Krawalle in LondonDer gefährliche Rückzug des Staates

Die Krawalle in England zeigen, dass es kaum noch Respekt vor der Autorität gibt. Die Sparmaßnahmen sind nicht die Ursache: Sie haben noch nicht eingesetzt. von 

Vergangenen Samstag protestierten die Angehörigen eines Dealers aus Tottenham, der unter noch nicht geklärten Umständen von der Polizei erschossen wurde, noch friedlich. Doch der Protest mündete in einer Orgie von Plünderungen und Brandstiftungen. Es folgten Manchester, Liverpool und Birmingham, aber auch Provinzstädte wie Gloucester, wo Horden von Teenagern die Krawalle in den Vierteln Londons nachvollzogen. In den Blackberry Messages, über die sich die Banden über das Ziel ihrer nächsten gewalttätigen Shoppingtrips verständigten, war immer wieder die Rede vom free stuff , das in den zu plündernden Läden zu holen sei.

Schlagzeilen wie " Anarchy in the UK" oder "London is burning " suggerieren schnell Parallelen zu den achtziger Jahren, als schwarze Ghettos von Brixton bis Toxteth in Liverpool explodierten. Damals herrschte bittere Rezession, die Arbeitslosenzahl lag weit über drei Millionen, Großbritannien war von Margaret Thatcher eine brutale Gesundungskur verordnet worden – ansonsten hätte der Internationale Währungsfonds Großbritannien Kredite verweigert, und das Land wäre bankrott gegangen.

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Zur wirtschaftlichen Tristesse gesellten sich damals die tief sitzenden Ressentiments der schwarzen Minorität gegen eine Polizei, die ganz und gar nicht frei war von rassistischen Elementen. Ihre harte Gangart gegen schwarze Jugendliche, allen voran bei sogenannten Stop and Search -Operationen, wurde als zutiefst diskriminierend empfunden und war ein entscheidender Faktor der damaligen Unruhen.

Man könnte nun leicht den Eindruck gewinnen, dass sich nach dreißig Jahren dieses dunkle Kapitel der britischen Nachkriegsgeschichte wiederholt. Vielsagend wird die Frage gestellt nach den "tieferen Ursachen" der Unruhen und auf die Cuts, die Einsparungen der Londoner Regierung, verwiesen, gegen die sich nun der soziale Protest wende.

Medien-Blogs

Aktuelle Informationen zu den Unruhen in London finden Sie in den Nachrichten-Blogs von Guardian, Reuters und der BBC.

Twitter-Feeds

Bei Twitter werden unter folgenden Feeds die aktuellen Ereignisse zusammengetragen: Das Merseyside Police Department (@MerseyPolice) ist für Liverpool zuständig und der offizielle Kanal für diese Region. Daneben gibt auch die Metropolitian Police London (@metpoliceuk) Auskunft über die aktuelle Lage.

Der Guardian-Journalist Paul Lewis (@PaulLewis) schreibt aus London über die Ereignisse. Aus Manchester berichtet die freie Journalistin Helen Clifton (@helenc1976). Videos liefert John Domokos, Journalist des Guardian (@JohnDomokos). Bei RiotCleanUpManc (@RiotCleanUpManc) wird über die Aufräumarbeiten berichtet.    

So griffig solche Erklärungsversuche klingen, sie erfassen nicht das, was in Großbritannien abläuft. Die unvermeidlichen Kürzungen der Staatsausgaben, um die keine Regierung, gleich wer sie stellt, herumkommt, haben noch gar nicht begonnen. Auch der geplante Stellenabbau bei der Polizei steht zurzeit nur auf dem Papier. Selbst der linksliberale Guardian , der eigentlich nie eine Gelegenheit verstreichen lässt, Armut und Hoffnungslosigkeit als Erklärung für kriminelles Verhalten anzuführen und die Polizei für zu hartes Eingreifen kritisiert, stellte fest, es sei viel zu einfach, die Unruhen auf herzlose konservative Sparpolitik zurückzuführen. Auch habe sich seit den achtziger Jahren im Verhältnis zwischen Polizei und schwarzer Minderheit vieles zum Besseren verändert.

