Proteste gegen Finanzmärkte Erst die Wall Street, jetzt die ganze Welt

Die Bewegung Occupy Wall Street weitet sich weltweit auf zahlreiche Städte aus. Auch in Deutschland haben die ersten Demonstrationen begonnen.

Die Protestbewegung Occupy Wall Street hat erstmals auch andere Staaten erreicht. Nach dem Vorbild der amerikanischen Anti-Wall-Street-Bewegung protestieren heute auch Teilnehmer in Deutschland, Frankreich, Italien, England und Spanien gegen die Folgen der Finanz- und Schuldenkrise. Mit dem Slogan "Wir sind 99 Prozent!" wenden sie sich gegen die "Gier der Finanzmärkte", die Millionen Menschen in die Armut treibe.

Den Anfang machten in Deutschland rund 1.000 Demonstranten in Frankfurt am Main. Mit Parolen wie "Ihr spekuliert mit unserem Leben" oder "Ihr verzockt unsere Zukunft" machten sie ihrem Unmut über Exzesse des Kapitalismus Luft. Die Demonstranten wollten zum Sitz der Europäischen Zentralbank (EZB) ziehen. 

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Die Organisatoren der Bewegung "15. Oktober" hatten in mehr als 50 deutschen Städten zu Demonstrationen aufgerufen, darunter Köln, München, Hamburg, Hannover und Stuttgart. In Berlin veranstaltet das globalisierungskritische Netzwerk Attac eine "Krisenanhörung" zu den Auswirkungen der Finanzkrise. Am Nachmittag sind Demonstrationen vor dem Bundeskanzleramt und im Stadtteil Kreuzberg geplant.

Auch im asiatisch-pazifischen Raum gab es kleinere Demonstrationen gegen die Macht der Banken. Im Bankenviertel von Hongkong versammelten sich rund 500 Menschen. In der japanischen Hauptstadt Tokio demonstrierten etwa 100 Menschen. In Südkoreas Hauptstadt Seoul versammelten sich etwa 70 Demonstranten bei strömendem Regen vor dem Hauptquartier der Finanzüberwachungsbehörde. Sie riefen "Besetzt den Finanzdistrikt" und "Wir sind die 99 Prozent". Auch in der philippinischen Hauptstadt Manila kam es zu Protesten. In der größten Stadt Neuseelands, Auckland, versammelten sich Hunderte auf den Straßen, um gemeinsam zur Hauptkundgebung mit rund 3.000 Teilnehmern zu ziehen. In Sydney demonstrierten 600 Menschen vor der australischen Zentralbank.

Insgesamt sollen am Samstag weltweit in mehr als 950 Städten in 82 Ländern Demonstrationen gegen die Macht der Finanzwelt stattfinden. In den USA protestieren seit Mitte September regelmäßig Tausende Menschen in zahlreichen US-Großstädten gegen die ungleiche Verteilung von Reichtum und die anhaltende Arbeitslosigkeit.

Leser-Kommentare
  1. Kein System kann auf Dauer ein "Pendel" auf einer Seite festhalten. Die Zeit scheint reif für den Ausschlag vom Turbokapitalismus in die andere Richtung. Möge sich das Pendel bald auf die soziale Marktwirtschaft einpendeln.

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    den Pendelfaden durchzuschneiden und das Schicksal selber in die Hand zu nehmen, anstatt sich immer wider von einem Pendel hypnotisieren zu lassen.
    Die letzten Jahrhunderte hatte das Pendel zwischen den Extremen hin- und hergeschlagen.
    Mittlerweile müssten doch jeder kappiert haben, wie das Spiel läuft.

    den Pendelfaden durchzuschneiden und das Schicksal selber in die Hand zu nehmen, anstatt sich immer wider von einem Pendel hypnotisieren zu lassen.
    Die letzten Jahrhunderte hatte das Pendel zwischen den Extremen hin- und hergeschlagen.
    Mittlerweile müssten doch jeder kappiert haben, wie das Spiel läuft.

  2. Dann meinten sie wohl die Mitte ? Und nicht wieder das andere extrem - den Kommunismus ? Der sich nämlich ebensowenig bewährt !

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    das sehen Sie vollkommen richtig, so war es gemeint!
    Nur habe ich das Wort Mitte bewußt vermieden, weil dieser Begriff, als "politische Mitte" in Deutschland mittlerweile fehlbesetzt ist und missbraucht wird, um damit weiterhin konservativen und neoliberalen Kapitalismus (CDU/CSU) an der Macht zu erhalten.

