Neonazi-TrioLKA Thüringen stoppte Zugriff in letzter Minute

Das Jenaer Neonazi-Trio hätte womöglich kurz nach dessen Untertauchen festgenommen werden können. Doch ein Zugriff der Fahnder wurde abgebrochen. Das LKA dementiert dies. von dpa und AFP

Tür des Hauses in Zwickau, in dem das Neonazi-Trio lebte

Tür des Hauses in Zwickau, in dem das Neonazi-Trio lebte  |  © Marco Prosch/Getty Images

Kurz nach ihrem Untertauchen 1998 ist das Jenaer Neonazi-Trio nach Recherchen des Mitteldeutschen Rundfunks von der Polizei geortet worden. Zielfahnder des Thüringer Landeskriminalamtes (LKA) hätten die drei in Chemnitz aufgespürt, berichtete der MDR unter Berufung auf Informanten aus der Behörde. Eine geplante Festnahme durch ein Sondereinsatzkommando (SEK) habe das LKA aber in letzter Minute abgebrochen.

Das Thüringer LKA dementierte den MDR-Bericht. Die Zielfahnder hätten in den Jahren 1999 und 2000 zu keinem Zeitpunkt Kenntnis von dem konkreten Aufenthaltsort der Neonazis gehabt. Deshalb sei auch kein SEK-Einsatz geplant gewesen.

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Der MDR berichtete weiter, die damals beteiligten Beamten hätten sich nach dem abgebrochenen Einsatz gegenüber der Amtsleitung beschwert. Daraufhin soll es ein Gespräch zwischen hohen Vertretern des Thüringer Innenministeriums und den betroffenen Polizisten gegeben haben. Ob die Beamten dabei über den Grund des Abbruchs informiert wurden, ist nicht bekannt.

Zwei neue Verdächtige

Unterdessen wurde bekannt, dass das Umfeld der mutmaßlichen Terrorzelle möglicherweise größer als bislang bekannt ist. Es seien zwei weitere Beschuldigte im Visier, sagte der neue Generalbundesanwalt Harald Range. Zusammengezählt sind es also vier Verdächtige: Die inhaftierten Beate Z. und Holger G. sowie die beiden nun genannten Beschuldigten, deren Namen bisher nicht veröffentlicht sind. 

Neonazi-Terror in Deutschland
Morde, ungeklärte Anschläge und Reaktionen
1996 und 1997

© Frank Doebert/Ostthueringer Zeitung/dpa

Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe fallen 1996 zum ersten Mal auf. Sie sollen eine Puppe mit gelbem Davidstern an einer Autobahnbrücke aufgehängt haben. 1997 deponieren sie einen mit Hakenkreuz bemalten Sprengstoffkoffer in der Jenaer Innenstadt.

Januar 1998

© Heinz Hirndorf/dpa

In Jena hebt die Polizei die Bombenwerkstatt der drei mutmaßlichen Rechtsterroristen aus. Das Labor war in einer Garage versteckt. Die Fahnder stellen Rohrbomben sicher, die mit dem Sprengstoff TNT gefüllt sind. Das Trio flieht. Noch offen ist, wer ihnen bei der Flucht half.

28. September und 19. Dezember 1998

© Wolfgang Kumm/dpa

Auf das Grab des früheren Vorsitzenden des Zentralrates der Juden in Deutschland, Heinz Galinski, werden zwei Anschläge verübt. Der Fall wurde nie aufgeklärt, die Ermittler untersuchen mögliche Verbindungen zu den drei Neonazis.

1999 bis 2011

© Polizeidirektion Gotha/dpa

14 Banküberfälle werden Böhnhardt und Mundlos zugeordnet: Chemnitz: 6. und 27.10.1999, 30.11.2000, 23.9.2003, 14. und 18.5.2004, 22.11.2005; Zwickau: 5.7.2001, 25.9.2002 und 5.10.2006; Stralsund: 7.11.2006 und 8.1.2007; Arnstadt: 7.9.2011; Eisenach: 4.11.2011. Sie fliehen mit dem Fahrrad. 