Die Ausschreitungen der vergangenen Tage gehen auf ein Bündel von Ursachen und Akteure zurück. Aber unübersehbar ist, dass darin Banden und ihr oftmals erschreckend junges Fußvolk eine führende Rolle spielen, vor allem in London. Bei Plünderungen und Brandstiftungen waren Jungen involviert, die noch nicht einmal zehn Jahre alt waren. Das Bandenproblem unter schwarzen Jugendlichen ist in den vergangenen Dekaden besorgniserregend geworden. London, Birmingham und Manchester erlebten in den vergangenen Jahren immer öfter Messerstechereien und Schießereien. Trotz aller Aufklärungsversuche und Warnungen sterben jährlich mehrere Dutzend Teenager durch Messerstiche und Schüsse. Täter wie Opfer stammen fast immer aus der westindischen oder afrikanischen Minderheit. Versuche, das drängende Problem in den Griff zu bekommen, sind bislang gescheitert.

Unter schwarzen Jugendlichen werden Gewalt, Drogen und schneller Reichtum verherrlicht. Jene, die lernen wollen, werden mit Verachtung verfolgt. In den Vierteln, in denen die Minderheit lebt, ist der Anteil der alleinstehenden Mütter auf mittlerweile mehr als 60 Prozent angewachsen; eine Mehrheit der Jungen wächst ohne Vater auf. Die Solidarität der Gangs ersetzt oft fehlende männliche Rollenmodelle.

Leserkommentare
    • PW
    • 10. August 2011 17:33 Uhr

    Das wird den klassenkämpferischen Vandalismus-Verstehern im Forum nicht gefallen: Ein Kommentar, der die Verantwortung den Tätern zuschreibt.

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    • eins2
    • 10. August 2011 17:52 Uhr

    ist nicht zu leugnen und die Geschehnisse sind nicht zu entschuldigen.
    Jedoch springt diese "mutig, mutig" Sichtweise zu kurz. Kein Rauch ohne Feuer, das dürfte auch hier zutreffen. Die Probleme sind zu gewaltig, als dass sie mit gendermainstream oder political Correctnes zu lösen wären.Die jungen Leute und die Krawallmacher haben die Finanzkrise nicht zu vertreten.
    Wie ließ Brecht in der Dreigroschenoper vermelden: "das Fressen kommt vor der Moral".
    Zudem zeigen die über Jahrzehnte von Politik und Gesellschaft ignorierten Probleme und dem gegenüber die fast totale Unterordnung beim Profitstreben langsam Wirkung.
    Mit dem ihr da und wir hier wird es nicht weitergehen. Damit haben die Politk und führende Vertreter der Gesellschaft Demokratie gefährdet und tun es wohl weiter. Wissen sie nicht, was sie tun?!

    Ich habe keinerlei Verständnis für Vandalismus.

    Was ich nachvollziehen kann, sind die Gründe, die zu solchen Ausschreitungen führen.

    Das ist zwar etwas grundlegend anderes, als Verständnis für Vandalismus, aber eine differenzierte Betrachtungsweise scheint nicht unbedingt jedem verständlich zu sein.

    • Fifty4
    • 11. August 2011 8:29 Uhr

    ".....dass es kaum noch Respekt vor der Autorität gibt!"

    Wie auch, Respekt funktioniert nur auf Gegenseitigkeit, den Respekt vor den Menschen, besonders vor denen mit anderer Hautfarbe, lassen die "Autoritäten" in London offenbar all zu oft vermissen.

    Cameron ist einer von Ihnen: Zum Vorteil der Finanzmärkte Politik machen (die haben ja noch nicht "alles" im Sack) , die Ärmsten dafür bezahlen lassen (mit denen kann man's ja machen).

