Mittelmeer-Kreuzfahrt Tote bei Schiffsunglück vor Italien

Vor der toskanischen Küste ist ein Kreuzfahrtschiff mit mehr als 4.000 Passagieren an Bord auf Grund gelaufen. Mehrere Menschen starben, Dutzende werden vermisst.

Bei einem schweren Schiffsunglück vor der italienischen Westküste sind in der Nacht mindestens drei Menschen ums Leben gekommen. 14 Menschen an Bord des Kreuzfahrtschiffes Costa Concordia wurden nach jüngstem Informationsstand verletzt, als das Kreuzfahrtschiff nahe der Insel Giglio vor der toskanischen Küste auf Grund lief. Am Samstag suchten Rettungsmannschaften in dem Schiff und auf dem Meer weiter nach Vermissten. Mehrere Hubschrauber unterstützten die Rettungsaktion.

Nach Angaben von Außenminister Guido Westerwelle sind unter den Verletzten auch mehrere Deutsche. "Wir haben bisher etwa von zehn deutschen Verletzten auszugehen, die in den Krankenhäusern auch betreut werden", sagte er am späten Samstagnachmittag vor Journalisten in Köln. "Ich kann, weil es immer noch Vermisste gibt, nicht ausschließen, dass es auch noch andere schlimmere Nachrichten geben kann." Die Botschaftsangehörigen seien seit den frühen Morgenstunden dabei, die deutschen Passagiere zu betreuen, sagte Westerwelle. Der Krisenstab des Auswärtigen Amtes sei einberufen worden. "Unser Mitgefühl gilt den Opfern und ihren Familien."

Am Schiff klafft auf der linken Seite ein etwa 70 Meter langer Riss. Es hat starke Schlagseite. Augenzeugen vermuteten, dass es einen Felsen rammte, meldete die Nachrichtenagentur Ansa.

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Einige Passagiere sprangen in Panik von Bord

"Wir haben einen großen Krach gehört, dann war es die Hölle", sagte ein Passagier, der zusammen mit anderen Schiffbrüchigen aufs Festland nach Porto Santo Stefano gebracht wurde. "Sie haben uns gesagt, wir sollten die Ruhe bewahren, die Angst war aber auf allen Gesichtern, die Besatzung eingeschlossen", schilderte er.

Der Unglücksort liegt nur wenige Hundert Meter vor dem Hafen der Insel Giglio. Die meisten der 4.229 Passagiere und Besatzungsmitglieder wurden mit Rettungsbooten in Sicherheit gebracht. Einige Passagiere seien in Panik geraten und über Bord gesprungen, hieß es.

Die in Genua ansässige Kreuzfahrtgesellschaft Costa Crociere sprach von einer bestürzenden Tragödie. Ein Vertreter sprach den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus.

Es war nicht der erste Unfall des Kreuzers

An Bord waren nach Angaben der Gesellschaft auch 500 deutsche Passagiere. Ob einer von ihnen unter den Toten oder Verletzten ist, konnte ein Sprecher zunächst aber nicht sagen. Das Auswärtige Amt in Berlin teilte mit, es habe keine entsprechenden Hinweise.

Das knapp 300 Meter lange Schiff war am Freitag von Civitavecchia aus zu einer Mittelmeerkreuzfahrt aufgebrochen. Unternehmensangaben zufolge wurde das Schiff 2006 gebaut und bietet in 1.500 Kabinen Platz für 3.780 Passagiere und 1.100 Besatzungsmitglieder.

Es ist nicht der erste Zwischenfall mit der Costa Concordia. 2008 hatte das Schiff bei der Einfahrt in den Hafen von Palermo die Hafenbefestigung gerammt und war leicht beschädigt worden. Damals fegten heftige Sturmböen über die sizilianische Hafenstadt.

(Notfallnummern für Angehörige: Krisen-Hotline des Auswärtigen Amtes: 030-18170; Bereitschaftsdienst des Generalkonsulates in Mailand: 0039-335-6255622; Bereitschaftsdienst der Deutschen Botschaft Rom: 0039-335-7904170)


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Leser-Kommentare
  1. Und jetzt stelle man sich vor, man hätte sie alle einfach ertrinken lassen.
    Nein, das kann man sich nicht vorstellen, aber kann man es sich eher vorstellen, dass beispielsweise vor Lampedusa – immer mal wieder und so ganz neben bei, abseits großer Medienaufmerksamkeit – Flüchtlingsboote absaufen und Menschen ertrinken. (Zum Wohle der EU versteht sich.)
    Vielleicht wäre es möglich, sich angesichts dieses verhältnismäßig geringen Unglücks die Tragödie vor Augen zu führe, die schon Jahre lang geduldet und totgeschwiegen wird.
    Was ist denn eine Tragödie? Wenn ein Unterhaltungs- und Erholungsboot auf einer luxuriösen Kreuzfahrt kentert oder wenn Menschen auf dem mehr als erschwerlichen und so oft tötlichen Weg in die vermeintliche Freiheit kurz vor ihrem Ziel ertrinken und das mit unserem Wissen und letztlich unserem Zutun?

