Oslo91 Menschen sterben bei Anschlägen

Ein mutmaßlich christlicher Fundamentalist hat in einem norwegischen Ferienlager 84 Menschen erschossen. Er zündete auch die Bombe in Oslo, wo sieben Menschen starben. von dpa und reuters

Viele Jugendliche wussten sich nicht anders zu helfen, als sich vor den Schüssen des Attentäters ins Wasser zu retten.

Viele Jugendliche wussten sich nicht anders zu helfen, als sich vor den Schüssen des Attentäters ins Wasser zu retten.  |  © Svein Gustav Wilhelmsen/AFP/Getty Images

Der 32-Jährige hatte am Freitag offenbar zunächst im Osloer Regierungsviertel eine Bombe gezündet und dann in einem Sommercamp der Jugendorganisation der Regierungspartei auf der Fjordinsel Utøya um sich geschossen. Zahlreiche Jugendliche wurden verletzt, daher könnte sich die Zahl der Toten noch erhöhen. Die norwegische Polizei sprach am Samstagmorgen von 84 Opfern im Ferienlager und sieben Toten durch den Bombenanschlag in der Hauptstadt.

Polizisten konnten den Todesschützen auf der Insel festnehmen, er wurde noch im Lauf der Nacht verhört. Die Ermittler gehen davon aus, dass er für beide Taten verantwortlich ist. Vor der Schießerei war er noch im Osloer Regierungsviertel gesehen worden. Fahndungschef Øystein Mæland sagte, der Mann habe wohl eine rechtsextreme, christlich-fundamentalistische Haltung. Bisher sei er nicht im Blickfeld der Polizei gewesen. 

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Nach Angaben der Ermittler ist der Mann gesprächsbereit, hat im Verhör bisher aber kein Tatmotiv genannt. Gegen ihn wird wegen Verdachts auf eine terroristische Handlung ermittelt. Die Polizei betonte aber auch, man stehe vor "äußerst umfassenden und langfristigen Ermittlungen". Deshalb wolle man vorerst keine Details über die beiden Anschläge veröffentlichen. 

Internet-Botschaften legen rechte und islamfeindliche Ansichten nahe

Noch in der Nacht wurde die Wohnung des Verdächtigen in Oslo durchsucht. Kommissar Sveinung Sponheim sagte dem Sender NRK, Internet-Botschaften des Mannes legten nahe, dass er rechte und islamfeindliche Ansichten vertrete. Es sei aber zu früh, darin ein Motiv zu sehen. Dem Fernsehsender TV2 zufolge soll der 32-Jährige Kontakte zur rechten Szene unterhalten haben.

Norwegische Medien gaben den Namen des Verdächtigen mit Anders B. an. Bilder zeigen einen Mann mit blonden Haaren. Auf seiner Facebook-Seite beschreibt er sich Medienberichten zufolge als "konservativ" und "christlich". Er sei der Leiter eines Bio-Bauernhofs und Junggeselle.

Nach Angaben des TV-Senders NRK betrieb der Festgenommene außerdem eine kleine Firma für Agrarprodukte. Hier könne er sich auch die nötigen Kenntnisse zur Herstellung von Sprengstoff beschafft haben.

Bereits vor Jahren habe der Täter im Internet Beiträge mit kontroversem Inhalt veröffentlicht, berichtet die norwegische Zeitung Verdens Gang in ihrer Online-Ausgabe unter Berufung auf einen Jugendfreund. Sein Facebook-Profil sei deshalb gelöscht worden. Später habe der Verdächtige, der eine Handelsschule in Oslo besucht haben soll, dann ein neues Profil angelegt, dort aber keine vergleichbaren Meinungen mehr veröffentlicht.

Wie die norwegische Nachrichtenagentur NTB berichtete, fand die Polizei nach der Festnahme des Verdächtigen auf der Insel Utøya auch nicht explodierten Sprengstoff. Ob es sich dabei um einen scharfen Sprengsatz handelte, wurde nicht mitgeteilt. Auf den Namen des Täters seien zwei Waffen gemeldet, darunter ein automatisches Gewehr.

