Mehrere Tausend Israelis haben in der Stadt Beit Schemesch bei Jerusalem gegen religiösen Fanatismus demonstriert. Menschenrechtsgruppen hatten zu der Kundgebung in der Stadt, in der viele ultraorthodoxe Juden leben, aufgerufen. Auch Staatschef Schimon Peres hatte seine Landsleute aufgefordert, sich an der Demonstration zu beteiligen.

Die Demonstranten trugen Schilder mit den Aufschriften "Befreit Israel von religiösem Zwang" und "Bewahrt Israel davor, zu Iran zu werden". Auslöser für die Proteste ist unter anderem der eskalierende Streit um die von ultraorthodoxen Juden geforderte Geschlechtertrennung in der Öffentlichkeit.

Beit Schemesch war zudem in die Schlagzeilen geraten, nachdem das Fernsehen einen Bericht über ein Schulmädchen gezeigt hatte, das von religiösen Eiferern bespuckt worden war. Das Mädchen soll nach deren Meinung nicht sittsam gekleidet gewesen sein. Der Vorfall stieß auch in gemäßigteren religiösen Kreisen auf scharfe Kritik.

Fanatiker fordern Frauen unter anderem auf Schildern dazu auf, sich im Supermarkt in getrennten Schlangen an der Kasse anzustellen. Außerdem sollen Frauen ihrer Meinung nach in Bussen und Straßenbahnen hinten sitzen sowie bei Wahlen verschiedene Wahlurnen benutzen.

Am Montag war es in Beit Schemesch zu gewalttätigen Protesten ultraorthodoxer Juden gekommen, nachdem die Stadtverwaltung zum dritten Mal in dieser Woche eines der angebrachten Schilder abgenommen hatte. Die religiösen Fanatiker bewarfen die Polizisten mit Steinen und verletzten einen Beamten am Kopf.