Flughafen Berlin-Brandenburg Flugrouten führen über Natur und Wohngebiete
Fast eineinhalb Jahre wurde diskutiert, nun sind die Flugrouten des neuen Hauptstadtflughafens entschieden. Bürgerinitiativen wollen weiter protestieren.
Die Flugrouten für den neuen Großflughafen in Berlin-Schönefeld stehen fest. Die Routen sind stark an das Konzept angelehnt, das die Deutsche Flugsicherung mit Vertretern aus Gemeinden und Luftfahrt erarbeitete. Es sieht unter anderem vor, dass Maschinen nach dem Start in Schönefeld an der Stadtgrenze auch über die Naherholungsgebiete Wannsee im Südwesten und Müggelsee im Südosten fliegen.
Ob auf den beiden Rollbahnen auch Parallelstarts möglich sind, wie sie in den Genehmigungsunterlagen des Flughafenausbaus eingezeichnet sind, wird laut Tagesspiegel noch geprüft. Nach internationalen Vorgaben ist dies eigentlich nicht zulässig, lediglich in München gibt es eine Ausnahme.
Brandenburgs Infrastrukturminister Jörg Vogelsänger (SPD) sagte, die Arbeit in der Fluglärmkommission aus Gemeinden und Luftfahrtbranche habe sich "ganz offensichtlich bezahlt gemacht". Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) sagte zu, dass die Routenführung innerhalb des ersten Jahres nach dem Betriebsstart des neuen Flughafens am 3. Juni ausgewertet werde. Die berechtigten Interessen von Anwohnern müssten berücksichtigt werden. Eine florierende, global vernetzte Volkswirtschaft und privater Wohlstand seien ohne Nebenwirkungen aber nicht zu haben. Insbesondere die Fracht habe Nachtflugbedarf.
Im September 2010 hatte die Deutsche Flugsicherung mit einem ersten Flugrouten-Vorschlag erhebliche Proteste ausgelöst. Jahrelang waren die Anwohner von Geradeausstarts von den beiden Pisten ausgegangen. Das ist aber nicht möglich, soll der Flughafen die geplante Kapazität von 27 Millionen Passagieren erreichen. Dann müssen Maschinen von beiden Bahnen parallel und unabhängig voneinander abheben – und aus Sicherheitsgründen abknickende Routen einschlagen.
Bürgerinitiativen haben bereits weitere Demonstrationen geplant. Angekündigt sind auch Klagen gegen die Routenfestlegung. Die Friedrichshagener Bürgerinitiative und die "Grüne Liga" erwarten, dass die EU-Kommission die Routenentscheidung bei der Bundesregierung beanstandet, weil die Umweltverträglichkeit der Flüge über das Naherholungsgebiet nicht geprüft wurde.
- Datum 26.01.2012 - 11:35 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa
- Kommentare 9
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Wer das eine will, muss das andere mögen.
Wir möchten H&M T-Shirts für 2,99 EUR, billige Elektronik aus Fernost und jedes Jahr mindestens zwei Flugreisen.
Die Kehrseite dessen will aber niemand vor der Haustüre oder in der Nachbarschaft haben. Wenn wir unsere übertriebenen Ansprüche auf ein bescheideneres Maß zurückschrauben würden, bräuchten wir keinen neuen Flughafen, keine neue Autobahn und kein neues Endlager.
Allerdings hätten dann die Politiker ein Problem mit ihrem heißgeliebten Wachstum.
Bin mal gespannt, wann ein Umdenken einsetzt.
Warum sollte eine übergroße Mehrheit für eine Wutbürgerminderheit die Ansprüche zurückschrauben?
Die Flugrouten führen auch über mein Haus. Maine Nachbarn haben allesamt erhöhten Blutdruck und sind vor Aufregung schon ganz krank, schon bevor das erste Flugzeug abgehoben ist.
Ich trage lieber ein T-Shirt aus Bangladesh, sonst würden die armen Bangladeshis noch übler dran sein.
Im Übrigen: sobald das Öl alle ist, oder unbezahlbar, sind die Flugzeuge auch wieder leise. Soo lange wird das nicht mehr dauern. Und dann wünschte ich, wir hätten ein Endlager - bzw Bedarf dafür. Aber das ist ein anderes Thema.
Warum sollte eine übergroße Mehrheit für eine Wutbürgerminderheit die Ansprüche zurückschrauben?
Die Flugrouten führen auch über mein Haus. Maine Nachbarn haben allesamt erhöhten Blutdruck und sind vor Aufregung schon ganz krank, schon bevor das erste Flugzeug abgehoben ist.
Ich trage lieber ein T-Shirt aus Bangladesh, sonst würden die armen Bangladeshis noch übler dran sein.
Im Übrigen: sobald das Öl alle ist, oder unbezahlbar, sind die Flugzeuge auch wieder leise. Soo lange wird das nicht mehr dauern. Und dann wünschte ich, wir hätten ein Endlager - bzw Bedarf dafür. Aber das ist ein anderes Thema.
