Obdachlose in Hamburg Ein Zaun versperrt das Tor zur Welt
118.000 Euro ließ sich Hamburg-Mitte Maßnahmen gegen Obdachlose unter einer Brücke kosten. Um einen meterhohen Zaun ist ein erbitterter Streit entbrannt. Von Meike Fries
An den Hamburger Landungsbrücken gehen täglich eine Menge Touristen spazieren. Sie essen Fischbrötchen mit Remoulade und gucken auf die Schiffe. "Mensch, ist Hamburg schön!", sagen sie dann, und sie sollen ja auch nur das Schöne sehen.
Ein paar hundert Meter entfernt steht die Kersten-Miles-Brücke. Benannt ist sie nach einem mittelalterlichen Bürgermeister der Stadt, der den legendären Störtebeker und andere Seeräuber köpfen ließ. Unter der Brücke schliefen bis vor einer Woche mehrere Dutzend Obdachlose, die meisten von ihnen aus Osteuropa. Die sind nun weg. Stattdessen steht dort ein meterhoher Zaun. 18.000 Euro hat er den Bezirk Mitte gekostet. Der Bezirksamtsleiter Markus Schreiber, er ist Sozialdemokrat, ließ ihn rund um den ehemaligen Schlafplatz bauen, damit die Obdachlosen dort nicht mehr übernachten können. Jetzt herrscht in Hamburg helle Aufregung.
"Wir mussten handeln", sagt Lars Schmidt-von-Koss, der Sprecher des Bezirksamts Mitte. Es habe zahlreiche Beschwerden über Verunreinigung gegeben, außerdem mehrere Straftaten unter den Obdachlosen. Einen Fall von Totschlag und eine Vergewaltigung im Jahr 2010 bestätigte auch die Hamburger Polizei, die vielen Beschwerden hingegen nicht.
100.000 Euro für Umbaumaßnahmen
Der Zaun ist nicht die erste Maßnahme gegen die Obdachlosen, und bei weitem nicht die teuerste. Zuvor wurden unter der Brücke zwei Bunker entfernt, ein künstliches Flussbett angelegt und Wackersteine eingepflanzt. Das kostete die Bezirksversammlung 100.000 Euro. Doch es half nicht. Die Obdachlosen kamen wieder und breiteten ihre Schlafsäcke aus.
Nun steht da ein Zaun. Und der zeigt nicht nur Wirkung, sondern hat eine Symbolkraft, die längst über Hamburg hinaus strahlt. Viele Menschen regt er furchtbar auf. Für sie ist der Zaun ein Symbol der Ausgrenzung, der Unmenschlichkeit. In den vergangenen Tagen gingen mehr als tausend Menschen deshalb auf die Straße. Die Zauntür wurde aus der Verankerung gerissen, jetzt ist sie wieder eingebaut und zusätzlich verschweißt. Jeden Tag legen Menschen Kränze und Blumen nieder und hängen Protestplakate auf. Kiez-Pfarrer Sieghard Wilm kam und stellte einer Gesellschaft, "der nichts anderes einfällt, als einen Zaun zu bauen" ein Armutszeugnis aus. Auf Facebook hat sich längst Widerstand formiert, sogar einen Rap gegen den Zaun gibt es schon: "Der Zaun muss weg und Schreiber auch." Für Samstag ist die nächste Demonstration angekündigt. "Zaun-Irrsinn", schreibt sogar die BILD.
Wir haben die Symbolkraft des Zauns unterschätzt", sagt Schmidt-von-Koss. "Aber mir mussten etwas tun." Ob man denn nun überall einen Zaun bauen wolle, wo die Obdachlosen von der Kersten-Miles-Brücke sich niederlassen. "Nein", sagt Schmidt-von-Koss.