27. Juli 2000

© Christian Ohlig/dpa

Ungeklärt ist auch der Splitterbombenanschlag an einer Düsseldorfer S-Bahn-Station. Zehn Einwanderer aus Osteuropa werden schwer verletzt, eine Frau verliert ihr ungeborenes Kind. Der Anschlag läuft ähnlich ab wie der in Köln 2004. War auch hier das Jenaer Trio beteiligt?

9. September 2000

© dpa

In Nürnberg wird der 38-jährige türkische Blumenhändler Enver S. erschossen. Eine der verwendeten Waffen ist die bei allen folgenden Taten genutzte Pistole, eine Ceska, die später in der Zwickauer Brandruine gefunden wird. Enver S. ist das erste Opfer der Mordserie.

19. Januar 2001

© Jan Woitas/dpa

Eine Deutsch-Iranerin wird in einem Kölner Lebensmittelgeschäft durch einen in einer Keksdose versteckten Sprengsatz schwer verletzt. Hinweise darauf, dass das Trio hinter dem Anschlag steckte, finden sich auf der in der Zwickauer Brandruine (Bild) gefundenen DVD.

13. Juni 2001

© dpa

In Nürnberg stirbt der 49 Jahre alte, türkische Änderungsschneider Abdurrahim Ö. Er wurde mit zwei Kopfschüssen niedergestreckt. Ein Komplize des Täters soll draußen in einem Auto gewartet haben.

27. Juni 2001

© dpa

In Hamburg wird der 31-jährige Gemüsehändler Süleyman T. in seinem Laden ermordet. Drei Schüsse haben ihn in den Kopf getroffen. Die Polizei geht von zwei Tatwaffen aus.

29. August 2001

© dpa

In München wird der 38 Jahre alte, türkische Gemüsehändler Habil K. erschossen. Auch er wird in den Kopf getroffen, mit zwei Schüssen.

25. Februar 2004

© dpa

In Rostock wird der 25 Jahre alte Dönerladen-Aushilfsverkäufer Yunus T. ermordet. Der Türke war erst zehn Tage in Deutschland.

9. Juni 2004

© Federico Gambarini/dpa

Durch einen Nagelbombenanschlag in Köln werden 22 Menschen verletzt. Im November 2011 wird der bislang ungeklärte Fall neu aufgerollt, weil die Neonazis sich auf ihrer DVD zu dem Anschlag bekannt haben.

9. Juni 2005

© dpa

In Nürnberg stirbt an seinem Dönerstand der 50 Jahre alte Besitzer Ismail Y. Ein Kunde findet ihn hinter der Theke. Fünf Schüsse haben ihn getroffen. Zeugen sagen, zwei Männer hätten auf ihn geschossen.

15. Juni 2005

© dpa

Der 41-jährige Theodorus B. wird in seinem Laden, einem Schlüsseldienst in München, erschossen. Er stammt als einziges Opfer aus Griechenland.

4. April 2006

© dpa

In Dortmund wird in den Mittagsstunden an einer vielbefahrenen Straße der türkischstämmige Kioskbesitzer Mehmet K. mit mehreren Kopfschüssen getötet. Der 39-Jährige hinterlässt eine Frau und drei Kinder.

6. April 2006

© Uwe Zucchi/dpa

Halit Y., der 21 Jahre alte türkische Betreiber eines Internetcafés in Kassel, wird ebenfalls mit Kopfschüssen getötet. Am Tatort befand sich ein Mitarbeiter des hessischen Verfassungsschutzes. Er soll auf dem Dachboden seines Hauses Bücher zur Nazizeit gehortet haben.

25. April 2007

© Norbert Försterling/dpa

In Heilbronn wird Michèle Kiesewetter, eine aus Thüringen stammende, 22 Jahre alte Bereitschaftspolizistin, erschossen. Ihr Kollege überlebt schwer verletzt.

4. November 2011

© Carolin Lemuth/dpa

Nach einem Banküberfall werden Bönhardt und Mundlos tot in ihrem ausgebrannten Wohnmobil bei Eisenach gefunden. In Zwickau geht ihre Wohnung in Flammen auf. In den Trümmern werden Waffen und eine DVD entdeckt, mit Bekenntnis zu den Morden und einigen Anschlägen.