Leserkommentare
  1. Die Anschläge hatten, was viele sicher bedauern werden, einen
    christlich-nationalistischen Hintergrund.
    Der Täter war ein bekennender Feind der multikulturellen Gesellschaft.

    [...]

    In Teilen entfernt. Die Redaktion/er

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    dieser mensch ist einfach nur geistesgestoert. das hat mit nationalismus oder fundamentalismus nichts zu tun. aber solche dinge passieren eben, wenn man anfaellige menschen taeglich mit hass fuettert.

    mein tiefes beileid. so viele menschen - wahnsinn!

    Ansonsten muss ich von übler Nachrede ausgehen.

    könnte, und damit wäre ihre These religiös nationalistische rechts gedanken nicht unwahrscheinlich...

    post #19 unter dem Artikel
    http://www.haaretz.com/ne...

    The person arrested is Anders Breivik (norwegian ethnicity), he IS the norwegian blogger "Fjorden" who is literally infamous for his anti-muslim and pro-israeli (mainly zionist) posts. Just search his name and you'll see what kind of person he is. So yes he is a zionist and he despise muslims and palestinians. This one have nothing to do with neither Islam, Al-Qaida or muslims. It is only tragic when people shout "MUSLIM!!" without having looked into it. But then again, does it really matter that much if it's a fanatic zionist or an islamist? Try telling that as an excuse to the mothers who lost their children..

    Aber eigentlich ist es im Augenblick angesichts der vielen Toten und vor allem Toten Jugendlichen nur ein Nebenaspekt.
    Eine spätere genaue Analyse könnte aber vielleicht helfen weitere Menschen, die aus dem angemessenen Verhalten politische Überzeugungen auszudrücken herauszufallen drohen, rechtzeitig zu finden, bevor sie morden.

    Aber wer weiß, ob es überhaupt stimmt.

    "Die Anschläge hatten, was viele sicher bedauern werden, einen christlich-nationalistischen Hintergrund.
    Der Täter war ein bekennender Feind der multikulturellen Gesellschaft."
    ----------------------------------------------------------

    Wenn ich das richtig gelesen habe, so richtete sich die Feindschaft des Täters gegen Moslems in seinem Land.

    Das ist nicht unbedingt dasselbe wie eine Feindschaft gegenüber einer multikulturellen Gesellschaft.

    Aber vielleicht wissen Sie ja mehr.

    Im Übrigen ist der Täter sicherlich dem rechts-nationalistischen Spektrum zuzuordnen, aber das er ´Christ´ wäre, dürfte dabei keine Rolle spielen, denn ´Christ´ sein bedeutete bis vor gar nicht langer Zeit, und setzt sich fort, in den europäischen Familien eine Taufe kurz nach der Geburt; also eine tradierte Religionszugehörigkeit.

    So, wie man in moslemischen Familien die Kinder im islamischen Glauben aufwachsen läßt, also auch keine selbstbestimmte Religionszugehörigkeit.

    Ein derart irrsiniger Anschlag kann werder christlich noch national motiviert sein.

    Denn sich c h r i s t l i c h zu verhalten hat etwas mit Nächstenliebe zu tun. Und sich n a t i o n a l zu verhalten bedeutet, im Interesse der eigenen Volksgemeinschaft zu agieren - definitiv nicht die eigenen Leute, auch wenn sie politisch anders eingestellt sind, zu massakrieren. National ist deshalb auch nicht mit "nationalistisch" gleichzusetzen.

    Analog zum Alabama-Täter McVeigh von 1995 kann auch das jetzt nur die Tat eines Geistesgestörten gewesen sein, welches Etikett auch immer man ihm anhängen mag.

    • Kiira
    • 23. Juli 2011 8:40 Uhr

    Wo ist denn zu lesen, der Täter sei Christ? Bisher heißt es nur er sei Nationalist. Die meisten Rechten sind meines Wissens eher anti-christlich. Sie machen aus ihrer Nationalzugehörigkeit eine Ersatzreligion mit Anleihen bei der nordisch-germanischen Mythologie.

    Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist die Behauptung, der Täter sei Christ nichts als ein(muslimisches?) Vorurteil bzw. eine Verleumdung.

