Migration Israel wird den Säkularen zu religiös
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 In Israel ist man von den illegalen Wanderarbeitern nicht begeistert

Ähnliches beschrieb auch Steven Gold in seinem Buch The Israeli Diaspora. Gold zufolge gibt es zwei Hauptgruppen von Israelis, die nach Amerika gehen: Studierende, die sich entschließen, zu bleiben, und Kleingewerbler, die vor den "sozioökonomischen und geopolitischen Unruhen" flüchten. Beide sind meistenteils säkular. In Shopping Malls arbeiten heute viele junge Israelis, die in 15-Stunden-Schichten Gesundheitsprodukte wie Salz aus dem Toten Meer anbieten und die sich in bar bezahlen lassen. Oft werden sie von Mittelsmännern angeworben, die ihnen ein Arbeitsvisum versprechen. "Aber das ist schwer zu bekommen", sagt Guttman. "Der Arbeitgeber muss nachweisen, dass er keinen Amerikaner für den Job findet."

Inzwischen warnt das U.S. State Department Israelis offiziell, ohne Arbeitsvisum eine Beschäftigung zu suchen. Wer das tue, hieß es in einer Mitteilung, die auf YouTube gepostet wurde, könne ins Gefängnis wandern und zudem Jahre für die Wiedereinreise gesperrt werden. Auch in der Heimat ist man von diesen illegalen Wanderarbeitern nicht begeistert. Denn Israel will an dem Visa-Waiver-Programm teilnehmen, das eine dreimonatige Amerikareise ohne Visum erlaubt. Dafür aber müsste die Rate der Betrugsversuche bei den Visa-Anträgen und die der Illegalen niedriger sein als bisher.

Lange Zeit verlief die Wanderung umgekehrt: Orthodoxe, vor allem aus Brooklyn, wanderten nach Israel oder in die besetzte Westbank, oder, wie sie es nennen, "Judea und Samaria" aus, selbstredend ohne ihren US-Pass aufzugeben. Der bekannteste Brooklynite war Rabbi Meir Kahane, Gründer der "Jewish Defense League" und der (nunmehr verbotenen) Kach-Partei. Auch Baruch Goldstein, der 1994 Dutzende Palästinenser in einer Moschee niedermähte, kam aus Brooklyn. Die israelische Regierung sponsert für die Israel-Einwanderer zusammen mit jüdischen Organisationen in den USA das Programm "Birthright Israel". 400 Millionen Dollar sind schon zusammengekommen. Damit werden zehntägige Reisen für junge Diaspora-Juden nach Israel bezahlt, mit dem Ziel, sie der Heimat ihrer Ahnen nahezubringen.

Nun aber, da sich der Trend umgekehrt hat, ist Israel verschnupft. Das Land versucht, energisch dagegen zu steuern — geht dabei aber so disparat vor, dass es amerikanische Juden vor den Kopf stößt. So schaltete das Außenministerium TV-Anzeigen in den USA, in denen davor gewarnt wird, dass Diaspora-Juden ihre "jüdische Identität" verlieren, wenn sie zu lange fortbleiben oder gar Amerikaner heiraten. Ein Trailer zeigt einen kleinen Jungen, der seinen Vater nicht mehr "Abba" nennt, das hebräische (und arabische) Wort für Vater, sondern "Daddy". Diesen Spot wiederum fand die Dachorganisation Jewish Federations of North America "empörend und beleidigend".

 
Leser-Kommentare
  1. verfassungstreue Buerger in die Auswanderung treiben
    kann, ist ein Unding. Die Regierung muss die Legalitaet
    (wieder)herstellen.

    12 Leser-Empfehlungen
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    • FZ
    • 27.12.2011 um 11:44 Uhr

    Ich glaube, die Regierung ist Teil des Problems... - dass Netanyahu gerne mit rechten und orthodoxen Extremisten koaliert und seinen Juniorpartnern zum Zwecke eigenen Macterhalts permanent radikale Bonbons zuwirft, die auf Kosten von Sicherheit und des Greifbarwerdens einer Friedenslösung gehen, dürfte einer der Hauptgründe sein, zu gehen.

    Diese Regierung wird - schätze ich - nicht gegensteuern können.

    • PigDog
    • 27.12.2011 um 13:25 Uhr

    ist ganz sicher Teil (möglicherweise sogar Ursache...) dieses Problems.
    Und ich denke auch daß sie daran nichts ändern kann und nichts ändern will.

    Israel rühmt sich allerdings beständig, die einzige Demokratie dort unten zu sein. Von daher ist es ganz einfach die Aufgabe der Israelis, ganz demokratisch eine Regierung zu wählen, welche die Extremisten in die Schranken weist.

