Welcher Tätertypologie entspricht er?
Welcher Tätertypologie entspricht er?
B. erschien praktisch aus dem Nichts. Trotz seiner offen an den Tag gelegten rechtsextremen Gesinnung war er den Sicherheitsbehörden nicht aufgefallen. Er war kein Mitglied nationalistischer Organisationen. Doch scheint sich der Täter über Jahre auf seine Tat intensiv vorbereitet zu haben. Er besorgte sich eine Pistole und ein Gewehr, gründete 2009 eine Firma für Gemüseanbau – und konnte so den Dünger für seine Sprengvorrichtung beschaffen. Doch war seine Tat kein Amoklauf im eigentlichen Sinne. Er verlor nicht die Nerven und arbeitete auch keine Todesliste ab, wie man es häufig bei solchen Taten antrifft.
Vielmehr zeigt seine Tat die Typologie eines Täters auf, der für Sicherheitsbehörden einen Albtraum darstellt: Der zu allem entschlossene, politisch motivierte Einzeltäter, der "einsame Wolf". Solche Attentäter bewegen sich nicht innerhalb einer Szene, sind nicht organisiert. Es gibt keine Gruppierungen, in die Sicherheitsbehörden vordringen könnten, um Erkenntnisse zu erlangen und so vor bevorstehenden Gewalttaten warnen könnten. Während bei hierarchisch organisierten Gruppen bereits das Einschleusen oder Gewinnen von Informanten ausreichen kann, um die ganze Pyramide zum Zusammenbruch zu bringen oder Erkenntnisse über beabsichtigte Attentate gewonnen werden können, Kommunikation abgehört oder mitgelesen werden kann, ist bei dem Typus des einsamen Wolfes jede rechtzeitige Warnung illusorisch.
Ein Einzeltäter betreibt quasi einen "führerlosen Widerstand", wie es im Handbuch der international tätigen, rechtsmilitanten Gruppierung "Blood & Honour" als Strategiepapier aufgeführt wird. Die in Deutschland im Jahr 2000 verbotene Organisation beschreibt diesen Tätertypus mit sehr deutlichen Worten: "In Norwegen gab es bereits in den siebziger und achtziger Jahren sehr blutige Ansätze einsamer NS-Wölfe."
Gibt es diese Art Täter auch in Deutschland?
Die Strategie "Einsamer Wolf" ist kein rein skandinavisches Problem, sondern wurde auch in der Bundesrepublik verfolgt. Im Jahr 2006 fanden auf dem Gelände des ehemaligen Nato-Tanklagers im niedersächsischen Unsen professionell organisierte Wehrsportübungen statt, organisiert von einer Militärschule aus Münster. Der Betreiber Hannes K., ehemaliger Kader von "Blood & Honour" wurde schließlich 2008 rechtskräftig verurteilt, weil er die verbotene Organisation weiter betrieben hatte. Neben professionellem Messerkampf wurden auch Scharfschützenausbildungen angeboten, Überfälle auf Kraftfahrzeuge geübt oder der Widerstand gegen Verhöre.
Auch in der Vergangenheit gab es in Deutschland schon Anschläge "einsamer Wölfe", beispielsweise waren die Schüsse auf Rudi Dutschke von einem entschlossenen Einzeltäter aufgrund seiner politischen Motivation abgegeben worden. Und auch der Sprengstoffanschlag auf das Münchner Oktoberfest 1980 erfolgte nicht aus einer Gruppierung heraus, sondern von einem Einzeltäter aus dem Umfeld der Wehrsportgruppe Hoffmann.
Der Einzeltäterstrategie bedienen sich inzwischen auch radikale Islamisten, weil groß angelegte Anschläge wie vom 11. September 2001 zunehmend schwieriger werden. Die tödlichen Schüsse vom Frankfurter Flughafen im März zeigen, dass man sich auch in der Bundesrepublik dem Vorgehen der Behörden anpasste und "einsame Wölfe" eine ernst zu nehmende Bedrohung darstellen.
Was kann gegen Einzeltäter getan werden?
Die einzige Möglichkeit besteht in der Reaktion auf solche Attentate. Bernd P., selbst jahrelang Ausbilder von Spezialeinheiten einer Landespolizei, sagt: "Durch die inzwischen in Deutschland etablierten Konzepte gegen Amokläufer sind die Polizeibehörden für solche Anschläge gut gerüstet. Die taktischen Grundsätze und Verfahren sind sich sehr ähnlich."
Es gälte vor allem, nicht in der Aufmerksamkeit nachzulassen, doch müsse auch die Ausstattung der zuständigen Polizei noch deutlich verbessert werden: "Die derzeitige Unterbewaffnung der Polizei könnte in solchen Lagen ein ebenso großes Problem sein wie die häufig fehlende Schutzausstattung."