    Wer in diesem Zusammenhang, dem feigen grausamen Mord an 80 Jugendlichen das Wort christlicher Hintergrund verwendet, will ausschliesslich provozieren oder dem ist nicht mehr zu helfen.
    Wissen sie was christlich bedeutet, Herr Adem Öztürk?
    Sie haben nicht ansatzweise verstanden, was Christ zu sein heisst. Liebe, Nächstenliebe, Selbstaufopferung. Das menschliche Leben ist Christen heilig, und zwar JEDES Menschenleben. Hören sie auf, ahnungslosen Unsinn zu verbreiten um fragwürdige Botschaften zu verbreiten!

    • Daimon
    • 23. Juli 2011 9:18 Uhr

    gleichen bescheuerten Notwehr bzw. Echo Argumentation wie es bei Islamischen Terroranschlägen oder Kriminellen aktivitäten von Migranten geschieht.

    Im N24 Forum hatt gestern Abend schon jemand mit dem Synonym Auswanderer "vermutet" jemand wolle sich an den Sozialisten/Kommunisten rächen für die Toten die im Laufe der Geschichte verursacht haben.

    Die Vermutugen wurden gäußert bevor klar war wer mit welcher Gesinnung handelte gerade so als ob da jemand schon mehr wusste.

    Sie schreiben "Die Anschläge hatte, was viele bdauern werden, einen christlich nationalistischn Hintergrund". Der Umkehrschluss lautet wohl, dass sie sich wohl darüber Freuen. Wenn sie glück haben schlagen morgen paar nazis ein paar "ausländer" tot, dann können sie erst recht ein Fass aufmachen und sich in ihrer selbstgerechtigkeit suhlen, das nun wirder klar ist wr die guten und wr die bösen sind. Ausserdem ist es weit hergeholt zu behaupten der Anschlag hatte einen "christlich nationalistischen " Hintergrund. Der Täter schint wohl eher ein Verschwörungstheoretiker zu sein, ein Typischer amokläufer. Muttersöhnchen, Computerspieler, Schützenvermitglied. Auf seinem Facebookprofil,das ja öffentlich ist bezieht er sich in keinstr weise auf irgendwelche nationalisischen themen. Er scheint eher Churchill zu mögen un Stuart Mill zu zitieren. Dagegen das es ein typische Xenophober rechter ist, spricht auch das er nicht Migranten angegriffen hat. Aber trotzdem wird diser Anschlag ausgenutzt um rassistische hetze zu betreiben, man siehe nur die Spiegel Überschrift "Blond Blauäugig Skrupellos", ich kann mich an keine Überschrift einer großen deutsche Zeitschrift erinnern die lautete Schwrze Haare, orientalisch Gesichtszüge und Massenmörder, oder ähnliches.

    Also gründet sein Fundament auf dem Christlichen Glauben; Sprich Liebe deinen Feind, Segne die dich verfluchen, tu wohl denen die dich hassen...Ist das die Auswirkung eines solchen Glaubens???

    [...]

    Gekürzt. Bitte bleiben Sie bei einem sachlichen Diskussionsstil. Die Redaktion/ag

    Eher nationalistischer und radikaler Extremismus. Denn wahre Christen morden nicht!

    Es ist angesichts dieses schrecklichen Verbrechens endlioch and er Zeit zu einzugestehen, dass nicht islamischer Fundamentalismus die Pest des 21. Jahrhundert ist, sondern jede Form von religiösem Fundamentalismus. Wer religiöse Prinzipien gleich welcher Art üder die Eigenverantwortung des menschen setzt, verlöetzt die Menschenwürde und wirft fürher oder später fast zwangsläufig Bomben. Die meisten Scheußlichkeiten der Menschheitsgeschicht geschahen "with god on our side". Man sollte in diesem Sinne Richard Dawkins Buch "Der Gotteswahn" zur Pflichtlektüre an deutshen Schulen machen.

    Der Mann kann sich trotzdem "christlich" nennen, es behaupten, genauso wie all die Terroristen aus Ländern des Islam sich religiös nennen, jedoch eben nicht im Sinne des Koran handeln.

