Rechtsterroristen Mafia, Mafia, Mafia – die Polizei ging in die Irre

Es dauerte lang, bis die Morde der Zwickauer Nazi-Zelle aufgeklärt wurden. Der Tod eines Hamburger Obsthändlers zeigt, wie weit die Beamten von der Lösung entfernt waren.

Eine Leiche, ein Geschäft als Tatort, keine Zeugen – für die Hamburger Polizei sah der Mord an einem Obst- und Gemüsehändler am 27. Juni 2001 wie ein normaler Fall aus. Brutal – drei Schüsse in den Kopf aus zwei Feuerwaffen, traumatisch für die Angehörigen, aber lösbar für die Ermittler. Schließlich wurden im Jahr 2001 in ganz Deutschland 2.641 Tötungsdelikte begangen und 94,1 Prozent davon aufgeklärt. Doch diese Tat war anders.

Der Mord in Hamburg war einer der ersten in einer Serie , wie sie die Bundesrepublik noch nicht erlebt hat – 14 Tage zuvor war ein türkischer Änderungsschneider erschossen und ein Jahr zuvor ein türkischer Blumenhändler ermordet worden – beides geschah in Nürnberg. Zwei Monate nach der Hamburger Tat schlagen die Täter erneut zu: Wieder stirbt ein türkischer Gemüsehändler, dieses Mal in München. In den nächsten Jahren geht die Serie weiter.

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Die Gemeinsamkeiten werden mit jedem weiteren Mord augenscheinlicher. Bei allen Taten wird eine tschechische Pistole der Marke Ceska, Typ 83, Kaliber 7,65, verwendet. Acht Opfer stammen aus der Türkei, eines aus Griechenland.

Die Ermittler aus den verschiedenen Bundesländern tauschen ihr Wissen aus, das Bundeskriminalamt schaltet sich ein. 2001 übernimmt das Hamburger Landeskriminalamt (LKA) die Ermittlungen. Doch der Fall ist knifflig: Das Opfer Süleyman Tasköprü gilt als unbescholtener, hart arbeitender Bürger. Es gibt kein Bekennerschreiben, keine Fingerabdrücke oder DNA-Spuren der Mörder, am Tatort kein Hinweis auf eine extremistische Gesinnung der Täter. Das Motiv ist völlig unklar.

Neonazi-Terror in Deutschland
Morde, ungeklärte Anschläge und Reaktionen
1996 und 1997

Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe fallen 1996 zum ersten Mal auf. Sie sollen eine Puppe mit gelbem Davidstern an einer Autobahnbrücke aufgehängt haben. 1997 deponieren sie einen mit Hakenkreuz bemalten Sprengstoffkoffer in der Jenaer Innenstadt.

Januar 1998

In Jena hebt die Polizei die Bombenwerkstatt der drei mutmaßlichen Rechtsterroristen aus. Das Labor war in einer Garage versteckt. Die Fahnder stellen Rohrbomben sicher, die mit dem Sprengstoff TNT gefüllt sind. Das Trio flieht. Noch offen ist, wer ihnen bei der Flucht half.

28. September und 19. Dezember 1998

Auf das Grab des früheren Vorsitzenden des Zentralrates der Juden in Deutschland, Heinz Galinski, werden zwei Anschläge verübt. Der Fall wurde nie aufgeklärt, die Ermittler untersuchen mögliche Verbindungen zu den drei Neonazis.

1999 bis 2011

14 Banküberfälle werden Böhnhardt und Mundlos zugeordnet: Chemnitz: 6. und 27.10.1999, 30.11.2000, 23.9.2003, 14. und 18.5.2004, 22.11.2005; Zwickau: 5.7.2001, 25.9.2002 und 5.10.2006; Stralsund: 7.11.2006 und 8.1.2007; Arnstadt: 7.9.2011; Eisenach: 4.11.2011. Sie fliehen mit dem Fahrrad. 

