Nationalsozialistischer UntergrundErmittler verfolgen Neonazi-Spur in die Schweiz

Die Züricher Polizei prüft eine mögliche Verbindung der Neonazi-Terrorzelle zu einem Mord an einem Rabbi. In Deutschland sind weitere Helfer unter Verdacht. von dpa

Die Neonazi-Terrorzelle "Nationalsozialistischer Untergrund" könnte auch außerhalb Deutschlands Morde verübt haben. Die Polizei in Zürich prüft laut einem Bericht des Tagesanzeigers einen Zusammenhang der Terrorzelle mit einem Mord an einem Rabbi aus dem Jahr 2001, der bisher nicht aufgeklärt werden konnte.

Rabbi Abraham Grünbaum wurde vor zehn Jahren auf seinem Weg zur Synagoge aus nächster Nähe mit zwei Schüssen getötet. Neben der Leiche des 71-Jährigen fanden die Ermittler damals Patronenhülsen und Zigaretten. Zudem war auf einem Überwachungsvideo ein flüchtender Mann zu sehen. Um einen Raubmord handelte es sich offenbar nicht.

Die Bundesanwaltschaft wiegelte hingegen ab. Für eine Verbindung der Terrorzelle zum Rabbi-Mord gebe es "keine zureichenden Anhaltspunkte". Die Ermittler prüfen derzeit Verbindungen zu noch weiteren Verdächtigen, insgesamt seien zwölf Personen unter Verdacht.

In der Vergangenheit sind zahlreiche Verbindungen der mutmaßlichen NSU-Gründer Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Z. in die Schweiz bekannt geworden. Die Morde der NSU-Terrorzelle in Nürnberg, Hamburg und in München wurden nur wenige Tage nach dem Mord an dem Rabbi verübt.

Zudem stammt die Mordwaffe der deutschen Neonazis, eine Ceska-Pistole, aus der Schweiz. Ende der 1990er Jahre soll ein Mitglied der Zelle eine Telefonzelle in der Schweiz benutzt haben. Die Mitglieder der Zelle sollen zudem während eines Urlaubs auf der Insel mit einem Auto mit Schweizer Kennzeichen gesehen worden sein.

Nach Berichten des MDR soll es auch enge Kontakte zu schweizerischen Neonazi-Szene gegeben haben. Einer der verhafteten Helfer der NSU, Ralf Wohlleben, organisierte demnach Neonazi-Treffen, auf denen Redner der rechtsextremen "Partei National Orientierter Schweizer" aufgetreten sind.

Der Neonazi-Terrorzelle werden zehn Morde an türkisch- und griechischstämmigen Kleinunternehmern und einer Polizistin sowie ein Mordversuch, zwei Sprengstoffanschläge und mehrere Banküberfälle vorgeworfen. In den vergangenen Wochen hatte die Polizei vier Helfer der Terrorzelle verhaftet.

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Leserkommentare
  1. Ich frage mich was wohl der eigentliche Grund ist diese „Braune Sau“ wieder einmal durch das Dorf zu jagen….
    Des Weiteren waren die Profiteure von NaziDeutschland die Größen aus Politik und Wirtschaft…. Und als man NaziDeutschland den Nürnberger Prozess machte….. da waren diese Größen sehr schnell wieder frei und gründeten die BRD; politisch und wirtschaftlich!

    Ich denke, da sollten wir mal die Lampe reinhalten und Licht ins Dunkle tragen – DAS aber ist nicht erwünscht, denn die gleichen Leute haben uns einen Maulkorb verpasst, damit die Nummer nicht auffliegt. Gleichzeitig will und kann man keine Aufarbeitung von NAZIDeutschland machen, da sehr viele der Akten noch bit 2060 unter Verschluss liegen. Warum wohl??

    Mit herzlichen Grüße
    Alexander P.

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    "Die Züricher Polizei prüft eine mögliche Verbindung der Neonazi-Terrorzelle zu einem Mord an einem Rabbi."

    Was denn noch alles? Ich werde das Gefühl nicht los, diese angebliche "rechte Terrorzelle" wird inzwischen für so ziemlich jeden Mord der vergangenen zehn Jahre verantwortlich gemacht.

    "Zudem stammt die Mordwaffe der deutschen Neonazis, eine Ceska-Pistole, aus der Schweiz. Ende der 1990er Jahre soll ein Mitglied der Zelle eine Telefonzelle in der Schweiz benutzt haben. Die Mitglieder der Zelle sollen zudem während eines Urlaubs auf der Insel mit einem Auto mit Schweizer Kennzeichen gesehen worden sein."

    Das Trio soll, wie man munkelt, angeblich auch in den Fall Barschel verwickelt sein, der 1987 tot in einem Hotel in Genf gefunden wurde. Zschäpe, Mundlos und Böhnhardt wären damals 12, 10 und 14 Jahre alt gewesen, also einem Alter, wo man durchaus schon eine Waffe halten und laden kann. Gut, da stand die Mauer noch. Aber nach allem, was man so liest, traut man diesem Trio inzwischen jede Teufelei zu.

    Bitte nehmen Sie Abstand von polemischen, unsachlichen Äußerungen. Die Redaktion/mak

  2. "Die Züricher Polizei prüft eine mögliche Verbindung der Neonazi-Terrorzelle zu einem Mord an einem Rabbi."