    Es ist das Gleiche wie immer. Es gibt sicherlich auch schlechte, menschenfeindliche System, aber wesentlich öfter missbrauchen einfach nur böse Menschen weit bessere Systeme für ihre Zwecke oder verstecken sich dahinter.

    Leider habe ich diesen Artikel zu spät gelesen um noch den ganzen Kommentar von "Adem Öztürk" lesen zu können.

    Was mich dazu veranlasst dennoch darauf zu reagieren, sind die Reaktionen der Foristen - die ohne Scham von "echte Christen töten nicht" bis hin zu "national kann eine solche Tat nicht sein" reichen.

    Nochmal zur Sachlage:Der Artikel spricht sinngemäß von einem christlich fundamentalistischen Hintergrund und Beziehungen ins rechte Lager.Jedem Moslem muss bei aller Schock-Wirkung der Ereignisse aus Oslo erst einmal ein Stein vom Herz gefallen sein-denn bereits gestern Abend spekulierten auch die von uns bezahlten Medien wild darüber,welche "islamistischen" Motive den Hintergrund des Anschlags stellen könnten.Um 21 50 Uhr sprang dann spätestens bei den Nachbarn von 3Sat der Schalter um:trotz der vollkommenen Unklarheit der Lage wurde sofort ein Experte in doppelter Länge (zum News-Beitrag) eingeblendet,der mögliche Motive(Engagement in Afghanistan,etc.)darlegte.
    Der Eindruck der blieb:es waren wohl mal wieder Islamisten - Warum Norwegen wissen wir noch nicht genau!(Absicht kann hier kaum unterstellt werden,eher Unfähigkeit entscheidender Medienmacher)
    Bis null Uhr hatten fast alle Nachrichten ähnlichen Tenor und Kontextualisierung erfahren.

    Und wiedermal findet solcher Mist hier im Forum eines Blattes,das sich einmal großen Idealen verpflichtet sah, einen Niederschlag der dem Bouvard-Riesen zur Ehre reichen würde!Deutschland, Land der Dichter und Denker..von wegen!

  2. Mein Beileid den Hinterbliebenen!
    Hoffe aber das wird nicht in Zukunft als Begründung für erweiterte Antiterrorgesetze eingesetzt, welche die Bürgerrechte weiter beschneiden. à la "die Gefahr kommt von Innen und Außen jeder kann Terrorist sein".
    Damit will ich diese Tat nicht verharmlosen, aber um Franklin zu zitieren: "„Wer die Freiheit aufgibt um Sicherheit zu gewinnen, der wird am Ende beides verlieren.“

    23 Leserempfehlungen
  3. Ich frage mich wirklich - und das tue ich ohne böswillige Unterstellungen oder Anspielungen: Wie viele muslimische Bürger dürfte diese Meldung erleichtern?

    So schlimm die Tat auch sein mag und jeglicher Terror dieser Art zu verurteilen ist: Es sind düstere Vorzeichen, wenn zu heutiger Zeit absolut unschuldige Menschen einer Gemeinschaft in Säcke gestopft werden und der tobende Cybermob auf sie eingeschlägt. [...]

    Und um zurück zur Frage zu kommen: Ich, jedenfalls, fühle mich nicht erleichtert. Es warten schwere Zeiten auf uns. Uns!

    Gekuerzt. Bitte diskutieren Sie sachlich. Danke. Die Redaktion/er

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    Ich frage mich wirklich - und das tue ich ohne böswillige Unterstellungen oder Anspielungen: Wie viele muslimische Bürger dürfte diese Meldung erleichtern?

    So schlimm die Tat auch sein mag und jeglicher Terror dieser Art zu verurteilen ist: Es sind düstere Vorzeichen, wenn zu heutiger Zeit absolut unschuldige Menschen einer Gemeinschaft in Säcke gestopft werden und der tobende Cybermob auf sie eingeschlägt.

    Warum stopfen Sie dann jetzt (natürlich ohne böswillige Unterstellungen oder Anspielungen) muslimische Bürger in einen Sack und schlagen auf sie ein?