Wieder ein Beispiel für die Verarschung der Menschen.
Jedem Planer muß ja bei der Planung der Kapazitäten das alles schon von Beginn an klar gewesen sein.
Warum sollte eine übergroße Mehrheit für eine Wutbürgerminderheit die Ansprüche zurückschrauben?
Die Flugrouten führen auch über mein Haus. Maine Nachbarn haben allesamt erhöhten Blutdruck und sind vor Aufregung schon ganz krank, schon bevor das erste Flugzeug abgehoben ist.
Ich trage lieber ein T-Shirt aus Bangladesh, sonst würden die armen Bangladeshis noch übler dran sein.
Im Übrigen: sobald das Öl alle ist, oder unbezahlbar, sind die Flugzeuge auch wieder leise. Soo lange wird das nicht mehr dauern. Und dann wünschte ich, wir hätten ein Endlager - bzw Bedarf dafür. Aber das ist ein anderes Thema.
"Flugrouten führen über Natur und Wohngebiete"
Ja, um Alles in der Welt - Welche Alternative bleibt denn? Industriegebiete?
Köstlich, einfach köstlich!
Natur und/oder Wohngebiete.
Jede Überlandstromleitung führt über/durch Natur und/oder Wohngebiete, jede Eisenbahn und jede Straße.
Viele Leute wollen sich den Pelz waschen aber nicht nass werden, doch das wird nicht klappen.
Ich finde es auch eine ausgesprochene Frechheit, daß nun über Grundstücke und anschließend darauf gebaute Häuser geflogen wird, die nach veröffentlichung der Pläne spottbillig geworden sind. Es war nun wirklich nicht zu erwarten, daß die Pläne, die die Preise in der neuen Einflugschneise gedrückt haben, tatsächlich umgesetzt werden.
So langsam gewinnt man den Eindruck, daß einfach gegen jedes größere Infrastrukturprojekt demonstriert wird, weil es gerade schick ist. ...und billiger als die meisten anderen Hobbies.
Achtung, dieser Beitrag kann Spuren von Ironie enthalten.
Es stellt sich schon die Frage, wieso die Menschen in der Umgebung davon ausgingen, dass nur geradeaus von der Startbahn weg gestartet wird. Hat man (tm) ihnen das etwa so versprochen um sie zu beruhigen? Somit: ganz klar verarscht worden - und darüber wird man sich ja wohl aufregen dürfen.
Rechtlich bedeutet das nix, in den Unterlagen wird das schon so drin gestanden sein, aber es wird sich niemand die Mühe gemacht haben, die Versprechen gegen die Planfeststellung abzugleichen, denn dann wäre das aufgeflogen.
Es stellt sich schon die Frage, wieso die Menschen in der Umgebung davon ausgingen, dass nur geradeaus von der Startbahn weg gestartet wird. Hat man (tm) ihnen das etwa so versprochen um sie zu beruhigen? Somit: ganz klar verarscht worden - und darüber wird man sich ja wohl aufregen dürfen.
Rechtlich bedeutet das nix, in den Unterlagen wird das schon so drin gestanden sein, aber es wird sich niemand die Mühe gemacht haben, die Versprechen gegen die Planfeststellung abzugleichen, denn dann wäre das aufgeflogen.
Es stellt sich schon die Frage, wieso die Menschen in der Umgebung davon ausgingen, dass nur geradeaus von der Startbahn weg gestartet wird. Hat man (tm) ihnen das etwa so versprochen um sie zu beruhigen? Somit: ganz klar verarscht worden - und darüber wird man sich ja wohl aufregen dürfen.
Rechtlich bedeutet das nix, in den Unterlagen wird das schon so drin gestanden sein, aber es wird sich niemand die Mühe gemacht haben, die Versprechen gegen die Planfeststellung abzugleichen, denn dann wäre das aufgeflogen.
lebe auf dem Lande, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen..., die ganze Nacht über das Gedröhne dieser Dreckschleudern, damit ein Gutteil der Bevölkerung jederzeit zum dekadenten Abhängen nach sonstoinderwelt fliegen kann.
Auch am Tage ist das außerordentlich belastend, so stelle ich mir die Hölle vor...; diese Menschen haben meine totale Anteilnahme; und tatsächlich kriegen diese Menschen nachhaltig schädliche Gesundheitsbeeinträchtigungen, wie, nun bereits angesprochen, Bluthochdruck, Dauerstreß...., da spielen sich DRAMEN in JEDER Minute im vegetativen Nervensystem ab..., das kann man sich nicht 'wegmeditieren', da hilft kein Yoga oder sonstwelche 'mentale Ignorieungstechnologie'. Wie man Menschen der Maßen zu verheizen beliebt, das ist nicht mehr christlich.
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