    Zwischen dem Diktat eines Finanzkapitalismus der demokratisch angelegte Systeme aushöhlt und für wenige Einzelne missbraucht und einem Kommunismus, der "gesamtgesellschaftlich sozial" angelegte Syteme diktatorisch und faschistisch ebenso zum Nutzen Einzelner zerstört, gibt es weit mehr Lösungen für eine praktikable faire also "anständige und soziale" Gesellschaftsordnung als mit dem Schlagwort "die Mitte" versprochen werden (soll und) kann.
    Vor allem werden endlich differenziert "mitdenkende" Bürger für eine Demokratie gebraucht, die mehr als "schwarz-weiß-Malerei" wünschen und dabei mitwirken, das auch beurteilen, gegebenenfalls dieses endlich lernen wollen

    das sehen Sie vollkommen richtig, so war es gemeint!
    Nur habe ich das Wort Mitte bewußt vermieden, weil dieser Begriff, als "politische Mitte" in Deutschland mittlerweile fehlbesetzt ist und missbraucht wird, um damit weiterhin konservativen und neoliberalen Kapitalismus (CDU/CSU) an der Macht zu erhalten.

    Zwischen dem Diktat eines Finanzkapitalismus der demokratisch angelegte Systeme aushöhlt und für wenige Einzelne missbraucht und einem Kommunismus, der "gesamtgesellschaftlich sozial" angelegte Syteme diktatorisch und faschistisch ebenso zum Nutzen Einzelner zerstört, gibt es weit mehr Lösungen für eine praktikable faire also "anständige und soziale" Gesellschaftsordnung als mit dem Schlagwort "die Mitte" versprochen werden (soll und) kann.
    Vor allem werden endlich differenziert "mitdenkende" Bürger für eine Demokratie gebraucht, die mehr als "schwarz-weiß-Malerei" wünschen und dabei mitwirken, das auch beurteilen, gegebenenfalls dieses endlich lernen wollen

  3. muss endlich bis zum kern - der verquickung von kapital und (vermeintlich) politischer macht vordringen und das übel an der wurzel bekämpfen.

    einen vertreter dieser spezies von finanz-/politoligarchen haben wir schon im frühjahr erfolgreich aus dem amt gejagt > http://vimeo.com/20426569

    kommt alle, verbrüdert euch, habt keine angst !

    13.00 uhr rotes rathaus berlin

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  4. hoffnung.

    es ist wirklich schön zu erleben, dass ein gewisser Teil einen "Change" gern möchte.
    Allerdings,
    (ich verweise auf meine Kommentare)
    http://www.zeit.de/2011/4...

    http://www.zeit.de/gesell...

    http://www.zeit.de/2011/4...

    ... ist dieser "Change" ohne die Veränderung der subjektiven Weltanschauung, Sicht auf und in die Gesellschaft, etc. nur ein Wechsel an der Oberfläche.

    Ich spreche jetzt nicht, dass es einen radikalen, gewaltätigen Umbruch brauch, sondern vielmehr muss vor diesem "Systemwechsel" die Spezies Homo sapiens sich grundlegend ändern.
    Aber sie schafft es nicht, dafür fehlt - um es auf den Punkt zu bringen - die Vernunft.

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    Ich schliesse mich ihren ein wenig vagen Andeutungen an und denke auch, dass allein ein Systemwechsel keine Loesung der Probleme bringen wird. Vielleicht viel Euphorie und neue Ideen und proklamierte Ideale, aber solange unsere Weltanschauung, Verstaendnis und persoenlichen Ideale Akkumulation von Kapital und politischer Macht, den blinde Wahn nach materiellem Konsum und oberflaechlicher sexueller Befriedigung als zentrale Werte unserer Existenz darstellen, wird auch ein neues System zu keinem Frieden und Wohlstand in unserem Land, noch in der Welt, fuehren.

    Das System oder die Form einer Struktur sind im Prinzip egal, es kommt drauf an wofuer es genutzt wird und von welchen Idealen und Eigenschaften Handlungen innerhalb des Systems bestimmt werden. Wenn allein die egozentrischen Privilegeien des Individuums zaehlen, dem kann kein System widerstehen, denn es ist am Ende nur ein Mittel fuer etwas, anstatt einem Ende.

