Birma Die Underground-Punker von Rangun
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Whisky trinken im Stundenhotel

Ihm habe die Respektlosigkeit der Punksongs gefallen, sagt Kyaw Kyaw. Als er mit sechzehn die Schule beendete, musste er miterleben, dass er, wie die meisten anderen Menschen auch, gar keine Perspektiven hatte. Damals schlich sich die Auflehnung in sein Denken ein. Sein Vater ist Polizist, er arbeitet für den Staat, gegen den sein Sohn sich auflehnt. Dennoch duldet er die Parallelwelt seines Sohnes. "Insgeheim", sagt Kyaw Kyaw, "ist er auch gegen unsere Regierung."

Neben Sid Vicious, dem 1979 verstorbenen Bassisten der Sex Pistols, ist Aung San Suu Kyi, Birmas bekannte Dissidentin, die zweite Person, die Kyaw Kyaw verehrt. Wenn er von ihr spricht, dann strahlt sein Gesicht, für ihn ist sie eine Heldin. Er ist optimistisch: "Die Regierung kann den Willen des Volkes nicht mehr länger ignorieren", glaubt er. Immerhin: Der Nobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi wurde jetzt ein Regierungsamt in Aussicht gestellt und sie darf zur Parlamentswahl antreten. "Wir werden uns langsam, sehr langsam öffnen. Dann können die Rebel Riots endlich eine Platte veröffentlichen", hofft Kyaw Kyaw. Für April ist ein Konzert geplant.

Während er davon erzählt, sitzt er in der kleinen, schäbigen Küche von Freunden, die auch Punks sind. Die zwei holen einen blauen Plastikföhn und Haarspray hervor und frisieren Kyaw Kyaw zwei Stunden lang. Am Ende stehen ihm seine Haare in Stachelform ab, genau wie bei den beiden anderen. "Wir feiern jetzt", sagt er plötzlich. Alle drei gehen los, mit Bier und Kippe in der Hand. Sie halten ein Auto an und lassen sich zu der Bar fahren, aus dem Handy schallt Musik von den Ramones. Die Bar entpuppt sich als schmutziges Stundenhotel, Kyaw Kyaw tänzelt die acht Etagen im Dunkeln nach oben, steigt über herumliegenden Müll, während seine Freunde mit der Taschenlampe den Weg ausleuchten.

Oben angekommen zahlen sie für das Zimmer, setzen sich drinnen auf die dreckige Couch. Es stinkt nach Fäkalien, doch das scheint sie nicht zu stören. Die drei schauen sich eine Dokumentation über Punks in England an und betrinken sich mit billigem Whisky. Noch ist es eben nicht so weit mit der Freiheit. "Wir sind Rebellen, die von der Freiheit träumen", sagt Kyaw Kyaw.

 
Leser-Kommentare
  1. Das ist der wahre punk.Ähnlich gefährlich hatten es ja auch die "Ost"Punks zu DDR Zeiten.Ich selbst war nur westlicher....

  2. wurde das Wort "punk" eingeführt. Es ist bisher so gewesen, dass sich "die Guten" schlechte Namen gaben, während sich "die Schlechten" schmeichelhafte Namen gaben. Die punks sind die, die sich am radikalsten ausgeklingt haben und sich die schlechtesten Namen gaben. Man denke nur an Jonny Rotten oder Sid Vicious von den Sex Pistols.

    Sie waren die, die nicht von Kriminellen regiert werden wollten und dafür immer kriminalisiert wurden.

    Sie waren die Randfiguren und Außenseiter, die im Thomasevangelium selig genannt werden.

    Und sie waren die, die am energischsten für Gerechtigkeit eingetreten sind und mit den Ungerechtigkeiten in wohl allen heutigen Gesellschaften nichts zu tun haben wollten. Sie waren eigentlich das schlechte Gewissen der Gesellschaften.

