Wegen des unerwartet großen Interesses wird Papst Benedikt XVI. seinen Berliner Gottesdienst am 22. September im Olympiastadion feiern und nicht am Schloss Charlottenburg. Bei bisher schon fast 50.000 Anmeldungen für die Messe wäre der Platz vor dem Schloss "aus allen Nähten" geplatzt, sagte der Berliner Weihbischof Matthias Heinrich.

Das Olympiastadion biete ausreichend Sitzplätze, von denen viele überdacht seien. Damit könnten auch ältere Menschen gut an der Messe teilnehmen, sagte der Generalkoordinator der Papstreise, Prälat Hans Langendörfer. "Mit dieser Entscheidung ist sichergestellt, dass wir alle Anmeldungen berücksichtigen können." Anmeldungen zur Messe sind nach wie vor online möglich.

Auch Papst Johannes Paul II. hatte 1996 eine Messe im Olympiastadion gehalten. Diese sei vielen Teilnehmern "in guter Erinnerung" geblieben. Das Stadion biete "neben einem bewährten Sicherheitskonzept auch ausreichend Sitzplätze", zudem sei es für Rollstuhlfahrer geeignet. Im Olympiastadion können rund 74.000 Menschen auf den Tribünen sitzen. Vor dem Schloss hätten rund 60.000 Menschen Platz gehabt.

Papst Johannes Paul II. hatte im Olympiastadion den ehemaligen Berliner Dompropst Bernhard Lichtenberg (1875-1943) seliggesprochen, der sich für die von den Nazis verfolgten Juden eingesetzt hatte.

Papst Benedikt XVI. wird vom 22. bis zum 25. September zu seinem ersten offiziellen Staatsbesuch in Deutschland erwartet. Station macht das Oberhaupt der katholischen Kirche in den Bistümern Berlin, Erfurt und Freiburg sowie an der Wallfahrtskapelle von Etzelsbach in der Nähe von Steinbach (Thüringen).

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, äußerte sich erfreut über den Zuspruch zur Papstmesse in Berlin: "Die Menschen fühlen sich vom Heiligen Vater und dem Motto der Reise 'Wo Gott ist, da ist Zukunft' angesprochen."