Kopftücher "Es ist doch nur ein Stück Stoff"

Das Kopftuch verschleiert den Blick des Betrachters. Seren Basogul fotografiert Frauen mit Tuch. Im Interview erklärt sie, was die Bilder bewirken.

Frage: Frau Basogul, was bedeutet Ihnen persönlich das Kopftuch?

Seren Basogul: Ich bin gläubige Muslimin und denke, dass es meine religiöse Pflicht ist, das Tuch zu tragen. Das war eine sehr durchdachte Entscheidung. Ich bin in der Nähe von Aachen aufgewachsen, meine Eltern stammen aus der Türkei. Sie haben dafür gesorgt, dass ich ein fundiertes Wissen über unsere Religion erhalte. Mit 16 habe ich dann selbst begonnen, mich stärker mit dem Islam zu beschäftigen, und dabei gemerkt, dass der Glaube – und dazu gehört auch das Kopftuch – meinem Leben Sinn verleiht, dass er mich stärkt und mir ein gutes Gefühl gibt.

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Frage: Sie haben Grafikdesign studiert. Die Fotografien, die wir auf dieser Seite zeigen, stammen aus Ihrer Abschlussarbeit "Cover/Discover", in der Sie die Wirkung des Kopftuchs untersuchen. Wie entstand die Idee zu dem Projekt?

Basogul: Da muss ich ein wenig ausholen. Ich sehe eigentlich nicht "typisch türkisch" aus, habe helle Haut und blaugrüne Augen, und entspreche auch sonst nicht dem Klischee, meine Eltern haben zum Beispiel immer großen Wert auf Bildung gelegt. So lange ich kein Kopftuch trug, war ich kaum mit Vorurteilen konfrontiert, denn die meisten Leute bekamen gar nicht mit, dass ich Türkin oder gar Muslimin bin. Mit dem Studium habe ich dann begonnen, das Tuch zu tragen – ich dachte, das wäre ein guter Zeitpunkt, weil ich viele neue Menschen kennenlerne, die glaubten, ich hätte schon immer so ausgesehen. Und nun passierte etwas Seltsames: Obwohl ich für mein Gefühl derselbe Mensch blieb, gingen die Leute plötzlich ganz anders mit mir um.

Frage: Was haben Sie erlebt?


Basogul: Teilweise habe ich gespürt, dass sie mich anders ansehen. Aber es kamen auch Fragen wie: Trägst du das Tuch, weil du verheiratet wurdest? Musst du das machen, weil dir das dein Vater gesagt hat? Und ein älterer Mann hat mich mal als "scheiß konvertierte Deutsche" beschimpft.

Frage: Erstaunlich, wie viel Macht von einem Stück Stoff ausgehen kann.

Basogul: Erstaunlich ist eher, was dieses Stück Stoff beim Betrachter auslöst. Das wollte ich untersuchen. Ich wollte gucken, welche visuelle Wirkung verschiedene Kopftücher auslösen.

Frage: Auf den Bildern sind aber nicht Sie zu sehen, oder?

Basogul: Nein, das ist meine Kommilitonin Sarah. Außer ihr habe ich für das Projekt noch fünf weitere Freundinnen fotografiert. Das Prinzip aber ist immer das gleiche: Von Bild zu Bild ändert sich die Fläche des bedeckten Haars und der bedeckten Haut – und damit die Wirkung des Fotos. Und das, obwohl das Model in allen Fällen dasselbe ist. Jeder Betrachter kann das an sich selbst überprüfen: Was glaube ich über die Frau mit dem Stirnband zu wissen, was über die, deren Kopf und Hals fast ganz bedeckt sind?

Frage: Wie reagieren die Leute, die sich die Fotografien anschauen?

Basogul: Für die meisten kippt die Wahrnehmung, sobald der Hals der Frauen bedeckt ist. Bis dahin wirken die Bilder wie Modefotografie, dann wird es plötzlich religiös ...


Frage: ... und bedrohlich. Sicher spielt dabei eine Rolle, dass viele Mädchen tatsächlich zum Tragen des Tuchs gezwungen werden.

Basogul: Das mag sein, betrifft aber nicht die Mehrheit. Es wird zu viel in das Tuch hinein interpretiert. Es ist ein Medium geworden, um den Islam zu kritisieren. Aus islamischer Sicht ergibt es übrigens überhaupt keinen Sinn, sein Kind zum Kopftuchtragen zu zwingen – man soll sich doch damit identifizieren können. Dass manche Eltern trotzdem so handeln, ist ein Problem. Ich bin dennoch gegen ein generelles Kopftuchverbot, zum Beispiel in der Schule, weil das wiederum die Freiheit von Frauen und Mädchen beschneidet, die es wirklich tragen wollen.

