Unglück von Duisburg Gedenkfeier für die Opfer der Loveparade
Am Jahrestag des Unglücks von Duisburg haben rund 7.000 Angehörige und Freunde der Opfer gemeinsam getrauert. Noch immer ist die Schuld an der Katastrophe ungeklärt.
Ein Jahr nach der Massenpanik während der Loveparade haben in einer Gedenkfeier rund 7.000 Menschen um die 21 Toten getrauert. Angehörige der Opfer erhoben schwere Vorwürfe gegen die Verantwortlichen. "Es war eine Tragödie, die mit Sicherheit vermeidbar gewesen wäre. An einem derartigen Ort hätte niemals ein Konzert stattfinden dürfen", sagte Nadia Zanacchi, die Mutter eines Todesopfers, in ihrer Ansprache während der Feier im Duisburger MSV-Stadion.
Neben Angehörigen und Freunden der 21 Toten waren auch zahlreiche Betroffene gekommen, die die Katastrophe am 24. Juli vergangenen Jahres miterlebt hatten. Während die Namen der 18 bis 39 Jahre alten Opfer verlesen wurden, legten Rettungskräfte Sonnenblumen auf dem Rasen des Fußballstadions nieder.
Petra Bosse-Huber, Vizepräses der Evangelischen Kirche im Rheinland, und der emeritierte Ruhr-Weihbischof Franz Grave eröffneten das Gedenken. Die Zusammenkunft solle ein Zeichen des Miteinanders und ein Symbol des Trostes sein, sagte Grave.
An der Gedenkfeier nahmen auch NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD), fast das gesamte rot-grüne Landeskabinett sowie der CDU-Landesvorsitzende Norbert Röttgen teil. Der heftig kritisierte Duisburger Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) war dagegen nicht anwesend – die Angehörigen hatten seine Teilnahme nicht gewünscht.
Nach der Gedenkfeier wollte Kraft zusammen mit den Angehörigen in einem Bus zum Unglückstunnel an der Karl-Lehr-Straße fahren. Seit Samstag hatten dort mehr als 3.500 Menschen Blumenkränze, Sträuße und Kerzen niedergelegt. Nach der Gedenkfeier sollten in der gesamten Stadt die Kirchenglocken läuten.
Während der Massenpanik vor einem Jahr waren 21 Menschen erdrückt oder totgetrampelt worden; mehr als 500 wurden verletzt. Gegen 16 Beschuldigte ermittelt die Staatsanwaltschaft. Darunter sind viele städtische Mitarbeiter. Sauerland und der Loveparade-Veranstalter Rainer Schaller gehören nicht dazu.
Sauerland hatte sich erstmals vor knapp zwei Wochen öffentlich bei den Hinterbliebenen und Opfern entschuldigt, einen Grund zum Rücktritt sah er aber nicht. Die Staatsanwaltschaft hatte in einem Zwischenbericht festgestellt, dass die Genehmigung für die Loveparade in Duisburg rechtswidrig erfolgt war.
- Datum 25.07.2011 - 07:52 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP
- Kommentare 7
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Für mich nicht! Sauerlandund Schallerhaben das Projekt gegen alle auftretenden Widerstände durchgesetzt! Jetzt werden die Bauernopfer ausgeguckt!
Die Schuld und Zuständigkeit ist doch schon lange geklärt. Nur wie so oft ist die Opferseite juristisch weniger gut organisiert und vernetzt als die verschiedenen Ämter und Behörden (in deren Windschatten bisher auch der Veranstalter mitsegeln kann) als Verursacher. Die sind bei Versagen im Amt rechtlich abgesichert, auf Kosten der Stadt- und Landeskasse. Alle Fakten sind bekannt, ein Abschluß der juristischen Aufarbeitung ist nicht in Sicht bzw. kann über so lange Zeit ausgebremst werden. Ob dann am Ende Recht, Rechtssprechung und Gerechtigkeit deckungsgleich sein werden ist nicht absehbar.
Raffgier und Ignoranz.
Es müssen nur noch die Personen richtig zugeordnet werden.
Bei unserer gängigen Rechtssprechung ist das höchstwahrscheinlich ein Papierkorbaufsteller und ein Würstchenbudenbetreiber.
Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Polemik und bemühen Sie sich um einen sachlichen Diskussionsbeitrag. Danke. Die Redaktion/ag
Medial konnte ich Ausschnitte des Gedenkens verfolgen. Ein sehr stimmiges Programm und wichtig, daß die Unschuldigen nicht vergessen werden.
Was mich nachdenklich stimmt, was einen in einer Bananenrepublik wähnt, wer hat die Verantwortung, warum steht in Duisburg keiner seinen Mann und übernimmt diese.
Die Schuldfrage und die Klärung ändert wenig am Leid der Hinterbliebenen, aber Recht muß Recht bleiben.
Immer noch ein sehr trauriges Kapitel, welches nachhallt.
Der Duisburger Bürgermeister und seine Untergebenen inklusive gegen sich selbst ermittelde Staatsanwaltschaft zeigen auf jämmerlichste Art und Weise, wie man aus einem Rechtsstaat eine Bananenrepublik zusammensudelt.
Die Fakten sind lange klar, ein Fitnessstudiobetreiber hat sich mit einer dümmlichen Verwaltung auf einen kindlichen Höhenflug begeben, gegen alle Warnungen ein lebensgefährliches und rechtswidriges Monster-Event veranstaltet, das letztendlich viele Menschenleben gekostet hat.
Und nun klebt ein Bürgermeister, der letztendlich die letzte Unterschrift gab wegen seiner lächerlichen Pension auf dem Sessel, lässt sich von der halben Republik verbal anspucken und kann sich anscheinend immer noch in den Spiegel sehen, denn die Pension stimmt ja nun.
Und ein völlig überforderter Muckibudenbetreiber schleicht sich davon und beginnt ein Jahr später langsam mit der medialen Rehabilitierung, damit sein Leben so weitergehen möge wie vorher.
Wie schmuddelig und armselig ist das eigentlich?
Künftig werden die Diebe sagen: Es geht gar nicht darum dass man sowas nicht tut sondern nur darum, dass man nicht erwischt wird, andere machen das ja noch in ganz anderem Stil und ohne persönliche Konsequenzen.
Nicht nur die Opfer sondern auch alle, die tagtäglich gegen Kriminalität und an der Sicherheit aller arbeiten, können sich ja bei solchen Vorgesetzten nur noch köstlich verhohnepiepelt sehen.
"Duisburg. Die Stadtverwaltung hat der Gedenkfeier am Jahrestag der Loveparade im MSV-Stadion die Genehmigung versagt. Organisator Arno Eich kritisiert, bereits im Vorfeld habe die Stadt Genehmigungen für die Trauerfeier verzögert, behindert und blockiert.Die Trauerfeier für die 21 Opfer der Loveparade-Katastrophe Ende Juli war würdig. Umso überraschender, dass ausgerechnet diese Veranstaltung jetzt für Wirbel in der Duisburger Verwaltung sorgt.Wie erst jetzt bekannt wird, hatte die Stadt Duisburg der Trauerfeier am Jahrestag der Loveparade-Katastrophe im letzten Augenblick die Genehmigung versagt und spricht sogar von einem „Schwarzbau“. Mehr noch: In einem Schreiben an die NRW-Staatskanzlei versucht die Stadtspitze die Veranstalter der Trauerfeier zu verunglimpfen."
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