Weltjugendtag Benedikt, junge Protestierer und alte Narben
Der Papst besucht Spanien – und trifft auf ein gespaltenes Land. Gläubige Arbeitslose streiten mit säkularen Arbeitslosen. Benedikt XVI. hat ihnen nichts Neues zu sagen.
So lebhaft und lärmend werden sich Benedikt XVI. und seine ideologischen Berater aus Madrid den Besuch in Spanien beim Weltjugendtreffen nicht vorgestellt haben. Sie hatten ihn sich vermutlich festlicher, fröhlicher, friedlicher erhofft. Eine Art Charmeoffensive mithilfe der katholischen Weltjugend sollte es werden, ähnlich wie seinerzeit in Köln, wo der Papst seine Fans von einem Rheindampfer aus begeisterte. Damals lamentiert kaum jemand ernsthaft darüber, was das alles kostet. Aber das war nicht nur ein anderes Land. Das waren auch andere Zeiten.
Dies ist nun mal kein Sommer wie jeder andere. Die Rahmenbedingungen der Papst-Reise sind nicht die einer reinen Jubelprozession am Palmsonntag. In den Straßen und auf den Plätzen der spanischen Hauptstadt wird zwar gleichfalls gesungen und getanzt, in Sprechchören dem Santo Padre gehuldigt. Auch lauschen ihm die jungen Leute durchaus mit Andacht, wenn er davor warnt, falschen Götzen zu dienen und zur Weiterverbreitung des wahren und einzigen Glaubens aufruft und zu moralischer Festigkeit. Aber daneben sind nicht nur Erinnerungen an eine düstere Vergangenheit der Kirche in Spanien präsent, sondern auch Themen der Gegenwart.
Die veränderten Zeitumstände machen sich bemerkbar und beeinflussen das öffentliche Bewusstsein: Da ist der Aufruhr an Europas Peripherie, der mörderische Irrsinn der Intoleranz in Norwegen, einer der friedlichsten Regionen des Kontinents, die wahnwitzige Katastrophenspirale in der globalen Finanzwirtschaft und deren Auswirkung auf den Einzelnen, die offenkundige Hilflosigkeit der Staatenlenker angesichts der entfesselten Mächte der so genannten "Märkte", und schließlich und vor allem die "Empörung" der jungen Menschen über den Zustand der Zukunftslosigkeit.
Nicht, dass die Hunderttausenden von jugendlichen Papstpilgern aus aller Welt ständig über die Leiden der Zeit grübelten und diskutierten. Sie sind zum Feiern hier und sie tun es. Papst und Party, das passt für die meisten gut zusammen. Da ist kein bedrücktes Denken an Utøya oder Syrien, an Al Tahir oder den Syntagma-Platz, an Tottenham oder Tel Aviv. Vielmehr ist diese fromme Fröhlichkeit von Kirchentagen und den früheren Weltjugendtreffen auch in Madrid vorhanden. Aber die anderen sind eben auch da. Und sie machen sich bemerkbar: die "Indignados", die Empörten im Sinne des französischen Autors Stéphane Hessel.
Sogar die sozialistische Regierung beschwichtigt
Dieses bunte Völkchen kreativer, gut ausgebildeter und zumeist arbeitsloser junger Menschen hat mit dem Wunsch der konservativen spanischen Kirche nach einer "Rechristianisierung" des allzu laizistisch gewordenen Stammlands nichts im Sinn. Im Gegenteil. Schon allein die Kosten des ganzen Aufwandes regen sie auf. Das Kuriose daran: Sogar die sozialistische Regierung, von der Kirche als Hauptgegner im Königreich betrachtet, rechnet öffentlich vor, dass das Weltjugendtreffen mehr Geld in die Kassen der kleinen Betriebe und des Gastgewerbes bringt, als dafür vom Staat beisipielsweise für Polizeieinsätze ausgegeben würde. Obendrein käme der größte Teil ohnehin von nichtstaatlichen Sponsoren.
Für die Empörten ist das natürlich kein Argument. Eher sehen sie ihre Grundannahme bestätigt, dass die eben "alle" – ALLE! – unter einer Decke stecken, im alten System vereint: Banken, Wirtschaft, Politiker, Kirche. Weg damit!