    Um einer Zensur hier entgegenzutreten, sei von mir bemerkt, dass ich mit keinem Wort abfällig über die Opfer und deren Angehörigkeit lustig machen möchte!

    12 Leser-Empfehlungen
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    Das mit Lampedusa ist eine unmenschliche Sauerei, hat in dem Kontext aber trotzdem nix verloren!

    Entfernt. Verzichten Sie auf unangebrachte Schlussfolgerungen. Die Redaktion/mak

    Es sterben auch jeden Tag zig tausende Menschen in Afrika. Und Sie meinen, sich über solche Todesfälle arrogant vom eigenem, idyllischen Schreibtisch aus zu äußern.

    Herzlichen Glückwunsch. Was hat das jetzt mit diesem Unglück zu tun?

    Bei 3 Toten Europäern macht man ein riesiges Trara. De Berichterstattung über die Tausenden von Menschen die umgekommen sind, weil sie keinen anderen Ausweg sahen, als sich in irgendwelche "Boote" zu setzten, steht in gar keinem Verhältnis!

    Die Flüchtlinge auf dem Boot haben sich dieses Schicksal rausgesucht. Klagen Sie die Händler an,die solche Transporte organisieren.

    Eine Tragödie mit dem Verweis auf eine noch schlimmere Tragödie als unwichtig abzutun, ist immer eine ganz sinnvolle und konstruktive Strategie. Vielleicht ist das mit Lampedusa ja auch wiederum total unwichtig angesichts der globalen Klimakatastrophe, bei der wir alle gemeinsam draufgehen werden. Und das ist auch wiederum unwichtig, weil in ein paar Millionen Jahren unsere Sonne die Erde vollständig verglühen wird. Jawoll, Menschlichkeit fängt schließlich nicht im Kleinen an, sondern erst in der maximal denkbaren Dimension. Herzlichen Glückwunsch.

    Jeder Verlust von Menschenleben ist eine Tragödie! Dabei spielt es in meienen Augen keine Rolle, wie dieser Verlust zustandekommt. Es ist auch Ihr gutes Recht sich darüber auf zuregen, dass Menschen in überfüllten Fischerbooten oder anderen Wasserfahrzeugen Schiffbruch erleiden, wenn sie aus Ihrer Heimat fliehen und versuchen ins "gelobte Land" zu kommen.
    Dennoch finde ich Ihren Kommentar nicht zum Thema passend.
    mfg
    Skipari

    Das mit Lampedusa ist eine unmenschliche Sauerei, hat in dem Kontext aber trotzdem nix verloren!

    Entfernt. Verzichten Sie auf unangebrachte Schlussfolgerungen. Die Redaktion/mak

    Es sterben auch jeden Tag zig tausende Menschen in Afrika. Und Sie meinen, sich über solche Todesfälle arrogant vom eigenem, idyllischen Schreibtisch aus zu äußern.

    Herzlichen Glückwunsch. Was hat das jetzt mit diesem Unglück zu tun?

    Bei 3 Toten Europäern macht man ein riesiges Trara. De Berichterstattung über die Tausenden von Menschen die umgekommen sind, weil sie keinen anderen Ausweg sahen, als sich in irgendwelche "Boote" zu setzten, steht in gar keinem Verhältnis!

    Die Flüchtlinge auf dem Boot haben sich dieses Schicksal rausgesucht. Klagen Sie die Händler an,die solche Transporte organisieren.

    Eine Tragödie mit dem Verweis auf eine noch schlimmere Tragödie als unwichtig abzutun, ist immer eine ganz sinnvolle und konstruktive Strategie. Vielleicht ist das mit Lampedusa ja auch wiederum total unwichtig angesichts der globalen Klimakatastrophe, bei der wir alle gemeinsam draufgehen werden. Und das ist auch wiederum unwichtig, weil in ein paar Millionen Jahren unsere Sonne die Erde vollständig verglühen wird. Jawoll, Menschlichkeit fängt schließlich nicht im Kleinen an, sondern erst in der maximal denkbaren Dimension. Herzlichen Glückwunsch.