    Viele von ihnen sind heilige und viele Liedtexte stärken den Glauben und sind prophetisch. Sie sind die eigentlichen Gerechten gewesen. Und diese werden bald überall an die Macht kommen, wenn die Welt geläutert ist. Die bunten Haare und das provokante Auftreten braucht es dann nicht mehr und sie werden wieder Teil der Gesellschaft sein, weil die Gesellschaften zur Gerechtigkeit zurückkehren. Es wird Gerechtigkeit regnen und die Gerechten werden regieren.

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    never
    wenn es irgendein ausschlusskriterium giebt
    irgendeinen mitgliedsausweis den man, brav in der schlange vorm jüngsten gericht angestellt, beim schalterpetrus vorlegen muss
    währe das grund genug nicht mitzumachen

    never
    wenn es irgendein ausschlusskriterium giebt
    irgendeinen mitgliedsausweis den man, brav in der schlange vorm jüngsten gericht angestellt, beim schalterpetrus vorlegen muss
    währe das grund genug nicht mitzumachen

  3. 54 - Selig die Armen ...(54) Jesus sprach: Selig die Armen! Denn euch gehört das Königreich der Himmel.

    Es ist das große Versprechen auf das Millionen über Millionen Menschen bauen, obwohl es sich keiner erklären kann, wie dies funktionieren könnte. Alle wollen in den Himmel die Armen, wie die Reichen. Was ist das Kriterium für Arm oder Reich? Es gibt Menschen die waren arm und wurden reich, geändert haben sie sich dadurch nicht. Im Gegenteil, mit wachsenden Reichtum haben sie sich oft noch als die größeren Ausbeuter ihrer Mitmenschen erwiesen als die von Geburt auf reich waren. Wie wird die Herrschaft der Reichen im Königreich verhindert? Es ist nicht vorstellbar, dass dies durch Gewalt erfolgen könnte. In einem Universum, in dem als einziges Gesetzt gültig ist: "Du sollst Gott und deinen Nächsten lieben wie dich selbst", wäre eine solche Lösung völlig absurd. Reiche sollten erkennen, dass sie mit ihrem Reichtum Verantwortung auferlegt erhielten. Sie müssen sich dieser Verantwortung stellen und für sich klären, wie sie dem Ordnungsprinzip der Nächstenliebe folgen wollen. Auf welche Art und Weise der scheitert, der sich diesem Gesetz widersetzt, wird sich zeigen.
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  4. Die sind ja bis hin zum Stinkefinger durch gestylt. Modefreaks im Punklook. Fürchterlicher als echte. – Witzig.

  5. is furchtbarer als,durch gestylt dank Geldmangel und eigener Kreativität.

    Es war immer schwer in einem repressiven Regime, für das einzustehen, an was man glaubt, Vorallendingen wenn das, an was an was man glaubt, nicht konträr mit dem ist, was das Regime vertritt, da ist es, egal ob man Punk, Menschenrechtler oder sonstiger Aktivist ist.

    Respekt an solch mutige Menschen, die allein durch ihr "MODEFREAK" darein schon ihren politischen Protest ausdrücken,
    die Regierung in Birma wird sich Regierung der gleichen Methoden der Diffamierung bedienen wie unsere westliche Wertegemeinschaft, indem die leitungsträger diese Menschen als asoziale besoffene Nichtsnutze darstellt, die in einer ökonomischen Gesellschaftsordnung aller unterster Wertigkeit besitzen.

    "Niemand ist so hoffnungslos versklavt, wie diejenigen, die fälschlicherweise glauben frei zu sein." Johann Wolfgang von Goethe.

    In diesem Sinne Wünsche ich den Punks von Birma noch sehr viele ausschweifende Konzerte und anderen die Einsicht, dass man Berichte auch durchlesen sollte, bevor man dazu Kommentare ablässt.

  6. never
    wenn es irgendein ausschlusskriterium giebt
    irgendeinen mitgliedsausweis den man, brav in der schlange vorm jüngsten gericht angestellt, beim schalterpetrus vorlegen muss
    währe das grund genug nicht mitzumachen

    Antwort auf "Von Shakespeare"

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