Telefonat Costa Concordia: "Gehen Sie an Bord, verflucht nochmal!"
Während der Evakuierung des Kreuzfahrtschiffes "Costa Concordia" sprach ein Offizier der Hafenaufsicht mit dem Kapitän. Das Telefonat begann um 1.46 Uhr. Hier der Verlauf
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Kommandant Gregorio De Falco von der Hafenkommandantur in Livorno: "Ja, ich bin De Falco aus Livorno, spreche ich mit dem Kommandanten?"
Schettino: "Ja, guten Abend, Kommandant De Falco."
De Falco: "Sagen Sie mir bitte Ihren Namen."
Schettino: "Ich bin der Kommandant Schettino, Kommandant."
De Falco: "Schettino? Hören Sie, Schettino. Es stecken Menschen an Bord fest. Jetzt begeben Sie sich mit Ihrem Rettungsboot auf die rechte Unterseite des Schiffsbugs. Da ist eine Leiter und Sie besteigen das Schiff. Sie gehen an Bord und Sie sagen uns, wie viele Leute da sind. Ist das klar? Ich zeichne dieses Gespräch auf, Kommandant Schettino."
Schettino: "Kommandant, ich möchte Ihnen etwas sagen ..."
De Falco: "Sprechen Sie laut. Halten Sie die Hand vor das Mikro und sprechen Sie lauter, alles klar?"
Schettino: "Das Schiff hat sich gerade zur Seite gesenkt ..."
De Falco: "Verstanden. Hören Sie: Leute sind dabei, die Leiter am Bug hinabzusteigen. Sie müssen diese Leiter in die umgekehrte Richtung hoch, das Schiff besteigen und mir sagen, wie viele Menschen da sind und was an Bord los ist. Ist das klar? Sie müssen mir sagen, wie viele Kinder, Frauen und hilfsbedürftige Menschen da sind. Und sie sagen mir, wie viele Menschen aus diesen Kategorien da sind. Ist das klar? Hören Sie, Schettino, Sie haben vielleicht geschafft, sich aus dem Meer zu retten, aber das da, das wird wirklich schlecht ausgehen (...). Ich werde Ihnen verdammt viele Scherereien machen. Gehen Sie an Bord, verflucht nochmal!"
Schettino: "Kommandant, ich bitte Sie."
De Falco: "Nein, ich bitte Sie. Sie gehen jetzt dorthin, Sie gehen an Bord. Sie sagen mir zu, dass Sie dabei sind, an Bord zu gehen."
Schettino: "Ich bin bereits dabei, dorthin zu gehen, ich bin da, ich gehe nirgendwo hin, ich bin da ..."
De Falco: "Was machen Sie gerade, Kommandant?"
Schettino: "Ich bin da, um die Hilfe zu koordinieren."
De Falco: "Wer koordiniert dort? Jetzt gehen Sie wieder an Bord, um die Hilfe an Bord zu koordinieren. Weigern Sie sich?"
Schettino: "Nein, nein, ich weigere mich nicht."
De Falco: "Sie weigern sich, wieder an Bord zu gehen? Sagen Sie mir, aus welchem Grund Sie nicht dorthin gehen?"
Schettino: "Ich bin nicht dabei, dorthin zu gehen, weil das andere Boot (Rettungsboot, Anmerkung der Redaktion) dort festgemacht hat."
De Falco: "Sie gehen an Bord, das ist ein Befehl. Sie dürfen an nichts Anderes mehr denken. Sie haben die Evakuierung des Schiffs angeordnet. Jetzt habe ich hier das Kommando. Sie gehen zurück an Bord! Ist das klar? Haben Sie mich verstanden? Gehen Sie dorthin und rufen Sie mich sofort vom Schiff aus an. Meine Hilfe aus der Luft ist bereits da."
Schettino: "Wo ist Ihre Hilfe?"
De Falco: "Sie ist am Bug. Gehen Sie. Es gibt schon Leichen, Schettino."
Schettino: "Wie viele?"
De Falco: "Ich weiß nicht. Aber das ist sicher, ich hab's gehört. Es ist Ihr Job, mir zu sagen, wie viele es sind, in Gottes Namen!"
Schettino: "Aber Sie wissen, dass es Nacht ist und man hier nichts sieht?"
De Falco: "Was wollen Sie machen, Schettino, nach Hause gehen? Es ist Nacht, also wollen Sie nach Hause gehen? Gehen Sie die Leiter am Bug hoch und sagen Sie mir, was man tun kann, wie viele Leute da sind, was Sie brauchen. Sofort!"
Schettino: "Ich bin mit dem stellvertretenden Kommandanten (im Rettungsboot, Anmerkung der Redaktion)."
De Falco: "Gehen Sie beide an Bord. Sie und Ihr Adjutant gehen jetzt an Bord, ist das klar?"
