Costa Concordia Justiz stellt Kapitän unter Hausarrest

Der oberste Schiffsführer des verunglückten Kreuzfahrtschiffes "Costa Concordia" darf sich nicht mehr frei bewegen. Ermittler werfen Schettino fahrlässige Tötung vor.

Der Kapitän des vor der italienischen Insel Giglio havarierten Kreuzfahrtschiffes Costa Concordia, Francesco Schettino, wird unter Hausarrest gestellt. Die zuständige Richterin von Grosseto, Valeria Montesarchio, entschied nach einer dreistündigen Anhörung, wegen Fluchtgefahr seine Bewegungsfreiheit einzuschränken.

Der Kapitän war auf Antrag der Staatsanwaltschaft am vergangenen Samstag festgenommen worden. Die Ermittler werfen ihm mehrfache fahrlässige Tötung, Havarie und Verlassen des Schiffes mitten in der Evakuierung vor. Ihm drohen bis zu 15 Jahre Haft. Zusätzlich unter Druck geriet der Kapitän, als Telefonate mit der Hafenkommandantur bekannt wurden. Darin forderte ein verantwortlicher Offizier an Land Schettino mehrfach energisch auf, die Evakuierung an Bord zu leiten (hier der Wortlaut). Er soll sich mehrfach geweigert haben, an Bord zurückzukehren. Bisherigen Informationen nach hatte der Kapitän das Schiff deutlich vor Ende der Rettungsaktion verlassen.

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Er selbst gab jedoch an, nach der Kollision noch zahlreiche Menschen gerettet zu haben. "Ich hatte das Kommando", räumte der 52-Jährige bei dem Haftprüfungstermin ein. Er habe das Schiff nicht aufgegeben.

Der 52-Jährige soll eigenmächtig die gefährlich nahe Route gewählt haben, um seinem von der Insel stammenden Oberkellner Antonello Tievoli die Möglichkeit zu geben, Giglio zu grüßen. Dabei rammte das Schiff einen Felsen, schlug leck und kippte zur Seite.

Furcht vor dem Öl

Bisher wurden elf Leichen geborgen, zahlreiche Menschen wurden in der Nacht noch vermisst. Am Dienstag hatten Taucher im Wrack der Costa Concordia fünf weitere Leichen entdeckt – eine Frau und vier Männer. Die Meldung, dass ein Deutscher identifiziert sei, bestätigte bisher keine staatliche Stelle.

Das Schiff droht mittlerweile abzurutschen und zu versinken. Naturschützer fürchten, dass Treibstoff das fragile Ökosystem weit über die toskanische Insel hinaus verschmutzt. Die niederländische Bergungsfirma Smit Salvage ist beauftragt, das Dieselöl abzupumpen. Die Vorbereitungen laufen.

Schaden von einer halben Milliarde Euro

Italiens Umweltminister Corrado Clini kündigte an, zur Bewältigung des Unfalls den Notstand zu erklären. Die Reederei Costa Crociere müsse am heutigen Mittwoch einen Plan für das Abpumpen vorlegen. Sie müsse innerhalb von zehn Tagen angeben, wie sie das gekenterte Schiff abtransportieren wolle.

Die Versicherer müssen wegen des Unglücks möglicherweise einen Schaden von mehr als einer halben Milliarde Euro einkalkulieren. Die Summe von 500 Millionen Euro könne leicht überschritten werden, schätzen Branchenfachleute.


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Leser-Kommentare
  1. Die erste Seite der Taz, also das Titelblatt, machte mich heute Früh etwas nachdenklich. Dort wurden Schiffsunglücke im Mittelmeer aufgelistet sei dem 28. April 2011. Keines dieser Unglücke erlangte solche Schlagzeilen, wie nun das Schiffsunglück. Auffällig ist, dass es sich dabei ausschließlich um Schiffe handelte, dessen Passagiere Flüchtlinge waren. Mich erschreckte da besonders auch die hohe Zahl der toten. mal waren es 2, mal 48 und mal 68 Leichen.

    Ich frage mich, warum das nicht oder nur am Rande berichtete wird. Ist das so, weil es zu normal ist? Haben wir alle uns denn wirklich so sehr an tote Flüchtlinge im Mittelmeer gewöhnt? Es ist irgendwie befremdlich, dass wir bei eine Passagierschiff mit Personen vornehmlich aus Europa solche großen Schlagzeilen bekommen, und bei einem Flüchtlingsschiff aus zB Eritreer, bei dem 78 Menschen während der Fahrt über Board geworfen wurden, bekommt man als Normalleser für gewöhnlich keine Informationen.