27. Juli 2000

Ungeklärt ist auch der Splitterbombenanschlag an einer Düsseldorfer S-Bahn-Station. Zehn Einwanderer aus Osteuropa werden schwer verletzt, eine Frau verliert ihr ungeborenes Kind. Der Anschlag läuft ähnlich ab wie der in Köln 2004. War auch hier das Jenaer Trio beteiligt?

9. September 2000

In Nürnberg wird der 38-jährige türkische Blumenhändler Enver S. erschossen. Eine der verwendeten Waffen ist die bei allen folgenden Taten genutzte Pistole, eine Ceska, die später in der Zwickauer Brandruine gefunden wird. Enver S. ist das erste Opfer der Mordserie.

19. Januar 2001

Eine Deutsch-Iranerin wird in einem Kölner Lebensmittelgeschäft durch einen in einer Keksdose versteckten Sprengsatz schwer verletzt. Hinweise darauf, dass das Trio hinter dem Anschlag steckte, finden sich auf der in der Zwickauer Brandruine (Bild) gefundenen DVD.

13. Juni 2001

In Nürnberg stirbt der 49 Jahre alte, türkische Änderungsschneider Abdurrahim Ö. Er wurde mit zwei Kopfschüssen niedergestreckt. Ein Komplize des Täters soll draußen in einem Auto gewartet haben.

27. Juni 2001

In Hamburg wird der 31-jährige Gemüsehändler Süleyman T. in seinem Laden ermordet. Drei Schüsse haben ihn in den Kopf getroffen. Die Polizei geht von zwei Tatwaffen aus.

29. August 2001

In München wird der 38 Jahre alte, türkische Gemüsehändler Habil K. erschossen. Auch er wird in den Kopf getroffen, mit zwei Schüssen.

25. Februar 2004

In Rostock wird der 25 Jahre alte Dönerladen-Aushilfsverkäufer Yunus T. ermordet. Der Türke war erst zehn Tage in Deutschland.

9. Juni 2004

Durch einen Nagelbombenanschlag in Köln werden 22 Menschen verletzt. Im November 2011 wird der bislang ungeklärte Fall neu aufgerollt, weil die Neonazis sich auf ihrer DVD zu dem Anschlag bekannt haben.

9. Juni 2005

In Nürnberg stirbt an seinem Dönerstand der 50 Jahre alte Besitzer Ismail Y. Ein Kunde findet ihn hinter der Theke. Fünf Schüsse haben ihn getroffen. Zeugen sagen, zwei Männer hätten auf ihn geschossen.

15. Juni 2005

Der 41-jährige Theodorus B. wird in seinem Laden, einem Schlüsseldienst in München, erschossen. Er stammt als einziges Opfer aus Griechenland.

4. April 2006

In Dortmund wird in den Mittagsstunden an einer vielbefahrenen Straße der türkischstämmige Kioskbesitzer Mehmet K. mit mehreren Kopfschüssen getötet. Der 39-Jährige hinterlässt eine Frau und drei Kinder.

6. April 2006

Halit Y., der 21 Jahre alte türkische Betreiber eines Internetcafés in Kassel, wird ebenfalls mit Kopfschüssen getötet. Am Tatort befand sich ein Mitarbeiter des hessischen Verfassungsschutzes. Er soll auf dem Dachboden seines Hauses Bücher zur Nazizeit gehortet haben.

25. April 2007

In Heilbronn wird Michèle Kiesewetter, eine aus Thüringen stammende, 22 Jahre alte Bereitschaftspolizistin, erschossen. Ihr Kollege überlebt schwer verletzt.

4. November 2011

Nach einem Banküberfall werden Bönhardt und Mundlos tot in ihrem ausgebrannten Wohnmobil bei Eisenach gefunden. In Zwickau geht ihre Wohnung in Flammen auf. In den Trümmern werden Waffen und eine DVD entdeckt, mit Bekenntnis zu den Morden und einigen Anschlägen.

8. November 2011

Beate Zschäpe stellt sich der Polizei in Jena und wird wegen dringenden Verdachts der Gründung der Neonazi-Gruppe Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) festgenommen. Seither sitzt die 36-Jährige in Untersuchungshaft.