    • gboar
    • 15.10.2011 um 16:26 Uhr

    Aus der Verhaltensforschung wissen wir, dass alle Menschen sich für überdurchschnittlich intelligent halten und deshalb ist klar, bringen wir es auf den Punkt, den anderen fehlt es an Vernunft. Offensichtlich sind aber auch viele überdurchschnittlich vergesslich.
    Den Neuen Menschen wollten auch immer diejeniger schaffen, die letztendlich besonders viele umgebracht haben, die Makabäer, die Wiederteufel, die Inquisition, die Bolschewiki, die Nationalsozialisten, Mao, Pol Pot, alle wollten "die Spezies homo sapiens grundlegend ändern", natürlich in bester Absicht.
    Wenn man solche Ansinnen liest, sollte jedem klar sein, dass es mal wieder lebensgefährlich werden kann. Frei nach Max Liebermann: Ich kann garnicht soviel essen wie ich kotzen möchte. T'schuldigung! Gesellschaftliche Systeme müssen mit den Menschen wie sie sind funktionieren, nicht mit Kopfgeburten von wirren Weltbeglückern.

    Ich schliesse mich ihren ein wenig vagen Andeutungen an und denke auch, dass allein ein Systemwechsel keine Loesung der Probleme bringen wird. Vielleicht viel Euphorie und neue Ideen und proklamierte Ideale, aber solange unsere Weltanschauung, Verstaendnis und persoenlichen Ideale Akkumulation von Kapital und politischer Macht, den blinde Wahn nach materiellem Konsum und oberflaechlicher sexueller Befriedigung als zentrale Werte unserer Existenz darstellen, wird auch ein neues System zu keinem Frieden und Wohlstand in unserem Land, noch in der Welt, fuehren.

    Das System oder die Form einer Struktur sind im Prinzip egal, es kommt drauf an wofuer es genutzt wird und von welchen Idealen und Eigenschaften Handlungen innerhalb des Systems bestimmt werden. Wenn allein die egozentrischen Privilegeien des Individuums zaehlen, dem kann kein System widerstehen, denn es ist am Ende nur ein Mittel fuer etwas, anstatt einem Ende.

    • gboar
    • 15.10.2011 um 16:26 Uhr

    Aus der Verhaltensforschung wissen wir, dass alle Menschen sich für überdurchschnittlich intelligent halten und deshalb ist klar, bringen wir es auf den Punkt, den anderen fehlt es an Vernunft. Offensichtlich sind aber auch viele überdurchschnittlich vergesslich.
    Den Neuen Menschen wollten auch immer diejeniger schaffen, die letztendlich besonders viele umgebracht haben, die Makabäer, die Wiederteufel, die Inquisition, die Bolschewiki, die Nationalsozialisten, Mao, Pol Pot, alle wollten "die Spezies homo sapiens grundlegend ändern", natürlich in bester Absicht.
    Wenn man solche Ansinnen liest, sollte jedem klar sein, dass es mal wieder lebensgefährlich werden kann. Frei nach Max Liebermann: Ich kann garnicht soviel essen wie ich kotzen möchte. T'schuldigung! Gesellschaftliche Systeme müssen mit den Menschen wie sie sind funktionieren, nicht mit Kopfgeburten von wirren Weltbeglückern.

  5. Wie man mit Grossdemos fertig wird, hat Kanzler Schröder bezüglich der Montagsdemos gezeigt: Einfach ignorieren!
    Schröders Methode - von Kohl übernommen - an Merkel weiter gereicht - hatte grossen Erfolg: Leiharbeit gibt´s immer noch, und neben "Minijobs" gibt´s inzwischen sogar "Mini-Minijobs" (angepasst an die Erhöhung des sozialabgabefreien Hinzuverdienstes). Trotzdem geht es "uns" Deutschen gut, weil:
    - Die exorbitante Staatsverschuldung müssen künftige Generationen abtragen.
    - Die fehlenden Rentenrücklagen von Geringverdienern müssen künftige Generationen kompensieren.
    - Das vorzeitige Verheizen von menschlichem Arbeitsmaterial über psychische und physische Defekte fällt erst in Zukunft an.
    - Und "wir" stehen glänzend da im Vergleich zu anderen. Während in Spanien eine Jugendarbeitslosigkeit von 40% wütet, befinden sich diese 40% bei uns in prekärer Beschäftigung.