    Nach meinem Werteverständnis widerspricht das dem christlichen Bild der Nächstenliebe. Ich glaube, es sollte uns alle auch angehen, was mit diesen Flüchtlingen, fast schon regelmäßig, vor unsrer "Haustür" passiert.

    Ich möchte aber auch nicht von den Opfern der Costa Concordia ablenken. Mein Mitleid den Angehörigen.

    19 Leser-Empfehlungen
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    Es ist wohl so, dass das Leid der Ärmsten uns nicht sonderlich interessiert, im Gegenteil eignen sie sich hervorragend als Sündenböcke, die wir nach Belieben erniedrigen können, um uns selbst zu erhöhen. So funktioniert, vielleicht seit Kohl, unser Land - und entsprechend berichten auch die Medien. Man spricht meistens ÜBER die Leidenden, nicht mit ihnen, es sind einfach keine richtigen Menschen.

    Im Übrigen möchte ich jetzt nicht in der Haut des Kapitäns stecken. In der Haut der Toten oder ihrer Verwandten allerdings auch nicht.

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf pauschale Herabwürdigungen. Danke. Die Redaktion/sc

    in z.B. Afrika ein Nichteuropäer durch Autounfall ums Leben kommt, landet es bei uns auch nicht in den Nachrichten. Bei einem Deutschen dürfte es in den Deutschen Nachrichten sehr wohl auftauchen. Warum sollte es sich bei diesen tragischen "Großereignissen" anders verhalten? So dick kann gar keine Zeitung sein aller Welt Nachrichten zu erfassen.

    • HerrS
    • 18.01.2012 um 10:37 Uhr

    Nunja, auch wenn ich den Hinweis auf diese Vorfälle durchaus wichtig finde und er auch einiges über die Schwerpunkte heutiger Berichterstattung aussagt, sehe ich doch einen entscheidenden Unterschied.

    Die Concordia war bzw. ist ein hochmodernes Kreuzfahrtschiff. Die Passagiere haben sich darauf begeben um Urlaub zu machen, das Wellnessprogramm zu genießen oder was auch immer die Intention eines Menschen ist, eine Kreuzfahrt zu buchen.
    Die Flüchtlinge hingegen waren mit improvisierten, meist völlig überladenen Booten unterwegs. Ich erinnere mich auch an eine Meldung, dass Flüchtlinge auf einem zusammengezimmerten Floß Lampedusa erreicht haben. Die Grundvoraussetzungen sind also völlig andere. Diese Menschen setzen sich bewusst einem hohen Risiko aus, weil sie auf ein besseres Leben hoffen, während die Reedereien von Kreuzfahrtschiffen höchste Sicherheit anpreisen.

    Natürlich erschüttert es die Menschen hierzulande mehr, da sie sich in die Passagiere hineinversetzen können, während das bei Kriegsflüchtlingen eher schwierig ist. Ich sehe darin keine Wertung.

    ... es gibt dazu Untersuchungen, die unter dem Stichpunkt "Nachrichtenwerttheorie" und "Gatekeeper" bekannt sind. Grundausssage ist, dass eine Nachricht gewisse Merkmale aufweisen muss, um interessant zu sein. Welche Merkmale das sind, hängt zweifelsohne von der Zielgruppe ab, aber man kann nicht umhin anzuerkennen, dass sie sich zwischen Boulevard- und Qualitätsmedien nicht besonders unterscheiden.

    Eine Nachricht zur aktuellen Katastrophe bedient den Markt besser als eine zu Flüchtlingsunglücken, z.B. weil jeder von uns zumindest jemanden kennt, der eine Kreuzfahrt gemacht hat, während die wenigsten von uns sich vorstellen können, wie es auf einem Flüchtlingsboot zugehen muss. Dadurch ist eine Nähe zum Leser gegeben, die die Nachricht aufregend macht.

    Und ja, das ist schrecklich unchristlich. Aber ich geb zu: ich lese einfach lieber über das Fährunglück und das Scheitern all dieser modernen Technik, als über Flüchtlingsunglücke, die ich nur schrecklich finden kann, auch weil ich mir vorstellen muss, warum sowas zustande kommt. Hier ein inkompetenter Kapitän, dort skrupelloseste Schlepperbanden. Hier das Gefühl, das müsse doch besser gehen, dort einfach nur Hilflosigkeit.