    Jeder Verlust von Menschenleben ist eine Tragödie! Dabei spielt es in meienen Augen keine Rolle, wie dieser Verlust zustandekommt. Es ist auch Ihr gutes Recht sich darüber auf zuregen, dass Menschen in überfüllten Fischerbooten oder anderen Wasserfahrzeugen Schiffbruch erleiden, wenn sie aus Ihrer Heimat fliehen und versuchen ins "gelobte Land" zu kommen.
    Dennoch finde ich Ihren Kommentar nicht zum Thema passend.
    mfg
    Skipari

  2. 2. .....

    Das mit Lampedusa ist eine unmenschliche Sauerei, hat in dem Kontext aber trotzdem nix verloren!

    Antwort auf "Tragödie"
  3. Entfernt. Verzichten Sie auf unangebrachte Schlussfolgerungen. Die Redaktion/mak

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    Entfernt. Bitte tun Sie dies. Die Redaktion/mak

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  4. Es sterben auch jeden Tag zig tausende Menschen in Afrika. Und Sie meinen, sich über solche Todesfälle arrogant vom eigenem, idyllischen Schreibtisch aus zu äußern.

    Herzlichen Glückwunsch. Was hat das jetzt mit diesem Unglück zu tun?

    Antwort auf "Tragödie"
  5. Entfernt. Bitte tun Sie dies. Die Redaktion/mak

    Eine Leser-Empfehlung
  6. Bei 3 Toten Europäern macht man ein riesiges Trara. De Berichterstattung über die Tausenden von Menschen die umgekommen sind, weil sie keinen anderen Ausweg sahen, als sich in irgendwelche "Boote" zu setzten, steht in gar keinem Verhältnis!

    Antwort auf "Tragödie"
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    Ich finde jedes Unglück muss für sich allein gesehen und beurteilt werden. Sicher wäre es schön, wenn es gar nicht erst zu der Notwendigkeit von Flucht kommen müsste. Und wenn schon, dann sollten viel mehr Hilfsmittel zur Verfügung gestellt werden, um diese fliehenden Menschen aufnehmen zu können und ihnen, für den Fall eines Unglückes, auch helfen zu können. Das dies leider nicht der Fall ist hat aber nicht damit zu tun, das wir hier ein Schiffsunglück haben mit Passagieren, die mit Sicherheit auf den Gewinnerseite der Gesellschaft stehen. Was man nur hoffen kann ist, das sich diese geretteten Passagiere vielleicht bei der Nachricht über eine Schiffsunglück mit Flüchtlingen an Bord an dieses Erlebnis erinnern und eher zur Unterstützung der Verunglückten bereit sind. Für die Familien der Opfer ist es kein Trost, das man versucht hat ihren Angehörigen schnell und effektiv zur Hilfe zu kommen.

    Ich finde jedes Unglück muss für sich allein gesehen und beurteilt werden. Sicher wäre es schön, wenn es gar nicht erst zu der Notwendigkeit von Flucht kommen müsste. Und wenn schon, dann sollten viel mehr Hilfsmittel zur Verfügung gestellt werden, um diese fliehenden Menschen aufnehmen zu können und ihnen, für den Fall eines Unglückes, auch helfen zu können. Das dies leider nicht der Fall ist hat aber nicht damit zu tun, das wir hier ein Schiffsunglück haben mit Passagieren, die mit Sicherheit auf den Gewinnerseite der Gesellschaft stehen. Was man nur hoffen kann ist, das sich diese geretteten Passagiere vielleicht bei der Nachricht über eine Schiffsunglück mit Flüchtlingen an Bord an dieses Erlebnis erinnern und eher zur Unterstützung der Verunglückten bereit sind. Für die Familien der Opfer ist es kein Trost, das man versucht hat ihren Angehörigen schnell und effektiv zur Hilfe zu kommen.

  7. Ich habe das Unglück natürlich via TV dann auch verfolgt. Für mich sieht es auf den ersten Blick nicht nach menschlichem Versagen aus. Als jemand, der selber schon 2 Kreuzfahrten mitgemacht hat, weiß ich auch durch Brückenführungen, dass gerade auf der Brücke größerer Schiffe immer so 3 bis 4 Mann gleichzeitig anwesend sind, die sich gegenseitig kontrollieren, gerade bei Gefahren wie Untiefen usw.. Für mich sieht es auf den ersten Blick nach einem technischen Defekt aus. Software, Steuerungscomputer etc. ??? Über die genaue Zahl der Toten und deren Todesursache habe ich nicht ausreichend Infos bisher. Es war eine Tragödie und der Kommentar 1 war daher, selbst wenn er berechtigt gewesen sein sollte, nur GESCHMACKLOS; ja unwürdig.

  8. Entfernt, da versehentliches Doppelposting. Die Redaktion/fk.

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