holsteinische Ministerpräsident Uwe Barschel gibt bei einer Pressekonferenz in Kiel sein "Ehrenwort": die gegen ihn erhobenen Vorwürfe seien falsch.

Der frühere schleswig-holsteinische Ministerpräsident Uwe Barschel gibt bei einer Pressekonferenz in Kiel sein "Ehrenwort": die gegen ihn erhobenen Vorwürfe seien falsch.  |  © Werner Baum/dpa

Die Umstände seines Todes sind bis heute nicht endgültig geklärt. Der Fall des gestorbenen ehemaligen schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten Uwe Barschel (CDU) soll jetzt mit Hilfe von DNA-Analysen neu überprüft werden. "Heute ist mehr möglich als damals", sagte der frühere Barschel-Chefermittler Heinrich Wille dazu den Lübecker Nachrichten.

Zuvor hatte dem Blatt zufolge ein Sprecher der Lübecker Staatsanwaltschaft bestätigt, dass die Kleidung des Toten in den kommenden Tagen auf verwertbare DNA-Spuren hin untersucht werden solle.

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Barschel war am 11. Oktober 1987 in der Badewanne seines Zimmers im Genfer Hotel Beau-Rivage tot aufgefunden worden. Nach dem offiziellen Ermittlungsergebnis starb er durch Selbstmord. Das Ergebnis ist jedoch umstritten, immer wieder wurde über Mord spekuliert.

Dem Tod des Ministerpräsidenten war die sogenannte Barschel-Affäre vorausgegangen. Am Tag vor der schleswig-holsteinischen Landtagswahl vom 13. September 1987 war bekannt geworden, dass Barschel hinter einer Verleumdungskampagne gegen seinen SPD-Herausforderer Björn Engholm stecken solle. Der Spiegel stützte sich dabei auf Aussagen Reiner Pfeifers, des Medienreferenten der Kieler Landesregierung. Barschels CDU verlor daraufhin die Wahl.

Wenige Tage später lud Barschel zu einer Pressekonferenz, auf der er sein "Ehrenwort" gab, die gegen ihn erhobenen Vorwürfe seien falsch. Einen Tag bevor Barschel vor einem Untersuchungsausschuss des Kieler Landtags aussagen sollte, wurde er tot in der Badewanne seines Hotelzimmers in Genf aufgefunden. Er lag dort vollständig bekleidet.

Ein zweiter Untersuchungsausschuss, der vor allem die Rolle Björn Engholms in der Waterkantgate-Affäre ermitteln sollte, kam zu dem Ergebnis, eine Verstrickung Barschels in die ursprüngliche Verleumdungskampagne sei nicht nachzuweisen.

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Leserkommentare
  1. Gründen vertuscht, wie allgemein diskutiert wird, hier aber mal wieder verschwiegen wird.

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    Warum wurde Barschel ermordet?

    Was ist daran so offensichtlich?

    Und warum wird der Mord vertuscht?

    Sie stellen lauter unbelegte Behauptungen auf, liefern aber keine plausiblen Erklärungen, Indizien oder gar Beweise.
    Ganz schwaches Tennis!

    doch erwachsen, oder? Ich muß das nicht alles abschreiben für sie, denke ich. Also los...

  2. 2. [...]

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Beiträge, die andere als verletzend verstehen könnten und auf Kommentare, die sich nicht auf den Artikel beziehen. Danke, die Redaktion/jz

  3. ich auch nicht so genau; aber es würde mich nicht im Mindesten wundern, wenn die Stern-Reporter damals in dem Zimmer herumgestöbert hätten - Barschel lag bekanntlich in der Badewanne. Ich kann mich erinnern, daß es damals hieß, es fehlte z.B. eine Flasche; hatten die Herren sich vielleicht daraus bedient? Es wurde auch das Fehlen von Fingerabdrücken moniert - wenn ich mich recht erinnere, an der Türklinke.
    Die Reporter, die durch ein Zimmermädchen eingelassen worden waren, haben mit Sicherheit nicht gewußt, daß Herr Barschel in der Badewanne lag - und einem neugierigen Reporter traue ich durchaus zu, daß er evtl. in herumliegenden Unterlagen herumschnüffelt. Haben sie dann erst etwas später per Zufall festgestellt, daß Herr Barschel tot war, mußten sie natürlich ihre Fingerabdrücke abwischen - nachdem sie die Fotos gemacht hatten.

