Vergewaltigungsvorwürfe Strauss-Kahns Anwälte gewinnen Duell gegen Staatsanwaltschaft
Kehrtwende im Fall Strauss-Kahn: Ein Staatsanwalt vor den Trümmern seiner Anklage, ein triumphierender Anwalt und ein Spitzenpolitiker, der neue Hoffnung schöpft.
© Pool/Getty Images

Dominique Strauss-Kahn am 1. Juli bei der Verhandlung im Supreme Court in New York .
Dominique Strauss-Kahn, der langjährige Direktor des Internationalen Währungsfonds, der versuchten Vergewaltigung angeklagt, ist nun ein – fast – freier Mann. Letztlich war es ein Duell zwischen der Staatsanwaltschaft und Strauss-Kahns Anwälten, das diese gewonnen haben. Zwar hält Manhattans Generalstaatsanwalt Cyrus Vance Jr. Strauss-Kahn immer noch für schuldig. Es gebe Beweise für einen unfreiwilligen Sexualakt, sagt er, und: "Wir haben unsere Pflicht getan und das Opfer geschützt". Aber er hat keinen Widerspruch eingelegt, als der Richter die Auflagen gegen Strauss-Kahn aufgehoben hat. Die Hauptverhandlung findet nun ab dem 18. Juli statt, es ist aber möglich, dass Strauss-Kahn einen Plea Deal schließt: Er gesteht eine einfache Nötigung und bekommt eine Bewährungsstrafe.
Vor sechs Wochen wurde der französische Sozialist nur Minuten vor dem Abflug aus dem Flieger geholt; ihm wurde vorgeworfen, eine 32-jährige Hotelangestellte aus Guinea zum oralen Sex gezwungen zu haben. Es folgte: Einlieferung auf die Gefängnisinsel Rykers Island, ein demütigender Spießrutenlauf in Handschellen an TV-Kameras vorbei, höhnische Kommentare in Murdochs New York Post, die ihn einen "perversen Frosch" nannte und anti-französische Töne spuckte wie zuletzt beim Einmarsch in den Irak.
Strauss-Kahn engagierte zwei New Yorker Spitzenanwälte, William W. Taylor III, und Benjamin Brafman. Brafman, Sohn von Holocaust-Überlebenden aus Brooklyn, der mit der Verteidigung von New Yorker Mafiosi bekannt wurde, hat schon viele Klienten freigepaukt: Michael Jackson und den Rapper Jay-Z, den Produzenten Peter Gatien, dem der Verkauf von Ectasy in seinen Nachtclubs vorgeworfen wurde, und Sean "Puffy" Combs, der mit seiner damaligen Freundin Jennifer Lopez in eine Schießerei vor einen Nachtclub verwickelt war. Obwohl hunderte von Zeugen gesehen hatten, wie "Puff Daddy" mit seiner Waffe herumfuchtelte, kam der Rapper frei. Brafmans Taktik ist, Stimmung in der Presse für seine Mandanten zu machen. Er schaffte es zunächst, Strauss-Kahn aus der U-Haft zu pauken, unter verschärften Bedingungen zwar – Millionenkaution, Fußfessel, Hausarrest – aber immerhin lebt der Banker seitdem in einer luxuriösen Stadtvilla, mit Frau und Tochter.
Brafmans Gegenspieler ist das glatte Gegenteil des Anwalts: Cyrus R. Vance Jr., Sohn von Cyrus Vance, Außenminister von Jimmy Carter, der schon unter Kennedy und Johnson gedient hatte. Vance ist ein liberaler blaublütiger WASP, der in Yale und Georgetown studiert hat. Der Demokrat leitet die Staatsanwaltschaft in Manhattan seit Anfang 2010, dies ist sein erster spektakulärer Fall. Er hat das Erbe des legendären Robert Morgenthau Jr. angetreten, Sohn von Franklin D. Roosevelts Schatzmeister Henry Morgenthau; der erst mit 90 Jahren abgetreten war. Morgenthau hatte den Ruf, unbestechlich zu sein, hart durchzugreifen und eine schützende Hand über die Polizei zu halten. Als Vance gewählt wurde, hatte er die Unterstützung von Morgenthau, auch die von Caroline Kennedy und dem früheren demokratischen Bürgermeister David Dinkins. Nun steht er schwer unter Druck: Was auch immer er tut, es kann ein schwerer Fehler sein.