Schettino: "Und, Kommandant, ich würde gerne an Bord, aber das andere Rettungsboot hier (...). Andere Rettungskräfte sind hier. Es hat angehalten und ist blockiert, ich habe andere Rettungskräfte gerufen."
De Falco: "Das sagen Sie mir schon seit einer Stunde. Jetzt gehen Sie an Bord, gehen Sie an Bord! Und Sie sagen mir jetzt gleich, wie viele Menschen da sind."
Schettino: "Jawohl, Kommandant."
De Falco: "Gehen Sie jetzt endlich!"
Augenzeugen sagten, sie hätten den Kapitän kurz nach Mitternacht auf einem Felsen gesehen. Nach Angaben der Hafenkommandantur hat er sein Schiff auch nach diesem Telefonat nicht wieder betreten. Die Rettungsaktionen gingen bis gegen 6 Uhr morgens weiter.





einem Schönwetterkapitän! Ich hoffe, das andere Kapitäne und Mannschaften da besser geschult und willens sind.
Die Übersetzung ist nicht 100% vollständig. Die Worte vom Admiral der Küstenwache aus Livorno geben deutlich im Originalton zu verstehen wie schwierig die Situation ist. Die Antworten vom Kapitän der Concordia sing voller Angst und Hilflosigkeit. A B O R D O subito! E' chiaro? (ist das klar?), e`un ordine, vada! (das ist ein Befehl, gehen Sie endlich!).
Im Deutschen wird ein Schiffsführer der zivilen Schifffahrt "Kapitän" genannt, ein Schiffsführer der militärischen Schifffahrt "Kommandant".
Auch wenn im Italienischen offensichtlich für beide Bereiche der Begriff "Comandante" verwendet wird, hätte m. E. die Übersetzung dieser Differenzierung Rechnung tragen müssen.
Auch der Führer von militärischen Hilfsschiffen wird "Kapitän" genannt.
Bei dem havarierten Schiff handelt es sich um ein ziviles Kreuzfahrtschiff und nicht um ein Kriegsschiff.
Der rechtliche Status von Kommandant und Kapitän ist nicht identisch.
Im Deutschen wird ein Schiffsführer der zivilen Schifffahrt "Kapitän" genannt, ein Schiffsführer der militärischen Schifffahrt "Kommandant".
Auch wenn im Italienischen offensichtlich für beide Bereiche der Begriff "Comandante" verwendet wird, hätte m. E. die Übersetzung dieser Differenzierung Rechnung tragen müssen.
Auch der Führer von militärischen Hilfsschiffen wird "Kapitän" genannt.
Bei dem havarierten Schiff handelt es sich um ein ziviles Kreuzfahrtschiff und nicht um ein Kriegsschiff.
Der rechtliche Status von Kommandant und Kapitän ist nicht identisch.
keinem kapitän. schon als kind weiß man von mindestens zwei dingen, die einen kapitän definieren: er ist der chef und er geht als letzter von bord. so naiv das klingen mag, aber: ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass diese illusion mal [...] zunichte gemacht werden könnte. dieses telefonat ist schockierend!
Gekürzt. Bitte bleiben Sie sachlich. Danke. Die Redaktion/sc
Wer stellt solche Menschen ein bzw. welchen psychologischen Prüfungen werden sie unterstellt, um für den Ernstfall den Richtigen zu haben?
Oder kann heute schon jeder derartige Schiffe führen, weil die ja wie die Titanic angeblich unsinkbar sind?
Fahrlässigkeit also auf beiden Seiten!
Entfernt. Bitte diskutieren Sie sachlich zum Thema. Danke. Die Redaktion/sc
zumal Wulff wohl sicher sein kann, dass ihm irgendein "guter Freund" aus so ziemlich jeder Situation aus der Klemme hilft. Allerdings würde dann auch wieder die Frage auftrauchen, wer hat die Schiffsreise bezahlt?
zumal Wulff wohl sicher sein kann, dass ihm irgendein "guter Freund" aus so ziemlich jeder Situation aus der Klemme hilft. Allerdings würde dann auch wieder die Frage auftrauchen, wer hat die Schiffsreise bezahlt?
Bei "schönem Wetter" ist man gerne Chef, geht was schief, sollen die anderen die Karre aus dem Dreck ziehen, man denke nur an verschiedene Manager mancher Großunternehmen oder an Regierungsmitglieder.
zumal Wulff wohl sicher sein kann, dass ihm irgendein "guter Freund" aus so ziemlich jeder Situation aus der Klemme hilft. Allerdings würde dann auch wieder die Frage auftrauchen, wer hat die Schiffsreise bezahlt?
aber der Kapitän erinnert mich von seinen Aussagen her sehr Stark an Zapp Brannigan von Futurama.
http://de.futuramapedia.n...
Wenn man sich dieses Protokol so durchliest, fragt man sich wie dieser Mensch um Gottes Willen Kapitain sein konnte.
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