In freizügiger Kleidung haben Hunderte Frauen in deutschen Städten gegen Sexismus demonstriert. Die sogenannten Slutwalks (Schlampenmärsche) sollten auf das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung aufmerksam machen. Zugleich ging es um ein Zeichen gegen sexuelle Gewalt und die Verharmlosung von Vergewaltigungen.

"Unser gemeinsamer Nenner ist, dass wir uns über die Stereotypisierung von sexueller Gewalt empören. Wir wollen einen öffentlichen Diskurs anstoßen", sagte Lorena Jaume-Palasi, eine der Organisatorinnen des Münchner Slutwalk. Unterstützt wurden sie von Frauenorganisationen wie Terre des Femmes und dem Frauennotruf.


Zu dem Protestmarsch in Berlin kamen rund 1.000 Teilnehmer, meist in freizügigen Kostümen. Auch in Hamburg, München, Frankfurt oder Stuttgart gab es Aktionen. Mehrheitlich waren Frauen auf der Straße – einige in Miniröcken, mit Netzstrumpfhosen und High-Heels, manche oben ohne. Aber auch Männer nahmen teil. "Man demonstriert ja nicht nur für persönliche und individuelle Bedürfnisse, sondern auch für die Rechte anderer", sagte ein Mann in München, wo rund 350 selbst ernannte Schlampen demonstrierten.

Auslöser der Protest-Paraden war der Auftritt eines Polizisten an einer Universität in Kanada vor vier Monaten. Er hatte den Frauen dazu geraten, sich nicht wie Schlampen anzuziehen, wenn sie nicht Opfer sexueller Gewalt werden wollten. Einige Studentinnen gingen gegen diese Aussage auf die Straße. Die Aktion nannten sie Slutwalk. Sie verbreiteten ihre Idee über soziale Netzwerke im Internet. Mittlerweile finden Slutwalks in Städten weltweit statt.