Am Mittwoch ging das Gerücht, Schreiber habe eingelenkt, der Zaun werde wohl bald wieder Geschichte sein. Am selben Tag hatte es heftigen Streit in der Hamburger Bürgerschaft gegeben. Mitglieder aller Parteien griffen Schreiber an. "Dieser Zaun wirft ein Licht auf diese Stadt, das sie nicht verdient", sagte Sozialsenator Detlef Scheele, wie Schreiber ist er in der SPD. Er fürchtet einen Imageschaden für die Stadt, die doch so weltoffen sein will. DIE LINKE forderte gleich Schreibers Rücktritt, die CDU unterstellte ihm Geltungssucht. Die anderen Bezirksleiter Hamburgs solidarisierten sich allerdings mit ihrem Kollegen.
- Datum 29.09.2011 - 18:49 Uhr
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hat man seitens der Unionsparteien emsig den Vorwurf gemacht, sie seine für die Berliner Mauer verantwortlich.
Jetzt fordern sie den Abriß dieses Zauns und man reagiert mit dem Vorwurf der "Geltungssucht".
Worte und Taten müssen nicht zwangsläufig überein stimmen, gell?
Das Geld hätte man weitaus effektiver Anlegen können... Zum Beispiel einen alternativen Schlafplatz herrichten... sollte doch für diese Menge Geld möglich sein... aber das ist ja jetzt schon verpulvert.
my two cents
Chris
... aber so lässt sich doch keine Symbolpolitik betreiben. [...]
Problemlösung in der Politik ist, dass Problem offensichtlich anzugehen.
Leider - Ziel erfüllt.
Teil entfernt. Bitte bleiben Sie sachlich. Danke. Die Redaktion/wg
Das ist genau der Grund warum ich langsam aber sicher Politikverdrossen werde (ich wähle noch, ich informiere mich, aber mir geht es aufn Sack!). Ich will keine Symbolpolitik sondern eine die was bringt und nicht nur "gut aussieht" (kann auch in die Hose gehen wie hier).
my two cents
Chris
Für einen Zaun? Da erscheinen mir die 18.000€ aus dem zweiten Absatz realistischer.
Cellular Automaton
... aber so lässt sich doch keine Symbolpolitik betreiben. [...]
Problemlösung in der Politik ist, dass Problem offensichtlich anzugehen.
Leider - Ziel erfüllt.
Teil entfernt. Bitte bleiben Sie sachlich. Danke. Die Redaktion/wg
Das ist genau der Grund warum ich langsam aber sicher Politikverdrossen werde (ich wähle noch, ich informiere mich, aber mir geht es aufn Sack!). Ich will keine Symbolpolitik sondern eine die was bringt und nicht nur "gut aussieht" (kann auch in die Hose gehen wie hier).
my two cents
Chris
Für einen Zaun? Da erscheinen mir die 18.000€ aus dem zweiten Absatz realistischer.
Cellular Automaton
Ich bin mir relativ sicher, daß es auch für Wohnsitzlose im schönen Hamburg genügend Unterkünfte gibt. Aber Wohnsitzlose neigen dazu, eben jene Unterkünfte - warum auch immer - nicht vorbehaltlos anzunehmen, sondern sich ihre eigenen Schlafplätze zu suchen. Das lässt sich zwar nicht immer nachvollziehen, aber ich kann hingegen sehr gut verstehen, warum eine Stadt sagt: "Das wollen wir nicht." Ich meine: Wo kämen wir da hin, wenn z.B. der Englische Garten in München nächtens zum Schlafplatz für Wohnsitzlose würde? Es gilt - wie überall - Grenzen aufzuzeigen und das Fehlverhalten einiger Weniger zu unterbinden. Unter der Brücke ist kein Campingplatz.
... meine Freizeit unter der Brücke zu verbringen. Die Naturverbundenheit (Kälte, Nässe) lässt mich zeitweilig die Strukturen und Zwänge unserer Zivilisation vergessen. Es ist für mich persönlich ein Ort der Entspannung - und Sie glauben gar nicht, wie abwechslungsreich und erfrischend es sein kann, anstatt der Matraze mal eine bodennahe, harte Plastikpappe als Schlafunterlage zu nehmen. Dann noch etwas Altpapier und paar alte (gebrauchte) Textilien und schon ist der Traum eines Bettes zusammen.
