Schiffsunglück : Rettungsarbeiten an "Costa Concordia" erneut gestoppt

Die Rettungstaucher haben die Bergungsarbeiten am Wrack der "Costa Concordia" wieder einstellen müssen. Die Bewegungen des Schiffs machen die Suche zu gefährlich.
Taucher vor dem Wrack der "Costa Concordia" © Laura Lezza/Getty Images

Die Suche nach den Vermissten im Wrack des vor Italien gesunkenen Kreuzfahrtschiffs Costa Concordia ist vorübergehend gestoppt worden. Die Taucher wurden nach Angaben der Nachrichtenagentur Ansa angewiesen, das Schiff zu verlassen, nachdem sich das Wrack erneut bewegt hatte. Wann die Suche nach den Vermissten fortgesetzt werden sollte, stand noch nicht fest. 



Nur wenige Stunden zuvor war die Suche nach weiteren Passagieren zur obersten Priorität der Bergungs- und Rettungsmannschaften erklärt worden. Dabei gebe es keine Zeitvorgabe, wann die Suche nach möglichen Überlebenden eingestellt werden könnte, sagte Krisenstabs-Chef Franco Gabrielli. Taucher hatten erst am Samstag eine zwölfte Leiche im Wrack des Schiffs entdeckt.



Insgesamt werden noch mehr als 20 Menschen vermisst. Unter ihnen sind nach jüngsten Angaben 12 Deutsche. Die Vermissten sind nach Ansicht von Gabrielli "wahrscheinlich" noch an Bord. Daher werde die Suche fortgesetzt.



Gezielte Sprengungen sollten den Tauchern neue Zugänge zu dem Deck schaffen. Mindestens zwei Explosionen waren am Morgen im Hafen von Giglio zu hören, an dessen Küste das Kreuzfahrtschiff auf Grund liegt . Zudem soll bis zum Abend geklärt werden, wie die mehr als zwei Millionen Liter Treibstoff abgepumpt werden können. Bis dahin dürfe die niederländische Spezialfirma Smit mit diesen Arbeiten nicht beginnen, sagte Gabrielli. Er wolle "den größtmöglichen Einsatz" bringen, um den Inselbewohnern eine Umwelt-Tragödie zu ersparen.
 

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Kommentare

1 Kommentar Kommentieren

Hoffentlich bleibt es dort oben und verrottet sehr langsam!

Das Vertäuen des Wracks würde die Vollständigkeit der Bergungs- und Entsorgungsarbeiten sichern. Wenn man so lange schon auf diese Maßnahme verzichtet, dann spekuliert man wohl darauf dass die Natur das Problemschiff versenkt und eine kostspielige Bergung überflüssig macht. Ölpest und im Schiff verbliebene Opfer sind ja nicht das Problem der Reederei.