    Absehbar ist: Wenn Demonstrieren nix mehr bringt, weil die Wut auf den Strassen am Zynismus der Politiker zerschellt, dann wird die nächste Stufe der Auseinandersetzung die offene Gewalt sein. Aber es wird keine Gewalt mehr sein gegen Politiker, Arbeitgeberpräsidenten oder Bankvorstände, weil diese längst in ihren Sperrzonen leben, sondern gegen Leute aus der zweiten Reihe. Gegen die Mietmäuler in den Redaktionsstuben, die als ideologische Wegbereiter der neoliberalen Pestseuche dienten. Es wird neue "Formen der Auseinandersetzung" geben - und es wird für Einzelne verdammt hart werden!

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    Punkt. "Neoliberale Pestseuche".

    Übrigens der Anfang in Neuseeland ist nicht erstaunlich.

    "Den Anfang machten Demonstranten in Neuseeland und Australien. In der größten Stadt Neuseelands, Auckland, versammelten sich Hunderte auf den Straßen, um gemeinsam zur Hauptkundgebung mit rund 3.000 Teilnehmern zu ziehen." Dort ist der neoliberale Globalisierungsschredder mit unglaublicher Wucht durchs Land gezogen. Die Spuren der Verwüstung sind dort schon lange greifbar. Ein ehemaliger sozialdemokratischer Regierungschef zeigte sich in einem Interview entsetzt über das was er angerichtet hat. Das könnte Schröder und Münte nie passieren.

    zurückzahlen will oder kann. Diese enormen geldströme momentan dienen dazu, eine witschafts- und bankenstruktur in die zeit nach dem kollaps zu retten.

    Da stehen sie, zwei ältliche Wutbürger in praktischer Funktionskleidung auf dem Chlodwigplatz in Köln und fordern die Besetzung des deutschen Reichstages, obwohl der sich doch gar nicht in Köln, sondern in Berlin befindet. Genauso hilflos und unstrukturiert wie diese Geste ist der gesamte Protest, der bereits von den gut organisierten Sozial- und Umweltbürokratien vereinnahmt wird.
    Geht lieber ein Stück Kuchen essen.

    Ich bin ganz Ihrer Meinung.
    Allerdings glaube ich (zumindest was die Banken angeht), dass wir Bürger wesentlich Mächtiger sein könnten. Warum auch Immer; Die Meisten handeln nicht indem sie:

    a) Kontowechsel zu einer anderen Bank
    Mir ist vollkommen unverständlich, wie man heute noch ein Konto bei der Peanuts-Bank haben kann, dessen Millionenverdiener sich seine Geburtstagsfeier im Bundeskanzleramt auch noch von den Steuerzahlern bezahlen lässt.
    b) Keine Stimme mehr für FDP, CDU und SPD
    - Westerwelle erkennt in Arbeitslosen nur Altrömische Dekadenz.
    - Die Kanzlerin bezahlt Ackermann und übernimmt dessen Gesetzesvorlagen.
    - Die SPD hat durch Hartz IV und das Streichen jeglicher Kontrolle des Kapitalmarktes die heutige Situation erst möglich gemacht.
    - Der Anfang ist in Berlin gemacht; Weiter so.

    die neuen Methoden heissen Werkvertrag und Outsourcing. Einziges Ziel ist, tariflich bezahlte Arbeit in prekäre Beschäftigungsverhältnisse um zu strukturieren. Die Umverteilung von unten nach oben steht meiner Meinung nach nicht vor dem Ende - sie steht erst am Anfang.

    Ich glaube, dass die finanzkräftigen der Welt erst noch einíge Länder mehr in den Krieg treiben werden. Denn darauf basiert der Kapitalismus. Die eine Hälfte muss in Schutt und Asche gebombt werden, damit die andere Hälfte sich am Wiederaufbau eine goldene Nase verdienen kann.

    Hier kommt es schlimmer.
    Die Verursacher schließen sich den Protesten an, um damit die Bewegung zu neutralisieren. Allerdinhs ohne ihr Verhalten zu ändern.

    Bals werden wir uns staunend fragen, worum es eigentlich ging.

    Punkt. "Neoliberale Pestseuche".

    Übrigens der Anfang in Neuseeland ist nicht erstaunlich.

