Demografie Wie die Frauen Leben in ostdeutsche Dörfer bringen
In manchen ostdeutschen Dörfern leben vor allem alte Leute und perspektivlose Männer. Doch eine Studie zeigt: Es gibt Pionierinnen, die den ländlichen Raum aufwerten.
Viele Kleinstädte in den neuen Bundesländern ähneln sich. Die Marktplätze sind frisch renoviert, sanierte Altbauten funkeln in der Sonne. Über die Plätze ziehen eine Katze, eine alte Frau, ein Penner. Viel mehr Leute gibt es in vielen Landstrichen der ehemaligen DDR nicht. Die Arbeitsplätze fehlen, vor allem aber die Perspektiven. Wer kann, geht weg. Vor allem die jungen, gut ausgebildeten Frauen ziehen davon. In den Westen, oder in aufstrebende Städte wie Jena, Leipzig oder Dresden. Es fehlen junge Frauen, Kinder und eine Perspektive. Zurück bleiben alte Leute und Männer, die mit ihrem Leben nichts anzufangen wissen.
Der aktuelle Demografiebericht der Bertelsmannstiftung bestätigt diesen Eindruck. Bis 2030 wird die Zahl der alten Leute im Osten rasant zunehmen, die Gesamtbevölkerung schrumpfen. Eine Entwicklung, die selbst Einwanderung oder steigende Geburtenzahlen kaum aufhalten können. Der Leipziger Wolfgang Tiefensee wollte als er für den Aufbau Ost zuständig war Frauen mit viel Geld in den Osten holen – wurde deswegen aber verlacht.
Uta Bauer und Susanne Dähner vom pme Familienservice führen seit drei Jahren im Auftrag des Bundesinnenministeriums Erhebungen durch, die die Lebenswirklichkeit von Frauen in den neuen Bundesländern genauer unter die Lupe nehmen.
Mehr Abiturientinnen im Osten als im Westen
Dass die Zahl der jungen Frauen mit Abitur im Osten höher ist als die der Abiturientinnen im Westen, aber auch höher als die Zahl der Abiturienten im Osten, hatten sie schon in einer früheren Studie herausbekommen. Genau diese hohe Qualifizierung und die sogenannte hohe Erwerbsorientierung gilt als Grund dafür, warum so viele junge Frauen die neuen Bundesländer verlassen.
Ihre neue Studie "Mehr Raum für starke Frauen" zeigt nun, dass die Frauen, wenn sie nach den Lehr- und Wanderjahren gut ausgebildet zurückkommen, ihre Heimat auf den Kopf stellen. Denn viele von ihnen kehren als Unternehmerinnen zurück, schaffen Arbeitsplätze und sorgen damit dafür, dass ehemals verschlafene Dörfer zu neuem Leben erwachen.
Zurück in die Heimat nach den Lehr- und Wanderjahren
Beispiel Sylvia Rahm-Präger. Die Rügnerin verlässt nach dem Schulabschluss ihre Insel, um in Berlin zu studieren und eine wissenschaftliche Karriere einzuschlagen. 13 Jahre lebt sie in der Hauptstadt, promoviert und bekommt das Angebot, eine Dozentur in Seattle anzunehmen. Rahm-Präger möchte ihre Tochter nicht zurücklassen und lehnt ab, sucht sich neue Möglichkeiten. Die gelernte Melkerin und promovierte Agrarwissenschaftlerin kommt auf die Idee, zurück nach Rügen zu gehen. "Das war eine ganz pragmatische Entscheidung, ich habe mehrere Projekte durchgerechnet. Und am Ende blieb eben die Molkerei", bilanziert Rahm-Präger. 1998 eröffnet sie in Poseritz die neu gebaute Molkerei und schafft acht Arbeitsplätze, die sie nur mit Frauen besetzt. "Dann wird nicht so gestänkert," zwinkert sie, "nein, im Ernst, ich arbeite gerne mit Frauen zusammen."
Rügen hat mit 8,1 Prozent (Quelle: Agentur für Arbeit Stralsund, 2011) zwar inzwischen die niedrigste Arbeitslosenquote in Mecklenburg-Vorpommern. Als Sylvia Rahm-Präger in den 1990ern ihre Molkerei eröffnete, war die Situation allerdings ganz anders. "Ich hatte unglaublich viele Bewerbungen", sagt sie. Seit 2002 schreibt sie schwarze Zahlen und hat eine Erzeugergemeinschaft ins Leben gerufen, die Rügener Produkte auf der Insel und dem Festland vermarktet.
- Datum 31.10.2011 - 14:33 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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"Bertelsmann-Bevölkerungsprognose: Unseriöse Panikmache"
von Gerd Bosbach
wurde schon heute morgen veröffentlicht.
In den nachdenk-Seiten
http://www.nachdenkseiten...
So stets aufgewärmter Kohl nervt.