- Datum 23.07.2011 - 20:49 Uhr
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- Quelle Tagesspiegel
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...bessere Waffen und Schutzausstattungen, wenn die Polizei erst kommt, wenn es zu spät ist? Ich möchte wirklich nicht populistisch erscheinen, aber ich frage mich ernsthaft, wie es strategisch realisiert werden können sollte, diese "einsamen Wölfe" rechtzeitig unschädlich zu machen.
diese einsamen Woelfe rechtzeitig unschaedlich machen kann? In ca 95 % der Faelle gar nicht. Die Geselschafft wird mit dieser Bedrohung leben muessen.
Aber ich wäre äußerst offen für Lösungsvorschläge an die ich, Laie in Sicherhetisfragen, noch nicht gedacht habe.
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diese einsamen Woelfe rechtzeitig unschaedlich machen kann? In ca 95 % der Faelle gar nicht. Die Geselschafft wird mit dieser Bedrohung leben muessen.
Aber ich wäre äußerst offen für Lösungsvorschläge an die ich, Laie in Sicherhetisfragen, noch nicht gedacht habe.
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Mal wieder ein Sportschütze... Ich finde, dieser "Sport" gehört einfach verboten. Bisher kamen die Täter bei fast jedem Angriff aus diesem Bereich, weshalb ich nicht verstehen kann wieso das immer noch toleriert wird.
Anders B. hätte ziemlich dumm aus der Wäsche geguckt, wenn die 500 auf der Insel alle im Schützenverein gewesen wären und zurückgeschossen hätten.
Anders B. hätte ziemlich dumm aus der Wäsche geguckt, wenn die 500 auf der Insel alle im Schützenverein gewesen wären und zurückgeschossen hätten.
diese einsamen Woelfe rechtzeitig unschaedlich machen kann? In ca 95 % der Faelle gar nicht. Die Geselschafft wird mit dieser Bedrohung leben muessen.
so wie bei sovielen andere Amokläufern. Überall können sie auftauchen. Ohne Vorwarnung. Oft wissen die nicht einmal selber weswegen sie so handeln.
Das war ein Amoklauf? Ich dachte die sind spontan? Das war ein geplantes, zeitlich strukturiertes Attentat eines, vermutlich politisch motivierten, Terroristen!
M.E. sind Amokläufe sehr oft das Ergebniss von länger andauernde Frustationen, welche nicht unbedingt eine Beziehung zur Aussenwelt haben müssen. In den NL ist dies vor etwas zwei Monate passiert. Ein Schüler tötete in einem Supermarkt viele Menschen. Warum hat man nicht herausgefunden. Die Tatsache, dass ein Amokläufer immer bewaffnet ist, lässt darauf schliessen, dass diese "Vorbereitung" durchhaus zur Tat passen.
Das war ein Amoklauf? Ich dachte die sind spontan? Das war ein geplantes, zeitlich strukturiertes Attentat eines, vermutlich politisch motivierten, Terroristen!
M.E. sind Amokläufe sehr oft das Ergebniss von länger andauernde Frustationen, welche nicht unbedingt eine Beziehung zur Aussenwelt haben müssen. In den NL ist dies vor etwas zwei Monate passiert. Ein Schüler tötete in einem Supermarkt viele Menschen. Warum hat man nicht herausgefunden. Die Tatsache, dass ein Amokläufer immer bewaffnet ist, lässt darauf schliessen, dass diese "Vorbereitung" durchhaus zur Tat passen.
Der Täter gehört zu einer neuen Generation von christlich-konservativen "Gotteskriegern". Ähnlich wie die Hassprediger unter den Muslimen, züchten auch christlich-fundamentalistische Hassprediger unter den Christen Ihre Kämpfer heran. Geert Wilders & Co liefern den ideologischen Background und fördern aktiv Vorurteile und Hass gegen Muslime, Liberale, Demokraten und sogenannte "Gutmenschen".
Ob sich die Rechtspopulisten und selbsternannten Islamkritiker in Europa erheben werden und sich gegen die Tat eines Mannes aus Ihrer Mitte aussprechen ? Zu hoffen ist es.
Anderen Quellen zufolge ist er z.B. pro-israelisch oder tritt auch für Homosexuelle ein (engl. Wikipedia, die sich allerdings auf das dänische Ekstrabladet stützt, eine wenig seriöse Quelle). Da existiert, mit Geert Wilders als internationale Ikone, eine pseudoliberale, teils konservative, aggressive Mischideologie, die vor allem auf Abgrenzung zum Islam und zum Multikulturalismus aufbaut. Da werden alte rechtsextreme Ideale (antijüdisch) ebenso über den Haufen geworfen wie alte konservative (antihomosexuell), weil man sich gerade über die moderneren Auffassungen in diesen Fragen leicht von "dem" Islam abgrenzen und dabei gleichzeitig moderne, ethische Reflexe ansprechen kann. Ich vermute, von diesem pseudoliberalen, ideologischen Pansch steckt einiges im Täter.