13. November 2011

Holger G. wird in Niedersachsen festgenommen. Er soll Mitglied des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) sein und dem Trio Ausweise überlassen haben. Holger G. wurde schon 1999 observiert, doch der niedersächsische Verfassungsschutz stufte ihn nur als Mitläufer ein.

15. November 2011

Die CDU fasst auf ihrem Parteitag in Leipzig einstimmig den Beschluss, ein neues Verbotsverfahren gegen die NPD zu prüfen. Auch die SPD fordert wieder, die Partei zu verbieten. In dem Zusammenhang wird auch diskutiert, ob der Einsatz der V-Leute vom Verfassungsschutz überprüft werden muss. Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich will ein Zentralregister einrichten, in dem alle Informationen über Neonazis gespeichert werden sollen.

Am gleichen Tag wird bekannt, dass das Neonazi-Trio eine Liste angefertigt hatte, auf der auch Politiker verzeichnet waren.

16. November 2011

Beate Zschäpe trägt nichts zur Aufklärung der Mordserie bei. Sie schweigt. Derweil wird die Liste der Fahndungspannen immer länger. Polizei und Verfassungsschutz hatten offenbar Dutzende Chancen verpasst, die Neonazi-Gruppe zu finden.

18. November 2011

Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger will als Reaktion auf die Ermittlungspannen die Zahl der Verfassungsschutzämter in Deutschland reduzieren. Die Länder sind dagegen. Vereinbart wird auf einem Krisengipfel aber, ein Abwehrzentrum Rechts und eine zentrale Neonazi-Datei einzurichten.

21. November

Es wird bekannt, dass Uwe Mundlos durch eine Behördenpanne an gefälschte Ausweispapiere kam. BKA-Chef Ziercke verwirrt mit der These, die Polizistin Michèle Kiesewetter sei doch gezielt getötet worden. "Unsinn", heißt es dazu aus Thüringen.

22. November
Kristina Schröder

Die Mittel für Initiativen gegen Rechtsextremismus sollen, anders als von Familienministerin Kristina Schröder ursprünglich geplant, nun doch nicht gekürzt werden. Zudem will die Bundesregierung die Angehörigen der Opfer entschädigen.

24. November

In Brandenburg wird der 32-jährige André E. festgenommen. Er soll die Bekenner-DVD der NSU produziert haben. Im Mai 2009 soll er dem Trio Bahncards überlassen haben, die auf ihn und seine Frau ausgestellt waren.
 

29. November

Der ehemalige NPD-Funktionär Ralf W. wird in Jena verhaftet. Dem 36-Jährigen wird unter anderem vorgeworfen, der Neonazi-Gruppe eine Schusswaffe und Munition besorgt zu haben. W. war bis Mai 2008 Vize-Chef der thüringischen NPD.

11. bis 13. Dezember

Der mutmaßliche Unterstützer Matthias D. wird gefasst. Der 36-Jährige, der wie André E. aus dem sächsischen Johanngeorgenstadt stammt, soll in Zwickau zwei Wohnungen für die Gruppe angemietet haben.

Derweil wächst bei Schwarz-Gelb die Skepsis gegenüber einem erneuten NPD-Verbotsverfahren. Man fürchtet angesichts der vielen V-Leute in der NPD (offenbar mehr als 130) einen erneuten Misserfolg.

In den folgenden Tagen wird bekannt, dass die Ermittler auch Spuren der Terrorzelle nach Berlin und in die Schweiz untersuchen. Möglicherweise war sie an einem Mord in Zürich beteiligt.

Januar 2012
01 Sebastian Edathy im Untersuchungsausschuss

Ein Untersuchungsausschuss des Bundestages geht den Ermittlungsfehlern nach. Dabei kommt heraus, dass die bayerische Polizei bei der Fahndung gar einen Dönerimbiss betrieb. Auch in Thüringen und Sachsen untersuchen die Parlamente die Vorgänge.

