Preis für PutinÖzdemir verlässt Quadriga-Kuratorium

Grünen-Chef Özdemir hat den Verein Werkstatt Deutschland wegen der Quadriga-Verleihung an Regierungschef Putin verlassen. Die Ehrung stößt international auf Kritik. von dpa

Der Vorsitzende der Grünen Cem Özdemir auf einem Parteitag

Der Vorsitzende der Grünen Cem Özdemir auf einem Parteitag  |  © Sean Gallup/Getty Images

Grünen-Vorsitzender Cem Özdemir ist aus dem Quadriga-Kuratorium zurückgetreten. Er ist mit der Auszeichnung von Russlands Regierungschef Wladimir Putin mit dem deutschen Einheitspreis Quadriga nicht einverstanden. "Der Quadriga-Preis sollte nach meinem Verständnis an Personen verliehen werden, die sich besonders um die Demokratie und ihre Förderung verdient gemacht haben", erklärte Özdemir am Dienstag in Berlin. "Wladimir Putin sehe ich nicht in dieser Reihe."

Özdemir habe sich bereits am 15. Juni gegen eine Ehrung von Putin ausgesprochen und deutlich gemacht, dass er weder für den Preis qualifiziert sei, noch der Zeitpunkt vertretbar wäre angesichts der anstehenden Präsidentschaftswahlen in Russland.

Der undotierte Einheitspreis sei ein "Schlag ins Gesicht aller Menschenrechtler", sagte auch Grünen-Parteichefin Claudia Roth. Zudem äußerte der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Bundestages, Ruprecht Polenz (CDU), Kritik. Putin habe Russland nur wirtschaftlich entwickelt, nicht aber die Rechtstaatlichkeit und die Verwirklichung der Menschenrechte vorangebracht, sagte Polenz.

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Das Kuratorium des Quadriga-Preises reagiert auf die Kritik mit einem Krisentreffen am Dienstag. Dabei soll endgültig über die Ehrung von Putin entschieden werden. Eine erste Sitzung am Montagabend sei ohne offizielles Ergebnis beendet worden, sagte ein Sprecher des Vereins Werkstatt Deutschland.

Mit dem Quadriga-Preis sind in den vergangenen Jahren unter anderem die DDR-Bürgerrechtlerin Bärbel Bohley und Altkanzler Gerhard Schröder ausgezeichnet worden.

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Leserkommentare
  1. wer in der Vergangenheit bereits mit diesem Preis ausgezeichnet worden ist, insbesondere ein gewisser Gerhard Schröder, dann bin ich jedenfalls richtig froh, nicht zu den, für diese "Ehre" in Betracht kommenden, Menschen nominiert worden zu sein!

  2. in einen stabilen verlaesslichen Staat uebergefuehrt und
    gleichzeit die sehr schwierige wirtschaftliche Situation
    der Bevoelkerung entschieden verbessert. Ganz besonders
    verbessert wurde das Verhaeltnis zu Deutschland. Putin
    verdient den Friedens-Nobelpreis fuer die entscheidende
    Reduzierung der politischen und militaerischen Spannungen.
    Kann mir jemand sagen, wofuer Obama den Preis bekommen hat?

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    Putin hat die Spannungen verringert? Seltsam, mein Eindruck ist eher, dass Putin an einer Wiederauferstehung der UDSSR arbeitet, seine (kleinen) Nachbarstaaten bedrängt (wie eh und je...) und sich eben in allem wie ein alter KGB-Mann verhält, ups! er ist ja einer. Naja :_ das passt dann ja!

    Dafür, daß George W. von der Bildfläche verschwunden ist. Gerade deshalb, weil er ansonsten noch keine eigene Leistung vorzuweisen hatte, fand und finde ich diese Auszeichnung genial.
    Er hat
    „im vergangenen Jahr der Menschheit den größten Nutzen erbracht“,
    einfach dadurch, daß er an die Stelle Bush's getreten ist. Es war also letztlich keine Auszeichnung für Obama, sondern eine schallende Ohrfeige des Nobelpreiskomitees für George W. Bush!