Mit geographischen Personenbezeichnung kann es sehr heikel sein: Wer möchte schon in Weimar als Weimaraner bezeichnet werden - und wie ein Hund behandelt werden? Auch die Einwohner von Rügen nennen sich nicht Rügener, sondern Rüganer. Die Dame scheint dann also eine Rüganerin zu sein. Und schauen Sie selbst: Wer "Rügnerin" bei google eingibt, bekommt "Lügnerin" als Empfehlung. Wer will dort schon so behandelt werden?
in solchen Studien nicht so oft tunnelmäßig den Blick auf die Frauen beschränken würde, könnte man vermutlich ein besseres Bild gewinnen.
Wie sich im Verlauf des Artikels herausstellt, sind nämlich die "perspektivlosen Männer" aus der Überschrift teilweise "Freiberufler und Pendler", von denen mindestens einer so viel verdient, dass es sich seine Frau leisten kann, in einer "gottverlassenen Gegend" einen Bioladen zu eröffnen.
Aber die Strahlkraft haben natürlich nur die Frauen.
Wer ein wenig Zeit aufbringen möchte, braucht nur im Internet eine kleine Suche durchzuführen. Schauen Sie in die vergangenen Jahre zurück und Sie werden bemerken, dass solche Artikel zum Grundwerkzeug der Frau Kutsche gehören. Thematisch eng angebunden, der Grundgedanke in steten Variationen wiedergekäut(eine Frau Pusch würde mir jetzt auf die Finger schlagen, ob der Wortwahl).
Ich warte dann mal auf den nächsten Entwicklungssprung (seit 2003 scheint sich da wenig getan zu haben). Vielleicht kommt er ja vor dem fünfzigsten Lebensjahr.
Andernfalls möchte ich mir diese Pauschalisierungen einfach nicht mehr antun. Es ist mir einfach zu platt. Und das liegt sicher nicht am begrüßenswerten Erfolg der Unternehmerinnen, sondern an diesen immer gleichen Motiven, die die Autorin bedienen muss.
...was man ohnehin von ihnen erwartet.
Ein Mann, der die Familie ernährt? Ist halt seine Aufgabe.
Ein Mann, der sein Leben für andere riskiert? Ist halt seine Aufgabe.
Ein Mann, der dabei stirbt? Na, besser ein Mann, als eine Frau (und das sage nicht ich, genau das hört man ständig von allen Medien)
Sieht man sich an, was Mann sein bedeutet, durch die gesamte Geschichte hinweg, dann bedeutet es, bis heute, zu funktionieren - im Sinne desjenigen, dem man untersteht, ob nun Familie, Chef oder Kriegsherr.
Gustav schreibt, dass viele der "perspektivlosen Männer" Freiberufler und Pendler seien, die gut verdienten. Seltsam - nachdem ich schon oft durch die neuen Länder gereist bin, musste ich bei "perspektivlosen Männern" zunächst an die erschreckend vielen, schon am Morgen betrunkenen, Männer denken, die dort von Morgens bis Abends auf öffentlichen Plätzen, vor heruntergekommenen Kneipen und in Spielhallen herumlungern. Aber vielleicht sind mir die ja nur deshalb aufgefallen, weil sie - um es mit Gustav's Worten zu sagen - "mehr Strahlkraft" besitzen als die fleissigen Pendler und Freiberufler.
Wer ein wenig Zeit aufbringen möchte, braucht nur im Internet eine kleine Suche durchzuführen. Schauen Sie in die vergangenen Jahre zurück und Sie werden bemerken, dass solche Artikel zum Grundwerkzeug der Frau Kutsche gehören. Thematisch eng angebunden, der Grundgedanke in steten Variationen wiedergekäut(eine Frau Pusch würde mir jetzt auf die Finger schlagen, ob der Wortwahl).
Ich warte dann mal auf den nächsten Entwicklungssprung (seit 2003 scheint sich da wenig getan zu haben). Vielleicht kommt er ja vor dem fünfzigsten Lebensjahr.
Andernfalls möchte ich mir diese Pauschalisierungen einfach nicht mehr antun. Es ist mir einfach zu platt. Und das liegt sicher nicht am begrüßenswerten Erfolg der Unternehmerinnen, sondern an diesen immer gleichen Motiven, die die Autorin bedienen muss.
...was man ohnehin von ihnen erwartet.
Ein Mann, der die Familie ernährt? Ist halt seine Aufgabe.
Ein Mann, der sein Leben für andere riskiert? Ist halt seine Aufgabe.
Ein Mann, der dabei stirbt? Na, besser ein Mann, als eine Frau (und das sage nicht ich, genau das hört man ständig von allen Medien)
Sieht man sich an, was Mann sein bedeutet, durch die gesamte Geschichte hinweg, dann bedeutet es, bis heute, zu funktionieren - im Sinne desjenigen, dem man untersteht, ob nun Familie, Chef oder Kriegsherr.