Februar 2012
Staatsakt

In einem Staatsakt wird der NSU-Opfer gedacht. Eine Straße in Kassel soll nach einem der Opfer benannt werden. Jetzt untersucht auch eine Bund-Länder-Kommission die fehlgeschlagene Suche nach dem Trio.
 

März 2012
02 Beate Zschäpe

Die Bundesanwaltschaft arbeitet daran, Beate Zschäpe eine direkte Beteiligung an den Morden nachweisen zu können. Zschäpe soll der Motor der Gruppe gewesen sein, Haushalt und Finanzen verwaltet haben.

2. Mai 2012
03-Untersuchung nach Mord

Acht Männer türkischer Abstammung ermordeten die Rechtsextremen. Doch auch die türkischen Behörden glaubten nur an ein kriminelles Killerkommando aus dem eigenen Land, wie die ZEIT herausfindet.

15. Mai 2012

In Thüringen wurde bei der Suche nach den untergetauchten Terroristen von 1998 bis 2001 geschlampt, urteilt ein Gremium der Landesregierung unter Vorsitz von Ex-Bundesrichter Gerhard Schäfer. Bereits zu Jahresbeginn haben die Landesverfassungsschützer eingeräumt, dass über einen Mittelsmann Geld an die Neonazis fließen sollte, um an deren Tarnidentitäten zu kommen. Der Plan scheiterte. Für die Observation des Trios stellt auch die Parlamentarische Kontrollkommission des Sächsischen Landtages dem eigenen Verfassungsschutz ein verheerendes Zeugnis aus.

Ende Mai 2012

Der mutmaßliche NSU-Helfer Holger G. ist auf freiem Fuß. Er soll den drei Rechtsextremisten Waffen besorgt haben. Der Bundesgerichtshof entschied: G. wusste eventuell nicht, wofür sie eingesetzt werden. Zwei Wochen später werden auch Carsten S. und Matthias D. aus der Untersuchungshaft entlassen. Im Juni wird der Haftbefehl gegen den mutmaßlichen NSU-Helfer André E. aufgehoben. Er soll an dem Bekennervideo der NSU mitgearbeitet haben, der BGH hält ihn aber nicht für dringend tatverdächtig

2. Juli 2012
Die Terrorzelle

Ein Referatsleiter des Bundesverfassungsschutzes hat im November 2011 Akten zu V-Leuten aus dem Umfeld der NSU vernichtet. Bis Ende Juni war das dem Geheimdienstchef angeblich nicht  bekannt.

Juli 2012

Als Konsequenz aus der "Reißwolf-Affäre" bittet Verfassungsschutzchef Fromm um seine frühzeitige Pensionierung. Wenige Tage später verliert der Präsident des Thüringischen Geheimdienstes, Thomas Sippel, seinen Posten. Auch der Leiter der sächsischen Behörde, Reinhard Boos, tritt zurück.  Protokolle einer Telefonüberwachung des Bundesamtes von Ende 1998 waren nicht an die Untersuchungsausschüsse weitergegeben worden.

5. Juli 2012

Fromm spricht vor dem Bundestagsausschuss. Er offenbart Chaos in seiner Behörde, weiß nicht, warum sensible Akten vernichtet wurden. Die Vermutung der FDP, Zschäpe sei als Informantin angeworben worden, wird dementiert.

Juli 2012

Noch nachdem die Straftaten des NSU bekannt wurden, sind zahlreiche weitere Akten zu den drei Rechtsextremisten vernichtet worden. Die Behörden erklären das mit dem Datenschutz, die Opposition vermutet Vertuschung.

Juli 2012

Zwei Kollegen der Polizistin Michele Kiesewetter sind zeitweise Mitglieder im rassistischen Ku-Klux-Klan (KKK) gewesen. Einer von ihnen war ihr Gruppenführer, wusste also, wo sie sich aufhielt. Einen Zusammenhang mit dem Mord schließt der Innenminister Friedrich aus.