Mich wundert nicht, dass so viele Menschen diese Art der Freizeitgestaltung nachgehen - aber für mich ist Ihr Verbotsgerede nicht nachvollziehbar - schließlich werden Skaterbahnen auch toleriert.
Warum dann nicht die, für keinen schädliche, Freizeitgestaltung in Form einer Wildübernachtung in einem der besten Orte die die Städte zu bieten haben - Brücken - erlauben?
Natürlich gibt es für jeden hier ein Dach über dem Kopf.
Genau so, wie es bei unserem Jobwunder zur Zeit für jeden Arbeit gibt. Arbeitslosigkeit, ebenso wie Obdachlosigkeit sind auf jeden Fall von den entsprechenden Personen frei gewählt.
So verhält es sich im Übrigen auch mit dem Hunger auf der Welt. Der müsste eigentlich auch nicht sein - in einem aktuellen Doku-Film kann man sich ja gerade anschauen, wie viel Essen unsere Gesellschaft weltweit tagtäglich entsorgen muß. Wer da nicht zugreift, ist doch selber Schuld!
Ich bitte um Entschuldigung; aber ab einem gewissen Punkt ist das Maß erreicht, an dem man bloß noch mit Zynismus reagieren kann.
Schön, Sie wollen unter der Brücke keine Obdachlosen und unterstellen, die seien selbst schuld, es gebe sicher geeignete Unterkünfte. Vielleicht gibt es die nicht. Und selbst wenn, wissen Sie, was die Leute auf die Straße treibt? Das ist aber ein anderes Problem.
Aber freuen Sie sich, unter der Brücke wird erstmal nicht mehr geschlafen. Dann gehen die Leute anderswo hin. Wollen Sie dort dann auch Zäune bauen lassen, oder dürfen die unter anderen Brücken nächtigen? Mehr so außerhalb, wo sie vielleicht nicht so auffallen? Es gibt nicht genug Zaun, um alle Stellen abzusperren, wo Obdachlose übernachten könnten. Und es gibt mehr Obdachlose als man ein- oder aussperren kann. So ein Zaun ist keine Lösung, sondern halbherzige Symptomdokterei. Dadurch wird das Poblem allenfalls verlagert.
Selbst in einer großen Stadt wie Hamburg ist die Zahl an Schlafplätzen in Obdachlosenheimen begrenzt, so daß man, selbst wenn man alle der Reihe nach abklappert, nicht jede Nacht einen Schlafplatz hat.
Außerdem wird in vielen Heimen geklaut, es gibt wenig Privatsphäre, dafür aber oft einige Leute auf Alk & Drogen sowie private Fehden und sexuelle & körperliche Übergriffe. Unter diesen Umständen kann ich die Obdachlosen gut verstehen, die in den warmen Monaten lieber draußen schlafen.
Was das sichtbare Übernachten im öffentlichen Raum betrifft, schließe ich mich meinen Vorrednern an: Ursachenbekämpfung ist weitaus sinnvoller als Symptombekämpfung. Obdachlose sind nicht einfach ein störendes Ärgernis, sondern immer noch Menschen, und sie verdienen genauso viel Respekt wie jeder andere auch. Auf der Straße landet man in der Regel immer noch in Lebenskrisen, die man alleine nicht mehr bewältigen kann. Das Geld, was für die Abschreckung der Obdachlosen ausgegeben wird, wäre auch aus Sicht der Kommune
in präventiven und Wiedereingleiderungsmaßnahmen sinnvoller angelegt.
... meine Freizeit unter der Brücke zu verbringen. Die Naturverbundenheit (Kälte, Nässe) lässt mich zeitweilig die Strukturen und Zwänge unserer Zivilisation vergessen. Es ist für mich persönlich ein Ort der Entspannung - und Sie glauben gar nicht, wie abwechslungsreich und erfrischend es sein kann, anstatt der Matraze mal eine bodennahe, harte Plastikpappe als Schlafunterlage zu nehmen. Dann noch etwas Altpapier und paar alte (gebrauchte) Textilien und schon ist der Traum eines Bettes zusammen.