    Es ist wohl so, dass das Leid der Ärmsten uns nicht sonderlich interessiert, im Gegenteil eignen sie sich hervorragend als Sündenböcke, die wir nach Belieben erniedrigen können, um uns selbst zu erhöhen. So funktioniert, vielleicht seit Kohl, unser Land - und entsprechend berichten auch die Medien. Man spricht meistens ÜBER die Leidenden, nicht mit ihnen, es sind einfach keine richtigen Menschen.

    Im Übrigen möchte ich jetzt nicht in der Haut des Kapitäns stecken. In der Haut der Toten oder ihrer Verwandten allerdings auch nicht.

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf pauschale Herabwürdigungen. Danke. Die Redaktion/sc

    in z.B. Afrika ein Nichteuropäer durch Autounfall ums Leben kommt, landet es bei uns auch nicht in den Nachrichten. Bei einem Deutschen dürfte es in den Deutschen Nachrichten sehr wohl auftauchen. Warum sollte es sich bei diesen tragischen "Großereignissen" anders verhalten? So dick kann gar keine Zeitung sein aller Welt Nachrichten zu erfassen.

    • HerrS
    • 18.01.2012 um 10:37 Uhr

    Nunja, auch wenn ich den Hinweis auf diese Vorfälle durchaus wichtig finde und er auch einiges über die Schwerpunkte heutiger Berichterstattung aussagt, sehe ich doch einen entscheidenden Unterschied.

    Die Concordia war bzw. ist ein hochmodernes Kreuzfahrtschiff. Die Passagiere haben sich darauf begeben um Urlaub zu machen, das Wellnessprogramm zu genießen oder was auch immer die Intention eines Menschen ist, eine Kreuzfahrt zu buchen.
    Die Flüchtlinge hingegen waren mit improvisierten, meist völlig überladenen Booten unterwegs. Ich erinnere mich auch an eine Meldung, dass Flüchtlinge auf einem zusammengezimmerten Floß Lampedusa erreicht haben. Die Grundvoraussetzungen sind also völlig andere. Diese Menschen setzen sich bewusst einem hohen Risiko aus, weil sie auf ein besseres Leben hoffen, während die Reedereien von Kreuzfahrtschiffen höchste Sicherheit anpreisen.

    Natürlich erschüttert es die Menschen hierzulande mehr, da sie sich in die Passagiere hineinversetzen können, während das bei Kriegsflüchtlingen eher schwierig ist. Ich sehe darin keine Wertung.

    ... es gibt dazu Untersuchungen, die unter dem Stichpunkt "Nachrichtenwerttheorie" und "Gatekeeper" bekannt sind. Grundausssage ist, dass eine Nachricht gewisse Merkmale aufweisen muss, um interessant zu sein. Welche Merkmale das sind, hängt zweifelsohne von der Zielgruppe ab, aber man kann nicht umhin anzuerkennen, dass sie sich zwischen Boulevard- und Qualitätsmedien nicht besonders unterscheiden.

    Eine Nachricht zur aktuellen Katastrophe bedient den Markt besser als eine zu Flüchtlingsunglücken, z.B. weil jeder von uns zumindest jemanden kennt, der eine Kreuzfahrt gemacht hat, während die wenigsten von uns sich vorstellen können, wie es auf einem Flüchtlingsboot zugehen muss. Dadurch ist eine Nähe zum Leser gegeben, die die Nachricht aufregend macht.

    Und ja, das ist schrecklich unchristlich. Aber ich geb zu: ich lese einfach lieber über das Fährunglück und das Scheitern all dieser modernen Technik, als über Flüchtlingsunglücke, die ich nur schrecklich finden kann, auch weil ich mir vorstellen muss, warum sowas zustande kommt. Hier ein inkompetenter Kapitän, dort skrupelloseste Schlepperbanden. Hier das Gefühl, das müsse doch besser gehen, dort einfach nur Hilflosigkeit.

  2. Es ist wohl so, dass das Leid der Ärmsten uns nicht sonderlich interessiert, im Gegenteil eignen sie sich hervorragend als Sündenböcke, die wir nach Belieben erniedrigen können, um uns selbst zu erhöhen. So funktioniert, vielleicht seit Kohl, unser Land - und entsprechend berichten auch die Medien. Man spricht meistens ÜBER die Leidenden, nicht mit ihnen, es sind einfach keine richtigen Menschen.

    Im Übrigen möchte ich jetzt nicht in der Haut des Kapitäns stecken. In der Haut der Toten oder ihrer Verwandten allerdings auch nicht.