    Wer sollte vor so einem Respekt haben, wenn er arm ist und vielleicht noch ungebildet. Aber das ist er ja selber schuld dass er nichts gelernt hat und von seinen Eltern rechtmäßig verprügelt werden darf. Was ist in diesem Staate mit Respekt vor dem Kind?

    Wo uns AutoritätenVersteher hinführen, konnte man im Dritten Reich sehen. Wo politische Dummheit gepaart mit Neid, Mißgunst und Geldgier hinführt sehen wir gerade in England.

    Warum haben Sie für solche Autoritäten Verständnis?

    Einfach so weitermachen, wird eben immer blutiger werden.

    Ist keine Drohung, das ist Schicksal.

    Wer aus der Vergangenheit nicht lernt, usw...

    • escesc
    • 10. August 2011 17:41 Uhr

    Ein sehr wichtiger Artikel. Im Radio (93,1 Inforadio) hat die London-Korrespondentin es wirklich geschafft, die "Sozialkürzungen" die Schuld an den Krawallen zu geben. Und das, obwohl die meisten Reformen erst auf den Papier sind.

    Was ich am Artikel vermisse ist, dass es sich bei der schwarzen Bevölkerung nur um eine Minderheit unter den Randalierern und Räubern handelt.
    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf Pauschalisierungen. Danke. Die Redaktion/kh

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    17 Empfehlungen für den typischen 08/15 Rassenhass Kommentar ohne jeglichen Tiefgang?

    Naja, bei manchen muss wohl erst das eigene Auto brennen oder das Messer im eigenen Rücken stecken, bis man mal was kapiert. Oder das eigene Messer im Rücen der anderen...mit Pech schaffen wir das ja auch wieder und Deutschland wird ein weiteres Mal geschliffen. Aber hey, danach gibt es dann ja vll wieder so richtig großes Wachstum, schließlich sind hohe Prozentzahlen bei kleiner Ausgangsgröße viel einfacher machbar.

  1. wie erklärt sich denn nun der Autor diese Entwicklung ?

    Wenn es in füheren Zeiten nicht so war, also der gesellschaftliche Konsens im Sinne einer entsprechend sozialisierten Jugend intakt war, woher kommt der üble Umschwung ?

    Darauf geht der Autor nicht ein.

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    • Afa81
    • 10. August 2011 19:10 Uhr

    ...denn er schreibt ja nicht, dass dort sozial alles perfekt ist. Es ist nur ein weiterer Fingerzeig, der darauf hindeutet, dass es sich hier nicht um politische Motive handelt. Es kann ja deshalb trotzdem sein, dass die Kravalle in Frankreich damals politisch motiviert waren. Auch das in Nordafrika. Hier aber, sieht es halt mal nicht so aus.

    Und wenn die Polizei sich schon nicht mehr traut einzugreifen, dann glaube ich nicht, dass wir es hier um ne politische Message handelt.

    • Galcon
    • 10. August 2011 17:43 Uhr

    ist selber schuld. Aber dagegen das System ist spitze.
    Das sind immer die gleichen idiotischen Parolen. Es ist eine Frage der Perspektive. Welche Perspektive bietet diese System noch, ausser das von den Leuten erwartet wird dass sie nur noch schweigen und leiden. Da ist eine Neuigkeit für Systemgläubiger: die Leute werden nicht mehr lange schweigen und leiden.:)

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    • th
    • 10. August 2011 18:30 Uhr

    Zitat:
    "Klar wer arm, krank, schwach oder unfähig ist
    ist selber schuld. Aber dagegen das System ist spitze.
    Das sind immer die gleichen idiotischen Parolen."