Mit dieser Grundhaltung zogen die "Indignados" Mitte der Woche wieder zurück zum zentralen Platz Spaniens, der Puerta del Sol, dorthin, wo ihre Antisystem-Bewegung am 15. Mai – eine Woche vor der für die Linke katastrophalen spanischen Kommunal- und Regionalwahl – ihr Protestquartier für mehr als einen Monat errichtet hatte. Sie protestieren gegen unbezahlbare Wohnungen, gegen die Macht der Banken, gegen die ungerechte Verteilung des Wohlstands und gegen die schlechten Job-Perspektiven.
- Datum 19.08.2011 - 17:39 Uhr
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Ich will es sagen, wie es ist: Die Lektüre dieses Artikels war in jeder Hinsicht ein Genuß.
Vielen Dank für diese differenzierte und sprachlich vorzügliche Nachmittagslektüre!
Aber nach diesem Artikel gibt es bisher weniger Kommentare als beim letzten. Da wurde gestern die Rekordmarke von ca. 500 Beiträgen erreicht.
Vielleicht haben sich die unabdingbar papsttreuen jetzt etwas zurückgehalten.
In Spaniebn gab es heute eine "Versönungsfeier" zwischen den Besuchern des Weltjugendtags und Demonstranten.
Es waren demnach wohl nicht alles Kriminelle, die da von der Polizei niedergeknüppelt wurden.
Und wenn der Papst dann im September nach Deutschland kommt, soll er uns auch mal erklären, wie wir unsere wirtschaftlichen Probleme lösen. Mit Liebe zu Gott ist es nicht getan. Vielleicht kann er seinen Besuch auch selbst bezahlen. Seine Bank, die Vatikanbank, ist reich an Schätzen in allen Währungen, auch wenn einige durch Zockerei mit Lehmann Brothers verloren gingen.
Für den christlich-katholischen Bereich könnte er auch mal erklären, wann endlich auch Katholiken ihre Bischöfe wählen dürfen, wann die Diskriminierung von Homosexuellen aufgehoben wird (bisher noch immer eine Todsünde), wann Scheidungen und "Ehebruch" nicht mir zur Exkommunikation führen.
Es gibt viel zu tun für das Oberhaupt der r.kath. Kirche, die sich immer noch als die allein seligmachende bezeichnet.
Allerdings glaube ich nicht dass das unter diesem Papst zu erwarten ist. "Wir sind nicht mehr Papst", aber auch nicht Spanien, wo die Kirche noch unmittelbaren Einfluss auf die Politik hat.
Dominus Vobiskum !
Aber nach diesem Artikel gibt es bisher weniger Kommentare als beim letzten. Da wurde gestern die Rekordmarke von ca. 500 Beiträgen erreicht.
Vielleicht haben sich die unabdingbar papsttreuen jetzt etwas zurückgehalten.
In Spaniebn gab es heute eine "Versönungsfeier" zwischen den Besuchern des Weltjugendtags und Demonstranten.
Es waren demnach wohl nicht alles Kriminelle, die da von der Polizei niedergeknüppelt wurden.
Und wenn der Papst dann im September nach Deutschland kommt, soll er uns auch mal erklären, wie wir unsere wirtschaftlichen Probleme lösen. Mit Liebe zu Gott ist es nicht getan. Vielleicht kann er seinen Besuch auch selbst bezahlen. Seine Bank, die Vatikanbank, ist reich an Schätzen in allen Währungen, auch wenn einige durch Zockerei mit Lehmann Brothers verloren gingen.
Für den christlich-katholischen Bereich könnte er auch mal erklären, wann endlich auch Katholiken ihre Bischöfe wählen dürfen, wann die Diskriminierung von Homosexuellen aufgehoben wird (bisher noch immer eine Todsünde), wann Scheidungen und "Ehebruch" nicht mir zur Exkommunikation führen.
Es gibt viel zu tun für das Oberhaupt der r.kath. Kirche, die sich immer noch als die allein seligmachende bezeichnet.