  4. ...Uwe Barschel wurde von den deutschen Medien, allen voran dem Spiegel und den Parteien regelrecht hingerichtet. Das sollte mal untersucht werden. Und besonders auch die Rolle von Björn Engholm.

    Bitte verzichten Sie auf stark pauschalisierende Verallgemeinerungen und belegen Sie Ihre Behauptungen mit Quellen. Danke, die Redaktion/jz

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    Sachlich formulierte Anmerkungen zur Moderation können Sie an community@zeit.de senden. Danke. Die Redaktion/ag

  5. indem man einfach mal die Memoiren des Mossadagenten Ostrowski liest (http://de.wikipedia.org/wiki/Victor_Ostrovsky)

  6. ...sollte auch mal an die sog. "Schubladenaffäre" erinnert werden: die SPD sammelte Geld für Herrn Pfeifer, den Mann der angeblich der angeblich auf Björn Engholm angesetzt war... Wer weiß was sich noch alles in den "Schubladen" der SPD finden ließe, wenn mal wirklich jemand ernsthaft suchen würde.

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    Die Empfehlung für Ihren Quatsch ist von mir, weil ich mich leider verklickt habe. Sie sollten sich schämen, hier so die Tatsachen zu verdrehen. Das Einzige, was man Engholm nachsagen kann, ist, dass er über die Schweinereien mehr wusste, als er zugegeben hatte. Er wollte Barschel mit seinen eigenen Waffen schlagen. Dafür ist er dann (endgültig) zurückgetreten. Wenn Barschel ermordet wurde (was ich vermute), wusste er zuviel, war es Selbstmord, war es die Verzweiflung und das schlechte Gewissen. Helmut Kohl könnte vermutlich einiges zur Aufklärung beitragen. Schließlich war er seinerzeit Barschels "Chef".

    ...dass die SPD Geld für Pfeifer gesammelt hat, ist erwiesen. Warum wohl? Die ganzen Zusammenhänge wurden damals VON ALLEN PARTEIEN unter den Teppich gekehrt. Weil es einfach zu peinlich war.

  7. Herr Barschel war einer Verleumdungskampagne aufgesessen, die damals den Regierungswechsel in Schleswig-Holstein einleitete. Er wurde zunächst Opfer eines auch durch die Presse verübten Rufmordes, sein Tod wurde nie richtig geklärt, Fehler der ermittelnden Stellen nicht untersucht. Danach wurde die Mär aufrechterhalten, Barschel habe wissentlich gelogen und ein falsches Ehrenwort gegeben. Auch dann noch, als deutlich wurde, dass Pfeiffer nicht vertrauenswürdig war, Kontakte zur Kieler SPD hatte und dass Engholm die (falschen) Informationen, er sei von Barschel ausspioniert worden, schon lange in der Schublade hatte und sie nur passend zur Landtagswahl herausgezogen hatte.
    Es hätte damals den Medien gut angestanden, die Anschuldigungen wenigstens nach Barschels Tod zumindest zu relativieren, nach der Schubladenaffäre am besten aber richtigzustellen.

  8. 8. Wozu?

    Jeder, der ein bisschen was über darüber weiss, der weiss doch längst...
    - dass es Liste der Ungereimtheiten und Widersprüche in der offiziellen (Selbstmord-)Version schier endlos ist
    - dass aber alles einen Sinn ergibt, sobald man davon ausgeht dass es ein Mord war, der nach einem Selbstmord aussehen soll
    - dass es der israelische Geheimdienst Mossad war, der Barschel ermordet hat, und es sogar ehemalige Mossad-Agenten gibt, die das ganz offen bestätigen

    Bitte verzichten Sie auf Mutmaßungen und belegen Sie Ihre Anschuldigungen mit Quellen. Danke, die Redaktion/jz

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    "Bitte verzichten Sie auf Mutmassungen..." - das ist albern. Was, wenn nicht Mutmassungen, hat denn wohl zur Wiederaufnahme der Ermittlungen gefuehrt? Es wird Zeit, dass die Zeit ein paar intelligentere Forums-Kindergaertnerinnen einstellt.

    Bitte wenden Sie sich bei Fragen, Anmerkungen oder Kritik an Moderationsentscheidungen an community@zeit.de. Wir bitten Sie zudem darum, konstruktive und Polemik-freie Kritik zu üben. Danke, die Redaktion/jz

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP
  • Schlagworte Uwe Barschel | Björn Engholm | CDU | Schleswig-Holstein | DNA-Analyse | Landtagswahl
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