Atommüll: Castoren gehen auf die Straße
Im Schneckentempo hat sich der Castor-Transport ins Wendland vorgearbeitet. Die letzten 20 Kilometer legt er auf der Straße zurück. Hier planen Aktivisten neue Blockaden.
Nach massiven Protesten ist der Castor-Transport am frühen Montagmorgen im Umladebahnhof in Dannenberg eingetroffen. Mehr als 109 Stunden brauchte er für die rund 1.200 Kilometer aus dem französischen La Hague bis ins niedersächsische Wendland – so lange wie kein Castor-Transport zuvor. Hier werden die elf Behälter mit hoch radioaktivem Atommüll auf Spezialfahrzeuge verladen, denn der etwa 20 Kilometer lange letzte Streckenabschnitt ins Atommüll-Zwischenlager kann nur auf der Straße zurückgelegt werden. Bei der Verladung wird auch die aktuelle Strahlung gemessen.
Wenige Hundert Meter vor der Verladestation in Dannenberg hatte der Zug noch über eine Stunde auf den Gleisen gestanden, erst dann wurde damit begonnen, die Waggons in die Anlage zu rangieren. Wann der Transport in Gorleben eintrifft, ist noch unklar. Atomkraftgegner haben für die Fahrt nach Gorleben massive Proteste angekündigt. In Gorleben bereiteten in der Nacht mehrere Hundert Demonstranten eine Straßenblockade vor. Aus Sicht der Demonstranten ist die Verlängerung des Transports ein Erfolg. Für das Land Niedersachsen bedeutet sie dagegen hohe Kosten. Im vergangenen Jahr betrugen die Ausgaben des Landes für den Castor-Transport 36,5 Millionen Euro. Damals dauerte er 92 Stunden.
Aktivisten hatten die Fahrt durch das Wendland trotz massiver Polizeipräsenz entlang der Gleise mehrfach stoppen können. Bei Hitzacker hatten Castor-Gegner am Sonntag den Transport mit einer Beton-Pyramide auf den Gleisen mehr als 15 Stunden aufgehalten. Drei Männer und eine Frau hatten sich in der selbst gebauten Konstruktion angekettet. Rund 800 Demonstranten wurden von den Gleisen getragen.
Zuvor hatten Atomkraftgegner auch an anderen Orten entlang der Strecke zwischen Lüneburg und Dannenberg immer wieder für unplanmäßige Stopps gesorgt. Zudem hatten sich rund 200 Vermummte in einem unübersichtlichen Waldstück eine heftige Auseinandersetzung mit Polizisten geliefert, bei der auch Journalisten mit Wurfgeschossen attackiert wurden.
Der Castor-Transport bringt hoch radioaktiven Atommüll aus der französischen Wiederaufarbeitungsanlage La Hague ins Zwischenlager Gorleben. Deutschland ist verpflichtet, die Abfällen aus der Wiederaufarbeitung deutscher Brennelemente wieder zurückzunehmen. Seit 1995 gab es 13 Transporte zwischen La Hague und Gorleben, der derzeitige Transport ist der letzte. In ganz Deutschland sind während des Transports rund 19.000 Polizisten im Einsatz.
Polizeigewerkschaft fordert Rücktritt der Grünen-Chefin
Der Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), Rainer Wendt, forderte Grünen-Chefin Claudia Roth nach ihrer Kritik am Castor-Polizeieinsatz zum Rücktritt auf. Wendt sagte der Neuen Osnabrücker Zeitung, "wer einen rechtmäßigen Polizeieinsatz als Anschlag auf die Demokratie verunglimpft, hat unsere Demokratie nicht verstanden." Mit ihren Äußerungen gegen die Polizei sei Roth eine Wegbereiterin für politischen Extremismus in Deutschland. "Eine Frau mit derart verantwortungslosem Verhalten hat an der Spitze einer demokratischen Partei nichts zu suchen", fügte Wendt hinzu. Roth hatte der Polizei ein "absolut überzogenes" Vorgehen vorgeworfen. Der Einsatz sei "ein Anschlag auf die Demokratie", sagte sie auf dem Bundesparteitag der Grünen in Kiel.
Aus Sicht der Castor-Gegner ist Gorleben nicht für die Lagerung des Atommülls geeignet. Sie befürchten, dass der Salzstock aus politischen Gründen als Endlager durchgesetzt werden soll. Zudem würde mit der Einlagerung weiterer Castoren versucht, Fakten zu schaffen. Kritiker halten den Salzstock unter anderem wegen der geologischen Begebenheiten für ungeeignet. Die Atomgegner fordern die Bundesregierung auf, Gorleben als mögliches Endlager aufzugeben. Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) hatte mit den Ländern die bundesweite Suche nach einem alternativen Standorten für das Endlager vereinbart. Dabei wird auch Gorleben weiter auf seine Eignung erkundet.