    Zunächst mal hat Putin hauptsächlich seine eigene wirtschaftliche Situation und die seiner Führungsclique verbessert.

    Die Reduzierung "militärischer Spannungen" ist ja wohl in erster Linie auf den Fall des eisernen Vorhangs zurück zu führen, nicht?

    Ihre Laudatio lesen Sie bitte mal Regimekritikern vor. Die berichten Ihnen dann, was sich an der Situation der Bevölkerung verbessert hat.

  3. Putin hat die Spannungen verringert? Seltsam, mein Eindruck ist eher, dass Putin an einer Wiederauferstehung der UDSSR arbeitet, seine (kleinen) Nachbarstaaten bedrängt (wie eh und je...) und sich eben in allem wie ein alter KGB-Mann verhält, ups! er ist ja einer. Naja :_ das passt dann ja!

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Die Aufrüstung Russlands (wenn man sie so überhaupt nennen kann, verglichen mit den mil. Ausgaben der USA...) ist eine Antwort auf die Expansionspolitik der Nato. Die Nato hatte so gut wie ale Verträge gebrochen, die vereinbart wurden und als Voraussetzung der Auflösung des Warschauer Paktes dienten.

    Es ist vieles kompliziert in Russland und bei weitem davon entfernt optimal zu sein. Jedoch wurde das Land unter Puti stabilisiert, was auch der wirtschaftlichen Entwicklung in Europa zugute kommt. Auch ist es sicherer Russland als stabilen und starken Partner zu haben.

    Überhaup darf die Situation in Russland nicht mit deutschen Maßstäben gemessen werden.

    Putin ist kein Engel, keine Frage. In Sachen Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit ist seine Bilanz äußerst dürftig, um es freundlich zu sagen. Das Verhalten Russlands den kleineren Nachbarn gegenüber ist auch nicht so toll. Alles richtig. Gleichzeitig stimmt es aber auch, dass Putin Russland zu einem nach außen hin stabilen und vergleichsweise verlässlichen Land gemacht hat.

    Putin wird hier ja nicht für seine Bestrebungen in Sachen Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit oder gute Nachbarschaft mit ehemaligen Sowjetrepubliken ausgezeichnet, sondern für seinen Einsatz für die Partnerschaft zwischen Russland und Deutschland (auf staatlicher Ebene, nehme ich an).

    Dass jemand wie Putin einen solchen Preis als Wahlkampfmittel und Geschenk für Propaganda in eigener Sache verwenden wird, ist klar. Da ist die Frage, ob man das in Kauf nehmen will, oder ob es ein Grund ist, doch jemand anders auszuzeichnen.

    Auf der Webseite der Quadriga heißt es: „Die Quadriga ehrt vier Persönlichkeiten und Projekte, deren Denken und Handeln auf Werte baut. Werte, die Vision, Mut und Verantwortung dienen. (...) Die Quadriga würdigt Vorbilder. Vorbilder für Deutschland und Vorbilder aus Deutschland.“ Werte hat Putin sicher, aber welche? Dienen seine Werte Vision, Mut und Verntwortung? Putin taugt wohl kaum als Vorbild für Deutschland, meiner Meinung nach sollte er nicht mit der Quadriga geehrt werden.

  4. dauerhaft verbessert und Deutschland aus dem Irak-Krieg
    herausgehalten. Auch wenn er sonst manchen Scheiss gebaut
    hat, das rechtfertigt jeden Preis.

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    dass Schröder so manchem Soldaten das Leben gerettet hat, weil der nicht in der Irak musste, nur um sie dann leichten Herzens nach Afghanistan zu entsenden, damit sie dort unter Einsatz ihrer Leben, die "deutsche Grenze" am Hindukusch verteidigen sollten, Toll!

    Achja, der besonderes hervorstechende Dienst Schröders an den Bürgern (und seiner Partei) war die Implementierung der vollkommen asozial gestalteten Hartz-Gesetze, unter der Millionen Menschen leiden und zusehends verarmen!