    "Den Anfang machten Demonstranten in Neuseeland und Australien. In der größten Stadt Neuseelands, Auckland, versammelten sich Hunderte auf den Straßen, um gemeinsam zur Hauptkundgebung mit rund 3.000 Teilnehmern zu ziehen." Dort ist der neoliberale Globalisierungsschredder mit unglaublicher Wucht durchs Land gezogen. Die Spuren der Verwüstung sind dort schon lange greifbar. Ein ehemaliger sozialdemokratischer Regierungschef zeigte sich in einem Interview entsetzt über das was er angerichtet hat. Das könnte Schröder und Münte nie passieren.

    zurückzahlen will oder kann. Diese enormen geldströme momentan dienen dazu, eine witschafts- und bankenstruktur in die zeit nach dem kollaps zu retten.

    Da stehen sie, zwei ältliche Wutbürger in praktischer Funktionskleidung auf dem Chlodwigplatz in Köln und fordern die Besetzung des deutschen Reichstages, obwohl der sich doch gar nicht in Köln, sondern in Berlin befindet. Genauso hilflos und unstrukturiert wie diese Geste ist der gesamte Protest, der bereits von den gut organisierten Sozial- und Umweltbürokratien vereinnahmt wird.
    Geht lieber ein Stück Kuchen essen.

    Ich bin ganz Ihrer Meinung.
    Allerdings glaube ich (zumindest was die Banken angeht), dass wir Bürger wesentlich Mächtiger sein könnten. Warum auch Immer; Die Meisten handeln nicht indem sie:

    a) Kontowechsel zu einer anderen Bank
    Mir ist vollkommen unverständlich, wie man heute noch ein Konto bei der Peanuts-Bank haben kann, dessen Millionenverdiener sich seine Geburtstagsfeier im Bundeskanzleramt auch noch von den Steuerzahlern bezahlen lässt.
    b) Keine Stimme mehr für FDP, CDU und SPD
    - Westerwelle erkennt in Arbeitslosen nur Altrömische Dekadenz.
    - Die Kanzlerin bezahlt Ackermann und übernimmt dessen Gesetzesvorlagen.
    - Die SPD hat durch Hartz IV und das Streichen jeglicher Kontrolle des Kapitalmarktes die heutige Situation erst möglich gemacht.
    - Der Anfang ist in Berlin gemacht; Weiter so.

    die neuen Methoden heissen Werkvertrag und Outsourcing. Einziges Ziel ist, tariflich bezahlte Arbeit in prekäre Beschäftigungsverhältnisse um zu strukturieren. Die Umverteilung von unten nach oben steht meiner Meinung nach nicht vor dem Ende - sie steht erst am Anfang.

    Ich glaube, dass die finanzkräftigen der Welt erst noch einíge Länder mehr in den Krieg treiben werden. Denn darauf basiert der Kapitalismus. Die eine Hälfte muss in Schutt und Asche gebombt werden, damit die andere Hälfte sich am Wiederaufbau eine goldene Nase verdienen kann.

    Hier kommt es schlimmer.
    Die Verursacher schließen sich den Protesten an, um damit die Bewegung zu neutralisieren. Allerdinhs ohne ihr Verhalten zu ändern.

    Bals werden wir uns staunend fragen, worum es eigentlich ging.

  6. das sehen Sie vollkommen richtig, so war es gemeint!
    Nur habe ich das Wort Mitte bewußt vermieden, weil dieser Begriff, als "politische Mitte" in Deutschland mittlerweile fehlbesetzt ist und missbraucht wird, um damit weiterhin konservativen und neoliberalen Kapitalismus (CDU/CSU) an der Macht zu erhalten.

    14 Leser-Empfehlungen
    Antwort auf "Einpendeln"
  7. Das kann der Politik nur recht sein: Es wird gegen die Banken protestiert, nicht aber genügend ausdrücklich gegen die Politik, die den Banken keine Grenzen gesetzt hat und dies auch nicht erkennbar vorhat gemäß den Forderungen der jetzt Demonstrierenden an die Banken.

