Rassismus Inder leben gefährlich in Australien

Abgründe im einstigen Musterland der Integration: Australien hat ein erhebliches Rassismusproblem. Am härtesten trifft es die indischen Gaststudenten.

Antirassimus-Demonstration in Melbourne, 31. Mai 2009

Antirassimus-Demonstration in Melbourne, 31. Mai 2009

Wer als Tourist nach Australien kommt, wird mit offener Gastfreundschaft empfangen. Doch können nicht alle Ausländer diesen Eindruck von Freundlichkeit bestätigen. Die Inder im Land fühlen sich bedroht, vor allem nachts. In den eher ärmeren Vierteln von Millionenstädten wie Melbourne, Perth oder Sydney trauen sich viele bei Dunkelheit nicht mehr aus dem Haus. Und die jüngste Auswertung der Kriminalstatistik verheißt keine Besserung: Die Gewalt gegen Inder ist gestiegen.

Der indische Übersee-Minister Valayar Ravi verlas die neuesten Zahlen Anfang August im Parlament in Neu Delhi. Demnach wurden allein im Vorjahr in Australien 103 indische Einwanderer bei Überfällen verletzt oder getötet. Doppelt so viele wie 2009, zehn mal so viele wie 2008. In diesem Zeitraum stieg auch der indische Bevölkerungsanteil deutlich. Australien macht mit der Ausbildung internationaler Gaststudenten gute Geschäfte. Bevor die Behörden die Einreisebestimmungen Anfang 2010 drastisch verschärften, studierten zeitweise mehr als 100.000 Inder an australischen Universitäten, Colleges und Berufsfachschulen.

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Zwar beteuern Politiker, man habe die Gewalt inzwischen im Griff. Doch tatsächlich geht das Prügeln und Morden weiter. "Rassismus ist ein Problem – überall in Australien", sagt Ruchir Punjabi, der vor zwei Jahren Studentendemonstrationen mit Tausenden Teilnehmern in Sydney organisiert hat. No more Curry Bashing! schrieben sie 2009 auf ihre Plakate.

Doch warum haben es Angreifer auf Studenten abgesehen, die zudem einfache Jobs verrichten, die kaum ein weißer Australier haben will? "Inder in Australien unterscheiden sich bereits durch ihr Aussehen und ihre Kleidung", erklärt der Rassismusforscher Kevin Dunn die Probleme. "Zudem grassieren Vorurteile, indische Studenten stammten allesamt aus reichen Familien und würden mit viel Geld in den Taschen herumlaufen."

Tatsächlich, sagt Ruchir Punjabi, müssten die Gaststudenten aber "nachts in Tankstellen oder Fast-Food-Restaurants jobben" und seien auf den öffentlichen Nahverkehr angewiesen. Einige Täter erbeuten Laptops, i-Pods oder Bargeld. Andere Übergriffe waren hingegen bestialische Messerattacken, ausgeführt in dunklen Ecken von Bahnhöfen oder in Grünanlagen. Als die Ermittler die Leichen untersuchten, trugen viele der Opfer ihre Wertgegenstände noch bei sich. In Stadtteilen wie Harris Park in Sydney mit einem hohen Anteil von Indern warfen Täter auch Brandsätze in Häuser und Wohnungen.

Ruchir Punjabi ist selbst auch angegriffen worden, dabei aber unverletzt geblieben. "Ich habe mit einem Angriff seit Längerem gerechnet", erzählt er. "Dadurch war ich wohl besser vorbereitet." Inzwischen hat er sein Studium abgeschlossen, leitet ein Webdesign-Unternehmen und pendelt alle vierzehn Tage zwischen den beiden Standorten der Firma in Sydney und Bangalore. Mit dem täglichen Rassismus in seiner Wahlheimat hat er sich, soweit es geht, abgefunden. Nachts um die Häuser zu ziehen, sagt Punjabi, darauf verzichte er inzwischen lieber.

Hürriyet Babacan, australische Ethnologin türkischer Herkunft und Co-Autorin des Buches Racism in the New World Order, ist mit einem Inder verheiratet und lebte bis vor Kurzem in Melbourne, "eine der multikulturellsten Städte der Welt", wie sie schwärmerisch sagt. Doch gerade in den ärmeren Vierteln Melbournes ereignen sich die meisten Überfälle. Laut einer Verbrechensstatistik werden Australier indischer Herkunft zwei- bis dreimal so häufig Opfer gewaltsamer Attacken wie weiße Australier. Babacan, inzwischen Institutsleiterin der Cook University in Cairns, spricht von großen Versäumnissen der Politik. Mit ihren Studien zum "Neuen Rassismus" stieß die Professorin auf "unwilliges Desinteresse" in der Hauptstadt Canberra wie auch mit ihrem Anliegen, gemeinsam nach Auswegen zu suchen. "'Bist du Rassist, bist du in Schwierigkeiten', müssten Regierungen Gewalttätern einprägen", meint Babacan. Doch das geschehe nicht: "Australien ist der Antirassismus-Gesetzgebung der Vereinten Nationen beigetreten. Aber nur in zwei oder drei Fällen hat man diese Gesetze überhaupt angewandt."