Frage: Besitzen Sie so viele Tücher wie andere Frauen Schuhe?

Basogul: Vielleicht 70, im Winter trage ich dickere Stoffe, jetzt im Sommer Seide. Aber Schuhe kaufe ich genauso gerne wie andere Frauen auch.

Frage: Cemil Ipekci, der wohl wichtigste türkische Modemacher, sagt, das Kopftuch sei ein "vernachlässigtes Accessoire".

Basogul: Da hat er Recht. Ich frage mich, warum das Tuch nicht auch von deutschen Frauen getragen wird. Es ist, abgesehen von der Religion, doch auch ein tolles Modeaccessoire. Wir Muslime haben das Kopftuch nicht für uns gepachtet!


Erschienen im Tagesspiegel

 
Leser-Kommentare
    • JAM030
    • 10.06.2011 um 15:10 Uhr

    Wie es gerade passt, ist das Kopftuch für Seren Basogul ein Symbol ihres Glaubens, ein “Stück Stoff”, in das zuviel “hineininterpretiert” wird, oder ein “tolles Modeaccessoire”, das sie im Kanon mit dem türkischen Modemacher Cemil Ipekci auch den deutschen Frauen empfiehlt.

    Der sich darin enthüllende naive Opportunismus, mit dem Seren Basogul mit dem Kopftuch die Werbetrommel für ihr künftiges Dasein als Grafikdesignerin rührt, provoziert und benutzt ein in den letzten Jahrzehnten mehr als gründlich durchgekautes Thema, mit dem die Medienbeachtung fast schon garantiert ist.

    Eine gelungene Selbstvermarktung mit dem Glaubensbekenntnis. Kopftuch ab!
    (Im Sinne von Hut ab, natürlich)

    33 Leser-Empfehlungen
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    • gorgo
    • 10.06.2011 um 18:31 Uhr

    "Der sich darin enthüllende naive Opportunismus, mit dem Seren Basogul mit dem Kopftuch die Werbetrommel für ihr künftiges Dasein als Grafikdesignerin rührt, provoziert und benutzt ein in den letzten Jahrzehnten mehr als gründlich durchgekautes Thema, mit dem die Medienbeachtung fast schon garantiert ist."

    Die Arbeit einer Grafikdesignerin pauschal und ohne Kenntnis der Person als "Selbstvermarktung" abzutun, empfinde ich als arrogant und völlig grundlos. Grafikdesigner/inn/en arbeiten immer für den Markt - das bedeutet jedoch nicht, dass ihnen das Thema, das sie wählen, nicht am Herzen liegt.

    Das einzige, was "durchgekaut" ist, ist das, was nicht muslimische Deutsche unter dem Kopftuch vermuten.

    Ihr Kommentar ist das beste Beispiel: Wie so häufig(!) wissen die selbsternannten Kopftuchgegner genau, was unter dem Kopftuch passiert. Selbstaussagen von Musliminnen sind durchgängig gemeine Verstellungen, regelmäßig ist man sich sicher, dass sie "eigentlich" schlimmeres wollen.

    Ihr Kommentar steht für eine vergiftende Art, ein Klima des Mißtrauens zwischen Muslimen und Nichtmuslimen zu schüren, das bei einfachen Geistern im Terrorismus eine Scheinplausibilität finden mag. Für ein Land, indem Millionen Menschen friedlich miteinader leben, ist dieses Klima brandgefährlich.

    Hier erzählt eine junge Frau vom Erlebnis des Umschlagens von Vertrautheit in Mißtrauen - warum kann man da nicht mal einfach nachdenklich bleiben, statt wieder mal draufzuhauen???

    • JAM030
    • 11.06.2011 um 12:56 Uhr

    "Klimamache", "selbsternannte Kopftuchgegner", "vergiftende Art", "einfache Geister", "Terrorismus" und "warum kann man da..."

    Sie holen ja ganz schön aus und haben da wohl etwas gründlich missverstanden. Ich nehme speziell zu diesem Artikel Stellung, nicht dazu, warum eine Frau ein Kopftuch trägt oder nicht.

    Mir liegt es fern, ein Klima zu gestalten - und schon gar nicht ein "brandgefährliches" - oder irgendetwas oder irgendjemand zu vergiften.

    Auch teile ich im Gegensatz zu Ihnen Menschen nicht in "einfache Geister" und intellektuell überlegene Mehrwertmenschen ein, die den "einfachen Geistern" dann die Welt erklären.