    So sehen die Plünderer aber nicht gerade aus:

    - arm genug, um mit Blackberry-Handys zu kommunizieren
    - krank genug, um mit der Polizei um die Wette zu rennen
    - schwach genug, um säckeweise Plündergut aus den Supermärkten zu tragen
    - unfähig genug, um die Unruhen trotz Riesen-Polizeiaufgebot über 4 Tage auszuweiten

    Was sie vergessen haben:
    - aggressiv genug, um ganze Häuserblöcke in Brand zu setzen.
    - gewissenlos genug, um ihre Nachbarn in Angst und Schrecken zu versetzen, sie um ihren Besitz zu bringen und ihr Leben zu gefährden

    • -Ziet-
    • 10. August 2011 17:44 Uhr

    Anstatt die Bildungsferne der Randalierer zu belächeln und die Macho-Kultur der Bands zu geiseln, sollte sich der Autor mal fragen, warum diese Kids jene auslachen, die ihre Zeit in Ausbildung investieren, ohne daß es diesen etwas bringt (oder ohne daß es den Vätern und Müttern der Kids etwas gebracht hat.

    Die richtigen Fragen stellen ... darauf käme es an.

    Ohne die richtigen Fragen gibt es auch keine konstruktiven Antworten. Draufhauen kann jeder Depp, ob das Kiddys sind oder Camerons Polizisten ... die Wirkung ist destruktiv und führt von der Lösung weg anstatt zu ihr hin.

    Wenn schon Bildung als Problem-Begriff thematisiert wird, warum wird dann nicht auch der Zugang zu Bildeung oder die Atraktivität von Bildung thematisiert ???
    Trauen sich die feinen Pinkel nicht, das an was sie glauben (Reichtum, Zaster, Kohle) mit den einfachen Leuten gerecht zu teilen?!?

    Würden die Bonzen es ernst mit der Demokratie nehmen, gäbe es 2011 eine Ausweitung von Sozialen Experimenten und Selbsterfahrungs-Angeboten, anstatt diese 75% Kürzung im Sozialbereich durch die Camerons Konservative.

    Man muß nicht nur (Zeitungs)Informationen sondern auch Bildungsangebote an die Klientel anpassen. Einfach nur Schulen und Unis bauen und erwarten nun würden alle damit glücklich ist einfach zu billig!

    Wer unter erbärmlichen finanziellen und bildungsmäßigen Verhältnisse heranwächst muß dort abgeholt werden wo er gerade (unverschuldet!) steht. - Wer dieses Einmaleins der Soziologie nicht kapiert ...

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    Als Sozialdemokrat war ich lange Jahre in der politischen Jugendarbeit tätig.
    Kollegen die ungebührliches Verhalten mit dem Satz "das sind halt Arbeiterjugendliche" entschuldigten, habe ich nie verstanden. Mit dieser Einstellung beleidigt man zum einen die Arbeiterschaft, denn das man Arbeiter ist heißt noch lange nicht das man zu dämlich ist um die Grundregeln von Moral und Anstand zu kapieren. Und zum anderen habe ich das als eine Abwertung der Jugendlichen selbst empfunden. Man spricht ihnen schlicht die Fähigkeit sich zu benehmen und zwischen richtig und falsch zu unterscheiden ab.
    Ich meine, egal wo und wie jemand in Westeuropa aufwächst, von dem kann man verlangen das er begreift das er nicht ungestraft stehlen, prügeln und Feuer legen kann.
    Und das hat nichts damit zu tun wie arm er ist.
    Und noch was: als Jugendliche in der sozialdemokratischen Arbeiterbewegung haben wir gelernt das zu den Anfängen unserer Bewegung unsere Jugendlichen nach 12 Stunden Arbeit in kleinen Gruppen zusammen gelernt haben, aus eigenem Antrieb, bis wir es nicht geschafft haben Bildung für alle als staatliche Leistung auf die Beine zu stellen.

    oder?

    Dann nennen Sie mir doch einmal das "Einmaleins der Soziologie"!

    Wie soll denn das Anpassen von Bildungsangeboten konkret aussehen, bei einer Klientel die lern- und leistungsunwillig ist? Beschränkt sich dieses Angebot dann auf das Erlernen von Singen und Klatschen? Bildungsangebote gibt es reilich, auch in GB, diese Angebote müssen aber auch angenommen werden.

