"Die Stimme erheben – das ist das Amerika, zu dem ich gehören will"
ZEIT ONLINE: Die Bewegung nimmt für sich in Anspruch, 99 Prozent der Bevölkerung zu vertreten. Auf der Straße sieht man aber vor allem junge Menschen.
Levitin: Es ist eine Bewegung von Leuten in den Zwanzigern, aber sie sprechen auch die Arbeiter und die Mittelschicht an. Menschen aller Hautfarben gehen auf die Straße und auch eine Menge älterer Leute. Rentner, die mit 100 oder 200 Dollar vom Staat auskommen müssen. Und wir bekommen viel Unterstützung von Veteranen; Marines und anderen Militärangehörigen, die aus den kriminellen Kriegen zurückkommen und sagen: "Wir sind die 99 Prozent."
ZEIT ONLINE: Braucht Amerika mehr direkte Demokratie?
Levitin: Auf jeden Fall. Wir haben hier keine Demokratie. Unsere Politiker geben vor, uns in Washington zu repräsentieren, aber sie gehen nicht auf unsere Interessen ein, sondern auf die der Unternehmen. Das verstehen wir nicht unter Demokratie. Wir haben Obama gewählt, damit er diese Dinge verändert. Aber er hat es nicht geschafft, weil er nicht die Macht dazu hat. Washington wird durch die Wall Street regiert. Die Politiker sind nur Marionetten.
ZEIT ONLINE: Aber tragen nicht auch die Bürger Verantwortung, die jahrelang auf Kredit gelebt haben?
Levitin: Ja, viele Menschen haben in dieser Krise Fehler gemacht. Sie müssen auch selbst Verantwortung übernehmen. Aber das ganze System arbeitet gegen die Menschen, um ihnen ununterbrochen Schulden aufzuhalsen. Das fängt schon an beim Studenten, der sich hoch verschuldet, um auf die Universität zu gehen.
ZEIT ONLINE: Sie sind Chefredakteur des Occupied Wall Street Journal, Journalist und Aktivist in einer Person. Wie geht das zusammen?
Levitin: Ich habe die Vorstellung von Objektivität aufgegeben. Was hat uns dieser objektive Journalismus in Amerika gebracht? Eine 20 Jahre andauernde Debatte darüber, ob der Klimawandel überhaupt stattfindet. Journalisten haben es verpasst, darüber zu berichten, was sie wussten.
ZEIT ONLINE: Was soll Ihr Blatt bewirken?
Levitin: Das Occupied Wall Street Journal ist ein Kanal mehr, um Menschen zu erreichen, die neugierig sind, die den Ärger der Occupy-Aktivisten intuitiv verstehen, aber mehr Fakten brauchen. Die Zeitung ist eine Plattform, aber kein offizielles Organ. Jedes Mal, wenn eine neue Ausgabe auf die Straße kam, gab sie der Bewegung neuen Antrieb. Sie ist der sichtbare Beweis, dass die Bewegung mehr ist als eine Gruppe demonstrierender und schreiender Menschen. Wir arbeiten alle ehrenamtlich, in Kürze erscheint die erste nationale Ausgabe in verschiedenen Städten der USA. Mit exklusiven Texten renommierter Autoren, etwa Adam Hochschild oder Matt Taibbi.
ZEIT ONLINE: Wann haben Sie selbst das letzte Mal im Zuccotti-Park geschlafen?
Levitin: Vor zwei Monaten, ganz zu Beginn der Bewegung. Ich wollte in dieser Zeit gerade zu einer Reise nach Berlin aufbrechen, es war Samstag und mein Flug war für Montag gebucht. Aber als ich zum Park ging, um mich für einige Wochen zu verabschieden und sah, dass dort etwas Neues seinen Anfang nahm, sagte ich meinen Flug ab und schlief selbst auf der Straße. Als wir mit dem Occupied Wall Street Journal loslegten, hörte ich auf damit. Ich liebe es, zu demonstrieren und mit einer Gruppe von 500 oder 10.000 Menschen meine Stimme zu erheben. Das ist das Amerika, zu dem ich gehören will.
- Datum 17.11.2011 - 18:03 Uhr
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bei Occupy Seattle:
http://www.theatlanticwir...
Nunja, in Bayern würden die Ermittlungen gegen den Täter eingestellt und dagegen die 84 Jährige wegen "Widerstandes" gegen min. 20 Jahre jüngere Polizeibeamte verfolgt werden....
"Wir wollen eine fundamentale Neuausrichtung. Ich glaube, die Menschen wissen, dass dringend gehandelt werden muss. Wir haben einfach nicht mehr die Zeit, unsere Ressourcen weiter zu verschwenden. Umweltfragen spielen eine Schlüsselrolle. Die großen Konzerne machen so lange weiter, bis der Planet am Ende ist. Die Occupy-Bewegung ist der Versuch, diese Entwicklungen zu stoppen. Wir können nicht verlieren, und wir werden nicht verlieren."
Eben.
Nachdem hier tlw von manchen geleugnet wurde, dass die "Cooupy" einen Systemwandel will -
hier kann man ihn lesen.
Kann man nicht oft genug wiederholen, Danke Michael Levitin, Danke Lars Galtung, Danke an jeden der jetzt ein wenig weiterdenkt.
Kann man nicht oft genug wiederholen, Danke Michael Levitin, Danke Lars Galtung, Danke an jeden der jetzt ein wenig weiterdenkt.
Kann man nicht oft genug wiederholen, Danke Michael Levitin, Danke Lars Galtung, Danke an jeden der jetzt ein wenig weiterdenkt.
Es ist definitiv Zeit für mehr Radikalität in der Sache! http://the-babyshambler.c...
...gewaltfrei, aber zielstrebig!
Finally!
Auch ihr bleibt wieder alle die Antwort schuldig: Was wollt ihr, was ist das Ziel? Die schlichte Antwort "Systemwandel" oder "mehr Radikalitaet" ist keine Antwort. Es gibt viele verschiedene Systeme, wohin soll's denn gehen?
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