    Antwort auf "Seite 1 der TAZ"
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    Meinen Sie dass es so einfach ist? Ich kann garnicht glauben, dass wir hier in Deutschland so "böse" sein sollen. Meine Theorie ist eher, dass es schlicht nicht in das Bewusstsein der Meisten kommt. Vielleicht auch nicht in das Bewusstsein der Medien-schaffenden. Man Orientiert sich ja dann doch eher an das, was andere schreiben, was die große Politik als wichtig erklärt oder Experten/Fachkundige/Verbände. Auch Ticker der Nachrichtenagenturen sind wohl Tonangebend. Viele Journalisten behaupten von Sich, sie würden darüber Berichten, was die Menschen angeht. Ich kann nicht glauben, dass so viele Tote uns nichts angehen. Vielleicht müssen wir das besser zeigen.

    Vielleicht fehlt es an Mut das zu durchbrechen und fern dieser Vorgaben zu sagen: Nein, Zig Tote Flüchtlinge im Mittelmeer, und das fast jeden Monat, das ist uns wichtig, das halten wir jetzt auf den Ersten Seiten, da muss sich etwas ändern.

    Schauen wir alle gemeinsam hin. Es ist wie bei so vielem, dass der normale Bürger,einiges Ändern kann, wenn er nur hinschauen möchte.

    Ehrlich gesagt möchte ich auch nicht in der Haut des Kapitäns stecken - allerdings möchte ich zu bedenken geben, dass es bei Unglücken dieser Art in der Regel nicht einen Einzigen Schuldigen gibt.

    Das Geschäft mit den Kreuzfahrten ist inzwischen hart umkämpft - zum einen müssen massive Einsparungen vorgenommen werden, um überhaupt einen für Neue Kunden attraktiven Preis bieten zu können, zum anderen muss dem Kunden zum Niedrigpreis gegenüber anderen Kunden ein Mehrwert geboten werden. Dies bedeutet, dass BETRIEBSWIRTSCHAFTLICHE Gesichtspunkte immer mehr in den Vordergrund rücken: die Stunde der Excel-Akrobaten, der BWLler, schlägt. Diese wiederum haben in der Regel nicht den Hauch einer Ahnung von der betrieblichen Realität, sind gleichzeit aber innerhalb der Reisekonzerne mit einer sehr hohen Macht- und Entscheidungsbefugnis ausgestattet, da es ihre Aufgabe ist, das Betriebsergebnis so zu optimieren, dass die Gesellschafter mit optimaler Rendite "bedient" werden.

    Normalerweise hat ein Unglück dieser Art keinerlei Auswirkungen auf den Börsenwert eines Unternehmens; meist handelt es sich um kleinere Fehler im System, die zum Unglück führten und die danach schnell behoben werden können, so dass sich schwere Unglücke nicht so schnell wiederholen. Es sollte aber schon zu denken geben, dass es an den Börsen zu hektischen Reaktionen bei Bekanntwerden des Untergangs der Costa Concordia kamDies könnte man dahingehend interpretieren, dass ein Unglück dieser Art überfällig war...

    es interessiert uns schon - aber - "was ich nicht weis macht mich nicht heiss". Über die Kreuzfahrtschiffe wissen wir auch zu wenig. Denn unter welchen Bedingungen die Besatzung in z.B. Waschküche, Küche, Lager etc. arbeiten und wohnen ist zum Teil unmenschlich. Auch unter welchen Energieaufwand und Umweltbelastungen diese Schiffe gebaut werden (siehe Meyer-Werft) ist für mich fragwürdig. Auch wenn diese Schiffe mal nicht mehr gebraucht werden landen sie oftmals in Alang Indien auf den Schiffsfriedhof, wo ebenso unter erbärmlichen Bedingungen Menschen die Schiffe für ein Hungerlohn ausschlachten und ihre Gesundheit aufs Spiel setzen.
    Dieser Luxus, den sich unsere Gesellschaft leistet fusst auf die Ausnutzung armer Menschen und unserer Umwelt. Den Passagieren der Kreuzfahrtschiffe ist es oftmals nicht bewusst. Diese Schiffe werden immer größer - Meyer-Weft hat bis 2015 Schiffe mit bis zu 6000 Passagiere auf ihrer Liste. Wie Schiffe mit 6000 Menschen auf offener See im Unglücksfall evakuiert werden sollen ist für mich fraglich - nein eigentlich unverantwortlich.