    Was heißt "Attraktivität der Bildung" thematisieren? Die Möglichkeiten mittels Bildung ein hohes Einkommen zu erzielen, ein höheres soziales Ansehen, die Möglichkeit eher seinen "Traumberuf" ausüben zu können, oder einfach nur bessere Lebenschancen, sind nicht attraktiv genug?

    Und warum muss man eigentlich immer "abgeholt" werden? Man darf seinen Allerwertesten auch mal selbst bewegen?

    Nein, Jürgen Krönig hat einen wirklich guten Artikel verfasst! Er hat Recht, diesen Problemgruppen müssen erst einmal die Grenzen aufgezeigt werden. Der Staat als Autorität muss endlich wieder anerkannt werden!

    So werden Autoritäten derzeit in Deutschland anerkannt:
    http://www.derwesten.de/n...

  2. für Jugendliche könnte hier vielleicht Luft verschaffen. Wenn sich die Eltern nicht kümmern, dann sollen sie sich mit ihrem Nachwuchs zuhause rumschlagen. Das diese vor lauter Langeweile randalierend durch die Stadt ziehen ist für die Gesellschaft nicht hinnehmbar.
    Ich bin mir schon bewußt das "offene Gesellschaft" und "autoritäre Massnahmen" zunächst nicht gut zusammenpasst.
    Aber was wird aus der offenen Gesellschaft wenn diese sich aus Angst vor randalierenden Jugendlichen nicht mehr auf die Straße traut?
    Offene Gesellschaft darf nicht heißen "wehrlose Gesellschaft"

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    dort gibt es in bestimmten Gebieten offene Gewalt auf den Straßen. Jeder Einheimische weiß, daß er diese Gebiete nicht betreten darf, weil dort Gewalt herrscht und die Polizei kapituliert hat. Besucher werden von ihren Gastgebern als erstes darauf aufmerksam gemacht, daß und wo ihr Bewegungsradius eingeschränkt ist.
    Unsere Journaille schweigt das Thema tot, weil nicht sein darf, was nicht sein soll.
    Insofern wird es in Grßbritannien keine echten Lösungen, sondern auch nur eine erweiterte Ghettoisierung in Verbindung mit ausgeprägter Nachtrichtensperre geben.
    Dank "embedded Journalism" auch in diesem Bereich wird das Thema bald aus unserer Medienberichterstattung verschwinden, ohne daß es es eine Lösung gab.

    • dojon
    • 11. August 2011 9:03 Uhr

    Wenn man die Familien durch den Zwang zum Doppelverdienertum, durch Genderschwachsinn und Jugendämter, nicht zu vergessen unsere lieben Medien planmäßig zerstört hat (wurde im kommunistischen Manifest übrigens prophezeit) dann darf man sich nicht wundern, daß die Eltern keine Erziehungsarbeit mehr leisten können. Wie sagte doch die schwedische Nationalbankpräsidentin einmal: "Eine Familie hat entweder einen CEO oder sie ist keine Familie."

  3. Ich bin doch ziemlich erstaunt über diese Aussage. Der Sozialstaat in England ist runter gefahren, die Arbeitslosigkeit groß, die Löhne niedrig, der Zuzug unbegrenzt.
    Jetzt hat man zum Beispel beschlossen, dass Kindern die Mandeln erst dann entfernt werden, wenn sie nachweislich sieben Mandelentzündungen durchlitten haben.
    Da kann man schon im Vorfeld sauer werden!

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    • grrzt
    • 10. August 2011 18:34 Uhr

    ziemlich gewagt, mal abgesehen davon das jeder Mensch auch auf erwartetes Ungemach reagiert....Das Banden an den Krawallen mehr oder weniger maßgeblich beteiligt sind, zeigt nur wie kurzsichtig um nicht zu sagen uneinsichtig in der Politik das Problem behandelt wird. Im übrigen äussert Herr Assad (böse) Ähnliches, die Erzählstruktur kommt mir schon ziemlich schräg vor. Und in GB (oder im Mai im nächsten Jahr in Berlin oder wo auch immer) wird man die die ewig gleichen Erklärungen hören. Ja die Banden, die Bösen, die Kriminellen. Aber mit nur einem juristischen Vorgehen wird nichts geändert.

