Tag des MauerfallsWestdeutsche, auch euer Land ist untergegangen

Den Ostdeutschen wird oft vorgeworfen, die Vergangenheit zu verklären. Doch die Sehnsucht nach der Zeit vor 1989 ist im Westen größer. Von Christian Bangel

Wie wäre es, wir würden einen Gedenktag für die BRD einführen? Die Wendefeiertage eignen sich nicht dafür. Sie würdigen vor allem den Untergang des Ostens. Nie aber wird der alte Westen, das Land des naiven Kapitalismus, besungen. Es ist Zeit, die BRD in Würde zu beerdigen.

Viele Westdeutsche haben nichts gegen den Osten, aber sie vermissen den alten Westen. Meist äußert sich das ganz harmlos: In der Retro-Ästhetik der Kulturformate junger (auch ostdeutscher) Stadtbürger. Bars heißen Weltempfänger oder Tanzcafé, der gute alte Tatort ist entstaubt worden, er wird jetzt kollektiv in Szenecafés geschaut. Das Traumschiff segelt in seine dreißigste Saison, Harald Schmidt und Otto Sander salutieren. Die fortwährende Existenz von Wetten, dass...? hat die Kollegin Carolin Ströbele treffend als traurige Reminiszenz an sich selbst bezeichnet .

Anzeige

So weit, so unwichtig. Hier aber wird es handfest: Zwei Drittel der Westdeutschen sagten noch vor zwei Jahren, Deutschlands beste Zeit im 20. Jahrhundert sei die vor 1990 gewesen. Weniger als die Hälfte der Westdeutschen mag die Wiedervereinigung als einen Glücksfall für Deutschland betrachten – im Osten sind es zwei Drittel. Mehr West- als Ostdeutsche wollen die Mauer wieder haben.

Das Land des gerechten Kapitalismus

Man kann das fast verstehen. Die BRD war ein zivilisiertes, modernes Land, das sich vierzig Jahre lang – sicher geführt von den westlichen Alliierten – mit Schuld und Vergangenheit befassen durfte. Ein Land ohne Zentrale. Ein Land, in dem die Staubsauger funktionierten, der Fußball gut war und die Regierung verklagt werden konnte. Ein Land, das jeden Tag den Traum von einem Kapitalismus mit weißer Weste lebte. Den Ostdeutschen erschien dieser Ort so wünschenswert, dass sie die DDR gern für das Versprechen hergaben, es könne bei ihnen genauso werden.

Ostdeutsche wissen, dass es ihr Geburtsland nicht mehr gibt. Es existiert nicht nur juristisch nicht mehr. Jeder Versuch, an noch so apolitische Werte und Gegebenheiten der DDR anzuknüpfen, kann ihnen den Vorwurf der Diktatur-Verharmlosung einbringen. Wie kann man sich, fragt der Westdeutsche, an eine glückliche Kindheit im Osten erinnern, ohne an die Stasi zu denken? Ostalgie ist niemals unpolitisch. Sie gilt als Ausdruck stiller Dissidenz gegenüber dem Westen.  

Der Verlust alter Normen und Einstellungen – wie kleinbürgerlich und brutal auch immer – muss verarbeitet werden. Was war gut, was war schlecht? Was wollen wir nie wieder, was wollen wir retten? Die Ostdeutschen haben das noch nicht hinter sich gebracht. Aber sie sind dabei.

Dass dagegen den Westdeutschen nicht bewusst ist, dass ihr Land nicht mehr existiert, ist das Ergebnis eines großen Selbstbetrugs. Während dem Osten von blühenden Landschaften vorgeschwärmt wurde, hieß es im Westen: Es bleibt alles beim Alten. Stattdessen kamen horrende Kosten, vorwurfsvolle Unzufriedenheit, ein aggressiveres gesellschaftliches Klima.

