Stuttgart 21 Die Wutbürger sind verschwunden
Die Bahn baut S21 ein bisschen weiter. Die Demonstranten protestieren ein bisschen dagegen. Die Polizei passt ein bisschen auf. Szenen aus Stuttgart von Rüdiger Bäßler
© Thomas Niedermueller/Getty Images

Polizisten entfernen eine Teilnehmerin der Sitzblockade vor dem Stuttgarter Bahnhofsprojekt
Der Tag beginnt mit missverständlichen Schlagzeilen. Die Bahn baue ab sofort weiter am Tunnelprojekt Stuttgart 21, berichten die Nachrichtensprecher der Radiosender den ganzen Morgen, aber das stimmt insofern nicht, als es seit Wochen keinen echten Baustopp am Stuttgarter Hauptbahnhof gab. Ständig hatten Fachfirmen etwas im neu errichten Technikgebäude für das Grundwassermanagement am Rand des Schlossparks zu tun. Ein hoher Eisenzaun, der den Bau umgibt, scheint Neugierigen sagen zu wollen: Verschwindet.
Aber die Demonstranten, etwa 300 diesmal, verschwinden nicht, um sechs Uhr in der Frühe haben sie, wie schon vergangene und vorvergangene Woche, mit einer Sitzblockade begonnen. Um die 80 Entschlossene sitzen auf dem Zufahrtsweg zum verhassten Technikgebäude. Sie gucken auf Polizisten und die rostig gewordenen großen Metallbuchstaben der "Expressguthalle", die das Baudenkmal Hauptbahnhof verunzieren. Immerhin gibt es Musik. Ein Trompeter intoniert den Gassenhauer "Wer soll das bezahlen".
Auf einem Seitenstreifen stehen ein Dutzend Firmenfahrzeuge, deren Fahrer warten, bis die Blockade aufgehoben ist. Sie hatten einen weiten Anfahrtsweg. Die Monteure sind genervt, sie wollen nichts sagen. Unter den Demonstranten verbreitet sich eine angebliche Beleidigung des Firmen-Einsatzleiters, der die Blockierer als "linkes Gesocks" bezeichnet haben soll. Manche wollen herausgefunden haben, in welchem Auto der Mann sitzt und informieren ihre Nebenleute. Als das Auto später vorbei rollt, wird es ausgepfiffen. Mehr nicht.
Von Eskalation und Aggressivität keine Spur. Möglicherweise fällt es schwer, in den alten Wutmodus zurückzuschalten, nachdem der Machtverlust der CDU bei den Demonstranten vorübergehend so viel Freude ausgelöst hat. Fest steht, dass die Polizei – überwiegend Frauen und Männer der Bereitschaftspolizei Göppingen sowie der Stuttgarter Einsatzhundertschaft – ihr Auftreten unter der Kretschmann-Regierung und nach dem Abgang des Polizeichefs Siegfried Stumpf grundlegend überarbeitet hat.
Auf den Köpfen der Polizisten sitzen Käppis, keine Helme wie noch im vergangenen Jahr. Schlagstöcke sind nicht zu sehen. Die versammelten Vertreter der Staatsgewalt bilden auch kein finster schweigendes Spalier mehr, sondern antworten auf Fragen, auch auf kritische. Als ein Demonstrant Beamte anschreit, weil sie einen Sitzblockierer angeblich wider die Dienstvorschrift abtransportieren, wird er von anderen Gegnern zurechtgewiesen. "Was soll das, diese Aggressivität schadet uns nur."
Durch die Menge eilt, den Kopf gesenkt, einen Handyknopf ihm Ohr, mit einem Male Matthias von Hermann, der Sprecher der "Parkschützer". So viele Interviews wie an diesem Morgen hat er lange nicht gegeben. Als er endlich ein wenig Zeit hat, später, in einer Mauernische des Hauptbahnhofs, da freut er sich über diese Sitzblockade. "Es geht aufs Ende des Projekts zu. Das sehen hier alle", sagt er.
- Datum 14.06.2011 - 17:10 Uhr
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Liebe Presse, auch die ZEIT, könnte man es endlich unterlassen mit diesem besonders dämlichen Begriff herumzuschwurbeln?
Wenn die BILD damit rumproleten will - meinetwegen, aber die ZEIT?
Ich denke mal, eine gesunde Wut tut diesen Land nur gut :-)
Oh reimt sich sogar ! Und was sich reimt ist, sagte schon Pumuckel
Doch im Ernst: Wer mal mit halbwegs offenen Augen durch dieser unser Land zieht, wird schnell feststellen, dass man drei Dinge beobachten kann:
1. Ständig gestresste und müde Arbeitnehmer schon Morgens in der U-Bahn auf dem Weg zu dem was man "Beschäftigung" nennt
2. In jedem Bekannten- und Freundeskreis mindestens drei Leute, die sich äußerst ernste und berechtigte Sorgen um ihren Job machen.