    Warum assoziieren Sie Muslime mit dieser Tat in irgendeiner Weise? Es gibt viele andere Menschen, nicht muslimischen Glaubens, die wahrscheinlich ebenso diese Tat als Erleichterung empfinden könnten, zum Beispiel EU-Gegner, Globalisierungsgegner, Sozialistengegner, Linksextreme, Rechtsextreme, Verwirrte.

    • voxs
    • 23. Juli 2011 8:42 Uhr

    So grausam die Tat auch ist bin ich als Moslem erleichtert, daß es kein Islamist ist.Aber so ein Kommentar bewirkt ja eigendlich das selbe. Dann bedarf es ja auch keinem Islamisten mehr.

    Entfernt. Bitte diskutieren Sie das konkrete Artikelthema. Die Redaktion/ag

    • Nero11
    • 23. Juli 2011 12:24 Uhr

    Ja Sie haben in der Tat recht. Ich freue mich, dass der Anschlag keinen islamischen Hintergrund hatte.

    Ich frage mich wirklich - und das tue ich ohne böswillige Unterstellungen oder Anspielungen: Wie viele muslimische Bürger dürfte diese Meldung erleichtern?

    Wenn Sie darauf anspielen, dass der Täter dieses mal (und entgegen der allerersten Annahmen) kein Moslem ist - eine ganze Menge.
    Was auch durchaus verständlich ist, denn hätte die Tat einen islamistischen Hintergrund gehabt, wäre das ein ziemlich dicker Sargnagel für die muslimische Community in Norwegen und auch nicht gerade eine Hilfe für die in anderen europäischen Ländern gewesen.

    • dbx
    • 23. Juli 2011 4:34 Uhr

    "Unsere Antwort auf Gewalt ist noch mehr Demokratie, noch mehr Menschlichkeit, aber nicht noch mehr Naivität. Das sind wir den Opfern schuldig“, sagte Stoltenberg.
    An die Adresse des Täters und seiner möglichen Hintermänner sagte er: "Ihr werdet unsere Demokratie und unsere Ideale für eine bessere Welt nicht zerstören. Wir sind eine kleine, aber eine stolze Nation. Niemand wird uns mit Bomben zum Schweigen bringen."

    Tja, so ähnlich wird der Attentäter aber vermutlich wohl auch gedacht haben und argumentieren:

    Keine Ahnung und Info, was es speziell mit diesem Ferienlager auf sich hat, und ob das auch schon sicher ist, dass es der selbe Attentäter war, aber was die Bomben im Osloer Regierungsviertel angehen, wird das Motiv des Täters vermutlich auch lauten:

    "Ihr werdet unsere Freiheit, Identität und Unabhängigkeit nicht mit einer aufkommenden globalen totalitären (EU-)Post-Demokratie zerstören, und uns zur Not auch mit dem Einsatz von Schwarzpulver wehren."

    Fall's es sich dabei nicht um eine 'persönlichere Privatsache/Betroffenheitsgeschichte' handelt (vgl. Frau zündet sich vor Reichstag an o.ä.)

    Die "Noch-mehr-Demokratie"-Ansange von Stoltenberg klingt spannend.
    (In Deutschland aus dem Mund von A. Merkel klänge Sie jedenfalls niedlich.)

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    • Buh
    • 23. Juli 2011 9:40 Uhr

    ist Norwegen wirklich Einwanderungsfähig. Warum haben wie solche Politiker nicht? Bei uns öffnen die Konservativen wahrscheinlich schon die ersten Schubladen mit Ideen zur Freiheitsreduzierung.

    Ein Lob an die Norwegische Regierung! So eine Reaktion lässt wirklich hoffen, dass wir uns durch keinen Terroristen der Welt die Freiheit einer Demokratie nehmen lassen.

    • hmber
    • 23. Juli 2011 9:46 Uhr

    Die ersten Zeilen Ihres Kommentars vermitteln einen Eindruck, der in diametralem Widerspruch zum Rest steht. Er vermittelt offenbar nicht Ihre tatsächliche Denkweise. Was Angela Merkel mit diesem Attentat und den Äusserungen des norwegischen Ministerpräsidenten zu tun hat bleibt mir allerdings verschlossen. Ebenso der Sinn Ihrer Frage was es denn mit diesem Ferienlager so auf sich hat. Attentat ist Attentat und lässt sich duch nichts beschönigen oder rechtfertigen.