8. November 2011

© Jan Woitas/dpa

Beate Zschäpe stellt sich der Polizei in Jena und wird wegen dringenden Verdachts der Gründung der Neonazi-Gruppe Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) festgenommen. Seither sitzt die 36-Jährige in Untersuchungshaft.

13. November 2011

© Franziska Kraufmann/dpa

Holger G. wird in Niedersachsen festgenommen. Er soll Mitglied des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) sein und dem Trio Ausweise überlassen haben. Holger G. wurde schon 1999 observiert, doch der niedersächsische Verfassungsschutz stufte ihn nur als Mitläufer ein.

15. November 2011

Die CDU fasst auf ihrem Parteitag in Leipzig einstimmig den Beschluss, ein neues Verbotsverfahren gegen die NPD zu prüfen. Auch die SPD fordert wieder, die Partei zu verbieten. In dem Zusammenhang wird auch diskutiert, ob der Einsatz der V-Leute vom Verfassungsschutz überprüft werden muss. Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich will ein Zentralregister einrichten, in dem alle Informationen über Neonazis gespeichert werden sollen.

Am gleichen Tag wird bekannt, dass das Neonazi-Trio eine Liste angefertigt hatte, auf der auch Politiker verzeichnet waren.

16. November 2011

© Polizei Sachsen/dpa

Beate Zschäpe trägt nichts zur Aufklärung der Mordserie bei. Sie schweigt. Derweil wird die Liste der Fahndungspannen immer länger. Polizei und Verfassungsschutz hatten offenbar Dutzende Chancen verpasst, die Neonazi-Gruppe zu finden.

18. November 2011

Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger will als Reaktion auf die Ermittlungspannen die Zahl der Verfassungsschutzämter in Deutschland reduzieren. Die Länder sind dagegen. Vereinbart wird auf einem Krisengipfel aber, ein Abwehrzentrum Rechts und eine zentrale Neonazi-Datei einzurichten.

21. November

© Christof Stache/AFP/Getty Images

Es wird bekannt, dass Uwe Mundlos durch eine Behördenpanne an gefälschte Ausweispapiere kam. BKA-Chef Ziercke verwirrt mit der These, die Polizistin Michèle Kiesewetter sei doch gezielt getötet worden. "Unsinn", heißt es dazu aus Thüringen.

22. November
Kristina Schröder

© Sean Gallup/Getty Images

Die Mittel für Initiativen gegen Rechtsextremismus sollen, anders als von Familienministerin Kristina Schröder ursprünglich geplant, nun doch nicht gekürzt werden. Zudem will die Bundesregierung die Angehörigen der Opfer entschädigen.

24. November

© Franziska Kraufmann/dpa

In Brandenburg wird der 32-jährige André E. festgenommen. Er soll die Bekenner-DVD der NSU produziert haben. Im Mai 2009 soll er dem Trio Bahncards überlassen haben, die auf ihn und seine Frau ausgestellt waren.
 

29. November

© Uli Deck/dpa

Der ehemalige NPD-Funktionär Ralf W. wird in Jena verhaftet. Dem 36-Jährigen wird unter anderem vorgeworfen, der Neonazi-Gruppe eine Schusswaffe und Munition besorgt zu haben. W. war bis Mai 2008 Vize-Chef der thüringischen NPD.

11. bis 13. Dezember

Der mutmaßliche Unterstützer Matthias D. wird gefasst. Der 36-Jährige, der wie André E. aus dem sächsischen Johanngeorgenstadt stammt, soll in Zwickau zwei Wohnungen für die Gruppe angemietet haben.

Derweil wächst bei Schwarz-Gelb die Skepsis gegenüber einem erneuten NPD-Verbotsverfahren. Man fürchtet angesichts der vielen V-Leute in der NPD (offenbar mehr als 130) einen erneuten Misserfolg.

In den folgenden Tagen wird bekannt, dass die Ermittler auch Spuren der Terrorzelle nach Berlin und in die Schweiz untersuchen. Möglicherweise war sie an einem Mord in Zürich beteiligt.