    Ihr Sprachgebrauch ist wirklich interessant. Abgesehen davon, dass ich mich in meinem Kommentar weder gegen noch für das Kopftuch ausspreche, sondern nur gegen eine vermarktende Instrumentalisierung von religiösen Symbolen:
    Glauben Sie an eine Art "Führer", der anderen zu sagen hat, wann sie für etwas und wann sie gegen etwas zu sein haben? Das wäre dann nämlich das Gegenteil eines "selbsternannten Kopftuchgegners".

    Und noch zu Ihren abschließenden Worten "Warum kann man da..."? Ja, das ist die Sprache der Sozialdogmatiker, die sich immer fragen, "wie man nur kann...", wo sie doch genau wissen, nach welchen sozialen Normvorschriften die Mitmenschen zu funktionieren haben.

    Beste Grüße aus der Welt der freien Selbstbestimmung!

    • gorgo
    • 10.06.2011 um 18:31 Uhr

    "Der sich darin enthüllende naive Opportunismus, mit dem Seren Basogul mit dem Kopftuch die Werbetrommel für ihr künftiges Dasein als Grafikdesignerin rührt, provoziert und benutzt ein in den letzten Jahrzehnten mehr als gründlich durchgekautes Thema, mit dem die Medienbeachtung fast schon garantiert ist."

    Die Arbeit einer Grafikdesignerin pauschal und ohne Kenntnis der Person als "Selbstvermarktung" abzutun, empfinde ich als arrogant und völlig grundlos. Grafikdesigner/inn/en arbeiten immer für den Markt - das bedeutet jedoch nicht, dass ihnen das Thema, das sie wählen, nicht am Herzen liegt.

    Das einzige, was "durchgekaut" ist, ist das, was nicht muslimische Deutsche unter dem Kopftuch vermuten.

    Ihr Kommentar ist das beste Beispiel: Wie so häufig(!) wissen die selbsternannten Kopftuchgegner genau, was unter dem Kopftuch passiert. Selbstaussagen von Musliminnen sind durchgängig gemeine Verstellungen, regelmäßig ist man sich sicher, dass sie "eigentlich" schlimmeres wollen.

    Ihr Kommentar steht für eine vergiftende Art, ein Klima des Mißtrauens zwischen Muslimen und Nichtmuslimen zu schüren, das bei einfachen Geistern im Terrorismus eine Scheinplausibilität finden mag. Für ein Land, indem Millionen Menschen friedlich miteinader leben, ist dieses Klima brandgefährlich.

    Hier erzählt eine junge Frau vom Erlebnis des Umschlagens von Vertrautheit in Mißtrauen - warum kann man da nicht mal einfach nachdenklich bleiben, statt wieder mal draufzuhauen???

    • JAM030
    • 11.06.2011 um 12:56 Uhr

    "Klimamache", "selbsternannte Kopftuchgegner", "vergiftende Art", "einfache Geister", "Terrorismus" und "warum kann man da..."

    Sie holen ja ganz schön aus und haben da wohl etwas gründlich missverstanden. Ich nehme speziell zu diesem Artikel Stellung, nicht dazu, warum eine Frau ein Kopftuch trägt oder nicht.

    Mir liegt es fern, ein Klima zu gestalten - und schon gar nicht ein "brandgefährliches" - oder irgendetwas oder irgendjemand zu vergiften.

    Auch teile ich im Gegensatz zu Ihnen Menschen nicht in "einfache Geister" und intellektuell überlegene Mehrwertmenschen ein, die den "einfachen Geistern" dann die Welt erklären.

    Ihr Sprachgebrauch ist wirklich interessant. Abgesehen davon, dass ich mich in meinem Kommentar weder gegen noch für das Kopftuch ausspreche, sondern nur gegen eine vermarktende Instrumentalisierung von religiösen Symbolen:
    Glauben Sie an eine Art "Führer", der anderen zu sagen hat, wann sie für etwas und wann sie gegen etwas zu sein haben? Das wäre dann nämlich das Gegenteil eines "selbsternannten Kopftuchgegners".

    Und noch zu Ihren abschließenden Worten "Warum kann man da..."? Ja, das ist die Sprache der Sozialdogmatiker, die sich immer fragen, "wie man nur kann...", wo sie doch genau wissen, nach welchen sozialen Normvorschriften die Mitmenschen zu funktionieren haben.

    Beste Grüße aus der Welt der freien Selbstbestimmung!

  1. 2. Nur...

    Wenn es nur ein Stück Stoff wäre, könnte man es doch einfach weglassen.

    Daß es mehr ist, wird im Interview ja klar gesagt.

    Besonders kernig ist das Herunterspielen der religiösen Verhüllung als Modeartikel und die Empfehlung an die deutschen Frauen, es doch auch anzulegen. Das, denke ich, ist durchaus als Provokation gemeint.

