Von dem Abhörskandal rund um die inzwischen eingestellte britische Zeitung News of the World sind nach neuen Angaben der Polizei wesentlich mehr Menschen betroffen, als bisher bekannt. In der Affäre seien Telefonate von knapp 5.800 Menschen angezapft worden, heißt es. Das sind fast 2.000 Opfer mehr als bislang angenommen.

Auch die neue Opferzahl sei nicht als endgültig anzusehen, erklärte die Polizei. Es sei "sehr wahrscheinlich", dass sie sich im Laufe der weiteren Untersuchungen noch ändere. Wie die BBC berichtet, wird noch immer "relevantes Material ausgewertet". Im Juli war die Polizei noch von gut 3.800 abgehörten Telefonanschlüssen ausgegangen.

Journalisten der Boulevardzeitung von Rupert Murdoch hatten jahrelang Handymailboxen von Prominenten und von Angehörigen getöteter Soldaten und Kriminalitätsopfern abgehört. Der Skandal rund um News of the World war bereits im Jahr 2006 von der britischen Zeitung The Guardian aufgedeckt worden, bekam jedoch erst 2011 die volle und konsequenzreiche Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit.

Murdochs Sohn sagt aus

Die Murdoch-Affäre weitete sich im Juli des Jahres aus, als bekannt wurde, dass Journalisten des Blatts auch auf die Mailbox einer entführten und später ermordeten Schülerin Zugriff hatten. Angehörige dachten lange, das Mädchen lebe noch, weil die Journalisten Nachrichten auf der Mailbox löschten, um Platz für neue zu machen. Als immer mehr Fälle herauskamen, die das Ausmaß des Skandals erahnen ließen, wurde die Zeitung schließlich eingestellt. Vertrauten des Medienmoguls Rupert Murdoch, ranghohe Polizeibeamte und ein Mitarbeiters von Premierminister David Cameron mussten zurücktreten.

Kommende Woche sagt James Murdoch, Sohn von Medienmogul Rupert Murdoch, erneut vor dem Ausschuss des britischen Parlaments aus. Dieser versucht den Abhörskandals bei News of the World endgültig aufzuklären.