Leser-Kommentare
    • Kraxl
    • 12.08.2011 um 15:23 Uhr

    Der Artikel ist soweit ganz gut, aber er beleuchtet nur die Seite der ausländer. Es wäre interesannt zu wissen welche hintergründe dieser rassismus hat.

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    Welchen Hintergrund sollte schon Rassismus haben? Ich hoffe ihr Statement ist nicht ernst gemeint. Die einzigen Gründe für Rassismus sind Kleingeistigkeit und mangelndes Selbstbewußtsein. Es gibt keine Entschuldigung für Rassismus. Damals wurde die Schuld auch bei den Juden verortet..

    ist Ihr Kommentar dazu. Getreu dem Motto "selber Schuld" & "von ungefähr kommt's wohl nicht" Mehr Zeilen investiere ich nicht, es bringt ja doch nichts!

    gehaßt und ermordet hat? Daß Ihr kommentar nicht moderiert wird, finde ich merkwürdig.

    • homerj
    • 13.08.2011 um 22:48 Uhr

    einen noch dämlicheren kommentar kann man nicht von sich geben. was genau willst DU denn hören? welche andere seite? wie kann man nur so kleinkariert sein.

    Welchen Hintergrund sollte schon Rassismus haben? Ich hoffe ihr Statement ist nicht ernst gemeint. Die einzigen Gründe für Rassismus sind Kleingeistigkeit und mangelndes Selbstbewußtsein. Es gibt keine Entschuldigung für Rassismus. Damals wurde die Schuld auch bei den Juden verortet..

    ist Ihr Kommentar dazu. Getreu dem Motto "selber Schuld" & "von ungefähr kommt's wohl nicht" Mehr Zeilen investiere ich nicht, es bringt ja doch nichts!

    gehaßt und ermordet hat? Daß Ihr kommentar nicht moderiert wird, finde ich merkwürdig.

    • homerj
    • 13.08.2011 um 22:48 Uhr

    einen noch dämlicheren kommentar kann man nicht von sich geben. was genau willst DU denn hören? welche andere seite? wie kann man nur so kleinkariert sein.

  1. der weißen Bevölkerung durch, belegt wird diese mit keinem Wort.

    Zudem stellt sich doch die Frage, weshalb Australien vormals so gut wie keine Vorfälle dieser Art kannte, und nun eine Auffälligkeit bis hin zu rassistischen Tötungen?

    11 Leser-Empfehlungen
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    • Nero11
    • 13.08.2011 um 11:07 Uhr

    nein und vorurteile

    weil sie hier den ersten Artikel lesen habe es bis dato in Australien kein Problem gegeben?

    Fahren Sie hin, lernen Sie dass die weissen Australier eine hinterwälderische, weisse Mentalität pflegen die erlaubt alles zu verachten was anders ist.

    Oder informieren Sie sich über den Kampf der ursprünglichen Australier um das Überleben gegen die Nachfahren europäischer Verbrecher.

    Oder informieren Sie sich über aktuellere Vorkommnisse: Am 11. Dezember 2006 bspw. kam es in Sydney zu Krawallen von weissen gegen arabischstämmige, etc. pp.

    Bitte vermeiden Sie Pauschalisierungen. Wir wünschen uns eine differenzierte Diskussion zum Artikelthema. Danke, die Redaktion/jz

    • Nero11
    • 13.08.2011 um 11:07 Uhr

    nein und vorurteile

    weil sie hier den ersten Artikel lesen habe es bis dato in Australien kein Problem gegeben?

    Fahren Sie hin, lernen Sie dass die weissen Australier eine hinterwälderische, weisse Mentalität pflegen die erlaubt alles zu verachten was anders ist.

    Oder informieren Sie sich über den Kampf der ursprünglichen Australier um das Überleben gegen die Nachfahren europäischer Verbrecher.

    Oder informieren Sie sich über aktuellere Vorkommnisse: Am 11. Dezember 2006 bspw. kam es in Sydney zu Krawallen von weissen gegen arabischstämmige, etc. pp.