    31 Leser-Empfehlungen
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    • Bug
    • 10.06.2011 um 15:28 Uhr

    was DICH daran stört, wenn sie das tragen will.

    • Nero11
    • 10.06.2011 um 16:16 Uhr

    Wenn ich morgen einer Religion betrete, wo man die Jacken falschrum anzieht, ist das ganz allein meine Angelegeheit.

    Ich bin für präventive Zwangsverhüllung für alle Bürger. Was einem manchmal an Gesichtsruinen entgegenläuft und dann wahlweise auch noch nach Schweiss oder Zigarettenrauch oder Mett riecht...unglaublich. Und Leggins bitte nur für Menschen die ein spezielles Legginszertifikat erworben haben (am Besten alle 2 Jahre Nachprüfung).

    dass es "nur" ein Stück Stoff ist, behauptet die Autorin, wenn Sie Sie vorbehaltslos und gründlich im Wortlaut gelesen haben, SO an keiner Stelle. Sie sagt von sich selber, dass es Sie es für sich als stimmiges Symbol ihres Glaubens erlebt.

    Dass es parallel dazu ganz nebenbei zusätzlich auch noch als Modeaccessoire dienen mag, daran ist ja nun weiß Gott nichts Verwerfliches.

    Man nennt dies: "Zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen" soviel mir bekannt ist.

    Ansonsten:
    Danke Herr Rosen für den interessanten Artikel.

    Nun wissen wir es ENDLICH:
    Kleider machen Leute!

    • Bug
    • 10.06.2011 um 15:28 Uhr

    was DICH daran stört, wenn sie das tragen will.

    • Nero11
    • 10.06.2011 um 16:16 Uhr

    Wenn ich morgen einer Religion betrete, wo man die Jacken falschrum anzieht, ist das ganz allein meine Angelegeheit.

    Ich bin für präventive Zwangsverhüllung für alle Bürger. Was einem manchmal an Gesichtsruinen entgegenläuft und dann wahlweise auch noch nach Schweiss oder Zigarettenrauch oder Mett riecht...unglaublich. Und Leggins bitte nur für Menschen die ein spezielles Legginszertifikat erworben haben (am Besten alle 2 Jahre Nachprüfung).

    dass es "nur" ein Stück Stoff ist, behauptet die Autorin, wenn Sie Sie vorbehaltslos und gründlich im Wortlaut gelesen haben, SO an keiner Stelle. Sie sagt von sich selber, dass es Sie es für sich als stimmiges Symbol ihres Glaubens erlebt.

    Dass es parallel dazu ganz nebenbei zusätzlich auch noch als Modeaccessoire dienen mag, daran ist ja nun weiß Gott nichts Verwerfliches.

    Man nennt dies: "Zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen" soviel mir bekannt ist.

    Ansonsten:
    Danke Herr Rosen für den interessanten Artikel.

    Nun wissen wir es ENDLICH:
    Kleider machen Leute!

    • J.E.B.
    • 10.06.2011 um 15:13 Uhr

    Das ist es nur dann, wenn "es" aus einem Teil besteht und wie von den Frauen in ländlichen Gebieten (meist Bäuerinnen) oder den "Trümmerfrauen" getragen wird.

    Die angebliche "religiöse Pflicht" nötigt schon minderjährige islamische Mädchen, ihre Haare korrekt zu verpacken. Ein Vergleich mit Bäuerinnen und Trümmerfrauen ist nicht möglich (schon gar nicht zulässig), da bei ihnen immer noch Haupthaar zu sehen ist.

    Natürlich werden islamische K-Trägerinnen verständnislos angesehen, wenn lediglich das Gesicht von den Augenbrauen abwärts bis zum Kinn erkennbar ist - sonst weiter nichts vom Kopf.

    24 Leser-Empfehlungen
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    Das Kopftuch als Mode-Accessoire mag ja inzwischen bei uns so sein. Vor Hundert Jahren sah die Welt aber auch bei uns noch ganz anders aus. Da war das Kopftuch nämlich das Zeichen dafür, dass eine Frau verheiratet war. Fragen wir die Bibel:

    „Eine Frau aber entehrt ihr Haupt, wenn sie betet oder prophetisch redet und dabei ihr Haupt nicht verhüllt. Sie unterscheidet sich dann in keiner Weise von einer Geschorenen.“
    – Bibel, EÜ: 1. Korinther 11,5

    Und warum es jetzt besser sein soll mit möglichst wenig Kleidung rumzulaufen, hat sich mir bisher noch nicht erschlossen.