Allerdings glaube ich nicht dass das unter diesem Papst zu erwarten ist. "Wir sind nicht mehr Papst", aber auch nicht Spanien, wo die Kirche noch unmittelbaren Einfluss auf die Politik hat.
Dominus Vobiskum !
bitte verschweigen Sie nicht, dass Tausende von Priestern und Ordensleuten durch spanischen Republikanern ermordet wurden. Auch das Pendant zur spanischen Inquisition, das "Revolutionskomitee" russifizierend "checa" genannt, sollte erwähnt werden.
Die Kritik am Vatikan fußt hauptsächlich in der völligen Überschätzung von dessen politischer Macht. Als dere Vatikan gegen die Erschießung baskischer Priestere durch Falangisten protestierte, bekam er von Franco gezeigt, wo der Hammer hängt.
Also, ich weiß aus erster Hand, dass noch vor wenigen Jahren an der Universität Mainz niemand zum Professor berufen werden konnte - in keinem Fach! - der nicht die Zustimmung der katholischen Kirche fand.
Was ist das - in einem kleinen Beispiel - wenn nicht politische Macht?
(Ob sich das in den letzten 6 - 7 Jahren geändert hat, weiß ich nicht.)
Da hätten wir bitte gerne die ganz genauen Zahlen und Daten und im Vergleich dazu Zahlen und Daten der kath. Francokollaborateure. Dann fehlen in dieser Reihenfolge noch die Daten der jüngsten kath. Glanzgeschichte mit Missbräuchen ohne Ende, vom Papst Ratzinger und vom Kardinal gedeckter Täter aus den eigenen Reihen. Dann hätte ich gerne auch noch die Zahlen, und bitte seriös recherchiert, der Vatikanfirmen, die in mafiöse Geschäfte verstrickt sind. Ja, was noch? oder sollen wir in diesem Atemzug auch gleich die Kardinäle, Priester, "Würden"träger aufzählen, die mit Hitler, Mussolini, Petain paktierten, ja dann noch die, die "gegen die Linken" in Chile auf der Seite Pinochets den Folterknechten und Henkern auf die Schultern klopften und tatkräftig mitmischten. Dann hätten wir noch unzählige kath. Waisenhäuser in Afrika, Südamerika, Asien und Europa und in den USA in denen prügelnde Nonnen und Mönche den "Abweichlern" das Wort Gottes einbläuten. Ja , was fehlt noch? Dann hätten wir noch folternde Missionare im Sortiment, die den "Eingeborenen" und ungläubigen Heiden ihren "Aberglauben"= ihre Kultur im Auftrag des Herrn austreiben mussten, um sie überhaupt als menschliches Wesen wahrnehmen zu können und auch dann nur in ihnen dienender Funktion. Was haben wir noch? Oder kotzen Sie schon? Plündern, brandschatzen, bereichern, ja, die Liste ist endlos lang.
Also, ich weiß aus erster Hand, dass noch vor wenigen Jahren an der Universität Mainz niemand zum Professor berufen werden konnte - in keinem Fach! - der nicht die Zustimmung der katholischen Kirche fand.
Was ist das - in einem kleinen Beispiel - wenn nicht politische Macht?
(Ob sich das in den letzten 6 - 7 Jahren geändert hat, weiß ich nicht.)
Da hätten wir bitte gerne die ganz genauen Zahlen und Daten und im Vergleich dazu Zahlen und Daten der kath. Francokollaborateure. Dann fehlen in dieser Reihenfolge noch die Daten der jüngsten kath. Glanzgeschichte mit Missbräuchen ohne Ende, vom Papst Ratzinger und vom Kardinal gedeckter Täter aus den eigenen Reihen. Dann hätte ich gerne auch noch die Zahlen, und bitte seriös recherchiert, der Vatikanfirmen, die in mafiöse Geschäfte verstrickt sind. Ja, was noch? oder sollen wir in diesem Atemzug auch gleich die Kardinäle, Priester, "Würden"träger aufzählen, die mit Hitler, Mussolini, Petain paktierten, ja dann noch die, die "gegen die Linken" in Chile auf der Seite Pinochets den Folterknechten und Henkern auf die Schultern klopften und tatkräftig mitmischten. Dann hätten wir noch unzählige kath. Waisenhäuser in Afrika, Südamerika, Asien und Europa und in den USA in denen prügelnde Nonnen und Mönche den "Abweichlern" das Wort Gottes einbläuten. Ja , was fehlt noch? Dann hätten wir noch folternde Missionare im Sortiment, die den "Eingeborenen" und ungläubigen Heiden ihren "Aberglauben"= ihre Kultur im Auftrag des Herrn austreiben mussten, um sie überhaupt als menschliches Wesen wahrnehmen zu können und auch dann nur in ihnen dienender Funktion. Was haben wir noch? Oder kotzen Sie schon? Plündern, brandschatzen, bereichern, ja, die Liste ist endlos lang.
