Nach vier Krawallnächten in Folge hat es in Großbritannien in der Nacht zum Donnerstag keine größeren Zwischenfälle gegeben. Dazu haben möglicherweise das verstärkte Polizeiaufgebot und der starke Regen beigetragen, berichtete der Fernsehsender BBC. Der britische Premierminister David Cameron hatte zuvor ein härteres Vorgehen gegen die Randalierer angekündigt und mit dem Einsatz von Gummigeschossen und Wasserwerfern gedroht, die bislang nur in Nordirland zum Einsatz gekommen waren.

Bereits festgenommene Randalierer wurden noch in der Nacht in Schnellverfahren zu Haftstrafen verurteilt. Zwei Männer, die an Ausschreitungen in Manchester beteiligt waren, müssen für 10 und 16 Wochen ins Gefängnis, teilte die Polizei der britischen Nachrichtenagentur PA mit. Viele weitere Beteiligte würden folgen, hieß es. Seit Beginn der Proteste wurden landesweit mehr als 1.000 Menschen festgenommen. Allein in London waren es nach Angaben von Scotland Yard 820, von denen 279 angezeigt wurden.

In London selbst war es schon in der Nacht zum Mittwoch verhältnismäßig ruhig geblieben. Dafür hatte sich die Gewalt aber in anderen Städten fortgesetzt, darunter Manchester und Liverpool. In Birmingham starben drei Menschen, nachdem sie von einem Auto überfahren worden waren. Die Männer im Alter zwischen 21 und 31 Jahren standen auf dem Bürgersteig und wollten ein Geschäft vor Plünderern schützen.

Premierminister Cameron besuchte Birmingham am Donnerstag und sprach den Hinterbliebenen der Opfer sein Beileid aus. Erneut kündigte er ein verstärktes Vorgehen der Polizei gegen die Randalierer an. "Die meisten Leute, die wir sehen, sind keine Demonstranten. Es sind Plünderer, Diebe und Räuber – sie begehen Straftaten", sagte er. "Sie müssen festgenommen, verurteilt und eingesperrt werden."

Die Krawalle in England waren am Samstag im nördlichen Londoner Stadtteil Tottenham ausgebrochen und hatten sich in den vergangenen Tagen immer weiter ausgebreitet. Auslöser war der Tod eines 29 Jahre alten Familienvaters, der von der Polizei erschossen worden war.