Anschläge in Norwegen Doppelanschlag löst weltweit Entsetzen aus

Bundeskanzlerin Merkel hat dazu aufgerufen, gemeinsam gegen Ausländerfeindlichkeit und Hass einzustehen. Deutschland bot Norwegen umfassende Hilfe an.

Menschen legen an der Unglücksstelle in Oslo Blumen nieder.

Menschen legen an der Unglücksstelle in Oslo Blumen nieder.

Die internationale Gemeinschaft hat sich über den Doppelanschlag, bei dem in Norwegen mehr als 90 Menschen getötet wurden, erschüttert gezeigt. Bundeskanzlerin Angela Merkel und US-Präsident Barack Obama verurteilten die Tat ebenso wie die Europäische Union.

Merkel rief nach dem Anschlag von Norwegen dazu auf, der Ausländerfeindlichkeit und dem Hass in der Gesellschaft gemeinsam entgegenzutreten. Nach ersten Erkenntnissen sei der Hass auf Andersartige und anders Aussehende das Motiv für die Anschläge gewesen, sagte die Kanzlerin in Berlin. Merkel betonte: "Dieser Hass ist unser gemeinsamer Feind." Alle, die an ein friedliches Zusammenleben glaubten, müssten dem gemeinsam entgegenwirken. Der Frieden ihres demokratischen und offenen Landes sei durch diese hasserfüllte Tat zerrissen worden. "Wir fühlen die Erschütterung genauso wie die Menschen in Norwegen", sagte sie. Merkel sagte weiter, sie habe in einem Telefonat mit Norwegens Ministerpräsident Jens Stoltenberg ihre Anteilnahme ausgedrückt. Ihre Gedanken seien bei den Angehörigen der Opfer des entsetzlichen Verbrechens.

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Bundesaußenminister Guido Westerwelle sagte, den norwegischen Stellen sei umfassende Hilfe sowohl bei der technischen Aufklärung der Tat, als auch bei der Betreuung von Opfern angeboten worden. Der Präsident des Zentralrates der Juden, Dieter Graumann, erklärte: "Als eine Gruppe, die selbst stets von Hass, Fanatismus und Terrorismus bedroht ist, können wir uns in besonderem Maße mit dem schrecklichen Verlust der norwegischen Gesellschaft identifizieren." Hass, Fanatismus und Terrorismus müssten mit allen Mitteln des demokratischen Staates nachhaltig bekämpft werden. Für die Linkspartei forderte deren Abgeordneter Sevim Dagdelen, einen erneuten Anlauf zu einem Verbot der rechtsextremen NPD.

Der britische Premierminister David Cameron bot Norwegen Hilfe an, unter anderem durch eine enge Zusammenarbeit der Geheimdienste beider Länder. Für die Ermordung friedlicher Bürger gebe es keine Rechtfertigung, schrieb auch Kremlchef Dmitri Medwedew.

Bei dem Bombenanschlag im Osloer Regierungsviertel und bei dem anschließenden Massenmord auf einer Ferieninsel sind 92 Menschen getötet worden. In Verdacht steht ein 32 Jahre alter Mann. Er soll ein christlicher Fundamentalist mit rechtsextremistischem Gedankengut sein.

 
Leser-Kommentare
    • nmc
    • 23.07.2011 um 18:54 Uhr

    Daß ein Mensch in so kurzer Zeit so viel Leid verursachen konnte macht uns - fassungslos und stumm!

    Frau Merkel braucht wegen dieser Tragödie in Norwegen nicht wieder eine Kampagne gegen a n g e b l i c h e n Ausländerhass in Deutschland zu beginnen -
    Durchgeknallte Einzel-Täter stehen immer außerhalb der Gesellschaft - niemand kann uns vor ihnen schützen.

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    • Kelhim
    • 24.07.2011 um 14:15 Uhr

    Terroristen mögen durchgeknallt sein. Einzeltäter sind sie mit Sicherheit. Ihre gesellschaftlichen Wunschvorstellungen und radikalen Ideen, sie umzusetzen, entspringen jedoch nicht einzelnen kranken Hirnen, sondern finden auch in weniger gewaltbereiten Menschen einen Nährboden.

    Wir sollten nicht leichtfertig jede Ursachenforschung unterlassen, indem wir diesen Mörder einfach als Irren abstempeln, der keine ideologischen Verbindungen zu gesellschaftlichen Strömungen aufweisen würde. Denn diese Verbindungen bestehen offensichtlich.