3. Allgemeine Resignation oder Wut auf die Leute die zu Sündenböcken gemacht wurden
Insoweit kann eine gesunde Wut nur helfen. Ja, ich fordere alle auf mal richtig verbal Dampf abzulassen, schon wegen der seelischen Gesundheit wegen.
Aber richten Sie Ihre Wut auf die Richtigen, die Sie manipulieren:
"10 Strategien die Gesellschaft zu manipulieren" Noam Chomsky <-- Kein "Verschwörungstheoretiker", sondern lt. Zeit einer der meist zitierten Wissenschaftler
http://www.gulli.com/news...
Also tief durchatmen! Mal richtig Dampf ablassen, eine runde joggen und dann nachdenken, was sich ändern muss und wie es uns gelingt.
Schönen wütenden Abend !
benutzen die Wutredakteure der ZEIT doch nur, um die Wutleser ein bißchen zu ärgern.
Denn was ist die erste Bürgerpflicht? Das will uns die "bürgerliche Presse" damit sagen.
Das ist die neue Marketing-Provokationsstrategie der ZEIT, um durch Polarisierung mehr Aufmerksamkeit, Beachtung und "user generated content" in den Kommentaren zu erzeugen.
Ich denke mal, eine gesunde Wut tut diesen Land nur gut :-)
Oh reimt sich sogar ! Und was sich reimt ist, sagte schon Pumuckel
Doch im Ernst: Wer mal mit halbwegs offenen Augen durch dieser unser Land zieht, wird schnell feststellen, dass man drei Dinge beobachten kann:
1. Ständig gestresste und müde Arbeitnehmer schon Morgens in der U-Bahn auf dem Weg zu dem was man "Beschäftigung" nennt
2. In jedem Bekannten- und Freundeskreis mindestens drei Leute, die sich äußerst ernste und berechtigte Sorgen um ihren Job machen.
3. Allgemeine Resignation oder Wut auf die Leute die zu Sündenböcken gemacht wurden
Insoweit kann eine gesunde Wut nur helfen. Ja, ich fordere alle auf mal richtig verbal Dampf abzulassen, schon wegen der seelischen Gesundheit wegen.
Aber richten Sie Ihre Wut auf die Richtigen, die Sie manipulieren:
"10 Strategien die Gesellschaft zu manipulieren" Noam Chomsky <-- Kein "Verschwörungstheoretiker", sondern lt. Zeit einer der meist zitierten Wissenschaftler
http://www.gulli.com/news...
Also tief durchatmen! Mal richtig Dampf ablassen, eine runde joggen und dann nachdenken, was sich ändern muss und wie es uns gelingt.
Schönen wütenden Abend !
benutzen die Wutredakteure der ZEIT doch nur, um die Wutleser ein bißchen zu ärgern.
Denn was ist die erste Bürgerpflicht? Das will uns die "bürgerliche Presse" damit sagen.
Das ist die neue Marketing-Provokationsstrategie der ZEIT, um durch Polarisierung mehr Aufmerksamkeit, Beachtung und "user generated content" in den Kommentaren zu erzeugen.
Ist die Wut verraucht, was bleibt? Ausserdem ist jetzt Urlaubs- und Mallorcavorsaisonzeit für die, die nur ja nicht den prolligen Touristen mit ihren lärmenden Kindern begegnen wollen.
....Faktoren. Aber letztlich haben Die Grünen die Demonstranten offenbar im Griff.
....Faktoren. Aber letztlich haben Die Grünen die Demonstranten offenbar im Griff.
hätte heute keinen Sinn mehr , jetzt , da die "Richtigen" am
Ruder sitzen.
Der alte Bahnhof war eine technische Lösung vor hundert Jahren,der neue ist doch ein wirtschaftliches "Muss" in viellerlei Hinsicht...
Er wird kommen.
Da hilft auch kein grünes Herumrechnen.
er würde kommen, wenn die Bahn richtig gerechnet hätte und die Leute hätte, die so etwas machen können.
Sie macht zwar etwas, das muss sie ja auch, wie der Herr Grube immer betont, Aktienrecht und so;
aber einen fertigen Kellerbahnhof, der so funktioniert, wie vorgegeben, werden Sie niemals erleben!
er würde kommen, wenn die Bahn richtig gerechnet hätte und die Leute hätte, die so etwas machen können.