Also, ich weiß aus erster Hand, dass noch vor wenigen Jahren an der Universität Mainz niemand zum Professor berufen werden konnte - in keinem Fach! - der nicht die Zustimmung der katholischen Kirche fand.
Was ist das - in einem kleinen Beispiel - wenn nicht politische Macht?
(Ob sich das in den letzten 6 - 7 Jahren geändert hat, weiß ich nicht.)
das für Folgen? Ist die Professorenschaft da besonders reaktionär?
Es gibt wohl kaum ein denkbares Verbrechen an Heiden, Frauen, Juden, Naturvölkern, nicht zuletzt an Kindern welches im Laufe der Geschichte entweder durch die Kirche unterstützt, gerechtfertigt oder direkt begangen wurde. Und selbst wenn die offensichtlichsten und hässlichsten Greuel lange in der Vergangenheit liegen - ohne dass je Ihrer Opfer gedenkt würde - so ist die Institution die selbe geblieben. Es ist immernoch "Corpoarate Identity" wie Pispers so schön sagt. Und die ist immernoch da macht fein weiter mit ihrer traditionsbewussten, weltfernen weihrauchvernebelten Parallelgesellschaft. Und wer aussteigt, der kann dann auch im "richtigen Leben" mal ganz schnell mal den kürzeren ziehen. Die stecken bei uns noch tiefer drin als uns lieb ist. Spanien ist uns da einen Schritt voraus. (lest Mynareck!)
Sehr geehrte/r Herr/Frau KaisersKleider,
ich befürchte, dass ich Ihrer ersten Hand widersprechen muss. An der Uni Mainz gibt es genau zwei Lehrstühle an denen das Bistum Mainz ein Mitspracherecht bei der Besetzung hat.
Dabei handelt es sich um die Lehrstühle für die "Philosophie des Mittelalters" und für "Mittlere und Neuere Geschichte und Vergleichende Landesgeschichte".
Ich befürchte ihr Beitrag zeigt damit einmal mehr, dass moderne Kirchenkritik vor allem auf Halbwahrheiten gebaut ist.
MfG
Hainer
das für Folgen? Ist die Professorenschaft da besonders reaktionär?
Es gibt wohl kaum ein denkbares Verbrechen an Heiden, Frauen, Juden, Naturvölkern, nicht zuletzt an Kindern welches im Laufe der Geschichte entweder durch die Kirche unterstützt, gerechtfertigt oder direkt begangen wurde. Und selbst wenn die offensichtlichsten und hässlichsten Greuel lange in der Vergangenheit liegen - ohne dass je Ihrer Opfer gedenkt würde - so ist die Institution die selbe geblieben. Es ist immernoch "Corpoarate Identity" wie Pispers so schön sagt. Und die ist immernoch da macht fein weiter mit ihrer traditionsbewussten, weltfernen weihrauchvernebelten Parallelgesellschaft. Und wer aussteigt, der kann dann auch im "richtigen Leben" mal ganz schnell mal den kürzeren ziehen. Die stecken bei uns noch tiefer drin als uns lieb ist. Spanien ist uns da einen Schritt voraus. (lest Mynareck!)
Sehr geehrte/r Herr/Frau KaisersKleider,
ich befürchte, dass ich Ihrer ersten Hand widersprechen muss. An der Uni Mainz gibt es genau zwei Lehrstühle an denen das Bistum Mainz ein Mitspracherecht bei der Besetzung hat.