    Ein Investmentbroker, oder gemeinhin als 'Bankster' Verunglimpfter, ist nicht irgendwelchen moralischen Maximen verpflichtet. Seit Adornos/Horkheimers 'Dialektik der Aufklärung' weiß man: Der Kantische kategorische Imperativ "Handele so, dass die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könne" keiner wissenschaftlichen Vernunft entspricht, sondern einer "Narretei", wenn durch seinen Gebrauch ein materieller Gewinn ausfallen sollte. Ein Geschäfte treibender Angestellter ist allein der Gewinnmaximierung seiner Firma/Bank verpflichtet, und war es nicht Gerhard Schröder, der alle Kritik an einer unbarmherziger werdenden Ökonomie mit dem Hinweis des sich verschärfenden und härter werdenden Wettbewerb abschmetterte?

    Ungeachtet meiner Hochachtung der Proteste - immerhin regt sich überhaupt einmal ein Widerstand gegen die Ausplünderung und Unterwerfung der Einzelnen im Namen der sogenannten "Märkte" - sehe ich doch, dass die eigentlich Verantwortlichen auch diesen Kelch nur vorüberziehen lassen müssen, um sich dann wieder wie bisher ihrem gewohnten Betrieb zu widmen.

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    • HH7
    • 15.10.2011 um 16:36 Uhr

    ...prangert soziale Ungerechtigkeit und extrem ungleiche Vermögensverteilung in den USA an. Insbesondere die enge Kooperation zwischen Politik und Finanzindustrie ist den Protestlern, die sich als "99 Prozent" des Volkes bezeichnen, ein Dorn im Auge.

    Das selbe gilt für Occupy Germany. Selbstverständlich geht das auch an die Adresse der Politik, ist doch auch das deutsche Parlament mittlerweile zu einem Ort verkommen, an denen man Blaupausen der Finanzindustrie verliest und das Bundeskanzler zu einer Stätte, an der Ackermann seinen Geburtstag feiert...

    Die Politik hat sich schon immer gerne am Feuer der Finanzindustrie gewärmt - und umgekehrt. Gleiches galt auch für den Bergbau, Schiffsbau, Landwirtschaft, der Gesundheitsindustrie und der Kernenergie. Letztere erhielten vor einigen Monaten ihre drastischen Lektionen, so wird es auch der Finanzindustrie ergehen. Wenn heute die Bürger gegen die Auswüchse des Kapitalismus auf die Straße gehen, so kann es der Poltik nur recht sein, denn das lenkt vom jahrzehntelangen Fehlverhalten der Politiker aller Couleur geradezu genial ab.

    • HH7
    • 15.10.2011 um 16:36 Uhr

    ...prangert soziale Ungerechtigkeit und extrem ungleiche Vermögensverteilung in den USA an. Insbesondere die enge Kooperation zwischen Politik und Finanzindustrie ist den Protestlern, die sich als "99 Prozent" des Volkes bezeichnen, ein Dorn im Auge.

    Das selbe gilt für Occupy Germany. Selbstverständlich geht das auch an die Adresse der Politik, ist doch auch das deutsche Parlament mittlerweile zu einem Ort verkommen, an denen man Blaupausen der Finanzindustrie verliest und das Bundeskanzler zu einer Stätte, an der Ackermann seinen Geburtstag feiert...

    Die Politik hat sich schon immer gerne am Feuer der Finanzindustrie gewärmt - und umgekehrt. Gleiches galt auch für den Bergbau, Schiffsbau, Landwirtschaft, der Gesundheitsindustrie und der Kernenergie. Letztere erhielten vor einigen Monaten ihre drastischen Lektionen, so wird es auch der Finanzindustrie ergehen. Wenn heute die Bürger gegen die Auswüchse des Kapitalismus auf die Straße gehen, so kann es der Poltik nur recht sein, denn das lenkt vom jahrzehntelangen Fehlverhalten der Politiker aller Couleur geradezu genial ab.

  8. ob ich an der Veranstaltung in meiner Stadt teilnehme, da ich mir einen ziemlich harten Erkältungsvirus eingefangen habe.

    Dann habe ich eben die Zeitung hereingeholt und lese dort auf der ersten Seite die Schlagzeile

    "Ärzte: Zu viele Kinder sind schlecht ernährt"

    Von den Hartz4-Sätzen könne man kein Kind gesund ernähren. Viele Kinder haben schon als Vorschulkinder Karies und weisen Mangelzustände wie die Kinder in Entwicklungsländern auf. In Essen sei jedes 5. Kind betroffen.

    Jetzt hat mich einmal mehr die Wut gepackt. Ich gehe zur Veranstaltung auch mit Fieber hin.

    Ich hoffe, viele kommen in vielen Städten zusammen. Bis später.

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