Deutsch-Deutsche Geschichte: Die Bananenrepublik könnte erfunden sein
Waren Bananen in der ehemaligen DDR wirklich ein seltenes Gut? Eine alte Statistik stellt ein Stück gesamtdeutscher Geschichte infrage, schreibt Politikstudent M. Wolf.
Die Banane war eine ganz besondere Frucht in der deutschen Nachkriegsgeschichte. In einem Teil der Republik galt sie als Mangelware, in dem anderen Teil war sie ein Wohlstandssymbol.
"Die Banane ist eine Hoffnung für viele und eine Notwendigkeit für uns alle", sagte Konrad Adenauer. Gegenüber der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft setzte er 1957 die zollfreie Einfuhr der Frucht durch.
Die SED machte fünfzehn Jahre später den Bananen-Import zur Ministerratssache, um die kontinuierliche Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen. Fortan symbolisierte die Banane den Wettstreit zwischen Ost und West.
Wie stand es wirklich um die Bananen-Versorgung in den zwei Hälften des geteilten Deutschlands? Eine Statistik der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) aus dem Jahr 1986 zeigt den weltweiten Bananenexport und -import ab 1970.
Die Bundesrepublik Deutschland hatte 1978/79 insgesamt 604.000 Tonnen Bananen importiert. Das entsprach einem Pro-Kopf-Verbrauch von 9,9 Kilogramm. Im Jahr 1978 importierte die DDR 120.000 Tonnen der Südfrucht. Das entsprach einem Pro-Kopf-Verbrauch von 7,5 Kilogramm.
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Der Bananen-Konsum im Westen blieb bis 1984 fast konstant. In der DDR verringerte sich der Import fast um die Hälfte auf 70.000 Tonnen. Dennoch fiel der Bananenmangel auf den ersten Blick nicht so gravierend aus, wie er heutzutage oft dargestellt wird. Immerhin standen der ostdeutschen Bevölkerung immer noch etwa 4,3 Kilogramm pro Kopf zur Verfügung.
Angenommen, die Zahlen der Vereinten Nationen stimmen: Was passierte mit den Früchten, die ab den späten siebziger Jahren nach Ostdeutschland importiert wurden? Badeten die Parteibonzen sprichwörtlich in Bananen, während das Volk darben musste? Oder hat sich einfach nur eine kollektive Geschichtsverklärung durchgesetzt?
Sicher ist: Die Banane dient heute als leicht verständliches Bild, um die damaligen Wohlstandsunterschiede zwischen Ost und West deutlich zu machen.
Zwischen 1990 und 1994 brach im wiedervereinten Deutschland übrigens eine Bananenhysterie aus. Der Konsum stieg auf über vierzehn Kilogramm pro Kopf.








werden überbewertet. Viel zu zuckerhaltig. ;-)
Bananen werden überbewertet. Viel zu zuckerhaltig. ;-)
Und klebrig obendrein, daher schlecht für die Zähne, wenn man sie regelmäßig konsumiert. Leicht verdaulich sind sie auch nicht unbedingt. Wenn sie unreif sind, dann liegen sie schwer im Magen und verstopfen. Wenn sie reif sind, dann sind sie zwar gut verdaulich, aber leider oft mehlig.
Bananen werden überbewertet. Viel zu zuckerhaltig. ;-)
Und klebrig obendrein, daher schlecht für die Zähne, wenn man sie regelmäßig konsumiert. Leicht verdaulich sind sie auch nicht unbedingt. Wenn sie unreif sind, dann liegen sie schwer im Magen und verstopfen. Wenn sie reif sind, dann sind sie zwar gut verdaulich, aber leider oft mehlig.
"Die Banane ist eine Hoffnung für viele und eine Notwendigkeit für uns alle."
Sehr schön. Gibt es Adenauer-Denkmäler, auf deren Sockel das steht? Wenn nein, wann endlich?
... sondern vor allem die Verkäufer/-innen in den Dorfkonsums waren der Flaschenhals. Ist ja nicht so, dass die Bananen, die in die DDR kamen, alle bei Parteifunktionären oder im Müll landeten, aber oft genug unter der Ladentheke der Verkäufer. In der Auslage gabs keine, man musste schon mit den Verkäufern gut stehen, damit sie ein paar der zurückgelegten rausrückten.
Ich kann natürlich nur über eigene Erfahrungen sprechen, ich will damit nicht sagen, dass es immer so war... das kam vielleicht falsch rüber.
gab es natürlich öfter Bananen als auf dem platten Land. Und das nach der Wende die ehemaligen DEDR-Bürger auch zu Bananen griffen ist doch eine Binse. Es war ähnlich wie bei den ersten Apfelsinen-Lieferungen im Westen. Die gab es auch niue überall.
Ich kann natürlich nur über eigene Erfahrungen sprechen, ich will damit nicht sagen, dass es immer so war... das kam vielleicht falsch rüber.
gab es natürlich öfter Bananen als auf dem platten Land. Und das nach der Wende die ehemaligen DEDR-Bürger auch zu Bananen griffen ist doch eine Binse. Es war ähnlich wie bei den ersten Apfelsinen-Lieferungen im Westen. Die gab es auch niue überall.
das es im Tal der Ahnungslosen (Dresden und weiter hinten) nie, bis fast nie, Bananen gab und wenn, dann nur zwei Stück pro Kopf, vom Rest, kurz vor Weihnachten. Meine Mutter hat im Einzelhandel gearbeitet, die kann sich noch sehr genau an die Waren erinnern.