    Meinen Sie dass es so einfach ist? Ich kann garnicht glauben, dass wir hier in Deutschland so "böse" sein sollen. Meine Theorie ist eher, dass es schlicht nicht in das Bewusstsein der Meisten kommt. Vielleicht auch nicht in das Bewusstsein der Medien-schaffenden. Man Orientiert sich ja dann doch eher an das, was andere schreiben, was die große Politik als wichtig erklärt oder Experten/Fachkundige/Verbände. Auch Ticker der Nachrichtenagenturen sind wohl Tonangebend. Viele Journalisten behaupten von Sich, sie würden darüber Berichten, was die Menschen angeht. Ich kann nicht glauben, dass so viele Tote uns nichts angehen. Vielleicht müssen wir das besser zeigen.

    Vielleicht fehlt es an Mut das zu durchbrechen und fern dieser Vorgaben zu sagen: Nein, Zig Tote Flüchtlinge im Mittelmeer, und das fast jeden Monat, das ist uns wichtig, das halten wir jetzt auf den Ersten Seiten, da muss sich etwas ändern.

    Schauen wir alle gemeinsam hin. Es ist wie bei so vielem, dass der normale Bürger,einiges Ändern kann, wenn er nur hinschauen möchte.

    Ehrlich gesagt möchte ich auch nicht in der Haut des Kapitäns stecken - allerdings möchte ich zu bedenken geben, dass es bei Unglücken dieser Art in der Regel nicht einen Einzigen Schuldigen gibt.

    Das Geschäft mit den Kreuzfahrten ist inzwischen hart umkämpft - zum einen müssen massive Einsparungen vorgenommen werden, um überhaupt einen für Neue Kunden attraktiven Preis bieten zu können, zum anderen muss dem Kunden zum Niedrigpreis gegenüber anderen Kunden ein Mehrwert geboten werden. Dies bedeutet, dass BETRIEBSWIRTSCHAFTLICHE Gesichtspunkte immer mehr in den Vordergrund rücken: die Stunde der Excel-Akrobaten, der BWLler, schlägt. Diese wiederum haben in der Regel nicht den Hauch einer Ahnung von der betrieblichen Realität, sind gleichzeit aber innerhalb der Reisekonzerne mit einer sehr hohen Macht- und Entscheidungsbefugnis ausgestattet, da es ihre Aufgabe ist, das Betriebsergebnis so zu optimieren, dass die Gesellschafter mit optimaler Rendite "bedient" werden.

    Normalerweise hat ein Unglück dieser Art keinerlei Auswirkungen auf den Börsenwert eines Unternehmens; meist handelt es sich um kleinere Fehler im System, die zum Unglück führten und die danach schnell behoben werden können, so dass sich schwere Unglücke nicht so schnell wiederholen. Es sollte aber schon zu denken geben, dass es an den Börsen zu hektischen Reaktionen bei Bekanntwerden des Untergangs der Costa Concordia kamDies könnte man dahingehend interpretieren, dass ein Unglück dieser Art überfällig war...

    es interessiert uns schon - aber - "was ich nicht weis macht mich nicht heiss". Über die Kreuzfahrtschiffe wissen wir auch zu wenig. Denn unter welchen Bedingungen die Besatzung in z.B. Waschküche, Küche, Lager etc. arbeiten und wohnen ist zum Teil unmenschlich. Auch unter welchen Energieaufwand und Umweltbelastungen diese Schiffe gebaut werden (siehe Meyer-Werft) ist für mich fragwürdig. Auch wenn diese Schiffe mal nicht mehr gebraucht werden landen sie oftmals in Alang Indien auf den Schiffsfriedhof, wo ebenso unter erbärmlichen Bedingungen Menschen die Schiffe für ein Hungerlohn ausschlachten und ihre Gesundheit aufs Spiel setzen.
    Dieser Luxus, den sich unsere Gesellschaft leistet fusst auf die Ausnutzung armer Menschen und unserer Umwelt. Den Passagieren der Kreuzfahrtschiffe ist es oftmals nicht bewusst. Diese Schiffe werden immer größer - Meyer-Weft hat bis 2015 Schiffe mit bis zu 6000 Passagiere auf ihrer Liste. Wie Schiffe mit 6000 Menschen auf offener See im Unglücksfall evakuiert werden sollen ist für mich fraglich - nein eigentlich unverantwortlich.