Vielleicht wirkt dieses gebrochene Versprechen noch heute viel stärker als die schnell entlarvte Schimäre von den blühenden Landschaften. Ob Euro-Krise, Integration, Soli-Debatte: Umfragen zeigen – nicht nur, aber auch – die Sehnsucht nach den geordneten BRD-Verhältnissen. Warum sollen wir plötzlich Europa retten? Wieso ist Afghanistan überhaupt unser Problem? Außenpolitik hatte in der Bundesrepublik die Aufgabe, die Welt von der Verlässlichkeit der Deutschen zu überzeugen. Nun muss sie Interessen vertreten. Die moralische Überlegenheit der BRD ist verloren.

Generation Unwest

Die alte Bundesrepublik verschwindet, auch demografisch. Rund 40 Prozent der Deutschen – die Migranten, die Ostdeutschen – sind nicht in den Westen hineingeboren worden. Sie bringen andere Normen mit und übergeben sie an ihre Kinder. Noch sind die Eliten hauptsächlich westdeutsch, doch das wird nicht mehr lange so bleiben. Hunderttausende junge, gebildete Ostdeutsche sind an die Unis und in die Unternehmen des Westens gegangen. Auch die Migranten werden, je besser die Integrationsangebote sind, bald ihre Plätze in der Spitze des Landes erkämpfen.

Oben wächst eine neue Politikergeneration heran, die anders als Guido Westerwelle und Jürgen Trittin nichts mehr mit dem für den Westen so konstituierenden Kampf von 1968 zu tun hat. Es gibt bisher wenige Post-1990-Politiker wie Philipp Rösler. Dafür viele von der Sorte Horst Seehofers oder Rainer Brüderles, die klug genug sind, heute keine westdeutsch-kulturkämpfende Pose mehr einzunehmen.  

Die Westdeutschen in Deutschland stecken in einer ähnlichen Lage wie der Westen im globalen Maßstab. Auch Inder, Chinesen und Südamerikaner wollen verdienen, regieren, deuten. Und wie der globale kann auch der deutsche Westen diesen Prozess fördern, mitgestalten oder bremsen. Nur aufhalten kann man ihn nicht. Mal sehen, wie wir den 9. November in zehn Jahren begehen. Vielleicht heißt es ja dann schon: "Die BRD war gut. Aber was danach kam, war noch besser."

 
Leserkommentare
  1. .. Sie m. E. komplett recht. Leider!

  2. ... die Sehnsucht nach einer Zeit ohne Zonis größer als im Osten.

    Wenn es anders wäre, wäre es ja auch erstaunlich.

    SNCR.

    Eine Leserempfehlung
  3. nach den "alten Verhältnissen", m.a.W. die Abneigung gegen die Veränderungen seit 1990 ist zweifelsohne vorhanden. Aber ich glaube, dass hier die Sehnsucht nach der alten Bundesrepublik mit einer Sehnsucht nach einer empfunden einfachen Welt vor 1990 (oder welches Jahr auch immer) verwechselt wird. Die Wiedervereinigung fällt da zeitlich nur zufällig hinein oder ist allenfalls trendverstärkend.

    Bis in die 80er war alles analog, vieles klar geregelt (harmloses Beispiel: Ladenschluss, der den Alltag und das Wochenende klar strukturierte), man hatte weniger Entscheidungsalternativen (drei Programme im TV), mehr empfunden Sicherheit (in vielen Bereichen, vor allem aber in der Arbeitswelt) und Gewissheiten (zB in Wirtschaft und Finanzen). Die Mehrheit der Menschen wünschen sich bewusst oder unbewusst dieses Leben, mit dem es nun vorbei ist.

    Mit der Wiedervereinigung sind die finanziellen Spielräume des Staates schneller abgeschmolzen als ohne. Andere Entwicklungen wäre aber wohl auch ohne Einheit gekommen: Beschleunigung des Alltags und des Arbeitslebens, demographischer Wandel (schon in den 80ern ein Fakt), Klimawandel undmehr Eindrücke durch eine Kommunikationsexplosion (Kabel/Sat-Fernsehen, Handy, Computer, Internet und die Vernetzung dieser Medien).