Dabei handelt es sich um die Lehrstühle für die "Philosophie des Mittelalters" und für "Mittlere und Neuere Geschichte und Vergleichende Landesgeschichte".
Ich befürchte ihr Beitrag zeigt damit einmal mehr, dass moderne Kirchenkritik vor allem auf Halbwahrheiten gebaut ist.
MfG
Hainer
Übermorgen ist dann wieder der Islam dran.
Ach nein gegen den darf ja nichts gesagt werden.
Und die Homosexuellen wollten sich vor dem Papst küssen ?
Na so was aber auch.
mit inhaltlichen Argumenten versuchen?
Anstatt mit Totschlag-"argumenten"?
Seit wann darf den gegen den Islam nichts gesagt werden, ganz im Gegenteil, mit großer hilfe der Medien ist eine echte "Islam-Kritik"-Industrie entstanden.
Wobei hier das Wort "Kritik" mißbräuchlich benutz wird um eine scheinbar neutrale Bewertung zu suggerieren.
[...]
Gekürzt. Bitte ziehen Sie keine unsachlichen Vergleiche. Danke. Die Redaktion/er
ruhig zu Felde ziehen. Die machen sich doch nur selbst lächerlich.
mit inhaltlichen Argumenten versuchen?
Anstatt mit Totschlag-"argumenten"?
Seit wann darf den gegen den Islam nichts gesagt werden, ganz im Gegenteil, mit großer hilfe der Medien ist eine echte "Islam-Kritik"-Industrie entstanden.
Wobei hier das Wort "Kritik" mißbräuchlich benutz wird um eine scheinbar neutrale Bewertung zu suggerieren.
[...]
Gekürzt. Bitte ziehen Sie keine unsachlichen Vergleiche. Danke. Die Redaktion/er
ruhig zu Felde ziehen. Die machen sich doch nur selbst lächerlich.
mit inhaltlichen Argumenten versuchen?
Anstatt mit Totschlag-"argumenten"?
Werner A. Perger fasst die Situation sehr gut zusammen.
Was mich erschreckt hat in letzter Zeit ist das Ausmaß an aktuellem Geschichtsrevisionismus von katholischer Seite gerade auch in diesem Forum.
Jahrzehntelange enge Verbundenheit der katholischen Kirche mit dem faschistischen Franco-Regime? Nicht drüber reden, aber "die anderen haben doch auch..." (das Argument kennt man ja gut aus einem anderen historsichen Feld)
Inquisition? War nicht so schlimm, wird immer übertrieben (wenn es sie denn überhaupt gegeben hat), außerdem war der Papst dagegen,...
Hexenverfolgung, Kreuzzüge? Damit hat die katholische Kirche eigentlich nichts zu tun, sie wurde höchstens von weltlichen Interessen vorgeschoben und eingespannt...
All das liest man hier und übrigens auch in weiten Teilen der wikipedia - der Einfluss bestimmter Kreise der katholischen Kirche geht im Netz offenbar weit über kath.net und kreuz.net hinaus.
das können Sie von mir aus so sehen. Ich find's ein wenig paranoid. Ich möchte lediglich darauf hinweisen, dass weder kotz.net noch kath.net offizielle Seiten der katholischen Kirche sind. Gerade kotz.net ist zutiefst unchristlich, mit ein wenig gutem Willen könnte ich als Katholik darin noch eine Satireseite sehen. Aber es gibt Leuten wie Ihnen offenbar das Feindbild, das sie brauchen.
Es gehört nicht zum Artikelthema, daher nur kurz: Informieren Sie sich bitte über Hexenverfolgungen und die Rolle der RKK/Inquisitionen dabei- ihnen werden die Schuppen von den Augen fallen. Zu den Kreuzzügen fällt mir nix mehr ein: wer hat denn angefangen, und wann durfte sich die christliche Welt gegen fortgesetzte Kolonisierung durch vordergründig muslimisch motivierte Machthaber wehren? Erzählen Sie mir mal was über den religiösen Eifer eines Bohemund von Tarent, um nur mal einen normannischen Zweitgeborenen zu erwähnen, der keinerlei Probleme damit hatte, sich mit Muslimen vor Ort zu verbünden, wenn es seinen Machtinteressen diente.