Die Pyramide der Bäuerlichen Notgemeinschaft war das letzte große Bau-Hindernis auf der Schienenroute. Die Polizei räumte ein, es habe sich bei der Betonpyramide "augenscheinlich um ein durchdachtes, ausgeklügeltes" System gehandelt. Es sei nur schwer möglich gewesen, die Atomkraftgegner unverletzt zu befreien, hieß es. Deshalb hätten die Castor-Gegner schließlich von selber aufgegeben. Die Anti-Atom-Initiativen werteten die 15-stündige Gleisblockade dennoch als großen Erfolg.
"Ich hätte nicht gedacht, dass es so lange dauert. Letztlich ist die Polizei gescheitert", sagte einer der Aktivisten. Es sei die längste Einzelaktion, die es je gegen einen Castor-Transport gegeben habe, sagte die Grünen-Politikern Rebecca Harms.
Die zunächst drohende Gefahr, dass heftige Sturmböen das Umladen der elf Atommüll-Container unmöglich machen könnten, schien unterdessen gebannt. Der Wind ließ in der Nacht zum Montag stark nach.






Verzeihen sie, das kann ich so nicht stehen lassen. Sie sagen, Gorleben sei das einzige nutzbare Lager zur Lagerung? Das beweist nichts, außer dass sie sich nicht gut auskennen. Die Castor-Behälter werden nicht in den Salzstock gebracht, sondern in eine Art Scheune einige Kilometer NEBEN dem Salzstock.
Sie sagen, Deutschland müsse den Müll zurücknehmen. Sicherlich richtig, allerdings war alleine schon der Transport des hochradioaktiven Mülls nach Frankreich ein Fehler. Während alle immer von der "Wiederaufbereitungsanlage" sprechen, fragt keiner, warum Müll wiederaufbereitet werden muss. Was dort passiert ist lediglich, dass die Franzosen aus dem Müll das waffenfähige Plutonium entfernen und dann den vermehrten Müll zurückgeben.
http://www.abendblatt.de/...
jaja...DAS ist eine "Erkundung" des Salzstockes, der dieses Jahr für 73 Millionen € weiter ausgebaut wurde.
Also: keine Frage, der Müll muss IRGENDWO hin, bis ein Endlager gefunden ist. Vorschlag von Greenpeace: Einfach den Müll in die Atomkraftwerke zurück schicken und eine wirkliche, ernst gemeinte, "Ergebnisoffene Suche" starten.
Hier mal eine kurzorientierung über Gorleben, die nicht aus der Politik kommt:
http://www.greenpeace.de/...
mehr geht nicht...
http://www.bild.de/news/s...
schonmal drüber nachgedacht das der Müll automatisch weg sein könnte sobald das letzte AKW abgestellt wurde...man könnte die Polizisten sinnvoller bei Fußballveranstaltungen einsetzen da diese nicht abgeschaltet werden und jeden betreffen...
mehr geht nicht...
http://www.bild.de/news/s...
schonmal drüber nachgedacht das der Müll automatisch weg sein könnte sobald das letzte AKW abgestellt wurde...man könnte die Polizisten sinnvoller bei Fußballveranstaltungen einsetzen da diese nicht abgeschaltet werden und jeden betreffen...
Wenn die eifrigen mobilen Wutbürger ja nun mit der ´´Demo´´ fertig sind und sich ausgiebig über die Verzögerung des Transportes gefreut haben werden sie wahrscheinlich nach Stuttgart fahren , um dort weiter ihren gerechten Zorn auf das Establishment auszukehren.
Die Bahn werden sie dazu zweifelsohne kaum benutzen, da sie ja deren Gleise gewissenhaft zerstören.
Also per PKW. Mitfahrgelegenheiten dürften sich anbieten. Schon ein bisschen makaber, dieser Kravalltourismus.
Entfernt. Bitte diskutieren Sie ausschließlich das Artikelthema. Danke. Die Redaktion/vn
...sollte ich wirklich aufhören die Leserkommentare nach den Artikeln zu lesen. Auch heute wieder waren Übelkeit und Frustration die Folge meines Versuchs, objektive Kritik aus den Kommentaren herauszulesen. Manche wollen sich einfach nur mit blasierten Worten wichtig tun (na klar, die haben sicher einen Plan von der Lage der Nation) andere müssen scheinbar einfach mal schriftlich festhalten wie "blöd" sie doch Idealismus finden. Ich hab auch was zu sagen bla bla bla... Mensch, jetzt fühl ich mich gleich viel besser und vor allem furchtbar wichtig, weil ich auch mitmachen durfte. Juhu.