    Die meisten Veränderungen sind nun einmal global und ob sich ein Land von 60 auf 80 Mio. Einwohnner aufbläst oder nicht, ist in diesem Maßstab völlig sekundär.

    9 Leserempfehlungen
  4. Sehr guter Kommentar ihrerseits.
    Die heutige Menschenverachtung und verantwortungslose Raffgier bis ins Grenzenlose (verbrannte Erde) und Entsoldarisierung der Menschen kam erst nach 1989.

    "Aber nach 1989 dachten die aufkommenden Neoliberalen, dass die Menschen nun nichts mehr wert seien und dass man Menschen wegwerfen könne, wie schmutzige Hemden. Es hat vor 1989 niemals eine derartige Menschenverachtung im Nachkriegsdeutschland gegeben."

    3 Leserempfehlungen
  5. " Selbst Mode und Popkultur sind Retro und das nicht ohne Grund."

    Richtig.
    Wer zB vor 1989 TV gesehen hat, kann sein TV Gerät getrost zum Schrottplatz bringen, denn seit 20 Jahren kommt im Prinzip nichts Neues mehr.

    Es werden alte Filme gezeigt, es wird "alte Musik" gespielt etc.

    Und wenn etwas Neues gezeigt wird, sind es wohl zu gut 80% Cover Versionen oder Remakes, welche zudem auch noch schlechter gemacht sind.

    Grund: Gewinnmaximierung.

    Es geht nicht mehr darum, etwas "Kulturelles" zu schaffen wie zB die Beatles etc., sondern es geht nur um den Kommerz.

    Der Unterschied: "Die Beatles" haben ihre Musik gemacht, weil sie diese Musik machen wollten. Sie hatten keinerlei Ahnung, dass sie erfolgreich sein könnten. Sie verdienten zwar Geld in Massen, aber das kam danach. Natürlich wollten sie Geld verdienen, aber sie setzten ihren Stil durch und hätten damit auch pleite gehen können.

    Heute wird zuerst ausgerechnet, welche Tonfolgen kommerziell gesicherten Erfolg bringen und daraus bastelt man mit Boy groups und girliebands gesicherte kommerzielle Erfolge.
    Aus diesem Grunde kann nichts Neues mehr entstehen.

    Das Gleiche gilt für Kintop oder auch Hollywood. Man setzt auf Sicherheit im Profit. Sex and Crime. Man geht keinerlei Risiken ein. Darum sind zB auch Filme "der neuen Welle" etc, heute nicht mehr möglich, weil diese Filme etwas vermitteln wollten.
    Heutige Filme haben keine andere Botschaft als Profit.

    Daher kann es weder Kreativität in Musik noch im Film geben.

    3 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Ach bitte, wieder mal so eine Schwarz-weiß-Malerei. Es gibt nach wie vor sehr gute Filme, die nichts mit Kommerz zu tun haben. Ebenso auch in der Musik. Mein Vater ist Musiker und ich werde täglich mit wundervoller Musik, die durchaus innovativ ist konfrontiert. Der einzige Unterschied ist, dass solche Leckerbissen sehr sehr selten finanziell einen großen Erfolg haben und somit keine große masse erreichen. Aber deswegen herrscht doch nicht weniger Kreativität. Man muss sie lediglich etwas mehr suchen. Jetzt wollen Sie bestimmt noch Beispiele, nicht wahr, damit ich hier auch meine Thesen untermauern kann. Nun gut. Filme: Schwarze Schafe, Erbsen auf halb 6, Adams Äpfel, um mal nur bei den deutschen Filmen zu bleiben. Musik: und hier mal sogar eine Band die recht bekannt ist Radiohead. Innovativ wie sonst keine, mMn. Oder ganz kleine Bands, noch sehr unbekannt wie Chase the dragon, oder Clemens M. Müller, vllt. nicht völlig neu was die machen, aber das ist wohl in dem Maße auch nicht mehr möglich. Dafür ist`s aber handgemacht, künstlerisch wertvoll und alles andere als mainstreamig.

    doch die Kreativität stirbt nicht daran, das Gewinn maximiert wird. Sondern darin, das diejenigen, die auf vergangene Kreativtät ihr Geschäftsmodell aufgebaut haben, keine Konkurrenz zulassen bzw. diese mit viel Geld frühzeitig korrumpieren.
    Und aus wirtschaftspolitischen Gründen bestehende Geschäftsmodelle staatlich geschützt werden.
    Hier entfaltet die soziale Sicherheit ihren langfrsitig hohen Preis!

