Hungersnot UN warnen vor Tragödie in Somalia

Ein Viertel der somalischen Bevölkerung ist auf der Flucht. Die schwerste Dürre seit 60 Jahren und neue Gewalt im Süden des Landes haben die Lage verschärft.

Flüchtlinge aus Somalia in einem Camp in Kenia

Flüchtlinge aus Somalia in einem Camp in Kenia

Die Vereinten Nationen haben vor einer Katastrophe in Somalia gewarnt. Seit Jahresbeginn seien bereits 135.000 Menschen vertrieben worden, sagte die Sprecherin des UN-Flüchtlingskommissariats UNHCR, Melissa Fleming. Allein im Juni seien etwa 54.000 Menschen in die Nachbarstaaten Kenia und Äthiopien geflüchtet und damit dreimal so viele wie im Mai.

Die Trockenheit in Verbindung mit der anhaltenden Gewalt im Süden und in der Mitte des Landes führe dazu, "dass eine der schlimmsten humanitären Krisen der Welt zu einer menschlichen Tragödie unvorstellbaren Ausmaßes" werde, sagte Fleming. Besorgniserregend sei vor allem der Zustand, in dem die Flüchtlinge in den Nachbarländern einträfen. Nach oft mehrwöchigen Fußmärschen seien die Kinder vielfach schwer unterernährt, viele verhungerten bereits auf der Flucht.

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Schwerste Dürre seit 60 Jahren

Hinzu komme, dass die Gewalt in Somalia den Einsatz von Hilfsorganisationen praktisch unmöglich mache. Ende Juni hatten die UN zudem bereits vor den Folgen der schwersten Dürre seit 60 Jahren am Horn von Afrika gewarnt, von der bereits mehr als zehn Millionen Menschen betroffen sind. Nach UN-Angaben flüchteten bislang mehr als 750.000 Somalier in die benachbarten Länder, etwa 1,46 Millionen Menschen gelten zudem im eigenen Land als vertrieben. Von Flucht oder Vertreibung betroffen sei damit insgesamt ein Viertel der 7,5 Millionen Einwohner Somalias.

Darüber hinaus wird die Lage auch in den Flüchtlingslagern schwieriger. Allein im kenianischen Flüchtlingslager Dadaab treffen nach UN-Angaben täglich 1.400 Menschen ein. Das für ursprünglich maximal 90.000 Menschen ausgelegte Lager sei mit inzwischen 382.000 Flüchtlingen zur "drittgrößten Stadt" Kenias geworden.

 
Leser-Kommentare
    • Zuntz
    • 05.07.2011 um 19:25 Uhr

    Nach oft mehrwöchigen Fußmärschen seien die Kinder vielfach schwer unterernährt, viele verhungerten bereits auf der Flucht.
    Hinzu komme, dass die Gewalt in Somalia den Einsatz von Hilfsorganisationen praktisch unmöglich mache.
    -------------------------------
    Gerade über Venezuelas erstarkte Kriminalität gelesen.
    Wo man auch hinschaut herrscht Brutalität..
    Wenn man die Frau auf den Foto mit den Kindern sieht,
    möcht man ausrasten,das sie nicht friedlich leben können.
    Kann man Gewalttäter, Kriminelle und Kriegstreiber
    nicht auf den Mond schießen.Es würde bestimmt voll da oben und hier wäre endlich Ruhe.

  1. Wieder eine der Meldungen, bei denen ich mich frage, was ich tun kann. Ich weiß nicht, ob dem Roten Kreuz o.ä. spenden wirklich hilft, mir fehlt da absolut die Informationsquelle.

    Ich werde hier vor etwas gewarnt, gegenüber dem ich machtlos bin. Oder?

  2. 3. [...]

    Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich mit Argumenten an der Diskussion. Danke, die Redaktion/jz

    Eine Leser-Empfehlung
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    • snm81
    • 05.07.2011 um 20:25 Uhr

    ich brauche jetzt wohl kaum an ein moralisches gewissen zu appelieren- ein solches ist wohl nicht vorhanden.
    ich sehe ja ein das man sowas wegignoriert kann weil man es eh nicht ändern kann. wenn man aber auch noch ostentativ gleichsam damit prahlt dass einen das nicht kümmert ist das schon beinahe pathologisch.

    • snm81
    • 05.07.2011 um 20:25 Uhr

    ich brauche jetzt wohl kaum an ein moralisches gewissen zu appelieren- ein solches ist wohl nicht vorhanden.
    ich sehe ja ein das man sowas wegignoriert kann weil man es eh nicht ändern kann. wenn man aber auch noch ostentativ gleichsam damit prahlt dass einen das nicht kümmert ist das schon beinahe pathologisch.

  3. Nun, spenden an die Organisation Ihres Vertrauens ist sicher hilfreich. Z.B. an die UN-Organisation WFP oder eine kooperierende. Soweit ich das mitbekommen habe, beschafft die WFP den Großteil zu verteilender Nahrungsmittel in der Region. Es geht dann an kleinere Organisationen zur Weiterverteilung, wovon allerdings nur wenige direkt in Somalia vor Ort sind.

