Auch Holger G. stammt aus Thüringen
Dabei gab es innerhalb des rechtsextremen Netzwerks andere bekannte Fälle, in denen man mit Anschlägen "politische" Ziele durchsetzen wollte. Der heutige Landespressesprecher der NPD und Stadtrat in Eisenach Patrick Wieschke beispielsweise war damals ebenfalls im THS aktiv. Zwei Jahre nachdem das Bomben-Trio untertauchte, nannte die Bild-Zeitung Wieschke den "Döner-Bomber von Eisenach". Er wurde zu knapp drei Jahren Gefängnis verurteilt, weil er einen Anschlag auf einen Gastronomen mit Migrationshintergrund angestiftet hatte. Vergangene Woche erklärte der NPDler allerdings in einem rechten Blog, dass Mord unentschuldbar sei und die Morde und Anschläge nichts mit Politik zu tun hätten.
Auch ein anderer Neonazi-Kader aus Thüringen geriet erst im Oktober vergangenen Jahres erneut in das Visier von Fahndern. Auf der Suche nach Sprengstoff durchsuchte die Soko "Feuerball" über ein Dutzend Objekte der rechtsextremen Szene in Thüringen, Bayern und Sachsen – ohne Erfolg. Betroffen von der Razzia war auch Andre K. aus Jena, der auch ein ehemaliger Angehöriger des THS sein soll. Auf Bildern, die ZEIT ONLINE vorliegen, sieht man den kräftigen Mann bereits 1996 an der Seite von Uwe B. und Uwe M. in Erfurt. Sie störten gemeinsam mit anderen "Kameraden" einen Prozess gegen den Nazi-Terroristen und Holocaustleugner Manfred Roeder. Ermittler berichten, dass K. auch im Verdacht stand, den drei mutmaßlichen Rechtsterroristen 1998 bei der Flucht geholfen zu haben.
Alle Fäden laufen also in Thüringen zusammen. In dieses Bild passt auch Holger G., der in Niedersachsen festgenommen wurde und als Komplize des Trios gilt. Er stammt ebenfalls aus dem Freistaat und soll wie die anderen Mitglied der terroristischen Vereinigung "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU) sein. Diese Terrorgruppe scheint sich bisher nur aus ehemaligen Anhängern von Kameradschaftsstrukturen aus Thüringen zusammenzusetzen, wie ZEIT ONLINE aus Ermittlerkreisen erfuhr. G. soll schon im Jahr 1996 Kontakte zu Uwe M. und Andre K. unterhalten haben.
Die Domain des "Thüringer Heimatschutzes" ist noch immer zu erreichen. Dort finden sich zwar keine Inhalte des alten Netzwerks mehr, jedoch wird von dort auf die Seiten des "Freien Netz Thüringen" verwiesen. Erst kürzlich berichtete der Störungsmelder von ZEIT ONLINE über ein internes Forum des in mehreren Bundesländern aktiven "Freien Netzes", in dem sich User als "Nationalsozialisten" bezeichneten und darüber nachdachten, eine "Polizeiwache anzugreifen und abzufackeln".
- Datum 14.11.2011 - 13:41 Uhr
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Es wird einem mulmig im Bauch, wenn man bedenkt, mit welchem Aufwand, welcher Energie und welcher Konsequenz Polizei und Staatsanwaltschaft Dresden gegen die antifaschistischen Demonstranten vom Februar 2011 vorgehen...
Entfernt. Bitte diskutieren Sie das konkrete Artikelthema. Danke, die Redaktion/lv
"Bevor die drei abtauchten, waren sie im "Thüringer Heimatschutz" (THS) aktiv, einem militanten Netzwerk, das mit der NPD kooperierte, inzwischen aber nicht mehr aktiv ist. Dessen frühere Mitglieder und Sympathisanten sind allerdings zum Teil noch heute eng vernetzt in der rechtsextremen Szene."
Und wer jetzt weiss, wie "vernetzt" die Szene durch V-Leute des Verfassungsschutzes ist, kann sich so seinen Teil denken. Das alles gehört jetzt schonungslos aufgeklärt - allerdings befürchte ich, dass den zuständigen Behörden und den zuständigen Beamten schon bereits ein Maulkorb verpasst worden ist...