Mich wundert nicht, dass so viele Menschen diese Art der Freizeitgestaltung nachgehen - aber für mich ist Ihr Verbotsgerede nicht nachvollziehbar - schließlich werden Skaterbahnen auch toleriert.
Warum dann nicht die, für keinen schädliche, Freizeitgestaltung in Form einer Wildübernachtung in einem der besten Orte die die Städte zu bieten haben - Brücken - erlauben?
Natürlich gibt es für jeden hier ein Dach über dem Kopf.
Genau so, wie es bei unserem Jobwunder zur Zeit für jeden Arbeit gibt. Arbeitslosigkeit, ebenso wie Obdachlosigkeit sind auf jeden Fall von den entsprechenden Personen frei gewählt.
So verhält es sich im Übrigen auch mit dem Hunger auf der Welt. Der müsste eigentlich auch nicht sein - in einem aktuellen Doku-Film kann man sich ja gerade anschauen, wie viel Essen unsere Gesellschaft weltweit tagtäglich entsorgen muß. Wer da nicht zugreift, ist doch selber Schuld!
Ich bitte um Entschuldigung; aber ab einem gewissen Punkt ist das Maß erreicht, an dem man bloß noch mit Zynismus reagieren kann.
Schön, Sie wollen unter der Brücke keine Obdachlosen und unterstellen, die seien selbst schuld, es gebe sicher geeignete Unterkünfte. Vielleicht gibt es die nicht. Und selbst wenn, wissen Sie, was die Leute auf die Straße treibt? Das ist aber ein anderes Problem.
Aber freuen Sie sich, unter der Brücke wird erstmal nicht mehr geschlafen. Dann gehen die Leute anderswo hin. Wollen Sie dort dann auch Zäune bauen lassen, oder dürfen die unter anderen Brücken nächtigen? Mehr so außerhalb, wo sie vielleicht nicht so auffallen? Es gibt nicht genug Zaun, um alle Stellen abzusperren, wo Obdachlose übernachten könnten. Und es gibt mehr Obdachlose als man ein- oder aussperren kann. So ein Zaun ist keine Lösung, sondern halbherzige Symptomdokterei. Dadurch wird das Poblem allenfalls verlagert.
Selbst in einer großen Stadt wie Hamburg ist die Zahl an Schlafplätzen in Obdachlosenheimen begrenzt, so daß man, selbst wenn man alle der Reihe nach abklappert, nicht jede Nacht einen Schlafplatz hat.
Außerdem wird in vielen Heimen geklaut, es gibt wenig Privatsphäre, dafür aber oft einige Leute auf Alk & Drogen sowie private Fehden und sexuelle & körperliche Übergriffe. Unter diesen Umständen kann ich die Obdachlosen gut verstehen, die in den warmen Monaten lieber draußen schlafen.
Was das sichtbare Übernachten im öffentlichen Raum betrifft, schließe ich mich meinen Vorrednern an: Ursachenbekämpfung ist weitaus sinnvoller als Symptombekämpfung. Obdachlose sind nicht einfach ein störendes Ärgernis, sondern immer noch Menschen, und sie verdienen genauso viel Respekt wie jeder andere auch. Auf der Straße landet man in der Regel immer noch in Lebenskrisen, die man alleine nicht mehr bewältigen kann. Das Geld, was für die Abschreckung der Obdachlosen ausgegeben wird, wäre auch aus Sicht der Kommune
in präventiven und Wiedereingleiderungsmaßnahmen sinnvoller angelegt.
... von den Protestlern wohnt niemand in unmittelbarer Nähe.
Wohnten Sie in der Nähe, protestierten sie gegen die Protestler.
und ich wohne da und bin gegen den Zaun!
(Fehlt ja nur noch, dass auf der Reeperbahn Alkoholverbot verhängt wird ... )
wirds regeln.
118 000 Euro in den Sand gesetzt.
Gratulation an HH.