    Die Frage, die man sich doch da irgendwie stellen sollte ist doch: Warum nicht? Wenn jemand meint er möchte freiwillig ein Kopftuch tragen, dann soll er.

    ja und? sie wähnen sich in dem irrtum ein recht haben bestimmte teile ihres gegenübers zu sehen.

    religionen sind per se irrational und in folge auch als nachvollziehbare begründung ungeeignet, das gilt allerdings für alle religiösen bräuche.

    unterm strich entscheiden sich freie menschen aus unterschiedlichen gründen dafür ihnen ihr gesicht oder dekollete oder beine oder augen nicht zu zeigen, männer wie frauen.

    das werden sie in einem freien land ertragen müssen...

    Das Kopftuch als Mode-Accessoire mag ja inzwischen bei uns so sein. Vor Hundert Jahren sah die Welt aber auch bei uns noch ganz anders aus. Da war das Kopftuch nämlich das Zeichen dafür, dass eine Frau verheiratet war. Fragen wir die Bibel:

    „Eine Frau aber entehrt ihr Haupt, wenn sie betet oder prophetisch redet und dabei ihr Haupt nicht verhüllt. Sie unterscheidet sich dann in keiner Weise von einer Geschorenen.“
    – Bibel, EÜ: 1. Korinther 11,5

    Und warum es jetzt besser sein soll mit möglichst wenig Kleidung rumzulaufen, hat sich mir bisher noch nicht erschlossen.

    Die Frage, die man sich doch da irgendwie stellen sollte ist doch: Warum nicht? Wenn jemand meint er möchte freiwillig ein Kopftuch tragen, dann soll er.

    ja und? sie wähnen sich in dem irrtum ein recht haben bestimmte teile ihres gegenübers zu sehen.

    religionen sind per se irrational und in folge auch als nachvollziehbare begründung ungeeignet, das gilt allerdings für alle religiösen bräuche.

    unterm strich entscheiden sich freie menschen aus unterschiedlichen gründen dafür ihnen ihr gesicht oder dekollete oder beine oder augen nicht zu zeigen, männer wie frauen.

    das werden sie in einem freien land ertragen müssen...

    • Anay
    • 10.06.2011 um 15:20 Uhr

    Warum nur gibt die ZEIT Menschen ein Forum, die immer noch das Märchen von der "religiösen Pflicht zum Kopftuchtragen" verbreiten? Ich zitiere Luxenberg, der schon vor einiger Zeit erkannt hat, dass das "Kopftuch" in Wahrheit ein Gürtel ist, der lediglich verlesen wurde, was zu nachfolgenden Misinterpretationen führte.

    ZITAT: "Das 'islamische Kopftuch' ist ursprünglich sicherlich eine soziale Konvention gewesen, wie sie heute auch noch in gewissen Teilen Europas fortbesteht. Dessen Islamisierung ist vielleicht einem Prozess der islamischen Sittengeschichte zuzuschreiben. Eine diesbezügliche religiöse Vorschrift lässt sich aber durch den koranischen Text in keiner Weise begründen. Was aber die sonstigen Koranpassagen angeht, auf die man sich insoweit beruft, so sind sie noch weniger aussagekräftig."

    Von hier: http://www.bpb.de/themen/...

    Man muss nicht Luxenbergs philologischem Fazit folgen, dass das Kopftuch in Wahrheit ein Gürtel ist. (Obwohl es sehr schlüssig ist!) Es reicht für gläubige Muslimas (und ihr Umfeld) aus, zu akzeptieren, dass nichts, aber auch rein gar nichts im Koran das Tragen eines "Kopftuchs" aus "religiösen Gründen" vorschreibt. Also runter mit dem Stück Stoff!

    Wo bleibt in diesem Land die Vernunft? Schaffen wir das irgendwann mal? Ist der Islam überhaupt fähig zur Vernunft? Viele sagen nein. Wenn das stimmt, ist es unsere Pflicht, ihnen diese beizubringen.

    32 Leser-Empfehlungen
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    • Anay
    • 10.06.2011 um 15:29 Uhr

    Die Bundeszentrale packt es noch nicht einmal, den Text richtig zu übertragen. Hier das Original ohne Textlücken:

    http://www.phil.uni-sb.de...

    ist es mit Sicherheit nicht - für die Frauen, die es tragen ist es wohl vielfach mehr als das. Nichtsdestotrotz ist es nach wie vor Sache der Trägerin, für sich zu bestimmen, WIE sie ihre Religiösität leben möchte und welche Symbole sie dafür wählt. Und nicht Ihre. Zumal: "Runter mit dem Stück Stoff!" - erkennen Sie eigentlich in welchem Tonfall Sie hier diskutieren und uns gleichzeitig von "Vernunft" erzählen wollen?