    Es sei denn, die Mehrheit der Israelis will das gar nicht.
    Dann müssen sie halt mit den Konsequenzen (zunehmende internationale Isolierung) klarkommen!

    • Suryo
    • 27.12.2011 um 17:17 Uhr

    ...daß der Staat Israel gar keine Verfassung hat.

    In diesen Grundgesetzen werden die wichgsten staatlichen Institutionen geregelt und auch was die Hauptstadt ist....

    Aber solange die Menschen hier in D-Land so gut wie gar nichts ueber das Judentum wissen und die wenigsten von ihnen je bewusst einem lebendigen Juden gegenueber gestanden sind, solange wuerde ich diesen Zeitgenossen zu etwas mehr Vorsicht bei ihren Meinungsbekundungen und ihren Ratschlaegen raten!

    • FZ
    • 27.12.2011 um 11:44 Uhr

    Ich glaube, die Regierung ist Teil des Problems... - dass Netanyahu gerne mit rechten und orthodoxen Extremisten koaliert und seinen Juniorpartnern zum Zwecke eigenen Macterhalts permanent radikale Bonbons zuwirft, die auf Kosten von Sicherheit und des Greifbarwerdens einer Friedenslösung gehen, dürfte einer der Hauptgründe sein, zu gehen.

    Diese Regierung wird - schätze ich - nicht gegensteuern können.

    • PigDog
    • 27.12.2011 um 13:25 Uhr

    ist ganz sicher Teil (möglicherweise sogar Ursache...) dieses Problems.
    Und ich denke auch daß sie daran nichts ändern kann und nichts ändern will.

    Israel rühmt sich allerdings beständig, die einzige Demokratie dort unten zu sein. Von daher ist es ganz einfach die Aufgabe der Israelis, ganz demokratisch eine Regierung zu wählen, welche die Extremisten in die Schranken weist.

    Es sei denn, die Mehrheit der Israelis will das gar nicht.
    Dann müssen sie halt mit den Konsequenzen (zunehmende internationale Isolierung) klarkommen!

    • Suryo
    • 27.12.2011 um 17:17 Uhr

    ...daß der Staat Israel gar keine Verfassung hat.

    In diesen Grundgesetzen werden die wichgsten staatlichen Institutionen geregelt und auch was die Hauptstadt ist....

    Aber solange die Menschen hier in D-Land so gut wie gar nichts ueber das Judentum wissen und die wenigsten von ihnen je bewusst einem lebendigen Juden gegenueber gestanden sind, solange wuerde ich diesen Zeitgenossen zu etwas mehr Vorsicht bei ihren Meinungsbekundungen und ihren Ratschlaegen raten!

  2. Aus der Weltgeschichte wissen wir, dass religiöse Fundamentalisten zum Schlimmsten bereit sind. Atomwaffen in deren Hände zu wissen, ist mehr als ein Alptraum.

    Bitte argumentieren Sie differenziert. Danke. Die Redaktion/sc

    25 Leser-Empfehlungen
    • Hermez
    • 27.12.2011 um 11:22 Uhr

    gibt es leider überall.Durch das Verhalten der orthodoxen Juden wird das ohnehin angeschlagene Image Israels noch weiter
    zerstört und Vorurteile bestätigt.Das wird niemandem nützen, am allerwenigsten den Orthodoxen.

    16 Leser-Empfehlungen
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    Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich nur, wenn Sie einen konstruktiven Beitrag zur Diskussion leisten möchten. Danke. Die Redaktion/ag

    Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich nur, wenn Sie einen konstruktiven Beitrag zur Diskussion leisten möchten. Danke. Die Redaktion/ag

    • MichaM
    • 27.12.2011 um 11:27 Uhr

    Bei der Religon finde ich den Glauben an das Gute und die 10 Gebote wichtig die Auslegung welche zum Fanatismus anstiftet sowie die Apokalypse hätte man ruhig weglassen können

    Was ist das für eine Religion die das Ende der Welt anbetet?

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    "was ist das für eine religion die das ende der welt anbetet?"

    nun jede religion hat ihre apogalypse!
    diese apogalypse kann man von den 4 heiligen büchern(das buch des davids,tora,bibel,kuran) entnehmen.nur der haken ist das die religion des moses,des jesus,des muhammeds mit den heutigen angeblichen hüter dieser religionen nichts zu tun hat.
    denn diese 3 personen moses,jesus,muhammed waren reformer und revulutionäre gegen die damaligen mächte(wie z.b. heute die wto oder nato).
    der neue erscheiner wird die heutigen mächte vernichten und danach wird alles von null anfangen, der neue kalender wird anders heissen .man wird sagen die zeit vor mahdi und die zeit nach mahdi.