Gustav schreibt, dass viele der "perspektivlosen Männer" Freiberufler und Pendler seien, die gut verdienten. Seltsam - nachdem ich schon oft durch die neuen Länder gereist bin, musste ich bei "perspektivlosen Männern" zunächst an die erschreckend vielen, schon am Morgen betrunkenen, Männer denken, die dort von Morgens bis Abends auf öffentlichen Plätzen, vor heruntergekommenen Kneipen und in Spielhallen herumlungern. Aber vielleicht sind mir die ja nur deshalb aufgefallen, weil sie - um es mit Gustav's Worten zu sagen - "mehr Strahlkraft" besitzen als die fleissigen Pendler und Freiberufler.
"Mehr Abiturientinnen im Osten als im Westen
Dass die Zahl der jungen Frauen mit Abitur im Osten höher ist als sowohl die Zahl der weiblichen als auch der männlichen Abiturientinnen im Westen..."
Der Osten hat ein Viertel der Bevölkerung des Westens, man muss kein Statistiker sein, um dieser Aussage zu widersprechen.
Ich vermute Mal, sie meinen prozentual, dann müsste es aber heißen: "Dass der Anteil der jungen Frauen mit Abitur...".
Und was mit männlichen Abiturientinnen gemeint ist? Also rein Mathematisch steht da: Abitur ost feminin > Abitur west feminin + Abitur west maskulin.
Ach, und eine Quelle wäre schön.
Offensichtlich bleiben die Frauen auch noch auf Jahrzehnte dem radikalen Feminismus angebunden.
Natürlich lautet eine solche Studie "starke Frauen".
Sie heißt nicht Frauen, sondern starke Frauen, genauso wie das bei Männern ja überall starke Männer lautet und nicht Männer.
"Dass die Zahl der jungen Frauen mit Abitur im Osten höher ist als sowohl die Zahl der weiblichen als auch der männlichen Abiturientinnen im Westen, hatten sie schon in einer früheren Studie herausbekommen."
Das muss man nicht in Studien herausbekommen, das ist simple Statistik und vermutlich jahrgangsweise bei den Kultusministerien abrufbar.
In den Medien ist mittlerweile jedes Papier eine Studie und jeder der was sagt oder schreibt ist ein Experte.
Im Übrigen muss man sich schon entscheiden: Kehren nun viele als Unternehmerinnen zurück (Seite 1) oder sind die Pionierinnen selten (Seite 2)? Beides geht kaum, auch nicht als "quantitatives Phänomen" - was trotz ganz tollem hypergelehrten Klangbild zu viel oder wenig ja gar nichts aussagt, sondern nur bedeutet, dass es um Mengen gehen soll.
> Mit dem Bioladen gibt es wieder einen Treffpunkt, einen Ort des Austausches. <
Na klar ...
Was nützt ein Bioladen wenn es keine Arbeit gibt. Und klar, jeder geht jeden oder jeden zweiten Tag in den Bioladen. Also ist irgendwie Komödie, auch wenn es den Menschen zu wünschen ist, dass es im Osten besser wird durch Investitionen großer Firmen aus dem Westen. Wird vermutlich aber nicht geschehen wie die letzten 32 Jahre gezeigt haben.
Wer ein wenig Zeit aufbringen möchte, braucht nur im Internet eine kleine Suche durchzuführen. Schauen Sie in die vergangenen Jahre zurück und Sie werden bemerken, dass solche Artikel zum Grundwerkzeug der Frau Kutsche gehören. Thematisch eng angebunden, der Grundgedanke in steten Variationen wiedergekäut(eine Frau Pusch würde mir jetzt auf die Finger schlagen, ob der Wortwahl).
Ich warte dann mal auf den nächsten Entwicklungssprung (seit 2003 scheint sich da wenig getan zu haben). Vielleicht kommt er ja vor dem fünfzigsten Lebensjahr.
Andernfalls möchte ich mir diese Pauschalisierungen einfach nicht mehr antun. Es ist mir einfach zu platt. Und das liegt sicher nicht am begrüßenswerten Erfolg der Unternehmerinnen, sondern an diesen immer gleichen Motiven, die die Autorin bedienen muss.
"Wer ein wenig Zeit aufbringen möchte, braucht nur im Internet eine kleine Suche durchzuführen. Schauen Sie in die vergangenen Jahre zurück und Sie werden bemerken, dass solche Artikel zum Grundwerkzeug der Frau Kutsche gehören."
Das habe ich gerade über Google gemacht. Es ist traurig, wie Recht Sie haben!
"Wer ein wenig Zeit aufbringen möchte, braucht nur im Internet eine kleine Suche durchzuführen. Schauen Sie in die vergangenen Jahre zurück und Sie werden bemerken, dass solche Artikel zum Grundwerkzeug der Frau Kutsche gehören."
Das habe ich gerade über Google gemacht. Es ist traurig, wie Recht Sie haben!
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