  4. Als ob solche Anschlaege nicht schon schlimm genug waeren, wird es mir bereits jetzt Angst und Bange vor deren Auswirkungen auf die Innenpolitik quer durch Europa. Ich bin mir sehr sicher das die Innenminister diese Chance nutzen werden die Buerger nun noch mehr zu ueberwachen und zu kontrollieren.
    Folglich kommen der Politik solche Anschlaege, betrachtet man die bewusst immer weiter gefuehrten Fehlentwicklungen in der Sozial- und Wirtschaftspolitik, auch nicht ganz ungelegen. Denn die Instrumente, die dem Buerger als zu seinem Schutz verkauft werden, lassen sich auch wunderbar zu dessen endgueltiger Unterdrueckung nutzen.
    Solche Anschlaege sind sehr schlimm, aber mindestens genauso schlimm sind die langfristigen Auswirkungen die dadurch entstehen, dass Demagogen [...] die Gunst der Stunde zu unser aller Nachteil nutzen werden.

    Gekürzt. Bitte bleiben Sie sachlich. Danke. Die Redaktion/ag

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    • Nero11
    • 23. Juli 2011 12:19 Uhr

    Der Bürger, der sich Angst machen lässt. Dass die Politik das versucht ist ja verständlich. Aber der Bürger muss einen Riegel davor schieben und sagen: "Wir brauchen nicht mehr Sicherheit, Danke!"

  5. Facebook hat es nicht für nötig befunden, den Account des Amokläufers zu sperren[...]

    Bitte nutzen Sie Ihr persönliches Profil, um auf Ihren Blog zu verlinken. Danke. Die Redaktion/ag

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    • GDH
    • 23. Juli 2011 11:10 Uhr

    "Was meinen Sie mit "Facebook hat es nicht für nötig befunden, den Account des Amokläufers zu sperren[...]"

    Das wäre ja noch schöner, wenn die die bislang Inhalte jetzt sperren würden. Die gingen dann vielleicht exklusiv an irgendwelche Ermittlungsbehörden, denen man dann noch mehr glauben müsste...

    Besser fände ich es allerdings, dass wegen allgemeinen Interesses solche Daten zugänglich gemacht werden, ohne dass man sich noch bei so einem Dienst anmelden müsste. Das geschieht bei anderen Äußerungen ja auch durch zweit- usw. Veröffentlichungen.

    Damit möchte ich nicht sagen, dass ich irgendwelchen Profil-Inhalten zuviel Bedeutung beimessen möchte (dafür weis ich viel zu wenig über die Sache) aber die Öffentlichkeit kann insbesondere durch Bearbeitung in der Presse von so viel Offenheit wie möglich nur profitieren.

    • dbx
    • 23. Juli 2011 4:54 Uhr

    ...wär ich da - wie immer wenn irgendwo Bomben hochgehen und Schüsse fallen, und ein Einzeltäter benannt wird - auch mal lieber noch etwas vorsichtig, mit der 'Einordnung' und 'Wertung':

    Wer weiss welche Drahtzieher, Motive und Machenschaften da vielleicht noch dahinter stehen und drin hängen.

    Der Zusammenhang zwischen Regierungsviertel und Ferienlager ist jedenfalls noch unklar und wenig plausibel, und dass unsere überwachungswütigen Machthaber und Eliten ein gewisses Legititmations-/Begründungsproblem für ihren Überwachungsausbau haben, sprich ein Mangel an real nachweisbarer Bedrohung, also verweisbare Attentatsgeschehenisse auf europäischem Boden, ganz klar Fakt.

    Und ich könnte mir vorstellen, dass es ein Interesse gibt, neben Hackern und Whistleblowern, z.B. auch wieder-erstarkende rechte-patriotische Kräfte (siehe Finnland, Dänemark) ein glaubwürdiges "Terrorismus"-Etikett zu verpassen.

    Die Berichterstattung über die 'rechte Bedrohung / NPD' war z.B. kurz vor der Sachsen-Anhalt-Landtagswahl signifikant hoch, und danach wieder im Gulli verschwunden.