    • tankz
    • 11.06.2011 um 13:35 Uhr

    Ihr letzter Absatz "... Wo bleibt in diesem Land die Vernunft? Schaffen wir das irgendwann mal? Ist der Islam überhaupt fähig zur Vernunft? Viele sagen nein. Wenn das stimmt, ist es unsere Pflicht, ihnen diese beizubringen." erinnert mich an Geibels Zeile "Am deutschen Wesen mag die Welt genesen". Aus Ihren Worten spricht koloniale Herrenmenschen-Arroganz und ich will mir nicht ausmalen, wie Sie dem Islam Vernunft beibringen wollen.

    ...geführt, die, sobald sie hier als Teenager angekommen war, verheiratet wurde, hintereinander drei Kinder bekam und jetzt auf meterhohen Highheels durch die Gegend wackeln muss, weil ihr Mann das so will. Ist wie Kopftuch, keine Freiheit.

    • Fiduda
    • 18.08.2011 um 13:18 Uhr

    Sie haben wohl noch nie davon gehört, dass Muslime sich nicht nur den Koran als Basis nehmen, sondern auch die Lebensweise des Propheten. Wenn dieser Prophet sagt, dass ab dem Menstruationsalter nicht mehr zus ehen sein darf als das Gesicht und die Hände, dann geht es nicht eindeutiger! Außerdem müssen die Koranstellen, die Sie hier erwähnen im Kontext betrachtet werden. Das heißt, man muss schauen, wie denn die Frauen vor dem Koran gekleidet waren und was in diesem Falle "das Tuch über die Brust schlagen" bedeutet.
    Selbst wenn die religiöse Grundlage nicht da wäre, würde ich niemals mein Kopftuch abziehen. Es muss ja nicht jede Frau ihren Körper der Öffentlichkeit freigeben. Zum Ausziehen kann niemand gezwungen werden!
    Was ich auch nicht verstehe ist, dass hier viele den Helden für die ach so vielen unterdrückten Kopftuchmädchen spielen wollen. Ich kenne so viele Kopftuchträgerinnen und nur eine von denen wurde gezwungen. Sie hat aber einen Weg gefunden ess abzuziehen und kleidet sich nun, wie sie es will. Ich kenne aber leider viele viele Mädchen, denen vom Vater nicht erlaubt wird eines anzuziehen und sogar aus dem Haus deswegen geschmissen werden.
    Noch gibt es kein Gesetz in dem es heißt, dass alle deutschen Frauen eine Uniform in der Öffentlichkeit tragen müssen. Warum tun dann hier so viele als ob es DIE deutsche Frau gibt? Und was machen dann die tausenden Konvertitinnen, die sich nach ihrem neuen Geschmack kleiden wollen?

    • Anay
    • 10.06.2011 um 15:29 Uhr

    Die Bundeszentrale packt es noch nicht einmal, den Text richtig zu übertragen. Hier das Original ohne Textlücken:

    http://www.phil.uni-sb.de...

    ist es mit Sicherheit nicht - für die Frauen, die es tragen ist es wohl vielfach mehr als das. Nichtsdestotrotz ist es nach wie vor Sache der Trägerin, für sich zu bestimmen, WIE sie ihre Religiösität leben möchte und welche Symbole sie dafür wählt. Und nicht Ihre. Zumal: "Runter mit dem Stück Stoff!" - erkennen Sie eigentlich in welchem Tonfall Sie hier diskutieren und uns gleichzeitig von "Vernunft" erzählen wollen?

    • tankz
    • 11.06.2011 um 13:35 Uhr

    Ihr letzter Absatz "... Wo bleibt in diesem Land die Vernunft? Schaffen wir das irgendwann mal? Ist der Islam überhaupt fähig zur Vernunft? Viele sagen nein. Wenn das stimmt, ist es unsere Pflicht, ihnen diese beizubringen." erinnert mich an Geibels Zeile "Am deutschen Wesen mag die Welt genesen". Aus Ihren Worten spricht koloniale Herrenmenschen-Arroganz und ich will mir nicht ausmalen, wie Sie dem Islam Vernunft beibringen wollen.

    ...geführt, die, sobald sie hier als Teenager angekommen war, verheiratet wurde, hintereinander drei Kinder bekam und jetzt auf meterhohen Highheels durch die Gegend wackeln muss, weil ihr Mann das so will. Ist wie Kopftuch, keine Freiheit.

