Der Verdacht, dass es seit Jahren eine rechtsextreme Terrorzelle in Deutschland gibt, wird ein Fall für das Parlamentarische Kontrollgremium des Bundestags. Der Vorsitzende Thomas Oppermann (SPD) sagte der Bild am Sonntag, er werde in der kommenden Sitzungswoche zu einer Sondersitzung des Gremiums einladen. "Ich will wissen, was die Behörden wussten und wie solche Straftaten in Zukunft besser verhindert werden können." Das Gremium des Bundestags ist für die Kontrolle der Nachrichtendienste zuständig.

Die Bundesanwaltschaft hatte am Freitag die Ermittlungen in einem Polizistinnenmord in Heilbronn im Jahr 2007 an sich gezogen. Sie vermutet, dass die mutmaßlichen Täter Mitglieder einer rechtsextremen terroristischen Vereinigung sind und auch hinter der Mordserie an mindestens neun Ausländern und ausländischstämmigen Deutschen zwischen 2000 und 2006 stehen.

Auch der Vorsitzende des Innenausschusses, Wolfgang Bosbach (CDU), verlangte Informationen über die Ermittlungen gegen die mutmaßliche Terrorgruppe. "Es muss aufgeklärt werden, wie es möglich war, dass das Trio zehn Jahre unbehelligt im Untergrund leben konnte", sagte er der Zeitung. Es sei daher "unbedingt notwendig", dass der Innenausschuss fortlaufend über den Ermittlungsstand unterrichtet werde.