Entfernt. Bitte verzichten Sie auf die Austragung von Privatfehden und diskutieren Sie ausschließlich zum Artikelthema. Danke. Die Redaktion/vn
und ich wohne da und bin gegen den Zaun!
(Fehlt ja nur noch, dass auf der Reeperbahn Alkoholverbot verhängt wird ... )
wirds regeln.
118 000 Euro in den Sand gesetzt.
Gratulation an HH.
Entfernt. Bitte verzichten Sie auf die Austragung von Privatfehden und diskutieren Sie ausschließlich zum Artikelthema. Danke. Die Redaktion/vn
... aber so lässt sich doch keine Symbolpolitik betreiben. [...]
Problemlösung in der Politik ist, dass Problem offensichtlich anzugehen.
Leider - Ziel erfüllt.
Teil entfernt. Bitte bleiben Sie sachlich. Danke. Die Redaktion/wg
Irgendwann ist der Zaun wieder weg und Hamburg ist wieder eine weltoffene Stadt, die sich selbst um die Belange anderer, wie hier diese Obdachlosen kümmert.
Schön wärs. Klingt irgendwie alles wie ein modernes Märchen.
Ich habe diese Stelle noch ganz besonders in Erinnerung, als ich das erste Mal vor ca. 2 Jahren in Hamburg war. Der Zaun spricht tatsächlich für eine bestimmte Großstand-Mentalität, deshalb kann der ruhig bleiben wo er ist. Er ist jetzt ein Kulturobjekt. Abgesehen davon, wieviel würde es kosten, den wieder zu beseitigen? Und die ganz Aktion nur, damit ein paar Penner dort schlafen können?
Man darf nicht vergessen, welch unfassbare Weltfremdheit die Politik hier im Umgang mit den Finanzen an den Tag legt. Jahrzehnte später werden solche Aktionen noch in Erinnerung sein, und ich frage mich was man dann darüber denken wird.
... meine Freizeit unter der Brücke zu verbringen. Die Naturverbundenheit (Kälte, Nässe) lässt mich zeitweilig die Strukturen und Zwänge unserer Zivilisation vergessen. Es ist für mich persönlich ein Ort der Entspannung - und Sie glauben gar nicht, wie abwechslungsreich und erfrischend es sein kann, anstatt der Matraze mal eine bodennahe, harte Plastikpappe als Schlafunterlage zu nehmen. Dann noch etwas Altpapier und paar alte (gebrauchte) Textilien und schon ist der Traum eines Bettes zusammen.
Mich wundert nicht, dass so viele Menschen diese Art der Freizeitgestaltung nachgehen - aber für mich ist Ihr Verbotsgerede nicht nachvollziehbar - schließlich werden Skaterbahnen auch toleriert.
Warum dann nicht die, für keinen schädliche, Freizeitgestaltung in Form einer Wildübernachtung in einem der besten Orte die die Städte zu bieten haben - Brücken - erlauben?
Ich habe es auch genossen, als dort wo ich wohnte, ganz nah einer Hamburger Brücke, ein Wohnsitzloser campierte.
Ich hatte einen Blick von meinem Balkon auf seinen Schlafplatz.
Es war in Hamburg am Ring 2 , nahe Wandsbek Markt, Stadtteil Mariental, kurz hinter dem Rathaus.
Er schlief dort und räumte seine Sachen immer ordentlich auf. Eine Pololizeiwache war ganz in der Nähe. Anwohner brachten ihm Essen, wir auch, wenn wir Gäste hatten. Niemand zeigte ihn an, niemand rief die Polizei, ihn zu vertreiben.
Er machte keine Probleme, keinen Müll, keinen Lärm.
Wir alle waren traurig, als er ging.
Ich habe es auch genossen, als dort wo ich wohnte, ganz nah einer Hamburger Brücke, ein Wohnsitzloser campierte.
Ich hatte einen Blick von meinem Balkon auf seinen Schlafplatz.
Es war in Hamburg am Ring 2 , nahe Wandsbek Markt, Stadtteil Mariental, kurz hinter dem Rathaus.