September 2012

Der Militärgeheimdienst MAD hat 1995 eine Akte über die rechtsextreme Gesinnung des Wehrdienstleistenden Uwe Mundlos erstellt. Der Verteidigungsminister wusste dies seit März. Der Bundestagsuntersuchungsausschuss wurde nicht informiert.

14. September 2012

Ein früherer Vertrauter des NSU hat jahrelang für das LKA Berlin gespitzelt. Thomas S. lieferte 2002 Hinweise auf den Aufenthaltsort der Truppe in Thüringen. Innensenator Frank Henkel wusste seit März von S., gab die Information aber nicht an den Ausschuss weiter.

Was trieb die Mörder an? Kurz nach der Tat heißt es in Hamburg, Süleyman Tasköprü soll ein Opfer der Drogenmafia sein, die Spuren der Täter würden nach Amsterdam führen. Dann wird über Schutzgelderpresser spekuliert, später über die radikale türkische Organisation Graue Wölfe oder die kurdische Terrorgruppe PKK. Noch 2009 vermuteten Hamburger Medien eine Verbindung zwischen der Wett-Mafia und der Mordserie.

Leser-Kommentare
  1. "Es gebe keine Beweise, dass sich Beamte oder Dienststellen ungesetzlich oder fehlerhaft verhalten, gar Rechtsextremisten unterstützt hätten, sagt der GdP-Bundesvorsitzende Bernhard Witthaut."

    Es gibt allerdings derzeit berechtigte Zweifel an der Arbeit der Behörden und der Ausrichtung ihrer Ermittlungen. Bundesweit werden Menschen nichtdeutscher Herkunft mit ein und der selben Waffe exekutiert und niemand vermutet einen rechtsextremen Hintergrund ? Seltsam.

    7 Leser-Empfehlungen
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    • Karl63
    • 25.11.2011 um 7:34 Uhr

    haben sich einige Behörden der Illusion hingegeben, die rechte Szene sei durch die V-Leute ausreichend überwacht. Offensichtlich sind die Aktivitäten der Gruppe in keinem Bericht (bislang?) aufgetaucht. Die jetzt erkennbaren Zusammenhänge stellen die Effektivität dieser Überwachung ziemlich deutlich in Frage.
    Da die Polizeibehörden nicht über die jetzt vorliegenden Informationen verfügten, hat man halt in die Richtung(en) ermittelt, in die man bei Tötungsdelikten normalerweise ermittelt. Jetzt wissen wir, für diese Verbrechen gibt es bislang keinen Präzedenzfall in der Geschichte der Bundesrepublik - außer vielleicht dem Anschlag auf das Münchner Oktoberfest vor über 30 Jahren, aber das war ein Sprengstoffanschlag (mit aufwändig modifizierter Kriegsmunition, siehe http://www.heise.de/tp/ar...).

    • Karl63
    • 25.11.2011 um 7:34 Uhr

    haben sich einige Behörden der Illusion hingegeben, die rechte Szene sei durch die V-Leute ausreichend überwacht. Offensichtlich sind die Aktivitäten der Gruppe in keinem Bericht (bislang?) aufgetaucht. Die jetzt erkennbaren Zusammenhänge stellen die Effektivität dieser Überwachung ziemlich deutlich in Frage.
    Da die Polizeibehörden nicht über die jetzt vorliegenden Informationen verfügten, hat man halt in die Richtung(en) ermittelt, in die man bei Tötungsdelikten normalerweise ermittelt. Jetzt wissen wir, für diese Verbrechen gibt es bislang keinen Präzedenzfall in der Geschichte der Bundesrepublik - außer vielleicht dem Anschlag auf das Münchner Oktoberfest vor über 30 Jahren, aber das war ein Sprengstoffanschlag (mit aufwändig modifizierter Kriegsmunition, siehe http://www.heise.de/tp/ar...).