Januar 2012
01 Sebastian Edathy im Untersuchungsausschuss

© Sean Gallup/GettyImages

Ein Untersuchungsausschuss des Bundestages geht den Ermittlungsfehlern nach. Dabei kommt heraus, dass die bayerische Polizei bei der Fahndung gar einen Dönerimbiss betrieb. Auch in Thüringen und Sachsen untersuchen die Parlamente die Vorgänge.

Februar 2012
Staatsakt

© Sean Gallup/Getty Images

In einem Staatsakt wird der NSU-Opfer gedacht. Eine Straße in Kassel soll nach einem der Opfer benannt werden. Jetzt untersucht auch eine Bund-Länder-Kommission die fehlgeschlagene Suche nach dem Trio.
 

März 2012
02 Beate Zschäpe

© BKA/dpa

Die Bundesanwaltschaft arbeitet daran, Beate Zschäpe eine direkte Beteiligung an den Morden nachweisen zu können. Zschäpe soll der Motor der Gruppe gewesen sein, Haushalt und Finanzen verwaltet haben.

2. Mai 2012
03-Untersuchung nach Mord

© Marcus Föhrer/dpa

Acht Männer türkischer Abstammung ermordeten die Rechtsextremen. Doch auch die türkischen Behörden glaubten nur an ein kriminelles Killerkommando aus dem eigenen Land, wie die ZEIT herausfindet.

15. Mai 2012

In Thüringen wurde bei der Suche nach den untergetauchten Terroristen von 1998 bis 2001 geschlampt, urteilt ein Gremium der Landesregierung unter Vorsitz von Ex-Bundesrichter Gerhard Schäfer. Bereits zu Jahresbeginn haben die Landesverfassungsschützer eingeräumt, dass über einen Mittelsmann Geld an die Neonazis fließen sollte, um an deren Tarnidentitäten zu kommen. Der Plan scheiterte. Für die Observation des Trios stellt auch die Parlamentarische Kontrollkommission des Sächsischen Landtages dem eigenen Verfassungsschutz ein verheerendes Zeugnis aus.

Ende Mai 2012

Der mutmaßliche NSU-Helfer Holger G. ist auf freiem Fuß. Er soll den drei Rechtsextremisten Waffen besorgt haben. Der Bundesgerichtshof entschied: G. wusste eventuell nicht, wofür sie eingesetzt werden. Zwei Wochen später werden auch Carsten S. und Matthias D. aus der Untersuchungshaft entlassen. Im Juni wird der Haftbefehl gegen den mutmaßlichen NSU-Helfer André E. aufgehoben. Er soll an dem Bekennervideo der NSU mitgearbeitet haben, der BGH hält ihn aber nicht für dringend tatverdächtig

2. Juli 2012
Die Terrorzelle

© BKA/dpa

Ein Referatsleiter des Bundesverfassungsschutzes hat im November 2011 Akten zu V-Leuten aus dem Umfeld der NSU vernichtet. Bis Ende Juni war das dem Geheimdienstchef angeblich nicht  bekannt.

Juli 2012

Als Konsequenz aus der "Reißwolf-Affäre" bittet Verfassungsschutzchef Fromm um seine frühzeitige Pensionierung. Wenige Tage später verliert der Präsident des Thüringischen Geheimdienstes, Thomas Sippel, seinen Posten. Auch der Leiter der sächsischen Behörde, Reinhard Boos, tritt zurück.  Protokolle einer Telefonüberwachung des Bundesamtes von Ende 1998 waren nicht an die Untersuchungsausschüsse weitergegeben worden.

5. Juli 2012

Fromm spricht vor dem Bundestagsausschuss. Er offenbart Chaos in seiner Behörde, weiß nicht, warum sensible Akten vernichtet wurden. Die Vermutung der FDP, Zschäpe sei als Informantin angeworben worden, wird dementiert.

Juli 2012

© Michael Gottschalk/dapd

Noch nachdem die Straftaten des NSU bekannt wurden, sind zahlreiche weitere Akten zu den drei Rechtsextremisten vernichtet worden. Die Behörden erklären das mit dem Datenschutz, die Opposition vermutet Vertuschung.

