SchiffsunglückKreuzfahrtschiff droht zu sinken

Die italienische Küstenwache befürchtet den vollständigen Untergang der havarierten "Costa Concordia". Etwa 40 Menschen werden immer noch vermisst.

Das havarierte Kreuzfahrtschiff "Costa Concordia" vor der Westküste Italiens

Das havarierte Kreuzfahrtschiff "Costa Concordia" vor der Westküste Italiens

Am Tag nach dem schweren Schiffsunglück vor Italien befürchtet die Küstenwache einen vollständigen Untergang der Costa Concordia. Das Kreuzfahrtschiff befinde sich derzeit an einer 30 Meter tiefen Stelle, könne aber in tieferes Gewässer abrutschen und vollständig sinken, sagte ein Sprecher in der Nacht zum Sonntag.

Die Suche nach Überlebenden auf dem Schiff sei angesichts des möglichen Untergangs der fast 300 Meter langen Costa Concordia eine "riskante Operation", sagte der Sprecher der Küstenwache weiter. Spezialeinheiten mit Tauchern versuchten, jede Kabine des Kreuzfahrtriesen zu überprüfen.

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Derweil sei ein weiterer Überlebender befreit worden. Es handele sich um ein italienisches Besatzungsmitglied. Zudem haben sich zwei der vermissten Passagiere in Rom gemeldet. Die beiden Japaner seien nach der Rettung von Bord in einen Bus gestiegen, ohne sich von den Behörden registrieren zu lassen. Damit sank die Zahl der Vermissten auf 36. Unklar ist, wie viele Vermisste noch an Bord sein könnten oder aber im Chaos der Rettungsaktionen nicht registriert worden sind.

In der Nacht konnte schon ein Paar aus Südkorea lebend aus einem der unteren Decks des Schiffs gerettet werden, wie die italienische Nachrichtenagentur ANSA berichtete. Die Feuerwehr versuche, jede Kabine des Luxusliners zu erreichen, und habe zunächst nur aus der Entfernung mit den beiden 29-Jährigen sprechen können. Später seien Helfer jedoch in die Kabine vorgedrungen und hätten das frisch verheiratete Paar geborgen, hieß es. Die beiden seien wohlauf.

Die Costa Concordia hatte am Freitagabend zwischen der Insel Giglio und der südlichen Toskana einen Felsen gerammt und liegt dort auf der Seite. Bei dem Unglück riss der Rumpf des Schiffs auf, sodass Wasser eintreten konnte. Die meisten der mehr als 4.200 Passagiere und Besatzungsmitglieder konnten gerettet werden, drei Menschen aus Frankreich und Peru kamen jedoch ums Leben. 70 Menschen wurden nach Behördenangaben verletzt. Unter den Verletzten waren auch etwa zehn Deutsche.

Tötungsvorwurf gegen Kapitän von Kreuzfahrtschiff

Der Kapitän des Schiffs, Francesco Schettino, wurde nach einem mehrstündigen Verhör verhaftet und muss sich möglicherweise wegen fahrlässiger Tötung vor Gericht verantworten. Ihm wird zudem vorgeworfen, das Schiff verlassen zu haben, bevor alle Passagiere gerettet wurden. Schettino selbst machte eine fehlerhafte Seekarte für das Unglück verantwortlich. Die Black Box des Luxusliners wurde inzwischen gefunden.

Auf dem Schiff befanden sich auch knapp 566 Deutsche. Alle wurden gerettet. Mitarbeiter der deutschen Botschaft seien vor Ort, um sich gegebenenfalls um Verletzte zu kümmern, sagte eine Sprecherin. Helikopter, mehrere Schiffe und die Bevölkerung der nahegelegenen Insel Giglio beteiligten sich an der Rettungsaktion. Die Geretteten wurden nach Porto Santo Stefano auf der Halbinsel Argentario gebracht. Nicht ausgeschlossen ist, dass ein Teil der rund 2.400 Tonnen Treibstoff aus dem Schiff ausläuft.

Laut Augenzeugen kam es bei der Rettungsaktion zu Verzögerungen. Ein Besatzungsmitglied sagte, es habe Stunden gedauert, die Menschen vom Schiff zu bekommen. Die deutsche Niederlassung von Costa Crociere erklärte dagegen, sie habe keine Informationen über Komplikationen bei der Rettungsaktion.

(Notfallnummern für Angehörige: Krisen-Hotline des Auswärtigen Amtes: 030-18170; Bereitschaftsdienst des Generalkonsulates in Mailand: 0039-335-6255622; Bereitschaftsdienst der Deutschen Botschaft Rom: 0039-335-7904170)

 
Leserkommentare
  1. Offenbar gibt es zur Unglücksursache bisher überhaupt keine gesicherten Erkenntnisse.