    • clair11
    • 10. August 2011 19:47 Uhr

    Ich finde, dass es zu einfach zu sagen, dass es nicht an Kürzungen liegen können.

    Wenn schon die Frustration da ist, kann schon eine Ankündigung Unmut und Zukunftsangst auslösen.

    Proteste und Demos nach Ankündigung der Künzungspläne, Stellenabbau usw. gab es auch hier - man wartet nicht ab.

  4. schon anderes passieren.

    Wenn der Staat keinen Respekt vor demokratischen Grundwerten an den Tag legt, darf er auch keinen Respekt von denjenigen abverlangen, die sich gedemütigt, ausgegrenzt und abgeschoben fühlen.

    Wenn man mit Respekt nicht weiter kommt, dann scheint wengistens Angst ein plausibles Mittel zu sein, um die Damen und Herren Besitzstandswahrer aus der Reserve zu locken.

    Es gibt keinen Grund Gewalt rechtfertigen zu wollen...aber versetzen sie sich doch mal bitte kurz in die Lebensverhältnisse derer, die überhaupt gar nichts mehr zu verlieren haben...

    11 Leserempfehlungen
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    "aber versetzen sie sich doch mal bitte kurz in die Lebensverhältnisse derer, die überhaupt gar nichts mehr zu verlieren haben..."
    Und als solche betrachten Sie mehrheitlich die Randalierenden und Plündernden in England? Menschen, die gar nichts mehr außer ihrem Leben zu verlieren haben, sehe ich eher in Somalia etc. und nicht in London - dort plündern sie anscheinend Konsumprodukte, nicht dringende Lebensmittel.

    "..aber versetzen sie sich doch mal bitte kurz in die Lebensverhältnisse derer, die überhaupt gar nichts mehr zu verlieren haben..."

    -----------------

    Menschen, welche der Staat so gestellt hat, dass diese nichts mehr im Leben zu verlieren haben, außer vielleicht ein paar lächerliche Konsumartikel, haben - wenn es hart auf hart kommt - auch kein Problem mehr damit, ihr Leben zu verlieren, weil sie ihr Leben nicht mehr als lebenswert einstufen.

    Die gleiche Entwicklung - mit anderen Konsequenzen - haben wir in Deutschland.

    Manche Völker wehren sich.
    Der deutsche Untertan mit Kadavergehorsam wehrt sich nicht. Er ist obrigkeitshörig.

    Daher berichten die Verbände der Psychiater etc. in Deutschland immer wieder öffentlich von dem rasanten Anstieg der Depression in den ärmeren Schichten, welche zur Volksdepression in Deutschland wurde.

    Depression ist der Ausdruck dessen, dass die Betroffenen ihr Leben aufgegeben haben, weil sie ihr Leben in Deutschland nicht mehr als lebenswert einstufen. Andere Völker wehren sich eben.
    Einem Depressiven ist es letztlich egal, ob er lebt oder tot ist.

    Allerdings kann sich die Volksdepression auch in Aggression umwandeln.

    Es geht nicht nur um England, Griechenland, Portugal, Spanien, USA, Frankreich usw - es geht um sehr viel mehr Länder. Zeitversetzt brennt der halbe Planet durch Austände etc.
    Es gibt Berichte aus China, welche von p.a. ca. 80 000 Aufständen berichten, welche dort brutalst niedergeschlagen werden.

    Dh der Planet kocht.

    Bitte argumentieren Sie differenziert und verzichten Sie auf pauschalisierende Äußerungen. Danke. Die Redaktion/wg

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte London | David Cameron | Margaret Thatcher | Tony Blair | John Major | Blackberry
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