    Wobei ich hiermit ausdrücklich keine rassistischen Gewalttaten verteidigen, und rechte Kameradschaften schönreden möchte.

    Und nur bemerken, dass diese eben auch instrumentalisierbar sind, im Zirkus der Macht und bezgl. "War-On-Terrorism"-Wahn.

    In Österreich wurde ja z.B. schon gegen Tierschützer mit "Anti-Terror-Gesetzen" ermittelt, und bei S21 würd's mich nicht wundern, wenn da auch noch solch Kriminalisierung kommt.

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    Entfernt. Die Redaktion/sh

    Aber wenn der Täter nun einmal ein bekennender Nationalist ist, der dem rechten Spektrum zuzuordnen ist, und der Anschlang gezielt den Sozialdemokraten galt...?

    Ihre Ausführungen erscheinen nicht plausibel. Wenn jemand eine Begründung für den Überwachungsapparatbau sucht, dann gibt es in der heutigen Zeit so viel bessere Ziele als Sozialdemokraten.

    • voxs
    • 23. Juli 2011 8:57 Uhr

    Aus dem ganzen Geschehen so ein Resümee zu ziehen ist fanatisch. Hauptsache es waren nicht die "Rechten"? Ihre analytische Sachlichkeit ist einfach...

    ... manchmal mache ich mir Sorgen um die Moral in Köpfen wie Ihrem. Um Gesetze durchzubekommen knallt man mal eben 84 Kinder ab? Muss man so etwas hier äußern? Wenn es nicht die Islamisten waren, und auch nicht rechtsradikale Organisationen, dann MÜSSEN es ja Politiker gewesen sein, oder wie?

    Damit man danach einen schön emotionalen Grund hat? Da wird mir echt schlecht.

    Ein bisschen Achtung vor den Opfern wäre hier wohl angebracht und nicht so bescheuerte, unqualifizierte Matt-Damon-Film-Theorien. "Zirkus der Macht", Mann Mann Mann Mann Mann.

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Relativierungen. Danke. Die Redaktion/ag

    im fall eines amokläufers ist die von ihnen suggerierte "cui bono" frage beinahe absurd.

  6. Entfernt. Die Redaktion/sh

    13 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Ansonsten...."
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    ein paar Zusammenhaenge zu verstehen und die Instrumentalisierung zu kritisieren macht einen noch lange nicht zum Sympathisanten...

    • dbx
    • 23. Juli 2011 5:25 Uhr

    Das ist keine "Apologetik der rechtsextremen Szene", sondern nüchterne strukturelle Analyse.

    Und was heißt denn heute schon noch "rechts"?:

    Wenn in Portugal bereits der Regierung einen IWF-Kontrolleur zur Seite zu stellen, im Gespräch war, oder derzeit gerade Griechenland mit den Waffen der Ökonomie plattgemacht wurde und enteignet wird..., ...was soll ich mich da noch um irgendwelche Krümelvereine a la NPD sorgen?!?

    Der nächste (ernstzunehmende) Faschismus wird wohl jedenfalls nicht mit Frakturschrift und im "rechts-nationalen" Mantel daherkommen, sondern 'ne Frauenstimme haben, schöne schwungvolle Buchstaben und hochprofessionelles gefälliges Corporate-Design haben.

    Die Bürgerrechte werden uns jedenfalls Leute wie Schäuble nehmen, und nicht irgendwelche Unter-fünf-Prozent-Partei-Vorsitzenden.

    Auch wenn ich dbx keineswegs zustimme und seine Verschwörungstheorie für paranoid halte, bin ich doch auch erstaunt über Ihren Kommentar und das komplett eindimensionale Denken, das Sie darin zur Schau stellen. Man braucht schon viel Fantasie, um da eine Apologetik des Rechtsextremismus zu sehen. Außer eben, man denkt nur in den zwei Kategorien "Nazi" und "Nicht-Nazi"...

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  • Quelle ZEIT ONLINE, reuters, dpa, NRK
  • Schlagworte Jens Stoltenberg | Agrarprodukt | Nachrichtenagentur | Polizei | Sprengsatz | TV-Sender
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