Ich kann natürlich nur über eigene Erfahrungen sprechen, ich will damit nicht sagen, dass es immer so war... das kam vielleicht falsch rüber.
Ökonomen sind gefangene im Elfenbeinturm der Statistiken, die sich nicht trauen mal rauszugehen und nachzufragen was los ist. Eine Statistik nehmen und sagen es gab keine gravierenden Probleme. Wer in einen Laden geht und abgezählt pro Person eine Banane bekommt sieht ein Problem. Es ging aber auch um Tomaten etc., selbst Ketchup war selten zu haben, jedenfalls in der Provinz. Die Städte, besonders Berlin, hatten ja Sonderzuteilungen. Bei uns gabs ganzjährig vor allem Weißkohl, Milch und Mehl. Der Rest je nach dem was zugeteilt wurde und auch abhängig vom Wochentag.
... die Berliner hatten fast immer welche. In Sachsen gabs ein- bis zweimal pro Jahr eine Lieferung, die dann auch tatsächlich an die Bevölkerung ausgeteilt wurde und nicht vorher bei den Verkäuferinnen versickerte, so wie etwa Cornflakes und ähnliches, wo stets nur die Bruch-Reste im Konsum landeten.
Um von diesen Bananen welche abzubekommen, musste man schnell sein, sich ewig anstellen und bekam dann eine kleinere Menge zu einem immensen Preis (wenn ich richtig erinnere, ich war damals noch Kind) zugeteilt. So in etwa habe ich das in Erinnerung.
Die "Bananenhysterie" muss ja irgendwie zustandegekommen sein, auch wenn ich den Begriff 14kg/Kopf/Jahr für ziemlich verfehlt halte. Wenn eine Banane 250g wiegt, macht das pro Person etwa eine Banane die Woche.
Ich lebte in den 80ern in einer Kleinstadt im Raum Dresden und war regelmässig in Neubrandenburg. Ketchup gab es im Heimatort nur unter dem Ladentisch, in Neubrandenburg stand es in Paletten gleich mitten im Gang der Kaufhalle. Jahrelang konnte ich das beobachten.
Es entzieht sich auch nach mehr als 20 Jahren noch meiner Vorstellungskraft, was die DDR-Führung eigentlich wirklich mit dieser merkwürdigen Mangel-Versorgungsstrategie bezweckt hat.
Das Vorenthalten von westlicher Presse und TV ist schon klar, aber bei normalen Dingen des Alltags und Ernährung wird es mir schleierhaft bleiben.
Leider habe ich nie wirklich ehemalige DDR Bürger kennengelernt, die mir solche Sachen hätten erzählen können.
... die Berliner hatten fast immer welche. In Sachsen gabs ein- bis zweimal pro Jahr eine Lieferung, die dann auch tatsächlich an die Bevölkerung ausgeteilt wurde und nicht vorher bei den Verkäuferinnen versickerte, so wie etwa Cornflakes und ähnliches, wo stets nur die Bruch-Reste im Konsum landeten.
Um von diesen Bananen welche abzubekommen, musste man schnell sein, sich ewig anstellen und bekam dann eine kleinere Menge zu einem immensen Preis (wenn ich richtig erinnere, ich war damals noch Kind) zugeteilt. So in etwa habe ich das in Erinnerung.
Die "Bananenhysterie" muss ja irgendwie zustandegekommen sein, auch wenn ich den Begriff 14kg/Kopf/Jahr für ziemlich verfehlt halte. Wenn eine Banane 250g wiegt, macht das pro Person etwa eine Banane die Woche.
Ich lebte in den 80ern in einer Kleinstadt im Raum Dresden und war regelmässig in Neubrandenburg. Ketchup gab es im Heimatort nur unter dem Ladentisch, in Neubrandenburg stand es in Paletten gleich mitten im Gang der Kaufhalle. Jahrelang konnte ich das beobachten.
Es entzieht sich auch nach mehr als 20 Jahren noch meiner Vorstellungskraft, was die DDR-Führung eigentlich wirklich mit dieser merkwürdigen Mangel-Versorgungsstrategie bezweckt hat.
Das Vorenthalten von westlicher Presse und TV ist schon klar, aber bei normalen Dingen des Alltags und Ernährung wird es mir schleierhaft bleiben.
Leider habe ich nie wirklich ehemalige DDR Bürger kennengelernt, die mir solche Sachen hätten erzählen können.
Das Problem der DDR-Bananenwirtschaft lag wohl auch in den Verteilungsmechanismen:
Verteilungsschlüssel war angeblich wie folgt:
Ein voll beladener Bananendampfer legt in Rostock an.
Die Hälfte der Ladung geht pauschal nach Berlin (Ost).
Von der verbleibenden Hälfte wird wiederum die Hälfte zur Verteilung im Norden (Bezirk Rostock) abgezweigt.
Die dann verbleibende Restmenge wird an den Rest des Landes verteilt.
Da ich dies auch nur aus zweiter Hand habe, und Bananen ohnehin nicht ausstehen kann, kann ich nicht beurteilen, ob dgl. wirklich so praktiziert wurde. Plausibel erscheint es durchaus. Aber vielleicht kann ein ehemals in der Bananendistribution aktiver Werktätiger hier Näheres berichten.
könnte es sich um einen Irrtum handeln:
Siehe Titelbild TITANIC 11/1989
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