Sie macht zwar etwas, das muss sie ja auch, wie der Herr Grube immer betont, Aktienrecht und so;
aber einen fertigen Kellerbahnhof, der so funktioniert, wie vorgegeben, werden Sie niemals erleben!
Liebe Stuttgarter, liebe Ba-Wü,
Stuttgart ist wichtig.
Das Projekt ist wichtig.
Der friedliche Protest ist wichtig.
Aber - bitte - nehmt Euch nicht zu wichtig.
98 % der deutschen Mitbürger wird im gesamten Leben nicht die Stadtgrenze Stuttgart´s überschreiten.
Wenn der Bahnhof fertig ist, wird der termingehetzte Durchreisende Stuttgart gar nicht wahrnehmen, weil er in München pünktlich den Flieger kriegen will/muß.
Deswegen - nehmt Euch nicht zu wichtig.
...nicht so wichtig nehmen - und stattdessen von Frankfurt aus fliegen. Für den kläglichen Rest von 2% der Bürger (wahrscheinlich noch weniger) brauchen wir auch keinen neuen Bahnhof - für uns sparsame Schwaben tut´s auch der alte.
"98 % der deutschen Mitbürger wird im gesamten Leben nicht die Stadtgrenze Stuttgart´s überschreiten."
Aber gerade deswegen, ist es doch wichtig, was die Stuttgarter wollen. Immerhin leben sie in dieser Stadt.
Genau deshalb sollte es den Stuttgartern und den Pendlern überlassen sein wie ihr Bahnhof zu gestalten ist, denen die ihn jeden Tag nutzen zu 100%. Und eben nicht einer Minderheit die ein mal im Leben von Paris nach Bratislava fährt oder alle paar Jahre von Ulm zum STR.
...nicht so wichtig nehmen - und stattdessen von Frankfurt aus fliegen. Für den kläglichen Rest von 2% der Bürger (wahrscheinlich noch weniger) brauchen wir auch keinen neuen Bahnhof - für uns sparsame Schwaben tut´s auch der alte.
"98 % der deutschen Mitbürger wird im gesamten Leben nicht die Stadtgrenze Stuttgart´s überschreiten."
Aber gerade deswegen, ist es doch wichtig, was die Stuttgarter wollen. Immerhin leben sie in dieser Stadt.
Genau deshalb sollte es den Stuttgartern und den Pendlern überlassen sein wie ihr Bahnhof zu gestalten ist, denen die ihn jeden Tag nutzen zu 100%. Und eben nicht einer Minderheit die ein mal im Leben von Paris nach Bratislava fährt oder alle paar Jahre von Ulm zum STR.
als wäre man dabei gewesen.
Wie das mit K21/S21 ausgeht kann wohl keiner voraussagen. Wer hätte vor einem Jahr gedacht, dass Kretschmann Ministerpräsident wird?
Und was sich da in Stuttgart seit Monaten abspielt - die Neuskalierung von Bürger und Staat - zeigt, was Demokratie hervorbringen kann.
sollte erstmal dafür sorgen, dass in den alten Bundesländern keine Güter- und Personenzüge mehr zusammenstossen können.
Erst danach kann man an den Bau von Prestige-Projekten wie Stuttgart 21 denken, welche unser Bahnsystem in nicht nennenswert verbessern.
Der Steuerzahler hat einen Anspruch darauf, dass sein Geld sinnvoll ausgegeben wird.
Der Bürger hat ein Anrecht mitzuwirken. Oder werden wir alle nur als zahlende Transportmasse betrachtet?
Wie recht er hat, was die Sitzblockierer betrifft.
Es steht ja auch weiter oben im Artikel: "80 Euro sind für den Polizeieinsatz fällig, dazu 40 Euro für jeden Beamten, der beim Tragen helfen muss."
Das macht bei zwei Beamten/-innen dann 160 Euro für den Spaß. Da ist ein Besuch im Europapark Rust oder einem anderen Freizeitpark zur Bespassung dann doch etwas billiger.
Wie recht er hat, was die Sitzblockierer betrifft.
Es steht ja auch weiter oben im Artikel: "80 Euro sind für den Polizeieinsatz fällig, dazu 40 Euro für jeden Beamten, der beim Tragen helfen muss."
Das macht bei zwei Beamten/-innen dann 160 Euro für den Spaß. Da ist ein Besuch im Europapark Rust oder einem anderen Freizeitpark zur Bespassung dann doch etwas billiger.