    "was ist das für eine religion die das ende der welt anbetet?"

    nun jede religion hat ihre apogalypse!
    diese apogalypse kann man von den 4 heiligen büchern(das buch des davids,tora,bibel,kuran) entnehmen.nur der haken ist das die religion des moses,des jesus,des muhammeds mit den heutigen angeblichen hüter dieser religionen nichts zu tun hat.
    denn diese 3 personen moses,jesus,muhammed waren reformer und revulutionäre gegen die damaligen mächte(wie z.b. heute die wto oder nato).
    der neue erscheiner wird die heutigen mächte vernichten und danach wird alles von null anfangen, der neue kalender wird anders heissen .man wird sagen die zeit vor mahdi und die zeit nach mahdi.

    • FZ
    • 27.12.2011 um 11:44 Uhr

    Ich glaube, die Regierung ist Teil des Problems... - dass Netanyahu gerne mit rechten und orthodoxen Extremisten koaliert und seinen Juniorpartnern zum Zwecke eigenen Macterhalts permanent radikale Bonbons zuwirft, die auf Kosten von Sicherheit und des Greifbarwerdens einer Friedenslösung gehen, dürfte einer der Hauptgründe sein, zu gehen.

    Diese Regierung wird - schätze ich - nicht gegensteuern können.

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    sondern vielmehr des Wollens. Läge es am "Können", müsste die Regierung zurücktreten.

    sondern vielmehr des Wollens. Läge es am "Können", müsste die Regierung zurücktreten.

  3. sondern vielmehr des Wollens. Läge es am "Können", müsste die Regierung zurücktreten.

    Eine Leser-Empfehlung
    Antwort auf "Regierung"
    • _bla_
    • 27.12.2011 um 11:58 Uhr

    Offenbar geht der Trend doch sogar noch weiter als der Titel vermittelt und Israel wird selbst viel religiösen zu orthodox. Denn offenbar wandern selbst Juden aus, die auf Religion und die Einhaltung entsprechender Speiseregeln wert legen, also gerade keine säkularen Juden.

    • Hickey
    • 27.12.2011 um 11:59 Uhr

    Die leben immer noch in der Vergangenheit, statt endlich aufzuwachen und nach vorne zu blicken.

    Ich kann die jungen Juden verstehen und finde ihr Verhalten sehr gut, denn sie zeigen ihrem eigenen Staat auf, das Religion heute überbewertet wird.

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    Durch die Abwanderung nehmen jedoch jene den freien Platzt ein die bleiben: eben die Orthodoxen.

    Ähnlich wie bei Ländern, die durch wirtschaflich und politisch bedingten Abwanderungswellen betroffen sind, ist eine solche Abwertsspirale nur schwer zu stoppen.

    • Hickey
    • 02.01.2012 um 12:14 Uhr

    ...denn wenn qualifizierte Israelis das Land verlassen, schadet es diesem ebenfalls.

    Aus diesem Grund wird man versuchen müssen sich irgendwo in der Mitte zu treffen.

    Ich meine eine studierte Israelin, die meinetwegen auch hier als Physikerin arbeiten könnte, wird ihr Land verlassen wollen, wenn sie nicht so religiös ist das sie sich den Forderungen der Ultraorthodoxen anpassen will.

    Alleine aus diesem Grund...muss man die Fanatiker bremsen, denn Fanatiker sind selten gute Wissenschaftler :)

    Durch die Abwanderung nehmen jedoch jene den freien Platzt ein die bleiben: eben die Orthodoxen.

    Ähnlich wie bei Ländern, die durch wirtschaflich und politisch bedingten Abwanderungswellen betroffen sind, ist eine solche Abwertsspirale nur schwer zu stoppen.

    • Hickey
    • 02.01.2012 um 12:14 Uhr

    ...denn wenn qualifizierte Israelis das Land verlassen, schadet es diesem ebenfalls.

    Aus diesem Grund wird man versuchen müssen sich irgendwo in der Mitte zu treffen.

    Ich meine eine studierte Israelin, die meinetwegen auch hier als Physikerin arbeiten könnte, wird ihr Land verlassen wollen, wenn sie nicht so religiös ist das sie sich den Forderungen der Ultraorthodoxen anpassen will.

    Alleine aus diesem Grund...muss man die Fanatiker bremsen, denn Fanatiker sind selten gute Wissenschaftler :)

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