    • Karl63
    • 25.11.2011 um 7:34 Uhr

    haben sich einige Behörden der Illusion hingegeben, die rechte Szene sei durch die V-Leute ausreichend überwacht. Offensichtlich sind die Aktivitäten der Gruppe in keinem Bericht (bislang?) aufgetaucht. Die jetzt erkennbaren Zusammenhänge stellen die Effektivität dieser Überwachung ziemlich deutlich in Frage.
    Da die Polizeibehörden nicht über die jetzt vorliegenden Informationen verfügten, hat man halt in die Richtung(en) ermittelt, in die man bei Tötungsdelikten normalerweise ermittelt. Jetzt wissen wir, für diese Verbrechen gibt es bislang keinen Präzedenzfall in der Geschichte der Bundesrepublik - außer vielleicht dem Anschlag auf das Münchner Oktoberfest vor über 30 Jahren, aber das war ein Sprengstoffanschlag (mit aufwändig modifizierter Kriegsmunition, siehe http://www.heise.de/tp/ar...).

    2 Leser-Empfehlungen
    Antwort auf "Beweise"
    • hede
    • 25.11.2011 um 8:28 Uhr

    wenn man doch davon ausging, dass die Taten vom gleichem Täter bzw den gleichen Tätern verübt wurden, wieso hat man die Familien dann noch so durchleuchtet? Bei einem Mord kann ich das ja verstehen, aber wenn doch klar ist, dass es sich um eine über ganz Deutschland verteilte Serie handelt, kann ich diese Belästigung der Angehörigen nun wirklich nicht verstehen.

    7 Leser-Empfehlungen
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    ...war das nicht die Zeit eines gewissen Ronald B. Schill als Hamburger Innensenator? Ein rechtspopulistischer Innensenator, der in seiner Freizeit mit den Luden auf St. Pauli feierte und später beim Koksen erwischt wurde? Des Innensenators, der am Ende von seinem Chef fristlos gefeuert wurde, weil er nicht nur inkompetent, sondern auch vollkommen intolerant gegenüber anderen Lebensformen war?

    ...war das nicht die Zeit eines gewissen Ronald B. Schill als Hamburger Innensenator? Ein rechtspopulistischer Innensenator, der in seiner Freizeit mit den Luden auf St. Pauli feierte und später beim Koksen erwischt wurde? Des Innensenators, der am Ende von seinem Chef fristlos gefeuert wurde, weil er nicht nur inkompetent, sondern auch vollkommen intolerant gegenüber anderen Lebensformen war?

    • Beebo
    • 25.11.2011 um 8:56 Uhr

    Nach dem Motto zu verfahren "Wenns keine Beweise gibt waren es Nazis" bringts auf langer sicht auch nicht. Damit Produziert man nur falsche Verdächtigungen.

    4 Leser-Empfehlungen
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    • hede
    • 25.11.2011 um 11:16 Uhr

    schon oft genug fälschlicherweise gegeben.

    Aber hier ist anscheinend nunmal das genaue Gegenteil passiert. Man sein Hauptaugenmerk auf Mafia und sogar die Familien gerichtet und den Rechtsextremismus vernachlässigt, das kann auch nicht richtig sein.

    Bevor nicht klar ist wer es war, sollte man mit Beschuldigungen vorsichtig sein. Aber ermitteln sollte man halt in alle Richtungen und das hier jawohl nicht ausreichend geschehen.

    Ich habe nicht den Eindruck, das irgendjemand der Meinung ist, im Zweifelsfall waren es Nazis. Aber es ist schon erstaunlich, das bei mehreren Morden an Ausländern mit der gleichen Waffe man eher auf einen Täter im Familienbereich (welcher Familie?) tippt als die Möglichkeit in Erwägung zu ziehen, es könnte ein fremdenfeindlicher Anschlag vorliegen. Beispiele dafür gibt es ja nun leider genug. Außerdem wäre niemand böse, sollte es keine Ursachen mehr geben sich über Nazis und ihr menschenverachtendes Verhalten zu äußern. Unser Land wäre schöner ohne sie.