    Aus Wikipedia:

    "Die Taufe des Schiffes fand am 7. Juli 2006 im Hafen von Civitavecchia statt, Taufpatin war das tschechische Top-Model Eva Herzigová,[5] die nicht kräftig genug war, um die Champagnerflasche gegen den Bug zu zerbrechen, was als schlechtes Vorzeichen gilt.[6]"

    In früheren Zeiten des Aberglaubens wäre der Fall also schon gelöst. Nur scheinen dieNachrichten aus Italien leider auch nicht mehr Gehalt zu haben.

    3 Leserempfehlungen
  2. Dieses Unglück zeigt wie wichtig Küstenwachen, Coast Guards und co sind, Retter auf See, oftsmals verborgen arbeitend und doch lebensrettend wie jetzt beim Drama Costa.

    Es zeigt aich auch, das diese Boombranche hier an ihre Kapazitäten stößt bzw. der Profit an erster Stelle stand, was nicht sein darf, das Sicherheit auf der Strecke bleibt.

    Wie steht es derzeit rund um den Globus bei den Küstenwachen, Coast Guards und co - da allerorts Sparmaßnahmen gang und gäbe sind, ausreichend Personal und Material samt Neuerungen und Entwicklungen vorhanden??

    Auch die militärischen Helfer dürfen hier nicht ausser acht gelassen werden und hier zeigt sich der Teamgeist und die gute Kooperation zwischen den zivilen und militärischen Helfern auf See.

    Vielleicht ein kleines Zeichen das darin evtl. die Zukunft liegt, Militär und Zivile Retter zu bündeln - Kostenminimierung evtl. möglich, eine Effektivität bei Lebensrettungsmaßnahmen könnten noch besser erzielt werden.

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    ...arbeiten Zivile Rettungsmannschaften bei Katastrophen größere Ausmaßes meistens mit Heereseinheiten zusammen. Auch der italienische Zivilschutz kann jederzeit ohne größeren Aufwand die Streitkräfte einbinden. Gerade weil bei den Rettungskräften Einsparungen vorgenommen wurden, greift man also oft aud das Heer zurück!

    Freundliche Grüße ( aus Italien )

    Ipadnutzer

    ...arbeiten Zivile Rettungsmannschaften bei Katastrophen größere Ausmaßes meistens mit Heereseinheiten zusammen. Auch der italienische Zivilschutz kann jederzeit ohne größeren Aufwand die Streitkräfte einbinden. Gerade weil bei den Rettungskräften Einsparungen vorgenommen wurden, greift man also oft aud das Heer zurück!

    Freundliche Grüße ( aus Italien )

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  3. Die Natur zeigt uns regelmäßig auf, wie zerbrechlich und fehlbar wir Menschen hier auf unserer Mutter Erde sind. Wir sind nur Gast.

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    Nichts gegen Gäste - aber wir sind Bewohner und keine Gäste die einfach mal gehen können. Wir behandeln diesen Planeten nur manchmal so, als ob wir von wo änders kämen.
    Was soll der Spruch: Wir sind nur Gäste? Wer so denkt, der kommt am besten erst gar nicht zu Besuch, weil irgend eine Ressource wird auch der Gast verbrauchen, die er damit den eigentlichen Bewohnern wegnimmt...
    Da fällt mir nur der Witz ein: Treffen sich zwei Planeten - sagt der eine zum anderen: "Ich habe Homo sapiens" darauf der andere: "Macht nichts - das geht vorüber"... Genau so wird es kommen und nichts weltbewegendes wird passieren. Selbst mit allen Atomwaffen und AKW´s bekommen wir das Leben auf diesem Planeten nicht kaputt. Allerdings werden dann wohl keine Wirbeltiere hier mehr leben können. Ist der Erde aber auch egal - Insekten und Bakterien sind auch feine Bewohner!

    Nichts gegen Gäste - aber wir sind Bewohner und keine Gäste die einfach mal gehen können. Wir behandeln diesen Planeten nur manchmal so, als ob wir von wo änders kämen.
    Was soll der Spruch: Wir sind nur Gäste? Wer so denkt, der kommt am besten erst gar nicht zu Besuch, weil irgend eine Ressource wird auch der Gast verbrauchen, die er damit den eigentlichen Bewohnern wegnimmt...
    Da fällt mir nur der Witz ein: Treffen sich zwei Planeten - sagt der eine zum anderen: "Ich habe Homo sapiens" darauf der andere: "Macht nichts - das geht vorüber"... Genau so wird es kommen und nichts weltbewegendes wird passieren. Selbst mit allen Atomwaffen und AKW´s bekommen wir das Leben auf diesem Planeten nicht kaputt. Allerdings werden dann wohl keine Wirbeltiere hier mehr leben können. Ist der Erde aber auch egal - Insekten und Bakterien sind auch feine Bewohner!

  4. ...es gibt 310 Hochseekreuzfahrtschiffe mit 370 000 Betten, von 2008 bis 2012 kommen 31 dazu mit weiteren 76000 Betten, das derzeit größte Megaschiff, die Allure of the seas, hat Platz für 6300 Passagiere und erreicht damit 2/3 der Belegung der 1945 versenkten Wilhelm Gustloff. Daß die Reedereien bei solch einem Kreuzfahrtboom an einer ausgedehnten Berichterstattung über geschäftsbeeinträchtigende Vorkommnisse kein Interesse haben, versteht sich von selbst.