Anm.: Bitte achten Sie auf einen respektvollen Tonfall und diskutieren Sie ausschließlich das Artikelthema. Danke. Die Redaktion/vn
" Wenn man bedenkt, wieviel Kosten die nach dem Ausstieg aus der Nuklearenergie unsinnigen Protesthandlungen bei der Polizei und damit dem Steuerzahler entstehen, müssten von allen Teilnehmern an dem Barrikaden die personalien festgestellt und gesalzene Strafbefehle an Ort und Stelle überreicht werden... "
1. Ist der Protest nicht "unsinnig" da die Politik ja weiterhin am fragwürdigen Endlagerstandort Gorleben festhält, mal ganz davon abgesehem, dass solange die bestehenden AKWs noch weiterlaufen dürfen, die latente Gefahr eines erneuten "Ausstieg aus dem Ausstieg" besteht, wenn die politische Lage es zulässt.
2. Ist es bei weitem nicht so, dass der Protest bzw. Widerstand straffrei bleibt, im Gegenteil, z.T. üppige Strafbefehle bei Blockaden sind Standard.
Eine Umweltaktivistin sitzt z.B. seit einigen Wochen im Gefängnis:
http://knast.blogsport.de...
mehr geht nicht...
http://www.bild.de/news/s...
schonmal drüber nachgedacht das der Müll automatisch weg sein könnte sobald das letzte AKW abgestellt wurde...man könnte die Polizisten sinnvoller bei Fußballveranstaltungen einsetzen da diese nicht abgeschaltet werden und jeden betreffen...
"schonmal drüber nachgedacht das der Müll automatisch weg sein könnte sobald das letzte AKW abgestellt wurde"
Ich dachte erst, ich hätte mich verlesen. Aber so kann man sich die Welt auch schön sehen. Sobald die AKW aus sind, der müll "automatisch weg", richtig...
"schonmal drüber nachgedacht das der Müll automatisch weg sein könnte sobald das letzte AKW abgestellt wurde"
Ich dachte erst, ich hätte mich verlesen. Aber so kann man sich die Welt auch schön sehen. Sobald die AKW aus sind, der müll "automatisch weg", richtig...
wenn in Atomreaktoren anstatt nur 1%, wie es in Leichtwasserreaktoren üblich ist, praktisch der gesamte Brennstoff nuklear verbrannt würde.
Mit dem Atom-Müll, oder nennen wir es lieber "unbenutzten Treibstoff", der da vergraben werden soll, ließen sich in einem Molten Salt Reaktor (oder LFTR), noch viele Milliarden kWh Strom erzeugen. Dann gäbe es auch keine langlebigen Nuklide mehr, sondern nur noch Spaltprodukte, die nach etwa 300 Jahren auf das Niveau natürlicher Strahlung abgesunken wären.
Da aber die Entwicklung neuer Reaktortypen politisch unerwünscht ist, werden wir mit Gorleben wohl weiterleben müssen. Mehr dazu bei TED New England
http://www.youtube.com/wa...
" Eigentlich wäre Gorleben unnötig...wenn in Atomreaktoren anstatt nur 1%, wie es in Leichtwasserreaktoren üblich ist, praktisch der gesamte Brennstoff nuklear verbrannt würde.
Mit dem Atom-Müll, oder nennen wir es lieber "unbenutzten Treibstoff", der da vergraben werden soll, ließen sich in einem Molten Salt Reaktor (oder LFTR), noch viele Milliarden kWh Strom erzeugen. Dann gäbe es auch keine langlebigen Nuklide mehr, sondern nur noch Spaltprodukte, die nach etwa 300 Jahren auf das Niveau natürlicher Strahlung abgesunken wären. "
Na sehen sie.
Noch ein Grund mehr den politischen Endlager-Irrsinn zu verhindern!
Und wenn es in einigen Jahrzehnten gelingt, irgendwo auf der Welt so einen LFTR funktionsfähig & sicher zu erstellen, hätten wir auch wieder exportfähige Rohstoffe.
Wann sehen wir uns in Gorleben?
" Eigentlich wäre Gorleben unnötig...wenn in Atomreaktoren anstatt nur 1%, wie es in Leichtwasserreaktoren üblich ist, praktisch der gesamte Brennstoff nuklear verbrannt würde.
Mit dem Atom-Müll, oder nennen wir es lieber "unbenutzten Treibstoff", der da vergraben werden soll, ließen sich in einem Molten Salt Reaktor (oder LFTR), noch viele Milliarden kWh Strom erzeugen. Dann gäbe es auch keine langlebigen Nuklide mehr, sondern nur noch Spaltprodukte, die nach etwa 300 Jahren auf das Niveau natürlicher Strahlung abgesunken wären. "
Na sehen sie.
Noch ein Grund mehr den politischen Endlager-Irrsinn zu verhindern!
Und wenn es in einigen Jahrzehnten gelingt, irgendwo auf der Welt so einen LFTR funktionsfähig & sicher zu erstellen, hätten wir auch wieder exportfähige Rohstoffe.
Wann sehen wir uns in Gorleben?
"schonmal drüber nachgedacht das der Müll automatisch weg sein könnte sobald das letzte AKW abgestellt wurde"
Ich dachte erst, ich hätte mich verlesen. Aber so kann man sich die Welt auch schön sehen. Sobald die AKW aus sind, der müll "automatisch weg", richtig...
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