    Will man längerfristig wirtschaftlich helfen, kann man gegen die Atomkraft protestieren und aufhören, von Europäern gefangenen Fisch zu essen. Denn die anarchistischen Verhältnisse werden von europäischen Unternehmen schamlos ausgenutzt, indem vor der Küste Atommüll abgeladen und lizenzfrei gefischt wird (mit großen Trawlern natürlich).

    Politisch kann man sich nur informieren (Sheikh und Weber 2010, "Kein Frieden für Somalia?"), hoffen und beten.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Da Atommüll, der vor den Küsten Somalias abgeladen wird, normalerweise nicht zum Müll eines kleinen mittelständischen Unternehmens gehört, frage ich mich, wo er herkommt, und wer so menschenverachtend sein kann, Giftmüll und Atommüll einfach einige paar Tausend Kilometer weiter zu entsorgen, wo Menschen, Familien und Kinder leben.

    Aber doch nicht wir, die westliche "Elite der Schöpfung".

    Die Überfischung durch Industrienationen und die damit verbundene Existenzauflösung der Fischerfamilien ist ein grundsätzliches Problem in Afrika. Entweder haben die afrikanischen Staaten billige Lizenzen an Europa und Japan vergeben oder sie müssen zusehen, wie die Industrienationen "wild" in Regionen, wo es keinen richtigen Staat und Verhandlungspartner gibt wie in Somalia, herumfischen.

    In Somalia wird ebenfalls die weibliche Genitalbeschneidung an Kindern praktiziert.

    Na ja, wen interessiert es.

    Es sollte uns mehr interessieren. Unsere Regierungen lassen es zu, dass Uranabbau durch Firmen im Niger Menschen verseucht, sie reden nicht darüber, wie Coltan im Congo abgebaut , bzw, geraubt wird.

    Wir leben mit unserer hochentwickelten Technologie doch sehr gut, mit unserem reich gedecktem Tisch des immerwährenden rechnologischen Fortschrittes.

    Andere Menschen müssen mit einem toten Kind im Gepäck flüchten aus dieser von den Europäern und Amerikanern demontierten und vergessenen Zone.

    Die ungünstige klimatische Lage ist nicht der alleinige Auslöser von Armut und Flucht.

    Da Atommüll, der vor den Küsten Somalias abgeladen wird, normalerweise nicht zum Müll eines kleinen mittelständischen Unternehmens gehört, frage ich mich, wo er herkommt, und wer so menschenverachtend sein kann, Giftmüll und Atommüll einfach einige paar Tausend Kilometer weiter zu entsorgen, wo Menschen, Familien und Kinder leben.

    Aber doch nicht wir, die westliche "Elite der Schöpfung".

    Die Überfischung durch Industrienationen und die damit verbundene Existenzauflösung der Fischerfamilien ist ein grundsätzliches Problem in Afrika. Entweder haben die afrikanischen Staaten billige Lizenzen an Europa und Japan vergeben oder sie müssen zusehen, wie die Industrienationen "wild" in Regionen, wo es keinen richtigen Staat und Verhandlungspartner gibt wie in Somalia, herumfischen.

    In Somalia wird ebenfalls die weibliche Genitalbeschneidung an Kindern praktiziert.

    Na ja, wen interessiert es.

    Es sollte uns mehr interessieren. Unsere Regierungen lassen es zu, dass Uranabbau durch Firmen im Niger Menschen verseucht, sie reden nicht darüber, wie Coltan im Congo abgebaut , bzw, geraubt wird.

    Wir leben mit unserer hochentwickelten Technologie doch sehr gut, mit unserem reich gedecktem Tisch des immerwährenden rechnologischen Fortschrittes.

    Andere Menschen müssen mit einem toten Kind im Gepäck flüchten aus dieser von den Europäern und Amerikanern demontierten und vergessenen Zone.

    Die ungünstige klimatische Lage ist nicht der alleinige Auslöser von Armut und Flucht.

    • snm81
    • 05.07.2011 um 20:25 Uhr

    ich brauche jetzt wohl kaum an ein moralisches gewissen zu appelieren- ein solches ist wohl nicht vorhanden.
    ich sehe ja ein das man sowas wegignoriert kann weil man es eh nicht ändern kann. wenn man aber auch noch ostentativ gleichsam damit prahlt dass einen das nicht kümmert ist das schon beinahe pathologisch.

    Antwort auf "[...]"
  4. könnte man ihnen ja mit der einen oder anderen Tonne Lebensmittel aushelfen! Aber wir zerstören in Nordafrika auch noch die letzten funktionierenden Staaten Afrikas im Namen des größten "Friedensnobelpreisträgers" aller Zeiten,
    Barack Hussein Obama II !

    • IllI
    • 05.07.2011 um 20:41 Uhr

    wir produzieren lieber die Waffen ...
    fischen ihre Gewässer leer ...
    stützen ihre Dikatatoren ...
    und ... ach könnt ich k*tzen !!!

  5. 8. [...]

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Äusserungen, die als zynisch und verletzend empfunden werden könnten. Danke, die Redaktion/jz

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