Vance setzte Dutzende seiner Leute an den Fall, der anfangs so klar schien: Eine Asylbewerberin aus Guinea, schwarz und arm, hart arbeitende verwitwete Mutter, die sich, aufgeregt und weinend, mehreren Kolleginnen anvertraut hatte. Dazu hatte sie blaue Flecken, Spermaspuren des Angeklagten waren an ihrer Kleidung. Hingegen hatte sich der Verdächtige eilends abgesetzt und verfügte über einen einschlägigen Ruf. Vance entschloss sich, hart durchzugreifen. Unter keinen Umständen wollte er einen zweiten Fall Roman Polanski riskieren, wo ein Vergewaltiger von Frankreich aus den USA eine Nase dreht.
Vance war sich so sicher, dass er den Fall binnen Wochen vor eine Grand Jury brachte, ohne die Frau vorher gründlich durchleuchten zu lassen. Brafman hingegen hielt sich bedeckt, aber der Wind in der Presse hat in den letzten Wochen begonnen, sich für Strauss-Kahn zu drehen. Erst plauderte Anne Sinclair, Strauss-Kahns Gattin, mit der New York Times. Sie, eine in New York geborene Tochter eines französischen Kämpfers der Resistance, wünsche sich nichts mehr als den ersten jüdischen Staatspräsidenten nach Léon Blum, der Buchenwald und Dachau überlebt hatte. Dann erschien eine Geschichte in der Times, die nachzeichnete, wie Strauss-Kahn sich nach den Vorfall mit seiner Tochter zum Lunch trifft, eine idyllische Familienszene mit einem Mann im Mittelpunkt, der es nicht eilig hat.
- Datum 02.07.2011 - 10:10 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen und diskutieren Sie anhand von sachlichen Argumenten das Thema des Artikels. Danke. Die Redaktion/ag
in China die Leute eingesperrt", schreiben Sie, und , weil die frei reden wollen" - das ist mir ein bißchen zu pauschal.
Frei reden, darf eigentlich jeder, es gibt aber Gesetze - ja, die sind in China restriktiv und können so und so ausgelegt werden -, die auf die Einhaltung der öffentlichen Ruhe etc. abheben. Und da man hinlänglich davon ausgeht, daß Worte zu Taten führen können, Taten , die man verhindern möchte, gibt es diese. Insbesondere wird die Einmischung von außen gefürchtet wie vom Teufel das Weihwasser.
Jetzt aber zu Strauss-Kahn. Der wird garantiert nicht mehr IWF-Chef, das Ding ist durch. Lagarde kann sich bedanken, bei wem auch immer. Selbstverständlich hat die afrikanische Dame (der Begriff, den Sie benutzen, würde mich wundern, wenn der hier so stehen bleibt) Hinterleute, das ist ein ganzes Netz von Machenschaften, in die sie sich da hat verwickeln lassen. Und in diesem Millieu kennen sich CIA und Konsorten bestens aus. Da läuft so eine Geschichte nicht nach dem Zufallsprinzip. Aber wer genau aus welchen Gründen etwas unternommen haben könnte, dafür bedürfte es in der Tat eines investigativen Journalismus, und der ist leider weit und breit nicht in Sicht.
Strauss-Kahn wird sich auf die Frage einer noch infrage kommenden Präsidentschaftkandidatur konzentrieren. Dazu gibt es Vorbereitungen:
http://www.tagesspiegel.d...
Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen und diskutieren Sie anhand von sachlichen Argumenten das Thema des Artikels. Danke. Die Redaktion/ag
in China die Leute eingesperrt", schreiben Sie, und , weil die frei reden wollen" - das ist mir ein bißchen zu pauschal.
Frei reden, darf eigentlich jeder, es gibt aber Gesetze - ja, die sind in China restriktiv und können so und so ausgelegt werden -, die auf die Einhaltung der öffentlichen Ruhe etc. abheben. Und da man hinlänglich davon ausgeht, daß Worte zu Taten führen können, Taten , die man verhindern möchte, gibt es diese. Insbesondere wird die Einmischung von außen gefürchtet wie vom Teufel das Weihwasser.
Jetzt aber zu Strauss-Kahn. Der wird garantiert nicht mehr IWF-Chef, das Ding ist durch. Lagarde kann sich bedanken, bei wem auch immer. Selbstverständlich hat die afrikanische Dame (der Begriff, den Sie benutzen, würde mich wundern, wenn der hier so stehen bleibt) Hinterleute, das ist ein ganzes Netz von Machenschaften, in die sie sich da hat verwickeln lassen. Und in diesem Millieu kennen sich CIA und Konsorten bestens aus. Da läuft so eine Geschichte nicht nach dem Zufallsprinzip. Aber wer genau aus welchen Gründen etwas unternommen haben könnte, dafür bedürfte es in der Tat eines investigativen Journalismus, und der ist leider weit und breit nicht in Sicht.
Strauss-Kahn wird sich auf die Frage einer noch infrage kommenden Präsidentschaftkandidatur konzentrieren. Dazu gibt es Vorbereitungen:
http://www.tagesspiegel.d...
Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen und diskutieren Sie anhand von sachlichen Argumenten das Thema des Artikels. Danke. Die Redaktion/ag
ist dann die Überschrift des Artikels nicht unter Die Zeit-Niveau?
Bitte beteiligen Sie sich mit konstruktiven Argumenten an der Diskussion des Artikelthemas. Danke. Die Redaktion/ag
eine einfache Nötigung zu gestehen und so mit einer Bewährunsstrafe davonkommt, dann bleibt doch wohl das eigentliche Geschehen ungeklärt.
Wieso Die Zeit dann ein gewonnenes Duell titelt, ist mir nicht eingängig und für andere Leser der Zeit hoffentlich auch nicht.
Im Übrigen: auch die kriegerische Sprache des Titels gefällt mir nicht.
eine einfache Nötigung zu gestehen und so mit einer Bewährunsstrafe davonkommt, dann bleibt doch wohl das eigentliche Geschehen ungeklärt.
Wieso Die Zeit dann ein gewonnenes Duell titelt, ist mir nicht eingängig und für andere Leser der Zeit hoffentlich auch nicht.
Im Übrigen: auch die kriegerische Sprache des Titels gefällt mir nicht.
Nachdem Strauss-Kahn erfolgreich aus seiner Position gedrängt wurde, wird die Strafverfolgung wegen des "offiziellen" Vorwurfs nicht mehr das Gewicht haben, dass es anfänglich wohl hatte.
Dass sich ein Strauss-Kahn freiwillig auf ein lustversprechendes Mienefeld begibt, ist genauso wahrscheinlich, wie die hier so plakativ inszenierte Moral in der Finanzwelt eine entscheidende Bedeutung haben kann.
So hatte der Klatsch seinen Seifenschaum und zurück bleibt der Zweifel, dass hier wirklich etwas sauberer geworden ist.
in ausschweifendes Sexualleben hat in Frankreich noch keinem Kandidaten für das höchste Staatsamt geschadet. Der derzeitige Verlauf des Falles dürfte DSK viele Sympathien bringen. Wenn jemand Nicolas Sarkozy im Wahlkampf die Stirn bieten kann ist es dieser Mann, der zum Opfer einer Intriege wurde. Leider zählt meine Stimme am Wahltag nicht. Doch sollte sich Herr Strauss-Kahn zur Wahl stellen drücke ich ihm im Mai 2012 die Daumen!