    • hede
    • 25.11.2011 um 11:16 Uhr

    schon oft genug fälschlicherweise gegeben.

    Aber hier ist anscheinend nunmal das genaue Gegenteil passiert. Man sein Hauptaugenmerk auf Mafia und sogar die Familien gerichtet und den Rechtsextremismus vernachlässigt, das kann auch nicht richtig sein.

    Bevor nicht klar ist wer es war, sollte man mit Beschuldigungen vorsichtig sein. Aber ermitteln sollte man halt in alle Richtungen und das hier jawohl nicht ausreichend geschehen.

    Ich habe nicht den Eindruck, das irgendjemand der Meinung ist, im Zweifelsfall waren es Nazis. Aber es ist schon erstaunlich, das bei mehreren Morden an Ausländern mit der gleichen Waffe man eher auf einen Täter im Familienbereich (welcher Familie?) tippt als die Möglichkeit in Erwägung zu ziehen, es könnte ein fremdenfeindlicher Anschlag vorliegen. Beispiele dafür gibt es ja nun leider genug. Außerdem wäre niemand böse, sollte es keine Ursachen mehr geben sich über Nazis und ihr menschenverachtendes Verhalten zu äußern. Unser Land wäre schöner ohne sie.

    • joG
    • 25.11.2011 um 9:08 Uhr

    ....unzulängliche Arbeit der Bürokratie und Politik? Ist wirklich das Detail bestimmend und das Versagen im Maastrichtvertrag, dem Rentensystem, Lissabon, dem Parteiverbot, dem Gesundheitssystem, Stuttgart21, Atomkraftwerke, Endlager....

    Sind das alles Einzelfälle und nicht systemisch verbunden?

    2 Leser-Empfehlungen
    • SmoovE
    • 25.11.2011 um 9:21 Uhr

    laut Politik geht Terror nur von nicht-Deutschen aus, damit ist Rastafahndung, der neue Personalausweis, etc. gerechtfertigt worden. In Wirklichkeit aber sind durch Rechtsextreme mehr Menschen in Deutschland ermordet wurden als durch jegliche andere Terrorgruppen...

    Eine Leser-Empfehlung
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    wie Sie Terrorgruppen definieren. Abhängig davon könnte man insbesondere gemessen an den Zeitraum der letzten 20 Jahre seit 1990 durchaus eine ganz andere Rechnung aufmachen...

    ich sehe den Terror auch anders ausgerichtet. Nru weil es kein Bekennerschreiben gab, darf man den Bgriff "Terror" nicht schnell beiseite schieben. Terror ist Teil der rechtstextremen Ideologie und somit ist der Terror selbst die Botschaft.

    Nur der Vergleich zur RAF ist Blödsinn, da gibt es in fast jeder Hinsicht Unterschiede, in Bezug auf Planung, Ziele, Vernetzung etc. Den Begriff "Braune Armee Fraktion" sollte man schnell wieder vergessen.

    Woll! Alle Rastas in die Fahndung!

    wie Sie Terrorgruppen definieren. Abhängig davon könnte man insbesondere gemessen an den Zeitraum der letzten 20 Jahre seit 1990 durchaus eine ganz andere Rechnung aufmachen...

    ich sehe den Terror auch anders ausgerichtet. Nru weil es kein Bekennerschreiben gab, darf man den Bgriff "Terror" nicht schnell beiseite schieben. Terror ist Teil der rechtstextremen Ideologie und somit ist der Terror selbst die Botschaft.

    Nur der Vergleich zur RAF ist Blödsinn, da gibt es in fast jeder Hinsicht Unterschiede, in Bezug auf Planung, Ziele, Vernetzung etc. Den Begriff "Braune Armee Fraktion" sollte man schnell wieder vergessen.

    Woll! Alle Rastas in die Fahndung!

  2. Alleine der Name der Untersuchung zeigt, dass die Polize keine Interesse an einer Aufklaerung hatte! Alle Behörden haben die Haende gerieben, da sie annahmen, dass Mob sich gegenseitig tötet!

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