  3. Meinen Sie dass es so einfach ist? Ich kann garnicht glauben, dass wir hier in Deutschland so "böse" sein sollen. Meine Theorie ist eher, dass es schlicht nicht in das Bewusstsein der Meisten kommt. Vielleicht auch nicht in das Bewusstsein der Medien-schaffenden. Man Orientiert sich ja dann doch eher an das, was andere schreiben, was die große Politik als wichtig erklärt oder Experten/Fachkundige/Verbände. Auch Ticker der Nachrichtenagenturen sind wohl Tonangebend. Viele Journalisten behaupten von Sich, sie würden darüber Berichten, was die Menschen angeht. Ich kann nicht glauben, dass so viele Tote uns nichts angehen. Vielleicht müssen wir das besser zeigen.

    Vielleicht fehlt es an Mut das zu durchbrechen und fern dieser Vorgaben zu sagen: Nein, Zig Tote Flüchtlinge im Mittelmeer, und das fast jeden Monat, das ist uns wichtig, das halten wir jetzt auf den Ersten Seiten, da muss sich etwas ändern.

    Schauen wir alle gemeinsam hin. Es ist wie bei so vielem, dass der normale Bürger,einiges Ändern kann, wenn er nur hinschauen möchte.

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    Entfernt. Derkommentar, auf den Sie sich beziehen, wurde inzwischen moderiert. Danke. Die Redaktion/sc

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  4. Entfernt. Bitte verzichten Sie auf pauschale Herabwürdigungen. Danke. Die Redaktion/sc

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    bitte nicht so Hochmütig. Es sind darunter nicht nur Wirtschaftsflüchtlinge sondern auch Kriegsflüchtlinge, politisch verfolgte. Auf diesen Schiffen sind auch Kinder und Jugendliche. Ich finde nicht, dass uns das weniger traurig machen sollte, als europäische Urlauber. Es sollte uns vielleicht sogar mehr traurig machen, weil diese Menschen offenbar doch aus einem sehr schlimmen Umfeld stammen. Warum sonst sollte man wohl sein Leben bei dieser Überfahrt riskieren? Jendenfalls gilt diese Trauer für mich. Ich will Sie nicht für mich einnehmen. Über Ihre Emotionen sind alleine Sie der Herr, oder die Herrin. Ich meine nur, dass Menschen im Mittelmeer sterben und es uns keine Nachricht wert ist.

    Im Übrigen möchte ich schon noch sagen, bitte nehmen Sie das jetzt nicht persönlich, ich kenne Sie ja nicht, aber ich möchte schon noch sagen, dass mir ihr Menschenbild nicht einleuchten will. Ich halte es für Vorurteilshaft und vielleicht sogar, mit Verlaub, Menschenfeindlich. Ein Kutter kentert im Mittelmeer. ca. 70 Menschen sterben, uns Sie denken sofort an Drogendealer und unterstellen reine Habgier. Das finde ich wirklich erschreckend. Sie scheinen nicht viel vom Wert eines Jeden Menschen zu halten. Aber das steht Ihnen natürlich frei. Mir widerstrebt das aber. Nichts für Ungut.

    bitte nicht so Hochmütig. Es sind darunter nicht nur Wirtschaftsflüchtlinge sondern auch Kriegsflüchtlinge, politisch verfolgte. Auf diesen Schiffen sind auch Kinder und Jugendliche. Ich finde nicht, dass uns das weniger traurig machen sollte, als europäische Urlauber. Es sollte uns vielleicht sogar mehr traurig machen, weil diese Menschen offenbar doch aus einem sehr schlimmen Umfeld stammen. Warum sonst sollte man wohl sein Leben bei dieser Überfahrt riskieren? Jendenfalls gilt diese Trauer für mich. Ich will Sie nicht für mich einnehmen. Über Ihre Emotionen sind alleine Sie der Herr, oder die Herrin. Ich meine nur, dass Menschen im Mittelmeer sterben und es uns keine Nachricht wert ist.

    Im Übrigen möchte ich schon noch sagen, bitte nehmen Sie das jetzt nicht persönlich, ich kenne Sie ja nicht, aber ich möchte schon noch sagen, dass mir ihr Menschenbild nicht einleuchten will. Ich halte es für Vorurteilshaft und vielleicht sogar, mit Verlaub, Menschenfeindlich. Ein Kutter kentert im Mittelmeer. ca. 70 Menschen sterben, uns Sie denken sofort an Drogendealer und unterstellen reine Habgier. Das finde ich wirklich erschreckend. Sie scheinen nicht viel vom Wert eines Jeden Menschen zu halten. Aber das steht Ihnen natürlich frei. Mir widerstrebt das aber. Nichts für Ungut.