Er schlief dort und räumte seine Sachen immer ordentlich auf. Eine Pololizeiwache war ganz in der Nähe. Anwohner brachten ihm Essen, wir auch, wenn wir Gäste hatten. Niemand zeigte ihn an, niemand rief die Polizei, ihn zu vertreiben.
Er machte keine Probleme, keinen Müll, keinen Lärm.
Wir alle waren traurig, als er ging.
bekommt vom Staat eine Wohnung bezahlt. Und Hartz4 noch dazu.
Bedingungslos.
[...]
Gekürzt. Bitte argumentieren Sie differenziert. Danke. Die Redaktion/wg
"Jeder (deutsche) Mensch in Deutschland bekommt vom Staat eine Wohnung bezahlt. Und Hartz4 noch dazu.
Bedingungslos."
Woher nehmen Sie solche Ansichten - von Hochglanzprospekten irgendwelcher Betreuungseinrichtungen - aus dem Sozialgesetzbuch? Realität ist, dass es Obdachlose immer und überall gab - dieser Zustand, dass ein Kontingent von Menschen ohne Wohnung bleibt, stellt sich überall in Gesellschaften der Spezies Mensch ein - worauf es in der Sozialpolitik ankommt, ist wie mit dieser Klientel umgegangen wird - und da gibt es große Unterschiede - und das Unzugänglichmachen von Schlafplätzen - wie beim Verjagen von Tauben - gehört zu einer schlechten sozialpolitischen Angewohnheit.
Nocheinmal zu ihren Behauptungen: Der Kostenträger von Mieten für obdachlose Wohnungsbewerber wäre die ARGE - und die Anbieter von Wohnraum sind Wohnungsbaugesellschaften, d.h. wenn die Wohnungsbaugesellschaft solche Klientel nicht haben will, dann gibt es für die auch keine Wohnung - und andersherum, wenn die ARGE die Wohnung, welche sich ein Penner ausgesucht hat, nicht bezahlen will, dann gibt es ebenfalls keine Wohnung. Nach dem Kriege gab es Punktesysteme, d.h. wer lange genug jeden Winter im Schnee gelegen hat, der hatte genügend Punkte und kriegte ne Bleibe. Letzten Endes kann die Strategie erkannt werden, dass Osteuropäer und Punks von ihren Platten vertrieben werden und die sonstigen deutschen Obdachlosen in die Wälder getrieben werden. Die normale Blockadepolitik mit Steigerung.
In Deutschland ist niemand gezwungen auf der Straße zu leben.
"Jeder (deutsche) Mensch in Deutschland
bekommt vom Staat eine Wohnung bezahlt. Und Hartz4 noch dazu.
Bedingungslos."
Das ist leider ein Märchen.
Eine Voraussetzung dazu ist immer die vollkommene Unterwerfung unter den bürokratischen Apparat und seine Regeln.
Sobald Sie Analphabet oder suchtkrank sind oder psychische Krankheiten haben, die ein Funktionieren gemäß der bürokratischen Vorschrift verhindern, sind sie am Arsch und landen auf der Straße.
Bitte achten Sie auf eine angemessene Wortwahl. Danke. Die Redaktion/er
So dass ich es nicht als Lüge titulieren muss?
Denn genau das ist ihre Behauptung.
...bekommt vom Staat eine Wohnung bezahlt. Und Hartz4 noch dazu.
Bedingungslos."
Bedingungslos? Haha, wenn es nicht so traurig wäre. Das is so kennzeichnend für Leute, die einfach keine Ahnung haben, aber trotzdem ihr Unwissen kund tun müssen und sich nicht nur lächerlich machen, sondern auch noch jedem Hilfebedürftigen, der auch noch das letzte bisschen Würde beim Sachbearbeiter abgegeben hat, mit der Faust ins Gesicht schlagen. Bei so einer sozialpolitischen Ignoranz kommt einem ja das Frühstück wieder hoch. Schonmal HartzIV beantragt und/oder hilfebedürftig gewesen? Mit Sicherheit nicht! Solange die Sozialpolitik von Leuten mit genau diesen Bilderbuch-Vorstellungen (weil sie eben noch NIE in solch einer prekären Lage waren) betrieben wird, wird sich auch an solchen völlig absurden und naiven Fehleinschätzungen nichts ändern. In was für einem Land lebe ich nur?