Wessen Machtinteressen dient es eigenmtlich heute, die Historie zu verkürzen, zu verzerren und die damals Handelnden auf schablonenartige religiöse Fanatiker zu reduzieren, obwohl ihre Motivationen wesentlich komplexer waren?
Sechs Kommentare lang hat es gedauert, bis Hexenverbrennung, Inquisition und Kreuzzüge wieder auf der Tagesordnung stehen.
Keiner der Besucher heisst die Verbrechen vor Jahrhunderten gut, der Papst hat ganz klar und deutlich Stellung dazu bezogen, es geht um was völlig anderes beim Weltjugendtag, aber sie mussten wieder die alte Platte auflegen. Gratulation.
Gut, die römisch katholische Kirche ist sicher die grösste, älteste und grauenhafteste [...]organisation, unter der die Menschen dieser Welt je zu leiden hatten.
[...]
Gekürzt. Bitte formulieren Sie Ihre Kritik sachlich und differenziert. Danke. Die Redaktion/ag
Darüber sollten sie mal nachdenken.
Die Kirche ist eine große Organisation und die Meinungsvielfalt in ihr ist ebenso groß wie das politische Spektrum.
Es ist sehr einfach aus der warmen und friedlichen Wohnzimmer ein Urteil über eine Bürgerkriegssituation zu fällen.
Die damalige Interessenlage der Kirche schwankte zwischen Ablehnung der falangistischen Gewaltexzesse und der Bekämpfung des Sozialismusses. Eine Wahl dazwischen gab es nicht und Gewissheit darüber, was vertretbar, was falsch und was unannehmbar ist, wird meist erst im Nachhinein bekannt oder deutlich.
Es ist extrem schwierig für eine Organisation, wie die Kirche, hier zu lavieren. Und natürlich gibt es dabei immer auch radikalisierte Kirchenvertreter die zu einseitig Partei ergreifen, eben genau wie sie es auch tun, je nachdem auf welcher Seite sie sich im Recht fühlen.
Aber eben auch unter Ausblendung der Schwächen der eigenen Position.
Kirche pauschal dafür zu veruteilen bedeutet auch nur selbstgerecht dasselbe zu tun!
Ich halte zwar nichts von dne Popostarpapstreien, das ist aber kein Grund dies als Vorwand zu nehmen sich einer inhaltlichen Auseinandersetzung billig zu entziehen.
H.
Informieren Sie sich noch einmal über den Stand der Geschichtswissenschaft. Die Diffamierungen der katholischen Kirche in der französischen Revolution, durch Bismark während des Kulturkampfes oder durch die faschistischen Regimes und der Nazis (siehe z. B. Klosterprozesse, Operation Gitter etc.pp.) sind heute doch längst nicht mehr Stand der Geschichtswissenschaft.
.
In Madrid habe ich nur einige agressive Teilnehmer von illegalen Demonstrationen bemerkt - überwiegend gesetzte ältere Männer in absurden Gewändern - die die Jugendlichen beschimpft, bespuckt und dann mit Flaschen beworfen hat. Reaktion der jungen Katholiken - wie immer bei Katholiken - sie sind auf die Knie gefallen und haben für die Aggressoren gebetet.
.
Erst als ein kleiner Junge aus Ecquador durch eine Flasche verletzt wurde schritt die Polizei gegen die illegalen Demonstranten ein.
.
Die waren aber auch so wenige, daß die allermeisten Weltjugendtagsteilnehmer garnicht bemerkt haben.
das können Sie von mir aus so sehen. Ich find's ein wenig paranoid. Ich möchte lediglich darauf hinweisen, dass weder kotz.net noch kath.net offizielle Seiten der katholischen Kirche sind. Gerade kotz.net ist zutiefst unchristlich, mit ein wenig gutem Willen könnte ich als Katholik darin noch eine Satireseite sehen. Aber es gibt Leuten wie Ihnen offenbar das Feindbild, das sie brauchen.
