Um Zutritt zu dem Jugendcamp der Arbeiterpartei von Regierungschef Jens Stoltenberg zu erhalten, hatte der Verdächtige vorgegeben, für die Sicherheit der Teilnehmer sorgen zu wollen. Er trug bei seiner Festnahme einen Pullover mit einem Emblem der Polizei. Der 32-Jährige habe aber nie für die Polizei gearbeitet, sagte Sprecher Are Frykholm.

Offenbar hatte der Mann seine Opfer im Ferienlager auch noch angelockt: "Kommt zu mir, ich habe wichtige Informationen, kommt zu mir, es besteht keine Gefahr", wiederholte die 15-jährige Elise nach Angaben der Nachrichtenagentur NTB die Worte des Attentäters. Dann habe er geschossen. "Die Leute rannten überall wie die Verrückten. Er schoss, er schoss", berichtete das Mädchen. Die Insel Utøya ist klein, gerade einmal 500 Meter lang. Viele Jugendliche sprangen ins Meer, um dem Attentäter zu entkommen.

Die Detonation im Zentrum Oslos verwüstete mehrere Gebäude, darunter den Sitz des Ministerpräsidenten Jens Stoltenberg, der zum Zeitpunkt der Explosion nicht in seinem Büro war. Stoltenberg sollte am Samstag auch das Ferienlager auf der Insel Utøya besuchen.

Stoltenberg trat noch in der Nacht vor die Presse und beschwor den Zusammenhalt seines Landes: "Unsere Antwort auf Gewalt ist noch mehr Demokratie, noch mehr Menschlichkeit, aber nicht noch mehr Naivität. Das sind wir den Opfern schuldig", sagte Stoltenberg

An die Adresse des Täters und seiner möglichen Hintermänner sagte er: "Ihr werdet unsere Demokratie und unsere Ideale für eine bessere Welt nicht zerstören. Wir sind eine kleine, aber eine stolze Nation. Niemand wird uns mit Bomben zum Schweigen bringen." 

In Oslo wurde am Freitag unmittelbar nach dem Bombenattentat der Hauptbahnhof geräumt. Auch zwei Einkaufszentren und die Redaktionsräume mehrerer Zeitungen mussten evakuiert werden.

Die Polizei rief auch dazu auf, Mobiltelefone nicht zu benutzen, weil das Netz überlastet sei.