Juli 2012

© Jim Lo Scalzo/EPA/dpa

Zwei Kollegen der Polizistin Michele Kiesewetter sind zeitweise Mitglieder im rassistischen Ku-Klux-Klan (KKK) gewesen. Einer von ihnen war ihr Gruppenführer, wusste also, wo sie sich aufhielt. Einen Zusammenhang mit dem Mord schließt der Innenminister Friedrich aus.

September 2012

© BKA/dapd

Der Militärgeheimdienst MAD hat 1995 eine Akte über die rechtsextreme Gesinnung des Wehrdienstleistenden Uwe Mundlos erstellt. Der Verteidigungsminister wusste dies seit März. Der Bundestagsuntersuchungsausschuss wurde nicht informiert.

14. September 2012

© Steffi Loos/dapd

Ein früherer Vertrauter des NSU hat jahrelang für das LKA Berlin gespitzelt. Thomas S. lieferte 2002 Hinweise auf den Aufenthaltsort der Truppe in Thüringen. Innensenator Frank Henkel wusste seit März von S., gab die Information aber nicht an den Ausschuss weiter.

BKA-Präsident Jörg Ziercke ergänzte, es gebe Indizien für Unterstützer. Die rechtsextreme Gruppe Thüringer Heimatschutz, aus der der Nationalsozialistische Untergrund (NSU) entstanden ist, habe zeitweise 170 oder 180 Mitglieder gehabt. "Das kann auf ein Netzwerk hinauslaufen."

Als Mitglieder der Zwickauer Zelle gelten die beiden zu Monatsbeginn tot aufgefundenen Uwe B. und Uwe M. sowie die 36-jährige inhaftierte Beate Z. Als mutmaßlicher Helfer war zudem der 37-jährige Holger G. in Niedersachsen festgenommen worden, auch er sitzt in Untersuchungshaft.

Beate Z., die im Frauentrakt des Gefängnisses in Köln-Ossendorf einsitzt, will entgegen anderslautender Berichte zunächst nicht aussagen. Ihr Anwalt sagte: "Ich habe heute mit ihr gesprochen und ihr den Rat erteilt, derzeit nichts zur Sache zu sagen. Sie wird diesen Rat auch befolgen." Nach Angaben der Gefängnisleitung hat die 36-Jährige auch bisher keinen Besuch von BKA-Beamten erhalten.

Leserkommentare
  1. 1. Hm...

    Wer glaubt, dass in Thüringen
    der Verfassungsschutz die Verfassung schützt
    glaubt auch
    dass ein Zitronenfalter Zitronen faltet.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Otto2
    • 18. November 2011 16:58 Uhr

    Leider ist das Ganze nur mit Sarkasmus zu ertragen.

  2. Diese Aufforderung gilt sämtlichen Medien und der Politik.
    Wenn heute noch nicht bekannt, stellen Sie solange Fragen bis der Nebel sich verzieht und berichten Sie über die Nachforschungen, nennen Sie auch dabei Roß und Reiter, d.h. wer mauert, wer wirkt an der Aufklärung mit?
    Es kann nicht sein, dass derartige Straftaten begangen werden können, weil irgendein Amt "nützliche Leute in der Szene" beschäftigt und deckt.

    • Otto2
    • 18. November 2011 16:58 Uhr

    Leider ist das Ganze nur mit Sarkasmus zu ertragen.

    Antwort auf "Hm..."
    • Hampara
    • 18. November 2011 16:59 Uhr

    Man kommt sich inzwischen vor wie in einem Agententhriller, bei man irgend wann nicht mehr weiß, wer die Guten und wer die Schlechten sind.

    Das hinterlässt ein beklemmendes Gefühl.

    • neu_de
    • 18. November 2011 17:02 Uhr

    kann mit Pannen nicht mehr gerechtfertigt werden. Auch ich denke, die Medien müssen hier mit aufdecken. Das ist auch Ihre Aufgabe.
    Man kann ja schon fast vermuten, das einzelne Beamte wusten, wer die Morde durchgeführt hat, aber seine Gesinnungsgenossen gedeckt hat.