    H.

    Ach bitte, wieder mal so eine Schwarz-weiß-Malerei. Es gibt nach wie vor sehr gute Filme, die nichts mit Kommerz zu tun haben. Ebenso auch in der Musik. Mein Vater ist Musiker und ich werde täglich mit wundervoller Musik, die durchaus innovativ ist konfrontiert. Der einzige Unterschied ist, dass solche Leckerbissen sehr sehr selten finanziell einen großen Erfolg haben und somit keine große masse erreichen. Aber deswegen herrscht doch nicht weniger Kreativität. Man muss sie lediglich etwas mehr suchen. Jetzt wollen Sie bestimmt noch Beispiele, nicht wahr, damit ich hier auch meine Thesen untermauern kann. Nun gut. Filme: Schwarze Schafe, Erbsen auf halb 6, Adams Äpfel, um mal nur bei den deutschen Filmen zu bleiben. Musik: und hier mal sogar eine Band die recht bekannt ist Radiohead. Innovativ wie sonst keine, mMn. Oder ganz kleine Bands, noch sehr unbekannt wie Chase the dragon, oder Clemens M. Müller, vllt. nicht völlig neu was die machen, aber das ist wohl in dem Maße auch nicht mehr möglich. Dafür ist`s aber handgemacht, künstlerisch wertvoll und alles andere als mainstreamig.

    doch die Kreativität stirbt nicht daran, das Gewinn maximiert wird. Sondern darin, das diejenigen, die auf vergangene Kreativtät ihr Geschäftsmodell aufgebaut haben, keine Konkurrenz zulassen bzw. diese mit viel Geld frühzeitig korrumpieren.
    Und aus wirtschaftspolitischen Gründen bestehende Geschäftsmodelle staatlich geschützt werden.
    Hier entfaltet die soziale Sicherheit ihren langfrsitig hohen Preis!

    H.

    • Owl
    • 09.11.2011 um 12:27 Uhr

    Ich sehe es vieleicht einwenig zu positiv, vieleicht sieht man alles zu schwarz. Ich sehe im moment ur ein Deutschland. Mag sein das in Mecklenburg - Vorpommern anders gehandelt werden muß als in Bayern, bloß man vergißt immer ganz gerne das die Deutsche Geschichte nicht erst mit dem 08/10.05.1945 onder 09.11.1989 beginnt oder endet. Das Problem ist halt auch nicht das dieses Deutschland auch vor dieser Zeit existiert hat. Mal ganz zu schweigen die Zeit der Weimarer Republik oder des Kaierserreiches zwischen 1871 - 1918. Diese Diskussion die nach 1989 geführt werden, sind die die Diskussionen von Generationen die Ihr Sein in einem neuen Deutschland zu defenieren haben. Mich juxt das regelmäßig relativ wenig, besonders wenn ich als Ostwestfale an den Rhein blicke und mich allen Ernstes frage was eigentlich die Rheinländer und Westfalen gemein haben. Nichts, ausser einer unterschiedlichen Lebensaufassung, Einstellung zum Leben,und und und... . Achja wir haben es immerhin fast 65 Jahre lang geschaft zusammen zu leben. Wir leben...... .das ist die Hauptsache, wir versuchen die Problem zu lösen, auch wenn man manchmal glaubt das was ist immer bleibt. Nichts ist so geblieben, in Westfalen starb die Textilindustrie ab, im Pütt die Kohle- und Stahlindustrie, Neues entstand. Das Problem ist also nicht das die Auffassung von dem was man ist, sondern was man aus dem macht was man hat. Und immer schön daran denken, nichts bleibt so wie es ist.