    • Fiduda
    • 18.08.2011 um 13:18 Uhr

    Sie haben wohl noch nie davon gehört, dass Muslime sich nicht nur den Koran als Basis nehmen, sondern auch die Lebensweise des Propheten. Wenn dieser Prophet sagt, dass ab dem Menstruationsalter nicht mehr zus ehen sein darf als das Gesicht und die Hände, dann geht es nicht eindeutiger! Außerdem müssen die Koranstellen, die Sie hier erwähnen im Kontext betrachtet werden. Das heißt, man muss schauen, wie denn die Frauen vor dem Koran gekleidet waren und was in diesem Falle "das Tuch über die Brust schlagen" bedeutet.
    Selbst wenn die religiöse Grundlage nicht da wäre, würde ich niemals mein Kopftuch abziehen. Es muss ja nicht jede Frau ihren Körper der Öffentlichkeit freigeben. Zum Ausziehen kann niemand gezwungen werden!
    Was ich auch nicht verstehe ist, dass hier viele den Helden für die ach so vielen unterdrückten Kopftuchmädchen spielen wollen. Ich kenne so viele Kopftuchträgerinnen und nur eine von denen wurde gezwungen. Sie hat aber einen Weg gefunden ess abzuziehen und kleidet sich nun, wie sie es will. Ich kenne aber leider viele viele Mädchen, denen vom Vater nicht erlaubt wird eines anzuziehen und sogar aus dem Haus deswegen geschmissen werden.
    Noch gibt es kein Gesetz in dem es heißt, dass alle deutschen Frauen eine Uniform in der Öffentlichkeit tragen müssen. Warum tun dann hier so viele als ob es DIE deutsche Frau gibt? Und was machen dann die tausenden Konvertitinnen, die sich nach ihrem neuen Geschmack kleiden wollen?

    • Bug
    • 10.06.2011 um 15:28 Uhr

    was DICH daran stört, wenn sie das tragen will.

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    Antwort auf "Nur..."
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    1. Die Dame sagt nicht die Wahrheit.
    2. Ich möchte von Ihnen nicht geduzt werden.

    1. Die Dame sagt nicht die Wahrheit.
    2. Ich möchte von Ihnen nicht geduzt werden.

    • Anay
    • 10.06.2011 um 15:29 Uhr
    6. BPB...

    Die Bundeszentrale packt es noch nicht einmal, den Text richtig zu übertragen. Hier das Original ohne Textlücken:

    http://www.phil.uni-sb.de...

    Antwort auf "Warum nur?"
  2. Das Kopftuch als Mode-Accessoire mag ja inzwischen bei uns so sein. Vor Hundert Jahren sah die Welt aber auch bei uns noch ganz anders aus. Da war das Kopftuch nämlich das Zeichen dafür, dass eine Frau verheiratet war. Fragen wir die Bibel:

    „Eine Frau aber entehrt ihr Haupt, wenn sie betet oder prophetisch redet und dabei ihr Haupt nicht verhüllt. Sie unterscheidet sich dann in keiner Weise von einer Geschorenen.“
    – Bibel, EÜ: 1. Korinther 11,5

    Und warum es jetzt besser sein soll mit möglichst wenig Kleidung rumzulaufen, hat sich mir bisher noch nicht erschlossen.

    Die Frage, die man sich doch da irgendwie stellen sollte ist doch: Warum nicht? Wenn jemand meint er möchte freiwillig ein Kopftuch tragen, dann soll er.

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    ... allerdings soll der Mann auch sein Haupt bedecken. Sieht man heute noch schön bei jüdischen Männern, die die Kipa auch nicht ablegen bzw. überall mit Hut rumlaufen.

    Andererseits hat die Redewendung "unter die Haube kommen" für heiraten ihren Ursprung darin, dass die verheiratete Frau ein "Haube" trug; ebenso die Redensart "Kleider machen Leute".

    Es gab bis ca. 1900 noch viele andere Kleidervorschriften, die sich auch auf die Farbe und dgl. der Kleidung bezogen und "Auskunft" über die Person und ihren Stand gaben.

    Mit dem Niedergang des Adels und Schaffung von Republiken (Freistaaten) verschwanden diese Vorschriften vollständig.

    Religiöse Kleidervorschriften findet man heute noch bei allen Fundamentalisten. "Normale" Gläubige erwarten nur eine "anständige" Kleidung. Das heute so beliebte Kreuzchen ist eher ein Gag als ein Glaubensbekenntnis.