Übrigens: für die Tourismus-Region des nördlichen Weserberglands ist der Umstand, dass im beschaulichen Dorf Lauenau ein mutmaßlicher Rechtsterrorist über Jahre sein Unwesen getrieben hat, eine Katastrophe. Die gesamte Region ist vom Tourismus abhängig - und auch von ausländischen Gästen!
Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich mit sachlich argumentierten Beiträgen und belegen Sie Ihre Tatsachenbehauptungen mit Quellen. Danke, die Redaktion/lv
"Als das Trio aus Jena in der Mitte der 1990er Jahre auf rechtsextremen Aufmärschen auftauchte, dominierten Skinheads mit Glatze, Bomberjacke und Springerstiefeln das Straßenbild in weiten Teilen Thüringens.
Auch wenn das Thema ein sehr ernstes ist; ich hoffe, das ist bloß unglücklich formuliert und nicht ernst gemeint.
Ich hatte nämlich den Eindruck, daß unser Thüringer Straßenbild in den 90ern hauptsächlich von Arbeitslosen und Rentnern dominiert wurde. Sollen sogar ein paar normale Leute dabei gewesen sein. Aber wahrscheinlich waren das alles Nazis, und ich habe bloß nicht genau genug hingesehen.
Mal ehrlich, es gab und gibt viele Gestrig-Doofe hier (und auch anderswo), aber das Straßenbild haben die zum Glück nie dominiert. Also bitte!
und zwar das bei den Aufmärschen die Glatzen- und Springerstiefelträger überwogen. Heute hat sich das Outfit doch etwas zum Biederen hin gewandelt.
Gemeint waren also die Aufmärsche und nicht ganz Thüringens Straßen auch außerhalb solcher Aufmärsche.
und zwar das bei den Aufmärschen die Glatzen- und Springerstiefelträger überwogen. Heute hat sich das Outfit doch etwas zum Biederen hin gewandelt.
Gemeint waren also die Aufmärsche und nicht ganz Thüringens Straßen auch außerhalb solcher Aufmärsche.
Ist die Euro-, Finanz- und/oder Schuldenkrise schon vorbei ?
ist eine ganz andere, nämlich dass über viele Jahre hinweg eine solche Terrorgruppe mindestens 9 Menschen umbringen und weitere Attentate und Straftaten begehen konnte, ohne dass die für die Bekämpfung zuständigen Stellen den Mördern auf die Spur gekommen sind. Eine Katastrophe auch, weil dieselben Stellen bei vielen dieser Morde einen rechtsextremistischen Hintergrund ausgeschlossen haben. Und eine Katastrophe, weil in Deutschland der Rechtsextremismus und -terrorismus offenbar weiterhin verharmlost wird. Von Terrorismus - und dann natürlich von links - wird viel schneller gesprochen, wenn in Berlin und andernorts Autos brennen - womit ich die Bedeutung und Verwerflichkeit solcher Taten keineswegs schmälern möchte
ist eine ganz andere, nämlich dass über viele Jahre hinweg eine solche Terrorgruppe mindestens 9 Menschen umbringen und weitere Attentate und Straftaten begehen konnte, ohne dass die für die Bekämpfung zuständigen Stellen den Mördern auf die Spur gekommen sind. Eine Katastrophe auch, weil dieselben Stellen bei vielen dieser Morde einen rechtsextremistischen Hintergrund ausgeschlossen haben. Und eine Katastrophe, weil in Deutschland der Rechtsextremismus und -terrorismus offenbar weiterhin verharmlost wird. Von Terrorismus - und dann natürlich von links - wird viel schneller gesprochen, wenn in Berlin und andernorts Autos brennen - womit ich die Bedeutung und Verwerflichkeit solcher Taten keineswegs schmälern möchte
Herr Graf, Herr Petzold und Herr Hochhäusler, übernehmen Sie bitte. Den Staatsorganen - allen voran dem Verfassungsschutz - traue ich keine Einsichten in der Frage mehr zu.
[...]
Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf Pauschalisierungen. Danke. Die Redaktion/vn
Unabhängigen Expertenkreises Antisemitismus: "Bis zu 20 Prozent der Bevölkerung in Deutschland seien zumindest latent antisemitisch, heißt es in der Expertise."
http://www.taz.de/!81527/
Schade eigentlich, dass der Moderator sich nicht die Mühe gemacht hat, 3 Begriffe in Google einzugeben.
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