    • multix
    • 09.11.2011 um 12:38 Uhr

    meine ich.
    Für mich Ex-Wessi, dessen Verwandtschaft zur Hälfte in der DDR und der BRD lebte, aufwuchs und sich da wie dort, trotz aller polit. Widrigkeiten - DDR-Regime da, deutscher Herbst (oft/schon vergessen diese bleierne "Vorwende"Zeit?) dort in ihre lokalen Bezüge eingewurzelt haben - darum ringend den kalten Krieg und den Systemwettbewerb nicht das ganze Leben durchdringen zu lassen.

    Diese AktivistInnen gab es hüben wie drüben, ich erinnere mal an den Schulterschluss der sozialen Bewegungen West mit denen Ost, auch über Landesgrenzen (Soli-Initiativen u.a. mit solidarnosc u.a.) und ideolog. Sandkastenspiele hinweg.

    Parallel zur sog. großen Politik waren die demokrat. Initiativen der kleinen Leute eine grenzüberschreitende Alltagskultur, die mit der Öffnung der Grenzen, den von Nachholbedürfnissen in Sachen Konsum und freier Rede bestimmten Menschenfluten weggespült wurden.

    Viele sind, wie ich, vor dem Treck gen Westen abgetaucht und standem dem Auseinanderfallen und den Auflösungen sozialer & polit. Alltagsbezüge und Szenekontexten ohnmächtig gegenüber - zutiefst erschreckt vom Einheitsrausch, deren authentische Träger eine polit. Naivetät und blindes Vorvertrauen ggü einem in Fragen sozialer Gerechtigkeit durchaus kritikwürdigen BRD-System besaßen, das Stumm/sprachlos machte.

    Damit einher ging ein Bezugsverlust ggü der erweiterten Bevölkerung.

    Unserem Jüngsten (13) zeige ich Photos vom Land in dem ich aufwuchs, er weiss dass es das nicht mehr gibt. Gut so!

    m.

    Eine Leserempfehlung
  6. dann bezeichne ich die Einigung als das größte Unglück für Deutschland nach dem Krieg. eine 2 Staatenlösung, so sie denn machbar gewesen wäre, hätte beidne Staaten mehr Erfolg gebracht. Der Osten wäre nicht abgestürzt und der Westen wäre um viel frühere Reformen nicht herumgekommen.
    Das hängt damit zusammen, das schon damals enormer Reformbedarf im Westen bestand und die Einigung leider den Druck dazu nahm. Hinzu kommt die erneute Verschiebung des Bevölkerungsgleichgewichtes hin zu einer mehr protestantisch geprägten Mehrheit, was auch Bürokratie und Puritanismus, sowie den Antikatholizismus verstärkt hat.
    Es ist nicht so, das diese Verschiebung nicht auch gute Seiten hätte haben können, nur im dominanten Westen spielt das bis heute keine Rolle.
    Es war nur eine Gelegenheit ein fast abgewirtschaftes System ungehindert ganz runterzuwirtschaften.
    Der Keim der aktuellen Wirtschaftskrise für Deutschland wurde vor der Einheit im Westen gelegt, im Reformstau der Wende und der Ära Kohl. Die Einheit verhinderte die notwendigen Korrekturen durch den Einheitsboom. 20 Jahre früher oder später wäre besser gewesen, in einer besser aufgestellten Republik.
    Das was die alte Bundesrepublik stark gemacht hatte wurde mit der Einheit Deutschlands und danach auch Europas geopfert.
    Das hat wenig mit Nostalgie zu tun, als vielmehr mit den machtpoltischen Realitäten.
    Auch wenn trauern nichts nützt Angesichts des Unausweichlichen, bleibt die Tatsache eines Verlustes Realität.

    H.

    3 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Erkenntnistheorie"

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service