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  5. 5. Gast?

    Nichts gegen Gäste - aber wir sind Bewohner und keine Gäste die einfach mal gehen können. Wir behandeln diesen Planeten nur manchmal so, als ob wir von wo änders kämen.
    Was soll der Spruch: Wir sind nur Gäste? Wer so denkt, der kommt am besten erst gar nicht zu Besuch, weil irgend eine Ressource wird auch der Gast verbrauchen, die er damit den eigentlichen Bewohnern wegnimmt...
    Da fällt mir nur der Witz ein: Treffen sich zwei Planeten - sagt der eine zum anderen: "Ich habe Homo sapiens" darauf der andere: "Macht nichts - das geht vorüber"... Genau so wird es kommen und nichts weltbewegendes wird passieren. Selbst mit allen Atomwaffen und AKW´s bekommen wir das Leben auf diesem Planeten nicht kaputt. Allerdings werden dann wohl keine Wirbeltiere hier mehr leben können. Ist der Erde aber auch egal - Insekten und Bakterien sind auch feine Bewohner!

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    Ihre Meinung scheint mir doch sehr von diversen Endzeit-Dokus auf N24 geprägt zu sein... Schauen wie weniger fern und nehmen sie am Leben teil ;-)
    Herzliche Grüße,

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    Herzliche Grüße,

  6. Mein 100-Euro-Navi schlägt Alarm, wenn ich mich ein paar Meter vom Straßennetz entferne. Wie ist es möglich, dass ein Schiff derart ungesichert in Untiefen abdriftet, ohne dass dessen Navigationsgeräte die Fahrt stoppen? Es kann doch nicht alles an der momentanen Befindlichkeit des Kapitäns oder des Steuermanns hängen. Bei Menschen besteht immer die Gefahr, dass sie, aus welchen Ursachen auch immer, in Phasen geistiger Umnachtung fallen. Die Sicherheit von 4000 Menschan an Bord soll allein von 1 oder 2 Mann auf der Steuerbrücke abhängen? Das kann nicht sein. Auch in Flugzeugen gibt es doch Sicherungssysteme, die zumindest Alarm auslösen oder gar Steuervorgänge abbrechen, falls der Pilot sich falsch verhält.

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    wie man ein Navigationssystem entwirft, welches

    eine echte 3D-Karte des gesamten Meeresuntergrundes, den Tiedenhub,
    die Strömungsverhältnisse und sogar
    die Aufstauung von Wasser durch den Wind

    beinhaltet,dann können Sie sich ja mal beim Seefahrtsamt melden.

    Die werden Ihnen dankbar sein.

    Ihr "100Euro Navi" in allen Ehren, aber das hat nichts mit diesem Fall zu tun.

    wie man ein Navigationssystem entwirft, welches

    eine echte 3D-Karte des gesamten Meeresuntergrundes, den Tiedenhub,
    die Strömungsverhältnisse und sogar
    die Aufstauung von Wasser durch den Wind

    beinhaltet,dann können Sie sich ja mal beim Seefahrtsamt melden.

    Die werden Ihnen dankbar sein.

    Ihr "100Euro Navi" in allen Ehren, aber das hat nichts mit diesem Fall zu tun.

  7. wie man ein Navigationssystem entwirft, welches

    eine echte 3D-Karte des gesamten Meeresuntergrundes, den Tiedenhub,
    die Strömungsverhältnisse und sogar
    die Aufstauung von Wasser durch den Wind

    beinhaltet,dann können Sie sich ja mal beim Seefahrtsamt melden.

    Die werden Ihnen dankbar sein.

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    Antwort auf "Fragen über Fragen"
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    Seekarten, in denen Untiefen vermerkt sind, gibt es wohl schon seit der Antike. Ich bin mir auch sicher, dass es Navigationssysteme gibt, in denen diese Karten einprogrammiert sind. Tidenhub oder Windstau? Es geht doch hier nicht um ein paar Meter, sondern um Minimaltiefen von sagen wir mal 50 Meter auf dem offenen Meer.

    Seekarten, in denen Untiefen vermerkt sind, gibt es wohl schon seit der Antike. Ich bin mir auch sicher, dass es Navigationssysteme gibt, in denen diese Karten einprogrammiert sind. Tidenhub oder Windstau? Es geht doch hier nicht um ein paar Meter, sondern um Minimaltiefen von sagen wir mal 50 Meter auf dem offenen Meer.

  8. Seekarten, in denen Untiefen vermerkt sind, gibt es wohl schon seit der Antike. Ich bin mir auch sicher, dass es Navigationssysteme gibt, in denen diese Karten einprogrammiert sind. Tidenhub oder Windstau? Es geht doch hier nicht um ein paar Meter, sondern um Minimaltiefen von sagen wir mal 50 Meter auf dem offenen Meer.

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