    Dies gehört allerdings, als der ganz besondere Verdienst des Herrn G. Schröder, in der Geschichte der ehedem 'sozialen' Marktwirtschaft verewigt und darf nie vergessen werden, insbesondere im Hinblick auf die überragende Fähigkeit von Machtpolitikern zum Opportunismus, wenn es gilt die eigenen Schäfchen flugs ins Trockene zu bringen!

    Sollte es für falsches Spiel mit dem Wähler und Hinterhältigkeit in der Politik zum Nachteil der Menschen, jemals eine dem entsprechende Auszeichnung geben, schlage ich den Gaz-Gerd schon jetzt für den Nobel-Preis vor.

    Da kann sich Jeder selber ein Bild machen:
    http://de.wikipedia.org/w...(Preis)

  5. Der Westen redet einmal wieder über Menschenrechte und Demokratie... vielleicht sollte man vor der eigenen Haustür kehren?

    Sonst kann ich mich dem Kommentar Nummer 2 nur anschließen.

  6. Die Aufrüstung Russlands (wenn man sie so überhaupt nennen kann, verglichen mit den mil. Ausgaben der USA...) ist eine Antwort auf die Expansionspolitik der Nato. Die Nato hatte so gut wie ale Verträge gebrochen, die vereinbart wurden und als Voraussetzung der Auflösung des Warschauer Paktes dienten.

    Es ist vieles kompliziert in Russland und bei weitem davon entfernt optimal zu sein. Jedoch wurde das Land unter Puti stabilisiert, was auch der wirtschaftlichen Entwicklung in Europa zugute kommt. Auch ist es sicherer Russland als stabilen und starken Partner zu haben.

    Überhaup darf die Situation in Russland nicht mit deutschen Maßstäben gemessen werden.

    Antwort auf "Passt ja"
  7. dass Schröder so manchem Soldaten das Leben gerettet hat, weil der nicht in der Irak musste, nur um sie dann leichten Herzens nach Afghanistan zu entsenden, damit sie dort unter Einsatz ihrer Leben, die "deutsche Grenze" am Hindukusch verteidigen sollten, Toll!

    Achja, der besonderes hervorstechende Dienst Schröders an den Bürgern (und seiner Partei) war die Implementierung der vollkommen asozial gestalteten Hartz-Gesetze, unter der Millionen Menschen leiden und zusehends verarmen!

    Dies gehört allerdings, als der ganz besondere Verdienst des Herrn G. Schröder, in der Geschichte der ehedem 'sozialen' Marktwirtschaft verewigt und darf nie vergessen werden, insbesondere im Hinblick auf die überragende Fähigkeit von Machtpolitikern zum Opportunismus, wenn es gilt die eigenen Schäfchen flugs ins Trockene zu bringen!

    Sollte es für falsches Spiel mit dem Wähler und Hinterhältigkeit in der Politik zum Nachteil der Menschen, jemals eine dem entsprechende Auszeichnung geben, schlage ich den Gaz-Gerd schon jetzt für den Nobel-Preis vor.

    • colca
    • 12. Juli 2011 11:59 Uhr
    8. Preise

    Was nicht alles für Preise verliehen werden. Warum sollte Putin nicht auch einen bekommen? Schließlich hat er das gefährlich taumelnde Russland nach den Chaosjahren unter Jelzin wieder stabilisiert und den russischen Staat handlungsfähig gemacht. Damit hat er vermutlich mehr für den Weltfrieden erreicht als der Friedensnobelpreisträger Obama, dessen Friedensliebe sich auf Drohnenattentate und Killereinsätze in Drittländern reduziert.
    Ob Putin dafür nun unbedingt einen deutschen Einheitspreis bekommen muss, sei einmal dahingestellt. Aber wenn es der Vertiefung der strategischen deutsch-russischen Beziehungen dienlich ist, warum nicht. Schließelich hat auch kaum jemand gefragt, wofür sich Frau Merkel kürzlich ihre Blechmedaille in Washington abgeholt hat.
    Also flache Bälle.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa
  • Schlagworte Wladimir Putin | Cem Özdemir | CDU | Gerhard Schröder | Ruprecht Polenz | Claudia Roth
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