    Was denn noch alles? Ich werde das Gefühl nicht los, diese angebliche "rechte Terrorzelle" wird inzwischen für so ziemlich jeden Mord der vergangenen zehn Jahre verantwortlich gemacht.

    "Zudem stammt die Mordwaffe der deutschen Neonazis, eine Ceska-Pistole, aus der Schweiz. Ende der 1990er Jahre soll ein Mitglied der Zelle eine Telefonzelle in der Schweiz benutzt haben. Die Mitglieder der Zelle sollen zudem während eines Urlaubs auf der Insel mit einem Auto mit Schweizer Kennzeichen gesehen worden sein."

    Das Trio soll, wie man munkelt, angeblich auch in den Fall Barschel verwickelt sein, der 1987 tot in einem Hotel in Genf gefunden wurde. Zschäpe, Mundlos und Böhnhardt wären damals 12, 10 und 14 Jahre alt gewesen, also einem Alter, wo man durchaus schon eine Waffe halten und laden kann. Gut, da stand die Mauer noch. Aber nach allem, was man so liest, traut man diesem Trio inzwischen jede Teufelei zu.

    Bitte nehmen Sie Abstand von polemischen, unsachlichen Äußerungen. Die Redaktion/mak

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    ...da war doch mal was? Im August berichtete der Spiegel mal darüber. Es handelte sich dabei um einen Informanten der sich mehmet nannte und die Ermittler wohl einen Tip gegeben habe, wo die Waffe zu finden sei, mit der die sog."Döner-Morde" begangen wurde.Dieser Mehmet versprach , die Ceska zusammen mit der Schweizer Polizei aus dem Versteck in der Schweiz zu holen. In einen der 9 Morde war Mehmet.lt.Spiegel selbst verstrickt. Trotzdem sicherten ihm Soko u. Staatsanwaltschaft damals Straffreiheit,die Übernahme seiner Anwaltskosten und 40 000 Euro zu.

    http://www.spiegel.de/spi...

    Und was ist mit Kennedy, warum sind Sie auf diesem Auge blind?

    Ich finde es jedenfalls richtig, dass endlich mal aufgeräumt wird. Und ich bin gespannt, welche Vermutung die 420-Mann-Soko morgen verdachten wird.

  3. ...da war doch mal was? Im August berichtete der Spiegel mal darüber. Es handelte sich dabei um einen Informanten der sich mehmet nannte und die Ermittler wohl einen Tip gegeben habe, wo die Waffe zu finden sei, mit der die sog."Döner-Morde" begangen wurde.Dieser Mehmet versprach , die Ceska zusammen mit der Schweizer Polizei aus dem Versteck in der Schweiz zu holen. In einen der 9 Morde war Mehmet.lt.Spiegel selbst verstrickt. Trotzdem sicherten ihm Soko u. Staatsanwaltschaft damals Straffreiheit,die Übernahme seiner Anwaltskosten und 40 000 Euro zu.

    http://www.spiegel.de/spi...

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    "Schweiz und Ceska...da war doch mal was? Im August berichtete der Spiegel mal darüber. Es handelte sich dabei um einen Informanten der sich mehmet nannte und die Ermittler wohl einen Tip gegeben habe, wo die Waffe zu finden sei, mit der die sog."Döner-Morde" begangen wurde.Dieser Mehmet versprach , die Ceska zusammen mit der Schweizer Polizei aus dem Versteck in der Schweiz zu holen. In einen der 9 Morde war Mehmet.lt.Spiegel selbst verstrickt. Trotzdem sicherten ihm Soko u. Staatsanwaltschaft damals Straffreiheit,die Übernahme seiner Anwaltskosten und 40 000 Euro zu.

    http://www.spiegel.de/spi..."

    Den Artikel könnte man ergänzen:

    http://www.stern.de/panor...

    http://www.spiegel.de/spi...

    http://www.turkishpress.d...

  4. Und was ist mit Kennedy, warum sind Sie auf diesem Auge blind?

    Ich finde es jedenfalls richtig, dass endlich mal aufgeräumt wird. Und ich bin gespannt, welche Vermutung die 420-Mann-Soko morgen verdachten wird.

  5. "Schweiz und Ceska...da war doch mal was? Im August berichtete der Spiegel mal darüber. Es handelte sich dabei um einen Informanten der sich mehmet nannte und die Ermittler wohl einen Tip gegeben habe, wo die Waffe zu finden sei, mit der die sog."Döner-Morde" begangen wurde.Dieser Mehmet versprach , die Ceska zusammen mit der Schweizer Polizei aus dem Versteck in der Schweiz zu holen. In einen der 9 Morde war Mehmet.lt.Spiegel selbst verstrickt. Trotzdem sicherten ihm Soko u. Staatsanwaltschaft damals Straffreiheit,die Übernahme seiner Anwaltskosten und 40 000 Euro zu.

    http://www.spiegel.de/spi..."

    Den Artikel könnte man ergänzen:

    http://www.stern.de/panor...

    http://www.spiegel.de/spi...

    http://www.turkishpress.d...

    Antwort auf "Schweiz und Ceska..."

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa
  • Schlagworte Schweiz | MDR | Uwe Böhnhardt | Uwe Mundlos | Bundesanwaltschaft | Mord
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