  3. Vielleicht ist nicht die NPD vom Verfassungsschutz unterwandert sondern andersrum!?!?

    • Hokan
    • 18. November 2011 17:21 Uhr

    Man bekommt hier allmählich das Watergate-Gefühl. Könnte mir vorstellen, dass wir hier zwei von Washington Post brauchen könnten. Habe leichte Zweifel, dass der deutschen Presse der nötige Biss fehlt, dem gut versteckten Beziehungsgeflecht nachzugehen.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • kael
    • 18. November 2011 17:40 Uhr

    ...wurde nicht an einem Tag aufgeklärt. Mein Vertrauen in die deutsche Presse ist deshalb ungebrochen. Sie wird "liefern", Stück für Stück. Schlimm ist nur, dass man allein auf sie angewiesen ist, wenn Licht in das Dunkelbraun gebracht werden soll.

    Ach, die Washington Post ist auch nicht mehr das was sie mal war. Im Vorlauf zum Irakkrieg etwa hat sie genauso wie alle anderen in die Massenvernichtungswaffen-Hysterie mit eingestimmt und hochgradig unkritisch alles übernommen und weiterverbreitet, was ihnen von der US-Regierung angeboten wurde. Erst im Nachgang, als sich die Kriegsgründe als Lüge herausstellten, wurde auch die Washiungton Post selbstkritisch und veröffentlichte (übrigens ebenso wie die New York Times) eine Entschuldigung an ihre Leser. Auch Bob Woodward kommt darin selbstkritisch zu Wort:

    http://www.washingtonpost...

    Ich weiß nicht ob unsere Medien wirklich kritischer und besser sind. Im Bezug auf den Irakkrieg waren sie es damals. Aber inzwischen habe ich ein Stück weit Vertrauen in unsere Medien verloren, vorallem aufgrund der Berichterstattung über die Eurokrise. Es bleibt abzuwarten, ob im Falle des rechten Terrors und der fragwürdigen Rolle der staatlichen Behörden darin, die Medien ihrer Aufgabe gerecht werden. Ich hoffe es jedenfalls.

    Übrigens befürchte ich auch, dass unsere Medien in einigen Jahren zum Thema Eurokrise wohl ähnliche Entschuldigungen wie Post und Times werden schreiben müssen. Aber das ist ein anderes Thema...

    • essilu
    • 18. November 2011 22:30 Uhr

    ...könnte man - im Sinne europäischer Zusammenarbeit - italienischen Antimafia-Experten anvertrauen. Ich meine das durchaus ernst. Dort ist man sehr erfahren mit kriminellen Vereinigungen. Was meinen Sie, wie schnell die das Geflecht hier entwirren würden. Und dann ab mit den Kameraden nach Süditalien zur Tomatenernte im Hochsommer. Tut Körper und Geist gut. Frische Luft und gesunder Schlaf... Und was glauben Sie, wie schnell die Kameraden auch noch gratis eine Fremdsprache erlernen würden! Da ist die Bildung also gleich mit 'drin!
    Ich fürchte nur, dass das nicht gehen wird. Man wird sich hier nicht gerne von Fremden helfen lassen wollen - schon garnicht, wenn eigene Inkompetenz dahintersteckt. Peinlichkeiten wie jene um den "Problembären" Bruno seinerzeit wird man nicht mehr riskieren wollen...Das Problem wurde, wenn ich mich nicht irre, durch finnische Kollegen "gelöst"...

  4. könnten bald eine schonungslose Aufklärung geliefert bekommen.
    Beim VS und den anderen Behörden gilt doch noch immer das Motto, und das gerade im Osten "Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus".
    Das sieht man doch schon daran dass die Verhaftung der 3 verhindert wurde. Dort herrscht doch eine Mogelklüngelei die wirklich an einen Agentenfilm erinnert, weil niemand vom anderen genau weiss oder zu wissen glaubte worin dieser denn eingeweiht war. Einen behördl.Schutz muß es gegeben haben, man wird halt irgendwann ein paar Bauernopfer bringen aber niemals die echte Wahrheit ans Licht.
    Das erinnert auch stark an die rätselhaften "Selbstmorde" der RAF
    in Stammheim.

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