Es gehört nicht zum Artikelthema, daher nur kurz: Informieren Sie sich bitte über Hexenverfolgungen und die Rolle der RKK/Inquisitionen dabei- ihnen werden die Schuppen von den Augen fallen. Zu den Kreuzzügen fällt mir nix mehr ein: wer hat denn angefangen, und wann durfte sich die christliche Welt gegen fortgesetzte Kolonisierung durch vordergründig muslimisch motivierte Machthaber wehren? Erzählen Sie mir mal was über den religiösen Eifer eines Bohemund von Tarent, um nur mal einen normannischen Zweitgeborenen zu erwähnen, der keinerlei Probleme damit hatte, sich mit Muslimen vor Ort zu verbünden, wenn es seinen Machtinteressen diente.
Wessen Machtinteressen dient es eigenmtlich heute, die Historie zu verkürzen, zu verzerren und die damals Handelnden auf schablonenartige religiöse Fanatiker zu reduzieren, obwohl ihre Motivationen wesentlich komplexer waren?
Sechs Kommentare lang hat es gedauert, bis Hexenverbrennung, Inquisition und Kreuzzüge wieder auf der Tagesordnung stehen.
Keiner der Besucher heisst die Verbrechen vor Jahrhunderten gut, der Papst hat ganz klar und deutlich Stellung dazu bezogen, es geht um was völlig anderes beim Weltjugendtag, aber sie mussten wieder die alte Platte auflegen. Gratulation.
Gut, die römisch katholische Kirche ist sicher die grösste, älteste und grauenhafteste [...]organisation, unter der die Menschen dieser Welt je zu leiden hatten.
[...]
Gekürzt. Bitte formulieren Sie Ihre Kritik sachlich und differenziert. Danke. Die Redaktion/ag
Darüber sollten sie mal nachdenken.
Die Kirche ist eine große Organisation und die Meinungsvielfalt in ihr ist ebenso groß wie das politische Spektrum.
Es ist sehr einfach aus der warmen und friedlichen Wohnzimmer ein Urteil über eine Bürgerkriegssituation zu fällen.
Die damalige Interessenlage der Kirche schwankte zwischen Ablehnung der falangistischen Gewaltexzesse und der Bekämpfung des Sozialismusses. Eine Wahl dazwischen gab es nicht und Gewissheit darüber, was vertretbar, was falsch und was unannehmbar ist, wird meist erst im Nachhinein bekannt oder deutlich.
Es ist extrem schwierig für eine Organisation, wie die Kirche, hier zu lavieren. Und natürlich gibt es dabei immer auch radikalisierte Kirchenvertreter die zu einseitig Partei ergreifen, eben genau wie sie es auch tun, je nachdem auf welcher Seite sie sich im Recht fühlen.
Aber eben auch unter Ausblendung der Schwächen der eigenen Position.
Kirche pauschal dafür zu veruteilen bedeutet auch nur selbstgerecht dasselbe zu tun!
Ich halte zwar nichts von dne Popostarpapstreien, das ist aber kein Grund dies als Vorwand zu nehmen sich einer inhaltlichen Auseinandersetzung billig zu entziehen.
H.
Informieren Sie sich noch einmal über den Stand der Geschichtswissenschaft. Die Diffamierungen der katholischen Kirche in der französischen Revolution, durch Bismark während des Kulturkampfes oder durch die faschistischen Regimes und der Nazis (siehe z. B. Klosterprozesse, Operation Gitter etc.pp.) sind heute doch längst nicht mehr Stand der Geschichtswissenschaft.
.
In Madrid habe ich nur einige agressive Teilnehmer von illegalen Demonstrationen bemerkt - überwiegend gesetzte ältere Männer in absurden Gewändern - die die Jugendlichen beschimpft, bespuckt und dann mit Flaschen beworfen hat. Reaktion der jungen Katholiken - wie immer bei Katholiken - sie sind auf die Knie gefallen und haben für die Aggressoren gebetet.
.
Erst als ein kleiner Junge aus Ecquador durch eine Flasche verletzt wurde schritt die Polizei gegen die illegalen Demonstranten ein.