Folgt man den Berichten über die Vorkommnisse im Sofitel-Hotel, lässt sich ein 24-Stunden-Tag aus dem Leben Ihres Wunschkandidaten so rekonstruieren:
Vorabend - 13. Mai:
Ankunft im Hotel. Er macht der Dame an der Rezeption das Angebot, ihn in seiner Suite zu besuchen. Sie lehnt ab.
In der Nacht: Damenbesuch.
14. Mai:
Gegen 12 h, kurz vor dem Mittagessen mit seiner Tochter
- einvernehmlich oder nicht, je nach Standpunkt -
Sexhandlungen mit dem Zimmermädchen.
Ich kann mir schlecht vorstellen, dass die Franzosen bereit sind, den Elyseepalast in ein Moulin Rouge verwandeln zu lassen.
Wer hier letztlich zum Opfer einer Intrige wird, ist noch längst nicht klar. Wo ehemalige CIA-Leute auf das Opfer angesetzt werden, kann nicht einmal von halbwegs objektiver Wahrheitsfindung die Rede sein. Vergessen, dass die Journalistin glaubhaft darüber berichtete, wie dieser angeblich schon Entlastete über sie hergefallen ist? Und was ist von jemandem zu halten, der zunächst alles abstreitet und dann einvernehmlichen Sex mit der Zimmerfrau gehabt haben will? Wie verkorkst muss man sein, sich einen solchen Menschen an die Spitze eines europäischen Staates zu wünschen?
Folgt man den Berichten über die Vorkommnisse im Sofitel-Hotel, lässt sich ein 24-Stunden-Tag aus dem Leben Ihres Wunschkandidaten so rekonstruieren:
Vorabend - 13. Mai:
Ankunft im Hotel. Er macht der Dame an der Rezeption das Angebot, ihn in seiner Suite zu besuchen. Sie lehnt ab.
In der Nacht: Damenbesuch.
14. Mai:
Gegen 12 h, kurz vor dem Mittagessen mit seiner Tochter
- einvernehmlich oder nicht, je nach Standpunkt -
Sexhandlungen mit dem Zimmermädchen.
Ich kann mir schlecht vorstellen, dass die Franzosen bereit sind, den Elyseepalast in ein Moulin Rouge verwandeln zu lassen.
Wer hier letztlich zum Opfer einer Intrige wird, ist noch längst nicht klar. Wo ehemalige CIA-Leute auf das Opfer angesetzt werden, kann nicht einmal von halbwegs objektiver Wahrheitsfindung die Rede sein. Vergessen, dass die Journalistin glaubhaft darüber berichtete, wie dieser angeblich schon Entlastete über sie hergefallen ist? Und was ist von jemandem zu halten, der zunächst alles abstreitet und dann einvernehmlichen Sex mit der Zimmerfrau gehabt haben will? Wie verkorkst muss man sein, sich einen solchen Menschen an die Spitze eines europäischen Staates zu wünschen?
Die Deutschen Medien konnten sich nicht über
das arme vergewaltigte Zimmermädchen beruhigen!
Nun ,da es vieleicht um Erpressung oder mehr geht.
Wird es zum Anwaltsduell
überregionale blasen werden immer instabiler. kaum entstanden schon geplatzt. die großen globalen erreichen nun die grenzen ihrer strukturellen integrität.
steigen sie um auf autarke regionale systeme.
nicht umsonst ist die familie das stabilste system weltweit.
ist es die Großfamilie, nicht "Vater, Mutter, Kind", das ist ein wesentlicher Unterschied.
Kleinfamilien sind die Schwächsten, schwächer noch als Singles.
ist es die Großfamilie, nicht "Vater, Mutter, Kind", das ist ein wesentlicher Unterschied.
Kleinfamilien sind die Schwächsten, schwächer noch als Singles.
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