Frankreich: Keine Ermittlung gegen Strauss-Kahn im Fall Banon
Die Autorin Tristane Banon spricht von Vergewaltigung, doch die Justiz erkennt nur einen sexuellen Übergriff von Dominique Strauss-Kahn. Verjährt sei der Vorfall ohnehin.
© Eric Feferberg/AFP/Getty Images

Die Autorin Tristane Banon im französischen Fernsehen
Frankreichs Justiz stellt die Vorermittlungen gegen Dominique Strauss-Kahn wegen versuchter Vergewaltigung ein. Die Journalistin und Schriftstellerin Tristane Banon hatte den Ex-Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF) mit diesem Vorwurf angezeigt. Es habe 2003 keinen Vergewaltigungsversuch, sondern nur einen "sexuellen Übergriff" gegeben, der bereits verjährt sei, teilte die Staatsanwaltschaft mit.
Banon wirft Strauss-Kahn vor, er habe bei einem Interview vor acht Jahren versucht, sie zu vergewaltigen. Er sei über sie hergefallen "wie ein brünftiger Schimpanse". Strauss-Kahn hatte sie 2003 in eine offensichtlich unbewohnte Pariser Wohnung zum Gespräch eingeladen. Banon erhob erstmals 2007 den öffentlichen Vorwurf der Vergewaltigung.
Die 32-jährige Autorin hatte sich erst im Juli zu einer Anzeige entschlossen, als Strauss-Kahn wegen ähnlicher Vorwürfe einer New Yorker Hotelangestellten in den Schlagzeilen war. Ende September kam es zu einer Gegenüberstellung der beiden: Dabei habe sich der 62-Jährige arrogant und selbstgefällig gezeigt, sagte Banon anschließend. Strauss-Kahn hatte sie seinerseits wegen Verleumdung angeklagt.
Buch über den "Pavian-Mann"
Die Schriftstellerin veröffentlichte am heutigen Donnerstag ein Buch, in dem sie ihre Version der Geschichte erzählt. In "Le Bal des hypocrites" (Der Ball der Heuchler) nennt sie auf 126 Seiten kein einziges Mal den Namen von Strauss-Kahn. Sie spricht stets von dem "Schwein" oder dem "Pavian-Mann". Banon beschreibt darin auch, wie sich ihr Leben seit dem Treffen mit Strauss-Kahn verändert habe. Das Buch kommt in einer Auflage von 40.000 Exemplaren auf den Markt.
Strauss-Kahn musste im Mai als IWF-Chef zurücktreten, nachdem ihm das Zimmermädchen Nafissatou Diallo versuchte Vergewaltigung in dem New Yorker Hotel Sofitel vorgeworfen hatte. Das Strafverfahren in den USA wurde Ende August eingestellt, weil es Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Belastungszeugin gab. Strauss-Kahn kehrte Anfang September nach Frankreich zurück. Seine Ambitionen, Präsidentschaftskandidat der Sozialistischen Partei zu werden, musste er ebenfalls aufgeben.







Erwartungsgemäß der nächste Freispruch. Demnächst wird man ihn in den Rang einer Marienerscheinung erheben.
haben sie ihn
Trotzdem gut, dass Banon sich zu Wort gemeldet hat, Strauss-Kahn war seit 2003 erpressbar: http://berlin2011.wordpre...
... für die neuen Spießer.
Catherine Millet neulich im Gespräch:
"Ja, seit ungefähr zehn Jahren befinden wir uns in einem Prozess des wiedereinsetzenden Puritanismus. Und vielleicht schockiere ich jetzt manche damit, aber ich glaube, dass diese neue Puritanisierung auf gewisse Ideologien zurückzuführen ist – auf eine linke Ideologie und den Feminismus."
Es kam, wie erwartet. Das war die diplomatisch geschickste Lösung.
Mich wundert aber, dass Banon nun zivilrechtlich gegen Strauss-Kahn vorgehen will. Verjähren zivilrchtliche Ansprüche in Frankreich so spät?
Aber ist dieses Zitat verbürgt? Gibt es eine Quelle?
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