    Bitte vermeiden Sie Pauschalisierungen. Wir wünschen uns eine differenzierte Diskussion zum Artikelthema. Danke, die Redaktion/jz

    • dojon
    • 12.08.2011 um 16:07 Uhr

    Schon die Aborigines hatten ein Einwanderungsproblem

    18 Leser-Empfehlungen
  2. "ja damals

    Schon die Aborigines hatten ein Einwanderungsproblem"
    -----------------------------------------------------------

    Sie meinen, die jetzigen Australier sollten das Problem anders angehen als die Aborigines, damit ihnen nicht ähnliches widerfährt?

    Bitte kehren Sie zu einer sachlichen Diskussion zurück. Danke. Die Redaktion/er

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    Entfernt, da unsachlich. Die Redaktion/ag

    Entfernt, da unsachlich. Die Redaktion/ag

  3. Entfernt, da unsachlich. Die Redaktion/ag

    Antwort auf "@ dojon # 3"
    • nfb
    • 12.08.2011 um 17:07 Uhr

    Von wegen bei Qualifizierten Ausländer bliebe der Rassismus weg. Es wird auch hierzulande nicht lange dauern bis es heißen wird, wir wollten euch Fachkräfte garnicht es waren die Bonzen da oben.

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    "Es wird auch hierzulande nicht lange dauern bis es heißen wird, wir wollten euch Fachkräfte garnicht es waren die Bonzen da oben."

    Aller politschen Korrektheit zum Trotz muss man hier aber sagen, dass diese Aussage nunmal stimmt.

    Ich erlebe es jedenfalls "draussen" nirgends, dass die Leute jammern "Ach, oh weh, wenn es doch nur mehr Ausländer in Deutschland gäbe". Selbst Claudia Roth sagt sowas nur, solange die Kameras laufen...

    "Es wird auch hierzulande nicht lange dauern bis es heißen wird, wir wollten euch Fachkräfte garnicht es waren die Bonzen da oben."

    Aller politschen Korrektheit zum Trotz muss man hier aber sagen, dass diese Aussage nunmal stimmt.

    Ich erlebe es jedenfalls "draussen" nirgends, dass die Leute jammern "Ach, oh weh, wenn es doch nur mehr Ausländer in Deutschland gäbe". Selbst Claudia Roth sagt sowas nur, solange die Kameras laufen...

  4. "Es wird auch hierzulande nicht lange dauern bis es heißen wird, wir wollten euch Fachkräfte garnicht es waren die Bonzen da oben."

    Aller politschen Korrektheit zum Trotz muss man hier aber sagen, dass diese Aussage nunmal stimmt.

    Ich erlebe es jedenfalls "draussen" nirgends, dass die Leute jammern "Ach, oh weh, wenn es doch nur mehr Ausländer in Deutschland gäbe". Selbst Claudia Roth sagt sowas nur, solange die Kameras laufen...

  5. Welchen Hintergrund sollte schon Rassismus haben? Ich hoffe ihr Statement ist nicht ernst gemeint. Die einzigen Gründe für Rassismus sind Kleingeistigkeit und mangelndes Selbstbewußtsein. Es gibt keine Entschuldigung für Rassismus. Damals wurde die Schuld auch bei den Juden verortet..

    Antwort auf "Zu einseitig"
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    • Kraxl
    • 15.08.2011 um 11:14 Uhr

    Jaja erstmal schreien ohne nachzusdenken. Der Wutbürger lässt grüßen. Wer konflikte beseitigen will muss mit beiden Seiten sprechen und vermitteln. Die meisten Vorurteile basieren auf schlechten Erfahrungen und negativer Medieneinfluss sowie Prägungen aus dem näheren Umfeld. Es gilt diese in Erfahrung zu bringen. Sie sind gehören zu den Personenkreis der schwarz-weiss-denker. Ursachenanalye ist immer nötige und zwar auf beiden Seiten. Aber vielleicht lernen Sie ja auch mal Dinge und Kommentare abzuwägen bevor Sie sich so sinnfrei hier äußern.

    • Kraxl
    • 15.08.2011 um 11:14 Uhr

    Jaja erstmal schreien ohne nachzusdenken. Der Wutbürger lässt grüßen. Wer konflikte beseitigen will muss mit beiden Seiten sprechen und vermitteln. Die meisten Vorurteile basieren auf schlechten Erfahrungen und negativer Medieneinfluss sowie Prägungen aus dem näheren Umfeld. Es gilt diese in Erfahrung zu bringen. Sie sind gehören zu den Personenkreis der schwarz-weiss-denker. Ursachenanalye ist immer nötige und zwar auf beiden Seiten. Aber vielleicht lernen Sie ja auch mal Dinge und Kommentare abzuwägen bevor Sie sich so sinnfrei hier äußern.

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