Der Thüringer Verfassungsschutz hat laut einem Bericht der Berliner Zeitung die geheime Beobachtung eines Neonazis durch die Landespolizei vereitelt. Nach dem Untertauchen des mordverdächtigen Trios von Rechtsextremisten aus Eisenach hielten die Geheimdienstler ihren Verbindungsmann, den Neonazi Tino Brandt, über polizeiliche Ermittlungsmaßnahmen auf dem Laufenden. Sie hätten dem Neonazi mitgeteilt, dass die Polizei ihn aus einer angemieteten Wohnung in der Nähe seines Rudolstädter Hauses heraus überwache, berichtete das Blatt.

Auch hätten seine Verbindungsführer vom Verfassungsschutz die Fahrzeuge beschrieben, die das Observationsteam der Polizei benutzte. Es sei sogar vorgekommen, dass Verfassungsschützer in ihren Autos die Polizisten verfolgten, die ihrerseits Brandt hinterher fuhren, hieß es.

V-Mann Brandt hatte Verbindung zu der Rechtsextremisten-Gruppe, zu der Beate Zschäpe, Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos gehörten. Sie werden verdächtigt, zehn Menschen, darunter Einwanderer und eine Polizistin ermordet zu haben. Zudem werden ihnen zwei Sprengstoffanschläge in Köln und mehrere Banküberfälle zur Last gelegt. Nach Festnahme mehrerer weiterer Verdächtiger sitzen bislang fünf Personen in Untersuchungshaft. Zschäpe hatte sich der Polizei gestellt, Böhnhardt und Mundlos haben sich umgebracht.

Am Wochenende wurde zudem bekannt, dass der Landesverfassungsschutz im Jahr 2000 an Brandt 2000 Mark gezahlt hat. Die Zwickauer Zelle sollte das Geld laut mehrerer Berichte über einen weiteren Mittelsmann erhalten, um sich gefälschte Pässe beschaffen zu können. Das Geld sei allerdings nicht angekommen.