  5. bitte nicht so Hochmütig. Es sind darunter nicht nur Wirtschaftsflüchtlinge sondern auch Kriegsflüchtlinge, politisch verfolgte. Auf diesen Schiffen sind auch Kinder und Jugendliche. Ich finde nicht, dass uns das weniger traurig machen sollte, als europäische Urlauber. Es sollte uns vielleicht sogar mehr traurig machen, weil diese Menschen offenbar doch aus einem sehr schlimmen Umfeld stammen. Warum sonst sollte man wohl sein Leben bei dieser Überfahrt riskieren? Jendenfalls gilt diese Trauer für mich. Ich will Sie nicht für mich einnehmen. Über Ihre Emotionen sind alleine Sie der Herr, oder die Herrin. Ich meine nur, dass Menschen im Mittelmeer sterben und es uns keine Nachricht wert ist.

    Im Übrigen möchte ich schon noch sagen, bitte nehmen Sie das jetzt nicht persönlich, ich kenne Sie ja nicht, aber ich möchte schon noch sagen, dass mir ihr Menschenbild nicht einleuchten will. Ich halte es für Vorurteilshaft und vielleicht sogar, mit Verlaub, Menschenfeindlich. Ein Kutter kentert im Mittelmeer. ca. 70 Menschen sterben, uns Sie denken sofort an Drogendealer und unterstellen reine Habgier. Das finde ich wirklich erschreckend. Sie scheinen nicht viel vom Wert eines Jeden Menschen zu halten. Aber das steht Ihnen natürlich frei. Mir widerstrebt das aber. Nichts für Ungut.

  6. Wer sonst als der Kapitän hat die Macht, die Route zu wählen?

    Z.B.:
    "Der Fahrzeugführer, der eigenmächtig die Route wählte, verursachte eine Kollision mit einem Baum".
    So was haben wir ja auch noch nie gehört in der Zeitung.

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    Aber ich könnte mir zumindest vorstellen, dass die Route im Vorfeld feststeht, dass es sich um eine Feste Route hält, wie etwa bei einer Buslinie oder Bahnlinie. Bei der Bahn wäre es ja fatal, wenn die/der ZugführerIn eigenmächtig die "Route" ändern würde. Eventuell ist das bei der Schifffahrt vergleichbar.

    Auf dem Wasser fahren viele Schiffe, da kann so eine Route ganz nützlich sein.

    ...haben auch Reeder und Reiseveranstalter ein Mitspracherecht. Wenn ein Kapitän diese Route nicht fahren will, dann gibt es genug andere Kapitäne, die dies tun werden und dabei auch keine Skrupel kennen. Auch ein Kapitän ist - wenn er nicht gleichzeitig Eigner ist - nur ein Angestellter. Und auch in dieser Position kann man ganz schnell raus fliegen.

    Kleinere Routenänderungen können seitens der Betriebswirte in den Firmenzentralen ganz schnell einmal mündlich angeordnet werden. Geht's schief, schlägt die Stunde der Juristen, die sich dann in "weasel wording" üben.

    ohne Not und triftigen Grund- Schifffahrtsrouten von Kreuzfahrtschiffen werden generell von den jeweiligen Kreuzfahrtunternehmen vorgegeben- hier Costa- der Kapitän hat aber Handlungsspielraum, vor allem bei Unwetter, Sturm, etc.

    Aber ich könnte mir zumindest vorstellen, dass die Route im Vorfeld feststeht, dass es sich um eine Feste Route hält, wie etwa bei einer Buslinie oder Bahnlinie. Bei der Bahn wäre es ja fatal, wenn die/der ZugführerIn eigenmächtig die "Route" ändern würde. Eventuell ist das bei der Schifffahrt vergleichbar.

    Auf dem Wasser fahren viele Schiffe, da kann so eine Route ganz nützlich sein.

    ...haben auch Reeder und Reiseveranstalter ein Mitspracherecht. Wenn ein Kapitän diese Route nicht fahren will, dann gibt es genug andere Kapitäne, die dies tun werden und dabei auch keine Skrupel kennen. Auch ein Kapitän ist - wenn er nicht gleichzeitig Eigner ist - nur ein Angestellter. Und auch in dieser Position kann man ganz schnell raus fliegen.

