Die italienische Anarchistengruppe FAI hat sich auch zu dem Paketbombenanschlag auf den Chef der italienischen Steuereinzugsgesellschaft Equitalia in Rom bekannt. In dem Päckchen befand sich nach Angaben der Polizei ein Schreiben, das von der FAI unterzeichnet war. Durch die Explosion der Bombe war der Generaldirektor der Steuereinzugsgesellschaft Equitalia, Marco Cuccagna, verletzt worden. Er hat Medien zufolge unter anderem einen Finger verloren.

Die FAI hatte bereits die Verantwortung für den vereitelten Briefbombenanschlag auf Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann übernommen. Ein an ihn adressierter Umschlag war in der Poststelle der Deutschen Bank aufgefallen und geröntgt worden. Dabei wurde die Zündvorrichtung einer Bombe entdeckt. Die Experten des LKA konnten die Bombe entschärfen. Niemand wurde verletzt. Die Bundesanwaltschaft hat inzwischen die Ermittlungen von der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main übernommen.

Die FAI hatte vor einem Jahr mit Briefbomben an die Botschaften der Schweiz und Chiles in Rom zwei Menschen verletzt. In dem Bekennerschreiben am Mittwoch wurde jedoch vor "drei Explosionen gegen Banken, Bankiers, Zecken und Blutsauger" und auch gegen Politiker gewarnt.

Der italienische Regierungschef Mario Monti bedauerte den Vorfall und versicherte dem Verletzten seine Solidarität. Die Schuldeneintreibungsgesellschaft Equitalia habe "stets nur ihre essenzielle Aufgabe im Rahmen von Recht und Gesetz erfüllt", sagte Monti.

Equitalia ist eine Gesellschaft, die sich mehrheitlich im Besitz des italienischen Staates befindet. Sie ist für Steuer- und Gebühreneintreibung zuständig.