Ich begrüße ausdrücklich das anscheinend neue Klima, das bei der Causa Stuttgart 21 aufzukeimen scheint. Die Polizistin treten offensichtlich deeskalierend auf und auch die Demonstrantenrufe a lá "Lügenpack" scheinen verstummt zu sein.
Es ist schön zu wissen, dass Demonstranten friedlich einem Grundrecht nachgehen und der Staat dieses friedlich akzeptiert.
Schade finde ich es allerdings, dass die Demonstranten ihr Recht dazu benutzen, das Recht eines Anderen zu beschneiden.
Die Deutsche Bahn hat das Baurecht für S21. Sie darf vollkommen legitim an dem Projekt bauen; Genau so legitim wie die Gegner demonstrieren dürfen.
Ich finde es nicht schön, dass die Demonstranten daher Leute daran hindern ihrer Arbeit nachzugehen (was kann der Handwerker dafür?) und dem Bauherren hohe Kosten aufzwingen.
Wieso kann ich mich nicht neben den Zufahrtswegen platzieren und dort demonstrieren? Wieso kann man nicht nach Berlin/Bonn fahren und vor den entsprechenden Behörden demonstrieren?
Warum muss ich willentlich Geld vernichten, indem ich Unternehmen und Arbeiter zum Warten zwinge?
Der Protestgedanke dahinter ist mir nicht klar.
Sich auf das Demonstrationsrecht zu berufen und damit andere Rechte zu beschneiden (es geht nicht um das Aufmerksam machen!!!) widerspricht dem Demonstrationsgedanken auf Unrecht hinzuweisen.
"Die Deutsche Bahn hat das Baurecht für S21. Sie darf vollkommen legitim an dem Projekt bauen; Genau so legitim wie die Gegner demonstrieren dürfen."
nämlich:
Das Demonstrieren schafft keine Tatsachen vor der Entscheidung. Das Bauen aber durchaus.
Oder was meinen Sie, warum die Bahn unbedingt weiterbauen will, wenn erst noch entschieden werden soll?
Genau!!
Weil es eben Tatsachen schafft, am besten unüberwindliche.
So machen es die Mächtigen immer. Sie klopfen die Demokratie mit Nadelstichen nieder, nicht mit Panzern. Das klappt viel besser, weil es so viele nicht verstehen.
Sie sind also für Demonstrationen, solange sie keinen Einfluß haben und bequem ignoriert werden können?
"Sie sind also für Demonstrationen, solange sie keinen Einfluß haben und bequem ignoriert werden können?"
Steht weder im Text, noch ist es daraus zu interpretieren.
ist noch gar nicht hinreichend geklärt. Zum Beispiel ist noch nicht geklärt ob die Finanzierung durch Stadt, Land, Bund und Bahn Verfassungskonform ist, oder ob der Verkauf des Geländes des ehemaligen Güterbahnhofs in Bad Cannstatt - der eigentlich zum Eisenbahnsondervermögen gehört - durch die Bahn AG rechtens war oder nicht usw.
"Die Deutsche Bahn hat das Baurecht für S21. Sie darf vollkommen legitim an dem Projekt bauen; Genau so legitim wie die Gegner demonstrieren dürfen."
nämlich:
Das Demonstrieren schafft keine Tatsachen vor der Entscheidung. Das Bauen aber durchaus.
Oder was meinen Sie, warum die Bahn unbedingt weiterbauen will, wenn erst noch entschieden werden soll?
Genau!!
Weil es eben Tatsachen schafft, am besten unüberwindliche.
So machen es die Mächtigen immer. Sie klopfen die Demokratie mit Nadelstichen nieder, nicht mit Panzern. Das klappt viel besser, weil es so viele nicht verstehen.
Sie sind also für Demonstrationen, solange sie keinen Einfluß haben und bequem ignoriert werden können?
"Sie sind also für Demonstrationen, solange sie keinen Einfluß haben und bequem ignoriert werden können?"
Steht weder im Text, noch ist es daraus zu interpretieren.
ist noch gar nicht hinreichend geklärt. Zum Beispiel ist noch nicht geklärt ob die Finanzierung durch Stadt, Land, Bund und Bahn Verfassungskonform ist, oder ob der Verkauf des Geländes des ehemaligen Güterbahnhofs in Bad Cannstatt - der eigentlich zum Eisenbahnsondervermögen gehört - durch die Bahn AG rechtens war oder nicht usw.
die auch heute noch wunderbar funktioniert. Der neue Bahnhof ist kein neuer Bahnhof, sondern ein aus dem Weg geräumter Bahnhof, auf dass Baulöwen dort Klötze zwecks größtmöglicher Vermarktung installieren. Gewinn für die Bahnfahrerei: keiner.
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