    Kleinere Routenänderungen können seitens der Betriebswirte in den Firmenzentralen ganz schnell einmal mündlich angeordnet werden. Geht's schief, schlägt die Stunde der Juristen, die sich dann in "weasel wording" üben.

    ohne Not und triftigen Grund- Schifffahrtsrouten von Kreuzfahrtschiffen werden generell von den jeweiligen Kreuzfahrtunternehmen vorgegeben- hier Costa- der Kapitän hat aber Handlungsspielraum, vor allem bei Unwetter, Sturm, etc.

  7. Entfernt. Derkommentar, auf den Sie sich beziehen, wurde inzwischen moderiert. Danke. Die Redaktion/sc

    Eine Leser-Empfehlung
    Antwort auf "Hm....."
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    kann man das so zusammenfassen. In jedem Fall schockiert mich ein solcher Standpunkt. Ich habe zwar das Glück, niemals als Flüchtling ein Meer überqueren zu müssen, aber trotzdem schaffe ich es enormes Mitleid und Verständnis aufzubringen und möchte eigentlich auch, dass die Todesumstände dieser Menschen aufgeklärt werden, so wie man das jetzt bei dem Luxus-Liner versucht. Ich denke eigentlich, dass das "normal" ist, aber in solchen Internetforen, lerne ich jeden Tag neue Standpunkte kennen, die ich mir so nicht ausrechnen konnte. Dieser hier erschüttert mich.

    Entfernt. Bitte kehren Sie zum Thema des Artikels zurück. Danke. Die Redaktion/sc

    kann man das so zusammenfassen. In jedem Fall schockiert mich ein solcher Standpunkt. Ich habe zwar das Glück, niemals als Flüchtling ein Meer überqueren zu müssen, aber trotzdem schaffe ich es enormes Mitleid und Verständnis aufzubringen und möchte eigentlich auch, dass die Todesumstände dieser Menschen aufgeklärt werden, so wie man das jetzt bei dem Luxus-Liner versucht. Ich denke eigentlich, dass das "normal" ist, aber in solchen Internetforen, lerne ich jeden Tag neue Standpunkte kennen, die ich mir so nicht ausrechnen konnte. Dieser hier erschüttert mich.

    Entfernt. Bitte kehren Sie zum Thema des Artikels zurück. Danke. Die Redaktion/sc

  8. Aber ich könnte mir zumindest vorstellen, dass die Route im Vorfeld feststeht, dass es sich um eine Feste Route hält, wie etwa bei einer Buslinie oder Bahnlinie. Bei der Bahn wäre es ja fatal, wenn die/der ZugführerIn eigenmächtig die "Route" ändern würde. Eventuell ist das bei der Schifffahrt vergleichbar.

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    Es gibt je gehäufte Berichte (und Videos), dass diese "Verneigung" (nahes Vorbeifahren) schon eine gewisse Tradition hatte.

    Also wenn Busfahrer oder Piloten Extrarunden drehen würden, wäre das schnell bekannt.
    Bei Schiffen scheint das in der Kompetenz des Kapitäns zu stehen, der sich höchstens für den höheren Spritverbrauch beim Reeder zu rechtfertigen hat.
    Dem scheints's aber auch recht, schliesslich gefällt das den Gästen wie den Leuten an Land.

    Diesmal hat halt irgendjemand auf der Brücke gepennt und den Kahn eine paar Meter zu weit Backbord gehalten.

    Neben der Route und den Kurs gibt es auch noch den Begriff 'Fahrrinne' und 'Fahrwasser'. In der Regel sind die durch Boyen oder Stäbe mit Schildern gekennzeichnet. Die Einrichtung dürfte in der Verantwortung der örtlichen Behörden liegen.

    Es gibt je gehäufte Berichte (und Videos), dass diese "Verneigung" (nahes Vorbeifahren) schon eine gewisse Tradition hatte.

    Also wenn Busfahrer oder Piloten Extrarunden drehen würden, wäre das schnell bekannt.
    Bei Schiffen scheint das in der Kompetenz des Kapitäns zu stehen, der sich höchstens für den höheren Spritverbrauch beim Reeder zu rechtfertigen hat.
    Dem scheints's aber auch recht, schliesslich gefällt das den Gästen wie den Leuten an Land.

    Diesmal hat halt irgendjemand auf der Brücke gepennt und den Kahn eine paar Meter zu weit Backbord gehalten.

    Neben der Route und den Kurs gibt es auch noch den Begriff 'Fahrrinne' und 'Fahrwasser'. In der Regel sind die durch Boyen oder Stäbe mit Schildern gekennzeichnet. Die Einrichtung dürfte in der Verantwortung der örtlichen Behörden liegen.

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