    Wie der Kommentator "jo bandura" zurecht schreibt, werden bei uns in Deutschland rechtsradikal motivierte Gewalttaten gegen Ausländer verübt. Studien zeigen darüber hinaus auch Ressentiments gegenüber Ausländern, die bis in die Mitte der Gesellschaft reichen. Es ist also keineswegs so, dass wir mit Rechtsextremismus und Rechtsradikalismus keine Probleme in Deutschland hätten - allenfalls ist es anderso noch schlimmer.

    Wir sollten uns darum vor Verharmlosungen hüten.

    Vielleicht lässt Fr. Dr. Merkel von Günter Wallraff als türkische Muslimin einkleiden und geht dann mal in Gemeinden wie Anklam oder Reinhardtsdorf-Schöna einkaufen. Dann würde sie den von ihr erwähnten Hass kennenlernen. Ich denke, man sollte niemals alle über einen Kamm scheren. Die Bundesrepublik ist insgesamt aufgrund der deutschen Geschichte auch in ihrem Rechtssystem toleranter als ihre Nachbarstaaten. Trotzdem findet die "böse Saat" schon wieder fruchtbaren Boden. Nicht nur in den "neuen" Bundesländern...

    • Kelhim
    • 24.07.2011 um 14:15 Uhr

    Terroristen mögen durchgeknallt sein. Einzeltäter sind sie mit Sicherheit. Ihre gesellschaftlichen Wunschvorstellungen und radikalen Ideen, sie umzusetzen, entspringen jedoch nicht einzelnen kranken Hirnen, sondern finden auch in weniger gewaltbereiten Menschen einen Nährboden.

    Wir sollten nicht leichtfertig jede Ursachenforschung unterlassen, indem wir diesen Mörder einfach als Irren abstempeln, der keine ideologischen Verbindungen zu gesellschaftlichen Strömungen aufweisen würde. Denn diese Verbindungen bestehen offensichtlich.

    Wie der Kommentator "jo bandura" zurecht schreibt, werden bei uns in Deutschland rechtsradikal motivierte Gewalttaten gegen Ausländer verübt. Studien zeigen darüber hinaus auch Ressentiments gegenüber Ausländern, die bis in die Mitte der Gesellschaft reichen. Es ist also keineswegs so, dass wir mit Rechtsextremismus und Rechtsradikalismus keine Probleme in Deutschland hätten - allenfalls ist es anderso noch schlimmer.

    Wir sollten uns darum vor Verharmlosungen hüten.

    Vielleicht lässt Fr. Dr. Merkel von Günter Wallraff als türkische Muslimin einkleiden und geht dann mal in Gemeinden wie Anklam oder Reinhardtsdorf-Schöna einkaufen. Dann würde sie den von ihr erwähnten Hass kennenlernen. Ich denke, man sollte niemals alle über einen Kamm scheren. Die Bundesrepublik ist insgesamt aufgrund der deutschen Geschichte auch in ihrem Rechtssystem toleranter als ihre Nachbarstaaten. Trotzdem findet die "böse Saat" schon wieder fruchtbaren Boden. Nicht nur in den "neuen" Bundesländern...

    • DrKnow
    • 23.07.2011 um 18:58 Uhr

    Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich mit konstruktiven Beiträgen an der Diskussion. Danke. Die Redaktion/sc

    • DrKnow
    • 23.07.2011 um 19:09 Uhr

    Ich erinnere an den Hausbrand von Ludwigshafen, der vorschnell als Anschlag eingestuft wurde, warum sind wohl die Ermittlungen stillschweigend eingestellt worden, obwohl sogar mit riesen TARA türkische Ermittler angereist sind. Was ist aus den Spendengeldern geworden?

    • MaBone
    • 23.07.2011 um 19:40 Uhr

    Zitat: "Nach ersten Erkenntnissen sei der Hass auf Andersartige und anders Aussehende das Motiv für die Anschläge gewesen, sagte die Kanzlerin in Berlin. Merkel betonte: 'Dieser Hass ist unser gemeinsamer Feind.'"

    ... für Ihre Schlussfolgerung und ein weiteres kurzsichtiges Statement unserer Zeit: Hass mit Hass bekämpfen.
    Hat bei "War on Terror" ja auch schon sensationell geholfen.