Schließlich heißt es doch: "Der Feind meines Feindes ist mein Freund". Nicht umsonst reisen Rechtspopulusten aus ganz Europa nach Israel und bieten den dortigen jüdischen Fanatikern, vor allem in den besetzen Westbank-Gebieten Ihre volle Unterstützung im Kampf gegen die Palästinenser an.
Die heutigen Rechtspopulisten recyclen nur die Ideologien des 20. Jahrhunderts (Faschismus, Nationalismus, Nationalsozialismus, ...) und ersetzen einfach nur das damalige Feindbild "Sozialist", "Demokrat", "Jude" mit dem heutigen Feindbild "Muslim".
wie Sie Geert Wilders unterstellen, dass er "Schuld" ist, kann man stellen dass einen Immamm der Hass predigt ebenso "Schuld" hat. Neue Religionskriege im Sicht?
Entfernt. Bitte gehen Sie sachlich auf Beiträge anderer User ein und verzichten Sie auf Unterstellungen. Danke. Die Redaktion/sc
Anderen Quellen zufolge ist er z.B. pro-israelisch oder tritt auch für Homosexuelle ein (engl. Wikipedia, die sich allerdings auf das dänische Ekstrabladet stützt, eine wenig seriöse Quelle). Da existiert, mit Geert Wilders als internationale Ikone, eine pseudoliberale, teils konservative, aggressive Mischideologie, die vor allem auf Abgrenzung zum Islam und zum Multikulturalismus aufbaut. Da werden alte rechtsextreme Ideale (antijüdisch) ebenso über den Haufen geworfen wie alte konservative (antihomosexuell), weil man sich gerade über die moderneren Auffassungen in diesen Fragen leicht von "dem" Islam abgrenzen und dabei gleichzeitig moderne, ethische Reflexe ansprechen kann. Ich vermute, von diesem pseudoliberalen, ideologischen Pansch steckt einiges im Täter.
Schließlich heißt es doch: "Der Feind meines Feindes ist mein Freund". Nicht umsonst reisen Rechtspopulusten aus ganz Europa nach Israel und bieten den dortigen jüdischen Fanatikern, vor allem in den besetzen Westbank-Gebieten Ihre volle Unterstützung im Kampf gegen die Palästinenser an.
Die heutigen Rechtspopulisten recyclen nur die Ideologien des 20. Jahrhunderts (Faschismus, Nationalismus, Nationalsozialismus, ...) und ersetzen einfach nur das damalige Feindbild "Sozialist", "Demokrat", "Jude" mit dem heutigen Feindbild "Muslim".
wie Sie Geert Wilders unterstellen, dass er "Schuld" ist, kann man stellen dass einen Immamm der Hass predigt ebenso "Schuld" hat. Neue Religionskriege im Sicht?
Entfernt. Bitte gehen Sie sachlich auf Beiträge anderer User ein und verzichten Sie auf Unterstellungen. Danke. Die Redaktion/sc
Unsachliche Richtungsführung in diffuse rechtsextreme Kreise.
Wenn man den derzeitigen Informationen folgt und diese sind augenscheinlich mit Vorsicht zu genießen, dann war Anders B. auch vom Norwegischen Widerstand gegen die NS Besatzung inspiriert und bewunderte Obama für seine Rethorik.
Ein sinniges Profil von Anders B. zu erstellen um den Fakten auf den Grund zu gehen, scheint zum derzeitigen Stand der Dinge einfach nicht möglich.
Aber ich wäre äußerst offen für Lösungsvorschläge an die ich, Laie in Sicherhetisfragen, noch nicht gedacht habe.
"Attentäter aus dem Nichts" ist ein unangemessener Titel, wenn schon wenige Zeilen später über die mutmaßliche Prägung des Täters berichtet wird.
Einen rechtsextremen Terrorakt als aus dem Nichts kommenden "Amoklauf" zu verbrämen würde bei einem islamistisch motiviertem Anschlag auch niemandem einfallen.
Es mag ja gut sein, daß sich religiös motivierter Terror, ob nun "islamisch-fundamentalistisch" oder "christlich-fundamentalistisch" besser verarbeiten lässt, weil die Distanzierung nicht so schwer fällt.
Dann sollten wir jedoch in Zukunft auch den Beteuerungen gemäßigter Muslime, daß islamistischer Terror die Sache einzelner Wahnsinniger sei, mehr Glauben schenken als bisher.
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