    Dass vor 100 Jahren das Kopftuch das Zeichen dafür gewesen sein soll, dass eine Frau verheiratet war, ist aber ihre ganz exklusive Erkenntnis, @jschrewe. Schauen Sie sich doch einfach mal Fotografien aus der Zeit kurz vor dem 1. Weltkrieg (eben um 1911) an und sagen Sie, wo Sie hier Frauen mit Kopftüchern sehen (außer vielleicht Frauen jeglichen Familienstandes bei der Landarbeit, die ihr Haar mit Kopftüchern schützen)? Männer wie Frauen trugen zu dieser Zeit im Freien gerne schmückende Hüte, gingen aber auch zu legereren Anlässen barhäuptig. Ich versuche mir gerade Kaiserin Auguste Viktoria (als Gattin des Kaisers eindeutig eine verheiratete Frau) mit Kopftuch vorzustellen. Ein doch eher erheiternder Gedanke.

    Was Ihr Bibelzitat mit dem Vorhergesagten zu tun haben soll, wird auch nicht klar. Es bezieht sich allein auf die Bekleidung während liturgischer Handlungen: „(...) wenn sie betet oder prophetisch redet und dabei ihr Haupt nicht verhüllt." Wo soll hier das Kopftuch ein Zeichen für die verheiratete Frau sein, zumal eine Frau (ob verheiratet oder unverheiratet) ihr Haupt nur während des Betens und Predigens verhüllen soll? Zudem ist der Rat, den Paulus den Korinthern gibt, keine Verpflichtung für den Christen, denn es ist eben allein die Meinung eines (wenn auch ehrwürdigen) Menschen.

    ... allerdings soll der Mann auch sein Haupt bedecken. Sieht man heute noch schön bei jüdischen Männern, die die Kipa auch nicht ablegen bzw. überall mit Hut rumlaufen.

    Andererseits hat die Redewendung "unter die Haube kommen" für heiraten ihren Ursprung darin, dass die verheiratete Frau ein "Haube" trug; ebenso die Redensart "Kleider machen Leute".

    Es gab bis ca. 1900 noch viele andere Kleidervorschriften, die sich auch auf die Farbe und dgl. der Kleidung bezogen und "Auskunft" über die Person und ihren Stand gaben.

    Mit dem Niedergang des Adels und Schaffung von Republiken (Freistaaten) verschwanden diese Vorschriften vollständig.

    Religiöse Kleidervorschriften findet man heute noch bei allen Fundamentalisten. "Normale" Gläubige erwarten nur eine "anständige" Kleidung. Das heute so beliebte Kreuzchen ist eher ein Gag als ein Glaubensbekenntnis.

    Dass vor 100 Jahren das Kopftuch das Zeichen dafür gewesen sein soll, dass eine Frau verheiratet war, ist aber ihre ganz exklusive Erkenntnis, @jschrewe. Schauen Sie sich doch einfach mal Fotografien aus der Zeit kurz vor dem 1. Weltkrieg (eben um 1911) an und sagen Sie, wo Sie hier Frauen mit Kopftüchern sehen (außer vielleicht Frauen jeglichen Familienstandes bei der Landarbeit, die ihr Haar mit Kopftüchern schützen)? Männer wie Frauen trugen zu dieser Zeit im Freien gerne schmückende Hüte, gingen aber auch zu legereren Anlässen barhäuptig. Ich versuche mir gerade Kaiserin Auguste Viktoria (als Gattin des Kaisers eindeutig eine verheiratete Frau) mit Kopftuch vorzustellen. Ein doch eher erheiternder Gedanke.

    Was Ihr Bibelzitat mit dem Vorhergesagten zu tun haben soll, wird auch nicht klar. Es bezieht sich allein auf die Bekleidung während liturgischer Handlungen: „(...) wenn sie betet oder prophetisch redet und dabei ihr Haupt nicht verhüllt." Wo soll hier das Kopftuch ein Zeichen für die verheiratete Frau sein, zumal eine Frau (ob verheiratet oder unverheiratet) ihr Haupt nur während des Betens und Predigens verhüllen soll? Zudem ist der Rat, den Paulus den Korinthern gibt, keine Verpflichtung für den Christen, denn es ist eben allein die Meinung eines (wenn auch ehrwürdigen) Menschen.

  3. Immer wieder wird von seitens der [Muslima] argumentiert, dass Kopftuch sei stolzer Audruck ihrer "Religion". Es wird behaupted, durch Bedeckung des Haupthaares werden sexuelle Reize unterdrückt.
    Dass sie sich durch Bedeckung erst zum Sexobjekt machen und Männer indirekt als latente Vergewaltiger verdächtigen, wird dabei getrost ignoriert.
    Ein Kopftuch nimmt ihnen ein Teil ihrer Selbstbestimmung. Erst wird das Kopftuch kommen und dann vielleicht die Burka?

    [...]

    Gekürzt. Bitte achten Sie auf eine angemessene Wortwahl. Danke. Die Redaktion/ag

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