"Jeder (deutsche) Mensch in Deutschland bekommt vom Staat eine Wohnung bezahlt. Und Hartz4 noch dazu.
Bedingungslos."
Woher nehmen Sie solche Ansichten - von Hochglanzprospekten irgendwelcher Betreuungseinrichtungen - aus dem Sozialgesetzbuch? Realität ist, dass es Obdachlose immer und überall gab - dieser Zustand, dass ein Kontingent von Menschen ohne Wohnung bleibt, stellt sich überall in Gesellschaften der Spezies Mensch ein - worauf es in der Sozialpolitik ankommt, ist wie mit dieser Klientel umgegangen wird - und da gibt es große Unterschiede - und das Unzugänglichmachen von Schlafplätzen - wie beim Verjagen von Tauben - gehört zu einer schlechten sozialpolitischen Angewohnheit.
Nocheinmal zu ihren Behauptungen: Der Kostenträger von Mieten für obdachlose Wohnungsbewerber wäre die ARGE - und die Anbieter von Wohnraum sind Wohnungsbaugesellschaften, d.h. wenn die Wohnungsbaugesellschaft solche Klientel nicht haben will, dann gibt es für die auch keine Wohnung - und andersherum, wenn die ARGE die Wohnung, welche sich ein Penner ausgesucht hat, nicht bezahlen will, dann gibt es ebenfalls keine Wohnung. Nach dem Kriege gab es Punktesysteme, d.h. wer lange genug jeden Winter im Schnee gelegen hat, der hatte genügend Punkte und kriegte ne Bleibe. Letzten Endes kann die Strategie erkannt werden, dass Osteuropäer und Punks von ihren Platten vertrieben werden und die sonstigen deutschen Obdachlosen in die Wälder getrieben werden. Die normale Blockadepolitik mit Steigerung.
In Deutschland ist niemand gezwungen auf der Straße zu leben.
"Jeder (deutsche) Mensch in Deutschland
bekommt vom Staat eine Wohnung bezahlt. Und Hartz4 noch dazu.
Bedingungslos."
Das ist leider ein Märchen.
Eine Voraussetzung dazu ist immer die vollkommene Unterwerfung unter den bürokratischen Apparat und seine Regeln.
Sobald Sie Analphabet oder suchtkrank sind oder psychische Krankheiten haben, die ein Funktionieren gemäß der bürokratischen Vorschrift verhindern, sind sie am Arsch und landen auf der Straße.
Bitte achten Sie auf eine angemessene Wortwahl. Danke. Die Redaktion/er
So dass ich es nicht als Lüge titulieren muss?
Denn genau das ist ihre Behauptung.
...bekommt vom Staat eine Wohnung bezahlt. Und Hartz4 noch dazu.
Bedingungslos."
Bedingungslos? Haha, wenn es nicht so traurig wäre. Das is so kennzeichnend für Leute, die einfach keine Ahnung haben, aber trotzdem ihr Unwissen kund tun müssen und sich nicht nur lächerlich machen, sondern auch noch jedem Hilfebedürftigen, der auch noch das letzte bisschen Würde beim Sachbearbeiter abgegeben hat, mit der Faust ins Gesicht schlagen. Bei so einer sozialpolitischen Ignoranz kommt einem ja das Frühstück wieder hoch. Schonmal HartzIV beantragt und/oder hilfebedürftig gewesen? Mit Sicherheit nicht! Solange die Sozialpolitik von Leuten mit genau diesen Bilderbuch-Vorstellungen (weil sie eben noch NIE in solch einer prekären Lage waren) betrieben wird, wird sich auch an solchen völlig absurden und naiven Fehleinschätzungen nichts ändern. In was für einem Land lebe ich nur?
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