.
Die waren aber auch so wenige, daß die allermeisten Weltjugendtagsteilnehmer garnicht bemerkt haben.
nicht so richtig zusammen:
http://www.zeit.de/politi...
In diesem Bericht haben Sie noch erklärt, dass die Bewegung friedlich agiert, eigene Sprecher gewählt hat und allein 25.000 Leute auf die Straße brachte. In den Berichten zur Antipapstdemo war von einem Bündnis von 140 Organisationen die Rede. Wenn die M-15/Democracia Real Ya-Bewegung im Bündnis mit so vielen anderen nur noch 4000 Leute mobilisieren konnte, ist die Bewegung also am Ende?
Oder, M-15 und Antipapst-Demo sind doch gar nicht nicht identisch?
Leider kann ich kein spanisch, aber dieses Blog
http://southofwatford.blo...
gibt für mich viel verständlicher wieder, warum die M-15-Leute wenig Gefallen am Papst finden: weil die Stadt Madrid ihnen gegenüber 1000 Ausreden fand, um ihre Proteste zu behindern, während für den Papst kein Aufwand zuviel war.
Laut Ihrem Bericht hatte der Papst nichts zu sagen, allerdings reichte das "nichts" in der NZZ zu einem detaillierten Bericht.
http://www.nzz.ch/nachric...
Auch kamen hunderttausende aus aller Welt dieses "nichts" zu hören, aber Sie legen Relevanz ja anders fest.
Am Wochenende werden übrigens vor Ihrer Haustür in der "Schanze" ebenfalls ein paar tausend Leute etwas zu sagen haben, es gibt vielleicht auch ein bisschen Krawall; aber ich erwarte Ihren wohlwollenden Bericht.
Die Schwaechen des Artikels gut getroffen.
Ich habe den Eindruck, dass nur, weil es ins politische Weltbild passt, hier aus einer Muecke ein Elefant gemacht wird.
Bis zu 1,5 Millionen Pilger stehen 3-5000 Demonstranten gegenueber. Bei einem Wahlergebnis wuerde niemand diese 0,5% erwaehnen. Hier trafen sich Befuerworter einer strikten Trennung von Staaat und Kirche, Indignados (M15, Kirchenkritiker,Schwule und Lesben (die verstaendlicherweise im Papst ein Feindbild haben), Fundamentalchristen u.a. zusammen.
Angesichts dieser Gruppierungen und Teilnehmerzahlen eine Entwicklung fuer Spanien ablesen zu wollen, waere fabulieren.
Ich jedenfalls bilde mir mein Urteil aus den spanischen Tageszeitungen. Und das deckt sich nicht mit diesem Artikel.
Die Schwaechen des Artikels gut getroffen.
Ich habe den Eindruck, dass nur, weil es ins politische Weltbild passt, hier aus einer Muecke ein Elefant gemacht wird.
Bis zu 1,5 Millionen Pilger stehen 3-5000 Demonstranten gegenueber. Bei einem Wahlergebnis wuerde niemand diese 0,5% erwaehnen. Hier trafen sich Befuerworter einer strikten Trennung von Staaat und Kirche, Indignados (M15, Kirchenkritiker,Schwule und Lesben (die verstaendlicherweise im Papst ein Feindbild haben), Fundamentalchristen u.a. zusammen.
Angesichts dieser Gruppierungen und Teilnehmerzahlen eine Entwicklung fuer Spanien ablesen zu wollen, waere fabulieren.
Ich jedenfalls bilde mir mein Urteil aus den spanischen Tageszeitungen. Und das deckt sich nicht mit diesem Artikel.
hat eben nichts zu sagen. Wer Bischöfe ernennt, die dem Opus Dei nahe stehen - einer Organisation, die sich politisch ordentlich einmischt - setzt doch Signal genug.
Dieser Papst ist von den Problemen der Jugendlichen in Spanien und anderswo soweit entfernt wie der Mond.
Andererseits, niemand demonstriert so augenfällig die Verknöcherung der katholischen Kirche und so wird es weiterhin leere Kirchen geben.
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