  1. Ich selbst kannte Menschen, die in Deutschland wegen ihrer Andersartigkeit (türkischer Herkunft) von Neonazis ermordet wurden, also ersparen wir uns das Verleugnen der vorhandenen Meinungen, die auch bis in die Mitte der Gesellschaft reichen! Rechstextremismus und Menschenfeindlichkeit gibt es in Deutschland, das ist Fakt, fast 200 Morde seit 1990 in Deutschland (laut zeit, entsprechende Info-Grafik 2009) sind da wohl Beleg genug.
    "Hass" als "Feind" zu titulieren ist sicher fragwürdig, aber vielleicht erkennt jetzt auch die CDU, dass gegen menschenverachtende Ideologien in Deutschland mehr getan werden muss und wohin Islam- und Fremdenfeindlichkeit führen können.

    • Kelhim
    • 24.07.2011 um 14:15 Uhr

    Terroristen mögen durchgeknallt sein. Einzeltäter sind sie mit Sicherheit. Ihre gesellschaftlichen Wunschvorstellungen und radikalen Ideen, sie umzusetzen, entspringen jedoch nicht einzelnen kranken Hirnen, sondern finden auch in weniger gewaltbereiten Menschen einen Nährboden.

    Wir sollten nicht leichtfertig jede Ursachenforschung unterlassen, indem wir diesen Mörder einfach als Irren abstempeln, der keine ideologischen Verbindungen zu gesellschaftlichen Strömungen aufweisen würde. Denn diese Verbindungen bestehen offensichtlich.

    Wie der Kommentator "jo bandura" zurecht schreibt, werden bei uns in Deutschland rechtsradikal motivierte Gewalttaten gegen Ausländer verübt. Studien zeigen darüber hinaus auch Ressentiments gegenüber Ausländern, die bis in die Mitte der Gesellschaft reichen. Es ist also keineswegs so, dass wir mit Rechtsextremismus und Rechtsradikalismus keine Probleme in Deutschland hätten - allenfalls ist es anderso noch schlimmer.

    Wir sollten uns darum vor Verharmlosungen hüten.

  2. Vielleicht lässt Fr. Dr. Merkel von Günter Wallraff als türkische Muslimin einkleiden und geht dann mal in Gemeinden wie Anklam oder Reinhardtsdorf-Schöna einkaufen. Dann würde sie den von ihr erwähnten Hass kennenlernen. Ich denke, man sollte niemals alle über einen Kamm scheren. Die Bundesrepublik ist insgesamt aufgrund der deutschen Geschichte auch in ihrem Rechtssystem toleranter als ihre Nachbarstaaten. Trotzdem findet die "böse Saat" schon wieder fruchtbaren Boden. Nicht nur in den "neuen" Bundesländern...

    Eine Leser-Empfehlung
  3. "Als eine Gruppe, die selbst stets von Hass, Fanatismus und Terrorismus bedroht ist, können wir uns in besonderem Maße mit dem schrecklichen Verlust der norwegischen Gesellschaft identifizieren."

    Ich finde es schade, dass der Präsident des Zentralrates der Juden, Dieter Graumann, seine Aussage so formuliert hat. Warum könnte er einfach nur sein Beileid ausdrücken. Für mich klingt seine Aussage so, als ob er aus diesem schrecklichen Ereignis die Aufmerksamkeit von den direkten Opfer dieser Tragödie abzulenken und auf sich selbst zu lenken versucht. Wenn man sein Beileid ausdrückt und es wirklich meint, dann sollte man das Bedingungslos und ohne Eigennutzen tun.
    Aber vielleicht war es nicht so gemeint!

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    • Kelhim
    • 24.07.2011 um 17:38 Uhr

    Eben weil er Menschen vertritt, die Hass, Gewalt und Vorurteile nur zu gut kennen, ist seine Beileidsbekundung umso authentischer. Ich bezweifle ernsthaft, dass irgendjemand in Norwegen ihm das boshaft auslegen wird.

    • Kelhim
    • 24.07.2011 um 17:38 Uhr

    Eben weil er Menschen vertritt, die Hass, Gewalt und Vorurteile nur zu gut kennen, ist seine Beileidsbekundung umso authentischer. Ich bezweifle ernsthaft, dass irgendjemand in Norwegen ihm das boshaft auslegen wird.

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